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    Kulturgut Trift

    Themenbereich
    Basisdienstleistungen, Leader, Gemeinden

    Untergliederung
    Forstwirtschaft
    Wald
    Kultur
    LEADER

    Projektregion
    Vorarlberg

    Lokale Aktionsgruppe
    LAG Vorderland - Walgau - Bludenz

    LE-Periode
    LE 14–20

    Projektlaufzeit
    22.6.2016-01.10.2017

    Projektkosten gesamt
    75.460,63

    Fördersumme aus LE 14-20
    37.348,86

    Massnahme
    Förderung zur lokalen Entwicklung (CLLD)

    Teilmassnahme
    19.2. Förderung für die Durchführung der Vorhaben im Rahmen der von der örtlichen Bevölkerung betriebenen Strategie für lokale Entwicklung

    Vorhabensart
    19.2.1. Umsetzung der lokalen Entwicklungsstrategie

    Projektträger
    Marktgemeindeamt Rankweil

    Kurzbeschreibung

    Das Triftgelände Rankweil ist das letzte erhaltene Triftgelände Österreichs der sogenannten "wilden Trift". Ziel war es, das Triftgelände in seiner Gesamtheit zu erhalten und der Nachwelt zu überliefern.

    Ein weiteres Ziel des Projekts war die Bewusstseinsbildung für dieses Denkmal einer vergangenen Arbeitswelt zu fördern. Dies wurde erreicht mit: Komplettsanierung der Einrichtungen und Baulichkeiten im Triftgelände in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt Gestaltung der Fläche des Triftgeländes nach ökologischen Kriterien, Gewährleistung einer durchgehenden Wasserführung im Triftgelände Anlegung eines verbesserten Rundweges um das Triftgelände (begehbar für Fußgänger und Radfahrer). 

    In einem zweiten Schritt soll ein didaktisches Konzept entwickelt werden. In weiterer Folge dann die Gestaltung eines touristischen Angebotes, speziell wird hier 2-3 mal jährlich an die Durchführung von "Schauflözen" gedacht.

    Ausgangssituation

    Die besonders waldreiche Umgebung Rankweils konnte in früheren Zeiten in Ermangelung von Zufahrtswegen großteils nur durch den flözbaren Wildbach Frutz bewirtschaftet werden. Daher hat die Flözerei an der Frutz eine lange Tradition. Von den einst zahlreichen Triftanlagen in Vorarlberg besteht einzig noch die Anlage an der Frutz, welche noch vor 1856 entstanden sein muss. Ende der 50iger Jahre des 20. Jahrhunderts wurde die Flözerei endgültig aufgegeben. Später übernahm dann die Marktgemeinde Rankweil das gesamte Gelände von der Agrargemeinschaft, ohne aber wesentliche Akzente zu setzen. Anfang der 90er Jahre wurde dann eine Erstsanierung durchgeführt und in Zusammenarbeit mit Fachleuten auch ein "Flözerlehrpfad" errichtet.

    Mittlerweile hatte aber starker Zerfall an den Einrichtungen ("Läden") eingesetzt, weiters hatte ein teilweise starker artfremder Bewuchs (Fichten) stattgefunden. Die ehemaligen Funktionen der Triftanlage waren nur noch in Teilen erkennbar. Das gesamte Triftgelände wurde durch einen Spazierweg gesäumt, dieser war ein gut frequentierter Bereich, der der Naherholung der Wohnbevölkerung diente.

    Ziele und Zielgruppen

    Das Triftgelände wiederum ins Bewußtsein zu rufen und sich des Wertes solcher Kulturgüter bewusst zu werden, war ein Ziel. Ziel war es auch, die frühere Arbeitswelt wieder nahe zu bringen, vor allem die darin enthaltenen und oft miteinander verknüpften Aspekte. Die Nutzung der Wasserkraft zum Transport des Holzes, aber auch zur Gewinnung von Energie war eines dieser Themen. Im Bereich der Triftanlage stand schon vor 400 Jahren eine Mühle, hier beginnt auch der Mühlbach, der als Energieträger durch Rankweil fließt.

    Die Wasserkraft wurde auch benutzt, um mit dem Geschiebe der Trift Baumaterialien (Sand, Kies, Steine) zu gewinnen. Alle diese Aspekte transparent zu machen und das Denken für eine vernetzte Umwelt zu schärfen, war eines der Ziele. Hier galt es ganz besonders, die Jugend frühzeitig einzubinden. Der Weg über die Schulen, aber auch die Anwendung moderner Technologien (2. Projektphase) wird sicherlich nicht die Wirkung auf die Jugend verfehlen.

    In der ersten Projektphase war das Ziel, die Wege des Flözerlehrpfades wo nötig zu verbessern und ggf. neu zu verlegen, so dass sie wieder nutzbar sind. Die Wiederherstellung des ursprünglichen Geländes war notwendig, um die Wirkungsweise der Triftanlage augenscheinlich erfassen zu können und auch um die Dimension ersichtlich zu machen. Durch die Herstellung des ursprünglichen Geländes kann dann in der zweiten Projektphase das didaktische Konzept (Schulen, Lehrpfad, Schauflözen) seinen Platz finden.

    Projektumsetzung und Maßnahmen

    Um die Funktion des Triftgeländes den genannten Zielgruppen nahezubringen, war vorab eine umfassende Sanierung notwendig.

    Dazu gehörten:

    1. Maßnahmen baulicher Natur: Erhaltung der noch bestehenden „Läden“, Sanierung und Ergänzung in Zusammenarbeit mit dem Bundedenkmalamt Ausbaggerung des Triftkanales Entfernung von späteren Geländeaufschüttungen im Bereich des Rechens, Schlägerung standortfremder Bäume und Rodung der Verbuschung im Triftgelände, um die „Durchsichtigkeit“ wieder herzustellen Erneuerung des fast schon zerstörten „Rechens“ am Muntliger Steg, Verlegung eines Teiles des „Flözerlehrpfades“ um durchgängig den direkten Bezug zur Trift herzustellen und weitere bauliche Maßnahmen (nicht in diesem Projektantrag enthalten). Sanierung der bestehenden Läden und des Rechens -- dies wurde seitens des BDA gefördert, daher war dies nicht im Antrag enthalten. Maßnahmen um das Schauflözen machbar zu machen - hier waren einerseits noch wasserrechtliche Bescheide einzuholen, da die Art der Wasserzuführung noch offen war, gab es dazu auch kein Projekt und damit auch keine Kostenangaben. Seitens des Umweltinstitutes des Landes Vorarlberg/ Limnologie und Fischereibiologie lag eine grundsätzlich positive Meinung bereits vor. Da aber dieser Vorgang sehr zeitaufwändig war und das Schauflözen ja eine Zusatzkomponente der Sanierung des Triftgelände darstellt, wurde sie im Antrag ausgeklammert, um den zeitlichen Ablauf des Projektes der Sanierung nicht zu gefährden.
    2. Öffentlichkeitsarbeit während der Bau- und Wiederherstellungsmaßnahmen In der zweiten Projektphase soll das didaktische Konzept umgesetzt werden, dies könnte z.B. sein: Erstellung eines didaktischen Konzeptes sowohl für Pflichtschulen als auch höhere Schulen Produktion von Unterlagen für den jeweiligen Unterricht für die Lehrpersonen (Lehrmittel), aber auch Unterrichtsmaterialien für Schüler Film, verwendbar für Unterricht und ggf. auch Internet Dokumentation der Trift (aufbauend auf der Schrift von DI Märk) „Flözerlehrpfad neu“ mit modernen Kommunikationsmitteln Einbindung des "Triftgeländes" in die regionale Tourismusstrategie, Durchführung von "Schauflözen" 2-3 x jährlich


    Ergebnisse und Wirkungen

    Das Triftgelände ist in seiner Komplettheit erlebbar: Es ist in seiner Gesamtheit so saniert und gestaltet, dass der gesamte Ablauf der Trift für die Besucher nachvollziehbar ist.