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    Gaschurn 2020

    Themenbereich
    Basisdienstleistungen, Leader, Gemeinden

    Untergliederung
    Gemeindeentwicklung
    Mobilität

    Projektregion
    Vorarlberg

    Lokale Aktionsgruppe
    LAG REGIO-V Regionalentwicklung Vorarlberg

    LE-Periode
    LE 14–20

    Projektlaufzeit
    18.05.2016-30.06.2017

    Projektkosten gesamt
    60 000,00 €

    Fördersumme aus LE 14-20
    36 000,00 €

    Massnahme
    Förderung zur lokalen Entwicklung (CLLD)

    Teilmassnahme
    19.2. Förderung für die Durchführung der Vorhaben im Rahmen der von der örtlichen Bevölkerung betriebenen Strategie für lokale Entwicklung

    Vorhabensart
    19.2.1. Umsetzung der lokalen Entwicklungsstrategie

    Projektträger
    Gemeinde Gaschurn

    Kurzbeschreibung

    Aufbauend auf dam Leitbild Zemma-Wachsa und dem Räumlichen Entwicklungskonzept als auch dem innerörtlichen Fußwegekonzept und Entwicklungsplänen der Bergbahnen soll für Gaschurn der Zentrumsbereich nachhaltig entwickelt werden. In einem extern moderierten Beteiligungsprozess von mindestens 120 Personen wird ein Gesamtkonzept für die Umsetzung „Begegnungszone Gaschurn 2020“ erarbeitet.

    Das Hauptziel ist die Erarbeitung eines Umsetzungskonzeptes zur Belebung und Attraktivierung des Ortszentrums durch die Schaffung eines Begegnungsraumes mittels Fußgängerzone oder Shared Space Bereich. Das Konzept wird nach der Ausarbeitung von der Gemeinde umgesetzt.

    Ausgangssituation

    Die Gemeinde Gaschurn hat sich die letzten Jahre intensiv mit der Zielsetzung bis hin zur Erlassung eines gesamtüberarbeiteten Flächenwidmungsplans auseinandergesetzt.

    Als Grundlagen stehen zur Verfügung:

    • Leitbild Zemma-Wachsa
    • Räumliches Entwicklungskonzept
    • Flächenwidmungsplan
    • Innerörtliches Fußwegekonzept
    • Spielraumkonzept
    • Ergebnisse der Raumentwicklung Montafon (Bahnverlängerung, Montafon AG ÖPNV)
    • Fahrradabstellplatzanalyse des Energieinstituts Vorarlberg, Hausarbeit Martin Netzer im Rahmen des Hochschullehrgangs Standort- und Regionalmanagement

    Das Zentrum von Gaschurn ist relativ attraktiv, hat jedoch noch einige Verbesserungspotentiale. Gaschurn verfügt über eine Umfahrungsstraße, die den Ortskern grundsätzlich entlastet. Die notwendigen Haltestellen der Buslinie, von denen der Ortskern gut zugänglich ist, sind eingerichtet. Trotzdem konnte man sich bisher nicht dazu durchringen, eine Fußgängerzone oder einen Shared Space zu schaffen.

    Die Voraussetzungen für die Einrichtung solcher Zonen sind geradezu ideal, bedürfen jedoch einer breit getragenen, durchdachten und fachlich fundierten Konzeptionierung. Der Zentrumsbereich umfasst im Besonderen das Kirchdorfzentrum, die denkmalgeschützte Tanzlaube, verschiedene Geschäfte und Betriebe bis hin zu Kindergarten und Schule. Die Parkplatzsituation, die Zugänglichkeit zum Ortskern aber auch die Nutzung von leerstehenden Geschäfts- und Büromöglichkeiten stellen eine ganz spezielle Herausforderung dar. Ob auch eine Tiefgaragenlösung oder ähnliche Ansätze gefunden und auch finanziert werden können, soll im Rahmen dieses Projekts geklärt werden.


    Ziele und Zielgruppen

    Ziele Die Gemeinde Gaschurn hat sich im Projekt das Ziel gesetzt im Rahmen eines breit angelegten Bürgerbeteiligungsprozesses unter fachkundiger Moderation bzw. Projektbegleitung und zu gegebener Zeit auch unter Zuhilfenahme diverser Fachplanungsbüros (Raumplaner, Architekten, Verkehrsplaner,…) die „Begegnungszone Gaschurn 2020“ im Sinne aller Systempartner (mindestens 120 Personen) zu entwickeln.

    Das Projektgebiet (Ortszentrum) umfasst ca. 35.000 m². Folgende Kernziele werden verfolgt:

    • Durch die Schaffung einer barrierefreien Fußgängerzone bzw. eines Shared Space im Ortskern, wird den Menschen ein qualitativ hochwertiger öffentlicher Raum zur Verfügung gestellt. Beide Straßen, die Dorfstraße als auch die Schulstraße sind Gemeindestraßen und daher problemlos in eine Fußgängerzone oder einen Shared Space umwandelbar.
    • Das kürzlich erarbeitete Spielraumkonzept wird in diesem Projekt berücksichtigt. Kinder und Schüler als auch Nutzer des öffentlichen Spielplatzes sollen sich jedoch zusätzlich aktiv in dieses Projekt einbringen können und Berücksichtigung finden.
    • Durch die Sperrung des Ortskerns für den MIV – (Ausnahme Waren Anlieferung bzw. ÖPNV) oder die Schaffung eines Shared Space wird die Aufenthaltsqualität und Attraktivität des Ortskerns wesentlich verbessert.
    • Derzeit leerstehende Objekte und Flächen werden nachhaltig genutzt. Im Beteiligungsprozess werden die Vorstellungen der Bevölkerung in Pläne umgewandelt.

    Die Gesamtheit des vorhandenen Wissens soll genutzt werden, um ein besseres Ergebnis zu erzielen und Authentizität zu garantieren. Wirkung Durch die breite Beteiligung sollen neue Kooperationen entstehen aber auch Ideen von Kunden und Nutzern ausgesprochen, weiterentwickelt und neue Chancen eines Begegnungsraumes (Fußgängerzone bzw. Shared Space) im Ortszentrum entwickelt werden. Neue Arbeitsplätze zum Beispiel durch Co-Working Möglichkeiten in den Räumlichkeiten des alten SPAR-Marktes oder durch die Schaffung von Büroräumlichkeiten im Dachgeschoss des Gemeindeamts entstehen. Ein qualitativ hochwertiges und attraktives Café, ein Geschäft mit regionalen Produkten, etc. und vieles andere mehr können angesiedelt werden. Dies soll die hohe Lebens- und Wohnqualität aber auch der schützenswerte Ortskern Gaschurns erhalten als auch die Aufenthaltsqualität im Ortskern verbessern.

    Der öffentliche Spielplatz, der derzeit nicht genutzte Jugendraum aber auch der Michelisaal (Veranstaltungssaal der Pfarre) bis hin zu Turnhalle der Schule, des noch im Rohbau befindlichen, früher als Veranstaltungssaals geplanten, Raumes unterhalb des Platzes des Kirchdorfzentrums als auch des Kirchplatzes sollen zum Ort der Begegnung und des Verweilens für Einheimische und Gäste werden. Dadurch soll zum Beispiel die Tanzlaube präsent und attraktiver in Szene gesetzt und deren Nutzung in die heutige Zeit transformiert werden.


    Projektumsetzung und Maßnahmen

    Im Projekt sollen betroffenen Grundeigentümer, Bewohner des Zentrums aber auch die ganze Bevölkerung inkl. der Kinder, Schüler und Jugendlichen Gewerbetreibenden, Interessierte, Projektentwickler bis hin zur Silvretta Montafon (Schiliftbetreiberin) und sollen im Rahmen eines breit angelegten Beteiligungsprozesses (mindestens 120 Personen) im Frühjahr 2016 das Gaschurn und hier im Speziellen das Ortszentrum in Hinblick auf die Aufenthaltsqualität weiterentwickeln.

    Das Zentrum Gaschurns soll zu einer Fußgängerzone bzw. einem Shared Space werden. Die Gemeindevertretung hat im November 2015 den Perimeter für das Projekt „Begegnungszone Gaschurn 2020“ festgelegt. Der Erhalt des Ortskerns mit Kirche und Tanzlaube sowie Aspekte der Mobilität (Fußgängerzone, Haltestellen, Busanbindung etc.) bis hin zu möglichen Nutzungskonflikten (Tourismus-Kindergarten-Schule-Nachtlokale,…) sollen eingehend behandelt werden. Das frühere SPAR-Geschäft oder der Schulsaal wird als transparente „Zukunftswerkstatt“ genutzt. Hier werden sich die verschiedenen Arbeitsgruppen mit ihren Themen befassen. Die Ergebnisse sind dann vor Ort und für alle untertags zugänglich.

    Das Büro, welches das Projekt begleitet, bereitet die Ergebnisse für die nächsten Schritte auf und fasst sie entsprechend zusammen. Pläne werden erst dann erstellt, wenn klar ist, was die Mitglieder der Arbeitsgruppen tatsächlich möchten. Die „Zukunftswerkstatt“ soll nach Möglichkeit innerhalb einer Woche abgeschlossen werden. Bereits im Juni 2016 sollen die ersten Ergebnisse der breiten Öffentlichkeit präsentiert und diskutiert werden.

    Während des Sommers werden Details oder noch offene Fragen geklärt, und das endgültige Zukunftsbild „Begegnungszone Gaschurn 2020“ Ende 2016 präsentiert. Hierfür wird mit kompetenter fachlicher Unterstützung (Moderation bzw. Projektbegleitung und Fachplanung sind hier strikt zu trennen!) dargestellt, wie sich Gaschurn bis ins Jahr 2020 entwickeln wird. Das Projekt wird dann mit einem offiziellen Beschluss zur Umsetzung durch die Gemeindevertretung abgeschlossen.

    Ergebnisse und Wirkungen

    Die gute Beteiligung der Bevölkerung erzielte bereits positive Ergebnisse. Im Rahmen des Projekts wurde im Herbst 2016 im leerstehenden "alten Spar" der neue Supermarkt MPreis eröffnet.

    Zudem bekam Gaschurn im Zuge des Projekts einen neuen Gemeindearzt. Dr. Gerhard König eröffnete bereits vor Beginn der Wintersaison seine Praxis, die auch mit einer Hausapotheke ausgestattet ist. Es gab bereits zahlreiche positive Rückmeldungen. Auch die Einbeziehung der Kinder ist gut gelungen. Im nicht mehr genutzten Vortragssaal des Arzthauses ist ein Kinderwerkstättli entstanden, welches im September 2017 eröffnet wurde. Der bis dato nicht mehr genutzte Jugendraum wird künftig durch die oJAM mitbetreut. Die Startveranstaltung zur Wiedereröffnung fand bereits im Mai 2017 statt.

    Beim neuen Chalethotel im Bereich der "alten Krone" wurde bereits der Straßenbelag entsprechend gepflastert. Der neue Fußweg, welcher am Chalethotel vorbei in Richtung Schule führt, ist ebenfalls so gut wie fertiggestellt. Im Bereich des Dorfcafés ist bereit eine neue Terrasse / ein neuer Vorplatz entstanden, welcher zum gemütlichen Verweilen einlädt. Auch der Sparmarkt Novapark Gaschurn hat im Frühjahr 2017 große Umbaumaßnahmen vorgenommen und erstrahlt im neuen Glanz. Diese Entwicklungen sind jedenfalls auf das Gesamtprojekt Begegnungsort Gaschurn 2020 zurückzuführen.

    Die Gemeindevertretung hat nun das Konzept im Grundsatz beschlossen - die Umsetzung wird in weiteren Schritten folgen.

    Erfahrung

    Sehr gute Erfahrungen wurden mit einer breit gefächterten Einbindung der gesamten Bevölkerung gemacht. Angefangen von den Volksschulen bis hin zur Mittelschule und den interessierten Bürgern von Gaschurn sowie die Gäste der Gemeinde wurden alle eingebunden. Viele Ideen wurden so zusammengetragen und konnten in ein Gesamtkonzept gegossen werden.

    Auch durch die immer wieder stattfindenen Veranstaltungen, in denen Zwischenergebnisse präsentiert werden konnten, war es möglich, weitere Verbesserungen und Ideen neu einzuarbeiten.

    Ein großer Dank gilt hier vor allem der gesamten Bevölkerung von Gaschurn und Partenen, die sich immer wieder eingebracht, aktiv mitdiskutiert und Vorschläge unterbreitet hat. Nur gemeinsam lässt sich so etwas erreichen!