Zinkhütte Kohlbarren

Themenbereich
Basisdienstleistungen, Leader, Gemeinden

Untergliederung
Tourismus
Kultur
Gemeindeentwicklung
Standortentwicklung

Projektregion
Kärnten

Lokale Aktionsgruppe
LAG Großglockner Mölltal - Oberdrautal

LE-Periode
LE 14–20

Projektlaufzeit
01.09.2016-30.08.2018 (geplantes Projektende)

Projektkosten gesamt
165.000,00 €

Fördersumme aus LE 14-20
75.000,00 €

Massnahme
Basisdienstleistungen und Dorferneuerung in ländlichen Gebieten

Teilmassnahme
7.1 Förderung für die Ausarbeitung und Aktualisierung von Plänen für die Entwicklung der Gemeinden und Dörfer in ländlichen Gebieten und ihrer Basisdienstleistungen sowie von Plänen zum Schutz und zur Bewirtschaftung von Natura-2000-Gebieten und sonstigen Gebieten mit hohem Naturschutzwert

Vorhabensart
7.1.1. a) B Pläne und Entwicklungskonzepte zur Erhaltung des natürlichen Erbes - Naturschutz

Projektträger
Gemeinde Großkirchheiminfrastruktur KG

Kurzbeschreibung

Revitalisierung und Belebung der "Zinkhütte von Döllach" (Kohlbarren), einer zwischen 1796 und 1834 bestehenden Hütte zur Zinkerzeugung. Weiters ist eine Nutzung für den Goldbergbau bis in das 14. Jhdt. nachgewiesen. Die Zinkhütte zählt deshalb zu den bedeutendsten Industriebaudenkmälern Europas.

In den Jahren 2011-14 wurde die weltweit letzte Zinkhütte mit hohem finanziellen und ideellen Aufwand restauriert. Ziel dieser Arbeiten war die Erhaltung, Sicherung und baugeschichtliche Erforschung der über 700 Jahre alten Bausubstanz.

Das Ziel des vorliegenden Projektes, ist die Vermittlung der historischen Bedeutung dieses Gebäudes. Zugleich ist der Kohlbarren auch Ausgangspunkt eines kurzen Themenweges zum historischen Gewerkenhaus des Putzenhofes. Zielgruppen sind die Bevölkerung, geschichtlich Interessierte und Touristinnen und Touristen.

Ausgangssituation

Im Ortsgebiet von Döllach im oberen Mölltal besteht eine Zinkhütte, die in historischen Schriften als "Zinkhütte von Döllach" (zwischen 1796 und 1834) identifiziert werden konnte. Nach Ankauf des Grundstücks durch die Gemeinde Großkirchheim, erfolgte eine Unterschutzstellung des Kohlbarrens nach dem Denkmalschutzgesetz.

Aufgrund des Fehlens von erhaltenen Vergleichsbauten in Europa, kann davon ausgegangen werden, dass die Zinkhütte von Döllach nicht zu Unrecht zu einem der bedeutendsten Industriebaudenkmale zu zählen ist. In den Jahren 2011-14 wurde die weltweit letzte Zinkhütte mit hohem finanziellen und ideellen Aufwand restauriert. Ziel dieser Arbeiten war die Erhaltung, Sicherung und baugeschichtliche Erforschung der über 700 Jahre alten Bausubstanz.

Das Ziel des vorliegenden Projektes, ist die Vermittlung der historischen Bedeutung dieses Gebäudes. Das Projekt wurde deshalb initiiert, um die wertvolle historische Stätte der Zinkhütte zu heben, zu beleben und einem größeren Besucherkreis zugänglich zu machen. Der kulturhistorische Ort fungiert dadurch als Anziehungspunkt für den Ort Döllach.

Ziele und Zielgruppen

Ziel des vorliegenden Projektes ist die Vermittlung der historischen Bedeutung dieses Gebäudes. Von seiner bis mindestens in das Jahr 1380 zurückreichenden Nutzung für den Goldbergbau über seine Verwendung als Zinkhütte. Diese durch den Ärar (Staat) angeordnete Verwendung zwischen 1796 – 1894 kann durchaus mit einem modernen Sozialprojekt verglichen werden mit dem Ziel, die durch den Niedergang des Goldbergbaues entstandene Arbeitslosigkeit in der Region, abzufangen. Als letzte noch existierende Zinkhütte besitzt sie ein Alleinstellungsmerkmal.

Zuletzt soll die Verwendung des Gebäudes erneut für die Goldverhüttung und in der Folge als Schmiede und Wohnstätte erklärt werden. Das geplante Vorhaben ist Kern und Ausgangspunkt des historischen Rundganges durch die Ortschaft Döllach mit seinen 22 Gebäuden aus der Zeit des Goldbergbaues, die im historischen Gemälde vom Beginn des 18. Jahrhundert dargestellt sind. Der „Kohlbarren“ ist dabei ein zentrales sofort erkennbares Gebäude. Zugleich ist der Kohlbarren auch Ausgangspunkt eines kurzen Themenweges (10 Minuten) zum historischen Gewerkenhaus des Putzenhofes. In diesem wird in der Ausstellung „Tauerngold“ die Geschichte des Tauerngoldes, Allgemeines zum Gold, ein Film über historischen Bergbau und dem Knappenleben, der Verhüttung etc. gezeigt.

Ein Höhepunkt der Ausstellung sind im Eis erhaltene Textilien und Schuhe sowie Geleucht und Gezähe aus dem späten Mittelalter. Die Gemeinde Großkirchheim, die das Bergbauzeichen im Wappen trägt soll dabei ein Kompetenzzentrum zum Goldbergbau in der Hohen Tauern werden. Zielgruppen: örtliche Bevölkerung Montanhistorisch interessierte Personen aus dem In- und Ausland Mineralieninteressierte, Goldwäscher oder einfach naturkundlich begeisterte Personen Touristinnen und Touristen und Tagesgäste.

Projektumsetzung und Maßnahmen

Alle vorhandenen Objekte und Quellen werden dokumentiert. Die Funktion der Objekte und ihre Verwendung werden eruiert. Mit der Planung einer Ausstellungsvitrine samt Beschreibung wird dieser originale Fundus am Fundort ausgestellt. Alle Erläuterungen (minimal zweisprachig) samt Plänen etc. für die Tafeln zur Geschichte des Gebäudes werden erstellt. Logistik und Ausgangstafeln für den historischen Dorfrundgang und dem Themenweg zur Goldausstellung werden erarbeitet. Die Fenster für die gesamte Südwestseite des Gebäudes werden in Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt festgelegt. Das Schutzeisen wird festgelegt. Stahlbauarbeiten und Mauerarbeiten werden durchgeführt. Bestellung der beiden Podeststiegen und deren Einbau, Die vorhandene Tür wird verglast und eingebaut. Beleuchtung und Strom wird verlegt. Im Stadl wird eine gesamte Entrümpelung und Entsorgung vorgenommen. Tiefersetzen und Neuerrichten des Stadldachstuhls. Das Dach wird neu mit Lärchenholzbrettern gedeckt und die entsprechenden Spenglerarbeiten ausgeführt. Alle Mosaiksteine zum Thema Gold werden zu einem gemeinsamen Produkt zusammengeführt: Bergbau Oberer Parzissel (am Sonnblickweg im Großen Zirknitztal)

Goldbergbau Grasleiten im Großen Zirknitztal: Restaurierter Goldbergbau mit den Knappengebäuden, dem Schneekragen, dem Stollen, dem Pochplatz etc. Historischer Rundweg durch den Ort Döllach mit 22 historischen Gebäuden aus der Zeit des Goldbergbaues Zinkhütte „Kohlbarren“ als montanhistorisches Juwel mit seinen verschiedenen Nutzungen durch die Jahrhunderte. Ausstellung „Tauerngold“ im Putzenhof am Ende des Themenweges vom Kohlbarren. Objekte, Film, Mittelalterliche Textilien und Schuhe der Knappen, Gezähe, Gold in all seinen Variationen etc. Die Goldwaschanlagen in Heiligenblut sind eine weitere touristische Attraktion zum Thema Gold.

Ergebnisse und Wirkungen

Kulturelles und geschichtliches Interesse der Bevölkerung und der Touristinnen und Touristen wurde geweckt. Wahrnehmung, Wissen und Verantwortung über Kulturerbe wurde gesteigert. Touristische kulturelle Angebotsentwicklung kristallisiert sich heraus und touristisches Interesse wurde angeregt. Der Erhalt des regionalen Kulturerbes wird gesteigert und der Fortbestand des Kulturgutes gesichert.

Erfahrung

Sehr schwierige Finanzierung von historischem Kulturerbe. Aufbringung der Eigenmittel ist gerade noch gelungen. Etwaige Einnahme oder finanzielle Inwertsetzung wird sehr schwer sein.