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Österreichs Almen: Umfassende Anstrengungen zur Sicherung der Almlandschaft

Themenbereich
Land & Forst
Umwelt & Klima

12.06.2019

Die österreichischen Almen sind ein wertvoller Lebensraum für Pflanzen und Tiere, sie bieten Schutz vor Naturkatastrophen und sind ein geschätzter Rückzugsraum für Menschen, sei es zur Erholung und Regeneration oder für Freizeitsportaktivitäten. Die Zukunft der Almen hängt aber in hohem Maße von den agrarpolitischen Rahmenbedingungen ab. Die wichtigsten Bausteine der Unterstützung der Almbewirtschaftung sind einerseits flächen- und tierbezogene Zahlungen im Rahmen der gemeinsamen Agrarpolitik, sowie andererseits die Unterstützung der Erhöhung der Wertschöpfung für die hochwertigen Almprodukte. Hier sind insbesondere entsprechende Vermarktungsstrategien sowie langfristig die Etablierung eines bundesweiten Vermarktungslabels von zentraler Bedeutung. Darüber hinaus werden auch umfassende Bildungs- und Beratungsmaßnahmen für die Almbewirtschaftung sowie für Vermarktung und Bewusstseinsbildung angeboten.

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Die folgenden Zahlen stammen aus dem „Grünen Bericht 2018":

Betriebe mit Almauftrieb: 24.689

Zahl der Almen: 7.910

Almfutterfläche in Hektar: 316.122

Gealpte Tiere (GVE): 266.694

Gealpte Rinder (Stück): 306.606

Davon Milchkühe:  50.378

Personal für Behirtung (Personen): 7.102

Alle Zahlen finden Sie hier: 

Grüner Bericht 2018

Öffentliche Leistungsabgeltungen liefern einen hohen Beitrag zur Erhaltung der Almwirtschaft. Die Almbäuerinnen und Almbauern leisten mit der Bewirtschaftung einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der österreichischen Kulturlandschaft. Die Förderungsmittel können als Ausdruck für die gesellschaftliche Wertschätzung für diese Leistungen angesehen werden – hier die Zahlen:

Almrelevante Direktzahlungen (1.Säule, 2018): 29,462 Mio. €

Betriebe mit almrelevanten Direktzahlungen (2018): 23.541

Davon Betriebe mit gekoppelten Zahlungen (2018): 22.249

Ausgleichszulage für naturbedingte Nachteile auf Almflächen

(Mio. € / Programm LE 14 – 20): 36,126 Mio. €

ÖPUL – Alpung und Behirtung (2007 – 2018): 22,347 Mio. €

Investitionen Almwirtschaft (2007 – 2018): 3,299 Mio. €

Durch das Auslaufen der Milchquoten im Jahr 2015 sinkt der Anreiz zur Milchproduktion auf den Almen, da es keine Beschränkung der Milchproduktion in den Tallagen mehr gibt. Auf den österreichischen Almen werden rund 66.000 Tonnen Milch (2015) produziert und entweder ins Tal angeliefert oder direkt auf der Alm verarbeitet. Durch eine spezielle Kennzeichnung der Almprodukte in Verbindung mit entsprechenden Qualitäts- und Absatzförderungsmaßnahmen wird das Ziel der Etablierung einer Premiumschiene verfolgt. Die Kriterien für eine entsprechende Auslobung wurden von einer Arbeitsgruppe der österreichischen Almwirtschaft gemeinsam mit der AMA Marketing GmbH bereits erarbeitet und das neue Modul „Almmilch" als Teil des AMA-Gütesiegels von den Gremien der Agrarmarkt Austria beschlossen. Ein Antrag auf Notifizierung wurde bereits an die EU-Kommission übermittelt.

Eine neue Herausforderung der Almbewirtschaftung bildet aufgrund eines tragischen Unfalls in Tirol und eines entsprechenden erstinstanzlichen Gerichtsurteils der Fragenkomplex zur Gewährleistung eines sicheren Nebeneinanders von Mensch und Tier auf den Almen. Gemeinsam mit den Verantwortlichen der Almwirtschaft und des Tourismus wurden daher zehn Regeln für den richtigen Umgang mit Weidevieh und Standards für die Almwirtschaft erarbeitet, welche eine erhöhte (Rechts-)Sicherheit für Freizeitnutzende und Almbewirtschaftende gewährleisten sollen.

Nähere Informationen dazu sind unter www.sichere-almen.at zu finden.