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    Nachnutzung Bezirksgericht Montafon

    Planungsprozess bis zur Einreichplanung zur Nachnutzung des 250 Jahre alten Gerichtsgebäudes im Montafon mit dem Ziel neuer Zusammenarbeit in alten Mauern

    Themenbereich
    Umwelt, Biodiversität, Naturschutz
    Basisdienstleistungen, Leader, Gemeinden

    Untergliederung
    Interkommunale Kooperation
    Standortentwicklung
    Leerstand

    Projektregion
    Vorarlberg

    Lokale Aktionsgruppe
    LAG REGIO-V Regionalentwicklung Vorarlberg

    LE-Periode
    LE 14–20

    Projektlaufzeit
    09.12.2016-08.12.2019

    Projektkosten gesamt
    123 531,00 €

    Fördersumme aus LE 14-20
    74 118,60 €

    Massnahme
    Förderung zur lokalen Entwicklung (CLLD)

    Teilmassnahme
    19.2. Förderung für die Durchführung der Vorhaben im Rahmen der von der örtlichen Bevölkerung betriebenen Strategie für lokale Entwicklung

    Vorhabensart
    19.2.1. Umsetzung der lokalen Entwicklungsstrategie

    Projektträger
    Stand Montafon

    Kurzbeschreibung

    Das Bezirksgericht Montafon im Zentrum von Schruns wird nicht mehr als solches genutzt. Was aus dem historisch und regionalpolitisch bedeutungsvollen „Alten Gericht“ werden soll, wurde vom Stand Montafon erarbeitet. Im Rahmen des Projekts wurden in einem umfassenden, kooperativen Prozess unter Beteiligung der zehn Montafoner Gemeinden und der Öffentlichkeit die Potenziale für eine Neunutzung sondiert, festgehalten und evaluiert.

    In Workshops mit lokalen Expert*innen und der Bevölkerung sowie über Studierenden-Projekte der TU Graz wurden Nachnutzungen angedacht und diskutiert. Die Ergebnisse des Beteiligungsprozesses, der Bauaufnahmen und Variantenstudien bieten eine gute Grundlage für die Entscheidung, wie das Bezirksgericht künftig genutzt werden soll.

    Trotz mehrerer Versuche konnte bis zum Projektende aufgrund von politischen Entscheidungen keine Sanierungsplanung beauftragt werden. Das Gebäude wird vorläufig zwischengenutzt, unter anderem für Unterricht, Kurse und Veranstaltungen.

    Ausgangssituation

    Das ca. 250 Jahre alte Gerichtsgebäude im Zentrum von Schruns wird nicht mehr genutzt. Das historisch, symbolisch und regionalpolitisch äußerst bedeutungsvolle denkmalgeschützte Bauwerk soll nun einer neuen dem Standort und den Bedürfnissen des Tals und der Gemeinde Schruns angepassten Nutzung zugeführt werden.

    Ziele und Zielgruppen

    Es gibt bereits Ideen zur Nachnutzung, die von einer möglichen touristischen Nutzung über Co-Working-Spaces bis hin zur Unterbringung von (Bau)Verwaltungen, JungunternehmerInnen, des Museumsdepots, von Veranstaltungsräumen, Restaurants und Begegnungsräumen reichen. Um allerdings zur bestmöglichen Lösung für das Montafon zu gelangen, bedarf es eines sorgfältig durchgeführten Planungsprozesses, der sowohl auf die spezifischen Gegebenheiten (Denkmalschutz, hist. Bedeutung, Lage und Erschließung etc.) als auch auf die aktuellen Anforderungen an eine Zentrumsentwicklung in Schruns eingeht.

    Es soll eine nachhaltige Revitalisierung des Gebäudes stattfinden, die die regionale Bedeutung der Einrichtung und den Nutzen für die Talbevölkerung widerspiegelt und unterstreicht. Ziel ist es zudem, einen Leerstand im Zentrum von Schruns zu vermeiden und durch die frühzeitige Planung eine Nutzungskontinuität im Ortskern herzustellen. Das neue Nutzungskonzept sowie die dazugehörigen Planungsgrundlagen sollen in der ersten Jahreshälfte des Jahres 2017 fertiggestellt werden, um nach Auszug des Bezirksgerichts mit der Umsetzung beginnen zu können.

    Durch die zentrale Lage des Objekts und den großen symbolischen Wert für das ganze Tal muss die angestrebte Umnutzung auch eine regionale, talweite Tragfähigkeit und Strahlkraft haben, die der historischen Kontinuität Rechnung trägt: ein Haus mit Geschichte und Leuchtkraft für das ganze Montafon, das einen möglichst hohen Nutzen für die ganze Bevölkerung stiftet.

    Projektumsetzung und Maßnahmen

    • Ideensammlung, -eingrenzung/-konkretisierung im Rahmen von 2 Workshops und 6 Arbeitsgruppensitzungen mit Entscheidungsträgern, Fachleuten und VertreterInnen aus der Montafoner Bevölkerung
    • Erstellung von 1-3 Nachnutzungs-Varianten im Rahmen eines begleiteten Prozesses
    • Variantenstudium/Kosten-Nutzen-Prüfung und Auswahl einer Nachnutzungsvariante
    • Bauaufnahme: historische Bau- und Bestandsaufnahme des Objektes als Planungsgrundlage des denkmalgeschützten Objekts
    • Konkretisierung der Bestvariante: Definition Nutzungsprofil, Raumkonzept etc.
    Die architektonische Sanierungs-Planung liegt vor und ist bei der Baubehörde eingereicht

    Ergebnisse und Wirkungen

    • Beteiligungsprozess zur Nachnutzung des Bezirksgerichtes
    • Bauaufnahme durch einen Bauhistoriker und Vermessung
    • Variantenstudium
    • Steigerung der Innovationstätigkeit der am Prozess Beteiligten
    • Stärkung der lokalen Kooperationen zwischen Stand Montafon, den Montafoner Gemeinden, lokalen Expert*innen sowie ansässigen Institutionen (Montafoner Bauverwaltung, VS Schruns, VHS Bludenz, Montafoner Museen)
    • Weiternutzung alter Bausubstanz und Erhaltung der Montafoner Baukultur
    • Gesteigerte Dialogbereitschaft der Beteiligten
    • Verbreitung von Wissen über die Nachnutzung alter Bausubstanz
    • Stärkung der Zusammenarbeit auf kommunaler und interkommunaler Ebene


    Erfahrung

    "Der Beteiligungsprozess im Projekt war sehr erfolgreich und wir setzen dies in ähnlicher Form jetzt auch in anderen Projekten um“, freut sich Valentina Bolter vom Stand Montafon über eine positive Wirkung des Projekts.