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    nach Maßnahmen Vorhabensarten

    ARGE Innobrotics

    Lösung der Maiswurzelbohrerproblematik in den Ackerbau- und Veredelungsgebieten Österreichs

    Themenbereich
    Land- und Forstwirtschaft inkl. Wertschöpfungskette
    Umwelt, Biodiversität, Naturschutz
    Innovation

    Untergliederung
    Landwirtschaft
    Tierwohl
    Umweltschutz
    Biodiversität
    Wissenstransfer
    Innovation
    EIP Europäische Innovationspartnerschaft

    Projektregion
    Burgenland
    Kärnten
    Steiermark

    LE-Periode
    LE 14–20

    Projektlaufzeit
    2016-2018 (geplantes Projektende)

    Massnahme
    Zusammenarbeit

    Teilmassnahme
    16.2 Förderung für Pilotprojekte und für die Entwicklung neuer Erzeugnisse, Verfahren, Prozesse und Technologien

    Vorhabensart
    16.02.1. Unterstützung bei der Entwicklung neuer Erzeugnisse, Verfahren & Technologien der Land-, Ernährungs- & Forstwirtschaft

    Projektträger
    ARGE Innobrotics

    Kurzbeschreibung

    Die Schäden durch den Maiswurzelbohrer haben in Österreich ein Besorgnis erregendes Ausmaß erreicht. Zukünftig wird es zu einer beachtlichen weiteren Zunahme und Ausbreitung dieses Schädlings kommen. Neben den pflanzenbaulichen Herausforderungen sind insbesondere die Betriebe der Veredlungswirtschaft gefordert. Es sind schnellstens innovative Lösungen zu finden, um weitere große Wertschöpfungsverluste auf den heimischen Betrieben zu vermeiden. Das Projekt "Innobrotics" sieht sich daher als Arbeitsgruppe zur Lösung der Maiswurzelbohrerproblematik in Österreich. Durch die enge Kooperation von Forschung, Beratung und landwirtschaftlicher Praxis sollen als strategische Ziele neue Verfahren betreffend Bekämpfung des Schädlings, sowie innovative Lösungsansätze in der Nutzung von alternativen Bekämpfungsmethoden, Ackerkulturen und Futtermittel für konventionell und biologisch geführte Betriebe gefunden und umgesetzt, sowie die Betriebe sozioökonomisch begleitet werden.

    Ausgangssituation

    Seit dem ersten Auftreten des Maiswurzelbohrers in Österreich (2002) ist es - ausgehend von den südlichen Bundesländern (St, B, K) zu einer exponentiellen Vermehrung des Schädlings gekommen. Die Population hat im Jahr 2014 – nicht zuletzt durch das Verbot neonicotinoider Beizmittel - einen neuen Höchststand erreicht.

    Der Maiswurzelbohrer verursacht nicht nur Schäden an der Wurzel und am Kolben der Maispflanze, sondern durch Blattfraß auch an diversen Gemüsekulturen. Speziell im Gemüsebau reicht zum Teil aber auch die bloße Anwesenheit des Käfers zur Ablehnung von Lieferungen durch den Großhandel. Die pflanzenbaulichen Schäden setzten sich aber auch in den angehängten Bereichen fort, wobei die Veredelungswirtschaft am stärksten betroffen ist.

    Die bisherigen Erfahrungen auf internationaler Ebene haben bislang nicht ausgereicht, das Problem wirksam in den Griff zu bekommen. Es gibt zwar eine Reihe von Lösungsansätzen, die aber nicht oder nur unzureichend koordiniert und auch nicht flächendeckend umgesetzt sind. Es ist auch noch zu wenig Wissen über die Wirksamkeit von Maßnahmenkombinationen und bio-tauglichen Alternativen zu chemischen Maßnahmen vorhanden.

    Es ist geplant, dass die pflanzenbaulichen Versuche
    • jene Behandlungsmethoden beziehungsweise Methodenkombinationen zu Maiswurzelbohrerbekämpfung aufzeigen, die aus ökonomischer und aus ökologischer Sicht sowohl für konventionell als auch biologisch wirtschaftende Betriebe einsatzwürdig sind.
    • in Kombination mit den Versuchen in der tierischen Produktion verwertbare Alternativen zur Futterpflanze Mais darlegen.


    Ziele und Zielgruppen

    Die Hauptziele des Projekts bestehen
    • in der Erforschung von nachhaltig wirksamen, ökologisch verträglichen Bekämpfungsmaßnahmen des Käfers
    • im Screening bestehender und in der Testung neuer Pflanzensorten, die als alternative Futtermittel zu Mais in Frage kommen
    • in der Umsetzung des im Projekt erarbeiteten Wissens sowohl in die konventionelle als auch biologische landwirtschaftliche Praxis.

    Hauptzielgruppen des Projekts sind Betriebe mit Spezialisierung auf Marktfruchtbau, Gartenbau und Veredelung.

    Projektumsetzung und Maßnahmen

    Die Operationelle Gruppe setzt aus Vertreterinnen und Vertretern aus Praxis, Beratung und Forschung zusammen. Diese werden unterstützt durch externe Partnerinnen und Partner (u.a. Universität für Bodenkultur, die AGES, das Labor Rosenau, das ROMER LABS Division Holding GmbH Tulln, die HBLFA Raumberg-Gumpenstein, und die LFS Hatzendorf sowie das Land Steiermark- A10 Boden- und Pflanzenanalytik).

    Die Methodik zur Zielerreichung besteht
    • zu einem wesentlichen Teil in der Organisation und Koordination des gesamten Projekts
    • in der Planung, Durchführung, Auswertung und Beschreibung der Ergebnisse der pflanzenbaulichen Versuche + zur Diabroticabekämpfung, + zu alternativen Futtermitteln zu Mais (Ackerbohne, Sojabohne, Hirse), + zu besonders betroffenen Gemüsekulturen (Zuckermais)
    • in der Planung, Durchführung, Auswertung und Beschreibung der Ergebnisse der Versuche im tierischen Produktionsbereich, die Fütterungsversuche zu Rindern, Schweinen und Geflügel sowie Versuche zur Futterkonservierung umfassen.
    • In einer sozioökonomischen Studie zu Umsetzungsbarrieren und
    • Analyse kooperativer Landnutzungssysteme
    • Die gezielte Verbreitung der Ergebnisse durch Print- und IT-Medien, durch Vorträge und durch einzelbetriebliche Beratungen.


    Ergebnisse und Wirkungen

    Erwartetes Ergebnis der „ARGE Innobrotics“ sind neuartige, fundierte, praxistaugliche Ergebnisse und Erkenntnisse zur Lösung der pflanzenbaulichen und fütterungstechnischen Probleme im Zusammenhang mit dem Maiswurzelbohrer.

    Erfahrung

    Aufgrund der erstmaligen Vergabe von EIP-Projekten waren im Zuge der Einreichung noch einige Lernprozesse zu durchlaufen, letztlich konnte jedoch aufgrund der positiven Einstellung aller beteiligten Personen und Institutionen hinsichtlich dem Erfordernis, dieses massive Maiswurzelbohrer-Problem zu lösen, eine erfolgreiche Beantragung durchgeführt werden. Die Koordination innerhalb der operationellen Gruppe war von Beginn an unproblematisch und zielführend, die ersten praktischen Arbeiten sind aufgrund der klaren Zielvorgaben zeitgerecht durchgeführt worden.