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    Naturwelten Brandnertal

    Themenbereich
    Land- und Forstwirtschaft inkl. Wertschöpfungskette
    Umwelt, Biodiversität, Naturschutz

    Untergliederung
    Tourismus

    Projektregion
    Vorarlberg

    Lokale Aktionsgruppe
    LAG REGIO-V Regionalentwicklung Vorarlberg

    LE-Periode
    LE 14–20

    Projektlaufzeit
    15.06.2016-01.01.2018 (geplantes Projektende)

    Projektkosten gesamt
    313 500,00 €

    Fördersumme aus LE 14-20
    125 400,00 €

    Massnahme
    Förderung zur lokalen Entwicklung (CLLD)

    Teilmassnahme
    19.2. Förderung für die Durchführung der Vorhaben im Rahmen der von der örtlichen Bevölkerung betriebenen Strategie für lokale Entwicklung

    Vorhabensart
    19.2.1. Umsetzung der lokalen Entwicklungsstrategie

    Projektträger
    Bergbahnen Brandnertal Ges.m.b.H.

    Kurzbeschreibung

    Die imposante Vielfalt in der Bergwelt des Brandnertals ermöglicht es, Menschen für verschiedenste naturwissenschaftliche Phänomene zu sensibilisieren und somit wertvolle Anker für nachhaltige Denk- und Verhaltensweisen zu fördern. Emotionen sind die Schlüssel für nachhaltiges Lernen. Entlang bereits bestehender Wege entstehen mit den „Pflanzenwelten“ und den „Tierwelten“ zwei neue Abschnitte mit 19 Stationen, die sensibel in die Region – unter Berücksichtigung der Vorstellungen von Naturschutz, Jagd- und Forstwirtschaft - eingebettet werden. Die Stationen sollen Aktivität in der Natur und Sensibilität für das Leben fördern, sowohl für Tages- als auch für Wochengäste reizvoll sein und insbesondere für Letztere ein wertvolles, abwechslungsreiches Wochenprogramm für Gut- und besonders Schlechtwetter ermöglichen. Ausserdem wird ein „Forscherpaket“ für die Schulklassen aus der Region sowie für Urlauberkinder entwickelt, das zu einer aktiven Auseinandersetzung mit Fauna und Flora einlädt.

    Ausgangssituation

    Der Tourismus ist für das Brandnertal wirtschaftlich von zentraler Bedeutung. War es früher vorwiegend die Wintersaison, die viele Besucher ins Tal lockte, wuchs in den letzten Jahren die Nachfrage auch im Sommer zusehends. Die neuen, interaktiven Themenwege sollen die Attraktivität zusätzlich bereichern und sowohl für Tagestouristen als auch für die nächtigenden Gäste einen teilweise ganzjährig verfügbaren, bereichernden Kontakt mit dem Lebensraum eröffnen. Die Stationen sind so ausgerichtet, dass sie - zum Teil - eine ganzjährige Attraktion dars¬tellen und sowohl im Sommer - als auch im Winter sowie besonders bei Schlechtwetter durch zusätzliche Funktionen nutz- und adaptierbar sind.

    Somit ist das geplante Projekt ein weiterer großer Schritt in Richtung Etablierung des Tals als Ganzjahresdestination. Bei der Realisation wir das schon bestehende Wegenetz genutzt und eine unnötige Möblierung der Landschaft vermieden. Der im Jahr 2014 eröffnete Natursprüngeweg wird intensiv genutzt, beschäftigt sich thematisch jedoch – wie der Name schon sagt - mit den Ursprüngen der Natur mit Bezug auf das Brandnertal im Allgemeinen.

    Die geplanten neuen Wege sollen die - mitunter auch nicht so offensichtlichen - Schätze aus der Tier und Pflanzenwelt direkt vor Ort vor den Vorhang holen und Besucher entsprechend sensibilisieren.

    Ziele und Zielgruppen

    Vom Wert der Vielfalt
    „Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung, keine Bestäubung, keine Pflanzen, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr.“

    Diese Einschätzung stammt nicht von einem Verschwörungstheoretiker, sondern von keinem Geringeren als Albert Einstein und hat mit dem Bienensterben in jüngster Zeit eine unangenehme Aktualität erhalten.
    Das Schicksal des Lebens auf unserem Planeten hängt auch ab vom Schicksal einzelner Arten ab und es ist ein Gebot der Stunde, solche Zusammenhänge zu verdeutlichen. Um deren Bedeutung zu verinnerlichen, muss man die Bedürfnisse verschiedener Arten verstehen. Eine unscheinbare Tierart wie die Waldameise erfüllt zahlreiche unverzichtbare Funktionen in einem Wald - von der Vernichtung unzähliger Borkenkäferlarven bis hin zur Beseitigung von Tierleichen. Wenige interaktive Minuten, in denen man sich in eine Tierart versetzt und deren Funktionen durchspielt, reichen aus, um deren Bedeutung ein Leben lang zu verinnerlichen. Zentrales Ziel ist es, das Wissen über die verschiedenen Tierarten spielerisch und mit einem Fokus auf Bewegung zu transportieren.

    Vom Wissen unserer Ahnen

    Die Pflanzenheilkunde hat in der Alpenregion - auch aufgrund der Vielfalt der vorhandenen Arten -eine uralte Tradition. Eine Tradition, die in unserer schnelllebigen Gegenwart mehr und mehr in Vergessenheit gerät. Paradoxer Weise just in einer Zeit, in der man immer mehr der pflanzlichen Wirkstoffe analysiert und versteht. Basierte das Wissen unserer Vorfahren auf mühsam errungenen Erfahrungen, wüsste die Wissenschaft heute über viele der Wirkstoffe Bescheid, es fehlt der Bevölkerung jedoch an emotionalem Bezug zu Pflanzen generell. Die Pflanzenwelten sollen diesem Trend gegensteuern. Die Pflanzen und das Wissen über deren Heilwirkung soll beim vorgesehenen Lehrpfad mit einer Emotion (Geruch, Tasterlebnis) interaktiv verknüpft und somit emotional verankert werden.

    Vom Klima und der Natur

    Wie viele Studien belegen, reagieren viele Arten im alpinen Bereich sehr sensibel auf die Erwärmung der Erde. Viele von ihnen sind auf die speziellen Bedingungen angewiesen und laufen Gefahr, von anderen Arten verdrängt zu werden. Sie „flüchten“ sukzessive in höhere Regionen, wobei ihnen natürliche Grenzen gesetzt sind.

    Ein weiteres Ziel des vorliegenden Projektes ist es daher, anhand aufgearbeiteter „Einzelschicksale“ , wesentliche Zusammenhänge rund um den Klimawandel für Besucher verständlich zu transportieren.

    Projektumsetzung und Maßnahmen

    Authentizität als oberstes Gebot – wir präsentieren nur das, was wir auch wirklich vor Ort haben. Die Naturvielfalt im Brandnertal macht das möglich. Die 19 Stationen werden so konzipiert, dass sie auf faszinierende Naturphänomene hinweisen und nicht von ihnen ablenken.

    Weg 1: „Tierwelten“: Ökosystemleistung verstehen durch deren Bewohner. Dieser Teil des Weges holt verschiedene Tierarten vor den Vorhang. Welche wichtigen Rollen spielen etwa Waldameisen oder Bienen? Wie erfüllen diese ihre „Aufgaben“? Schleppen wie die Ameisen, Tanzen wie die Bienen, kommunizieren wie die Murmeltiere und gleiten wie ein Adler – an activity - Stationen können Besucher typische Verhaltensweisen imitieren, sich in die Tiere hineinversetzen und deren Bedeutung verinnerlichen.

    Weg 2: „Pflanzenwelten“: Besser leben mit dem Wissen aus Omas Trickkiste Die Flora der Bergwelt hat eine faszinierende Vielfalt, deren Verletzlichkeit jedoch gemeinhin massiv unterschätzt wird. Insbesondere klimatische Veränderungen setzen den Pflanzen im Gebirge massiv zu und führen dazu, dass ganze Pflanzengesellschaften verschwinden können. Der botanische Teil der Naturthemenwege widmet sich - auch den mitunter unscheinbaren - Perlen der Gebirgswelt.

    Das Erleben den Pflanzenwelt soll dabei nicht nur mit Steckbriefen ablaufen, sondern in erster Linie über Emotionen. Welche Düfte werden produziert, welche Farben sind im Spiel, welche Besonderheiten haben die Pflanzen aufzuweisen, welche Schätze für unsere Gesundheit tragen sie in sich und wie können wir das nutzen? Gerade in unserer schnelllebigen Zeit geht viel wertvolles Pflanzenwissen unserer Ahnen verloren. Wir holen „Omas Trickkiste“ wieder aus der Versenkung.