CommunalAudit: Faktencheck für bisher 650 Gemeinden im ländlichen Raum

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Innovation
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15.06.2020

Christa Rockenbauer-Peirl, BMLRT, Abteilung V/6: Innovation, Lokale Entwicklung und Zusammenarbeit

Das CommunalAudit blickt schon auf eine längere Geschichte zurück: rund dreißig Prozent der österreichischen Gemeinden haben mittlerweile Erfahrung damit gemacht. Im Jahr 2003 wurde das CommunalAudit entwickelt und erstmals für Gemeinden zur Verfügung gestellt. Gefördert wurde das Audit damals noch ausschließlich mit nationalen Mitteln. 2007 wurde das CommunalAudit das erste Mal im Rahmen des Österreichischen Programms für die Entwicklung des Ländlichen Raums 2007–2013 abgewickelt. 2014 wurde evaluiert, das heißt 26 Gemeinden nach deren Zufriedenheit und Verbesserungswünschen zum CommunalAudit befragt.

Auf Basis des Ergebnisses dieser Evaluierung wurden entsprechende Schlussfolgerungen gezogen und Adaptionen an die aktuellen Anforderungen von Gemeinden gemacht. Die Praxistauglichkeit wurde mit Pilotgemeinden getestet und seit Ende 2017 steht das neue CommunalAudit im Rahmen des Programms LE 14–20 als Beratungsinstrument für die kommunale Zukunftsplanung zur Verfügung. Neu hinzu gekommen ist die Möglichkeit zu einer individuellen Betreuung und Beratung der Gemeinden im Rahmen eines Strategiemoduls. Damit kann nach erfolgtem CommunalAudit Basismodulein Schritt in Richtung Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen gesetzt werden. Das Basismodul umfasst den Check von Gemeindefinanzen, Strukturdaten und Managementreifegrad der Gemeinde. Diese Kommunalberatung ist durch die vollständige Übernahme der Kosten im Rahmen des Programms für ländliche Entwicklung 2014–2020 für die Gemeinde kostenlos.
Durch das CommunalAudit erhält die Gemeinde eine klare Analyse der Ausgangssituation und damit eine fundierte Entscheidungsbasis für die Weiterentwicklung und die Festlegung konkreter Entwicklungsziele und Maßnahmen. Vielfältige kommunale und regionale Handlungsfelder werden analysiert: Die Bandbreite reicht von Finanzen und Verwaltung über Energie, Umwelt, Aus- und Weiterbildung, Gesundheit und Pflege bis hin zu Familien, Bauen, Wohnen, öffentlicher Nahverkehr, Tourismus und Infrastruktur.

Insgesamt haben seit 2003 rund 650 Gemeinden im ländlichen Raum das Audit durchgeführt. Die räumliche Verteilung in Österreich sowie der Zeitraum der Durchführung (Stand bis Ende 2019) ist in der Karte „Teilnahme am CommunalAudit in Österreich seit 2003“ übersichtlich dargestellt.

BMLRT
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Vor 2007 haben sich 68 Gemeinden einer Selbstüberprüfung unterzogen. Mit der Einbindung in das Programm LE 07–13 konnte die Teilnahme wesentlich ausgeweitet werden: rund 500 Gemeinden haben in dieser Periode eine Standortanalyse durchgeführt. In der laufenden Periode 2014–2020 wurden bis 31.12.2019 insgesamt 81 Audits abgeschlossen. Mit rund 80 weiteren Gemeinden werden gerade die Audits durchgeführt. Ein Teil der Gemeinden hat sich sogar für eine mehrmalige Teilnahme am CommunalAudit entschieden. So haben knapp 50 Gemeinden seit 2003 mehr als einmal am Audit teilgenommen. In der Karte wird nur das jeweils aktuellste Audit ausgewiesen.

Für Interessierte finden sich nähere Informationen und Details auf der CommunalAudit-Website unter https://www.communalaudit.at/.