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    nach Maßnahmen Vorhabensarten

    Vorankommen

    Themenbereich
    Basisdienstleistungen, Leader, Gemeinden

    Untergliederung
    Kultur
    Integration & Soziale Inklusion
    Interkommunale Kooperation
    KMUs, Gewerbe & Wirtschaft

    Projektregion
    Vorarlberg

    Lokale Aktionsgruppe
    LAG REGIO-V Regionalentwicklung Vorarlberg

    LE-Periode
    LE 14–20

    Projektlaufzeit
    06.08.2015-30.06.2018

    Projektkosten gesamt
    66 800,00€

    Fördersumme aus LE 14-20
    40 080,00€

    Massnahme
    Förderung zur lokalen Entwicklung (CLLD)

    Teilmassnahme
    19.2. Förderung für die Durchführung der Vorhaben im Rahmen der von der örtlichen Bevölkerung betriebenen Strategie für lokale Entwicklung

    Vorhabensart
    19.2.1. Umsetzung der lokalen Entwicklungsstrategie

    Projektträger
    Regionalentwicklung Vorarlberg eGen

    Kurzbeschreibung

    vorankommen – Willkommen in der Bregenzerwälder Arbeitswelt war ein LEADER-Projekt für die Betriebe und Gemeinden im Bregenzerwald. Das Projekt stellte einen Pilotversuch dar, in einem kleinen Rahmen eine Willkommenskultur in fünf Bregenzerwälder Gemeinden (Bezau, Bizau, Mellau, Reuthe, Schnepfau) zu entwickeln. Das Projekt baute auf bestehenden Strukturen und Maßnahmen auf und förderte die Entwicklung geeigneter Rahmenbedingungen für eine Willkommenskultur durch gezielte Informations-, Vernetzungs- und Unterstützungsstrukturen.

    Projektträger war die Regionalentwicklung Vorarlberg eGen. witus beteiligte sich als Partner für die Umsetzung des Projektes in den witus-Gemeinden.

    Ausgangssituation

    Vorarlberg ist ein Einwanderungsland und Migration ist historisch betrachtet kein neues Phänomen. Derzeit liegt Vorarlberg bei rund 14% Ausländeranteil der Bevölkerung, wobei davon 5,5% schon den österreichischen Pass besitzen. Zum Vergleich: Österreich verzeichnet einen Ausländeranteil von 15% und die Schweiz von 23%. Innerhalb Vorarlberg betrachtet gibt es allerdings große Unterschiede.

    Der überwiegende Anteil von Migranten zieht es in den Ballungsraum (Rheintal). In der Studie „Potenziale entfalten – Migration und Integration in ländlichen Regionen Österreichs“ empfehlen die Autoren den Aufbau einer aktiven Willkommenskultur in ländlichen Gemeinden. Auch der letzte Integrationsbericht der österreichischen Bundesregierung (2014) fordert die Verankerung von Willkommenskultur in unterschiedlichen Organisationen des öffentlichen und privaten Bereichs.

    Ziel soll, laut Integrationsbericht, die Institutionalisierung einer Willkommenskultur in möglichst vielen bestehenden Strukturen sein, mit denen die ZuwanderInnen, aber auch die ortsanwesende Bevölkerung generell im täglichen Leben in Berührung kommen. Migrations- und Integrationsprozesse sind kein Automatismus, sondern können durch lokale Akteure bewusst gestaltet werden.

    Aus diesem Grund hat das Thema in der LES2020 „Lebendige Dörfer“ seinen Niederschlag gefunden. Spezifisch wurde dafür die Maßnahme: GW02 „Geeignete Rahmenbedingungen für eine organisierte Zuwanderung schaffen“ definiert. Im Rahmen des Leader-Programmes sollen an Hand einzelner Projekte Modelle und Netzwerke für eine gesteuerte Zuwanderung entstehen. WITUS ist eine sektorenübergreifende Organisation in der 5 Gemeinden (Bezau, Bizau, Mellau, Reuthe, Schnepfau), 150 Betriebe und eine Schule organisiert sind, stellt die ideale Plattform für ein Pilotprojekt „Willkommenskultur“ dar.

    Ziele und Zielgruppen

    Das Projekt soll als „Ermöglicher“ dienen. Da die Verbindung zwischen Integrations- und Regionalpolitik und die Auseinandersetzung mit gesellschaftlicher Vielfalt, Migration und Integration in ländlichen Regionen nach wie vor in den Anfängen steckt, ist es wichtig, Integrationsprozesse mit spezifischen lokalen und regionalen Entwicklungsmaßnahmen zu gestalten.

    Das vorliegende Projekt kann dazu beitragen, an Hand eines räumlich abgegrenzten Beispiels die Möglichkeiten und Anforderungen einer sinnvollen Vorgehensweise zur Etablierung einer Willkommenskultur im ländlichen Raum beispielgebend aufzuzeigen und weitere finanzielle Mittel für die Verbreitung der Erkenntnisse zu akquirieren.

    Das Projekt baut auf bestehenden Strukturen und Maßnahmen auf und fördert die Entwicklung geeigneter Rahmenbedingungen für eine Willkommenskultur durch gezielte Informations-, Vernetzungs- und Unterstützungsstrukturen. Das Projekt ist auch als öffentlichkeitswirksame Maßnahme gedacht, die zu einer Bewusstseinsentwicklung der Bevölkerung beiträgt. In Sektor-bezogenen und übergreifenden Wörkshops wird das Bewußtsein und die mit der Immigration verbundenen Potentiale und Gestaltungsmaßnahmen geschärft.

    Zur Wahrung der Menschenwürde und zur Beschleunigung eines harmonischen Integrationsprozess ist die möglichst rasche Integration in den Arbeitsprozess unabdingbar.

    Die Zielgruppen und Akteure sind:

    • Unternehmen (Handel, Handwerk, Gastronomie, landwirtschaftliche Verarbeitungsbetriebe)
    • Gesundheits- und Pflegeberufe
    • Migranten und Migrantinnen
    • Migrantenorganisationen
    • Bildungsträger
    • Gemeinden
    • Zivilgesellschaftliche Akteure
    • Vereine

    Wirkung des Projektes:

    • Eine verbesserte Abstimmung zwischen den Akteuren durch die Einrichtung von längerfristigen Koordinationsmechanismen in den witus Gemeinden, Pilotgebiet.
    • Eine Bewusstseinsentwicklung der handelnden Akteure in Bezug auf die positiven Potenziale der Zuwanderung.
    • Eine Steigerung in den witus Mitgliedsbetrieben von zugewanderten Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, die sich längerfristig im Bregenzerwald niederlassen.

    Während der Projektlaufzeit sollen sich mindestens zusätzlich 100 ausländische Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Bregenzerwald niederlassen.


    Projektumsetzung und Maßnahmen

    Das Projekt umfasst die intensive Auseinandersetzung mit dem Themenfeld Willkommenskultur durch die Akteure (Unternehmen, Gemeinde, Zivilgesellschaft) selbst. Dies muss durch das Projektmanagement organisiert und koordiniert werden (AP3 Willkommenskultur-Akteurstreffen). Ein wichtiger Bereich ist die vielschichtige und kulturelle Bildung für die Zuwanderer aber auch für Schlüsselpersonen in den Betrieben und der Bevölkerung.

    Dazu bedarf es der Zusammenarbeit mit Bildungs- und Kommunikationseinrichtungen, wo auf die Erfahrungen bestehender Integrations- Fachorganisationen zurückgegriffen wird (AP4 Bildung und Information). Ein weiter Bereich in der Arbeit ist die Ausführung von interkulturellen Begegnungen und Aktionen zur stärkeren Einbindung der Bevölkerung (AP5 Aktionen für und mit der Bevölkerung).

    Weiterer Inhalt ist die Einrichtung einer Netzwerkstruktur bzw. eines Koordinationsmechanismus, für die Organisation der Beherbergung, der Integration in Vereine, der Hilfestellung für die täglichen Bedürfnisse der Zuwanderer, etc. Hier geht es um eine Art Integrationsverantwortlichen-Struktur (AP6 Integrations-Netzwerk).

    Ein zentraler Inhalt des Projektes ist auch die Öffentlichkeitsarbeit und die zielgerichtete Kommunikation mit den verschiedenen Zielgruppen bezüglich der Projektinhalte (AP1 Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation).

    Ergebnisse und Wirkungen

    Im Rahmen des Projekts fand eine intensive Auseinandersetzung mit dem Themenfeld Willkommenskultur durch die Akteure (Unternehmen, Gemeinden, Zivilgesellschaft) statt. Diese inhaltliche Auseinandersetzung fand im Rahmen von 6 Akteurstreffen statt. Aus den Rückmeldungen der Akteurstreffen und einer Umfrage bei Betrieben und ausländischen Mitarbeitern wurden Handlungsempfehlungen für folgende vier Themenfelder formuliert: Wohnen, Arbeiten, Kommunizieren, Leben. Die Handlungsempfehlungen wurden soweit als möglich direkt im Projekt umgesetzt oder an andere Projekte und Organisationen weitergeleitet.

    Das Projekt lieferte sehr konkrete Ergebnisse für witus, wie z.B. die Erstellung einer Willkommensmappe mit dem Titel „Leben und Arbeiten im Bregenzerwald“ auf Deutsch und Englisch, oder die Durchführung von Deutsch-Sprachkursen für 90 ausländische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus witus-Betrieben.

    Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit waren ein bedeutsamer Aspekt in diesem Projekt, da die Einstellung der Bevölkerung eine wichtige Voraussetzung für eine Willkommenskultur ist. Durch sieben Pressemeldungen in lokalen Medien, zwei interkulturelle Veranstaltungen und eine „Willkommens-Sprechblasen-Aktion“ in den witus Betreiben wurde die Bevölkerung mit Botschaften zum Thema „Willkommenskultur“ erreicht und dafür sensibilisiert.

    Durch das Projekt vorankommen ist das Thema „Willkommenskultur“ zu einem zentralen Anliegen von witus geworden. Das Projekt hat dazu beigetragen, bei witus und den Genossenschaftsmitgliedern eine gelebte Willkommenskultur einzuführen, z.B. durch die Begrüßung neuer Geschäfte, Mitarbeiter usw. sowie Vorstellung von Netzwerkpartnern zum leichteren Einstieg in die Region. Für witus ist der Begriff Willkommen zum neuen „Aufhänger“ in der Kommunikation geworden, inklusive neuem Logo und Leitbildadaption: „Willkommen – Willbleiben“. In der Genossenschaft hat sich ein kreatives Kompetenzteam herausgebildet, das sich regelmäßig trifft und die im Projekt vorankommen entwickelten Themen weiter vorantreibt.

    Die Regionalentwicklung Vorarlberg konnte aufgrund der Erfahrungen durch das Projekt vorankommen einen erfolgreichen Projektantrag für das EU Interreg Alpenraumprogramm entwickeln (http://www.alpine-space.eu/pluralps).