Renaturierung Gurglbach

Themenbereich
Umwelt, Biodiversität, Naturschutz

Untergliederung
Naturschutz
Biodiversität
Wasser

Projektregion
Tirol

LE-Periode
LE 14–20

Projektlaufzeit
01.01.2017-30.06.2020 (geplantes Projektende)

Projektkosten gesamt
55.000 €

Fördersumme aus LE 14-20
55.000 €

Massnahme
Basisdienstleistungen und Dorferneuerung in ländlichen Gebieten

Teilmassnahme
7.6 Förderung für Studien und Investitionen im Zusammenhang mit der Erhaltung, Wiederherstellung und Verbesserung des kulturellen und natürlichen Erbes von Dörfern, ländlichen Landschaften und Gebieten mit hohem Naturwert, einschließlich der dazugehörigen sozioökonomischen Aspekte, sowie Maßnahmen zur Förderung des Umweltbewusstseins

Vorhabensart
7.6.1. a) L Studien und Investitionen zur Erhaltung, Wiederherstellung und Verbesserung des natürlichen Erbes - Naturschutz

Projektträger
Amt der Tiroler Landesregierung, Abteilung Umweltschutz

Kurzbeschreibung

Im Rahmen des Projektes soll die Renaturierung des Gurglbaches im Gemeindegebiet von Nassereith und Tarrenz auf einer Länge von etwa 1km von Flusskilometer 9,8 bis 10,8 (Planungsabschnitt 1) geplant werden.

In diese Planung soll das Ausschotterungsbecken (Flusskilometer 12,3 bis 12,6, Planungsabschnitt 2) einbezogen werden, das in Zukunft regelmäßig geräumt bzw. gepflegt werden soll. Als Leitbild für die Renaturierung soll der Gewässerzustand vor der Verbauung (ca. 1860) dienen. In dieser Zeit war der Gurglbach ein stark pendelnder und verzweigter Bach, der durch ein ausgedehntes Moorgebiet („Spiegelfreuder Morast“) verlief.

Ausgangssituation

Der Gurglbach im Bereich der Gemeindegrenze Nassereith - Tarrenz wurde bereits vor Jahrzehnten begradigt und weist einen unnatürlichen, geradlinigen Verlauf auf. Dieser Verlauf hat kontinuierlich zu einer Eintiefung geführt, sodass die Ufer zunehmend unterspült werden und drohen, in das Bachbett zu brechen. Gleichzeitig bedingt diese Situation, dass das Gewässer für Erholungssuchende nicht zugänglich ist. Bei Nassereith im Bereich See-Eck liegt das genannte Ausschotterungsbecken vor, welches aktuell weitgehend mit Geschiebematerial gefüllt ist und im Rahmen des Projektes geräumt werden soll.

Ziele und Zielgruppen

Das generelle Ziel für den Planungsabschnitt soll

  • die Erreichung einer größtmöglichen natürlichen/naturnahen Gewässerdynamik
  • mit möglichst vielen natürlichen/naturnahen Strukturen
  • bei gleichzeitiger Erhaltung des bestehenden, wasserbaulichen Sicherheitsstandards für die vorliegenden Infrastrukturen darstellen. Ziellebensräume und Zielarten (z.B. Amphibien, Libellen und Kleinfische wie Koppe und Elritze, etc.) sind vorab zu definieren.

Weitere Planungsziele:

  • Entwicklung eines Gesamtkonzeptes für die beiden Abschnitte
  • Schaffung natürlicher Uferbereiche mit Einbindung der Ufer in die natürliche Gewässerdynamik und Entwicklung einer naturnahen Ufervegetation inkl. Grauerlenauwälder
  • Wiederherstellung von Moorflächen im Gewässernahbereich. Da Moorflächen CO2-Senken darstellen, ist im Vergleich zu den aktuell zum Teil vorliegenden landwirtschaftlichen Flächen (CO2-Quellen) mit einer positiven Klimarelevanz zu rechnen.
  • Herstellung der Zugänglichkeit zum Gewässer für Erholungssuchende - Entfernung von Längs- und Querverbauungen, soweit sicherheitstechnisch möglich, Berücksichtigung des Materials für etwaig erforderliche, rückversetzte Sicherungsmaßnahmen.


Projektumsetzung und Maßnahmen

  • Datenprüfung in Kombination mit einer Begehung des Projektgebietes - Vermessung, Generierung eines Geländemodells
  • Untergrunderkundungen
  • Modellerstellung (digitales Geländemodell, Hydraulikmodell)
  • Entwicklung Gesamtkonzept
  • Vorentwurf Maßnahmenkonzept
  • Prognose hinsichtlich der künftigen Entwicklung (Hochwasserschutz, naturkundefachliche Schutzgüter)
  • Massen- und Kostenschätzung der geplanten und zur Wasser-, Naturschutz-, und Forstrechtlichen Bewilligung einzureichenden Maßnahmen unter Berücksichtigung der zukünftigen Pflege und Instandhaltungsmaßnahmen
  • Ergebnisse (sämtliche im Rahmen des Projektes erhobene und ausgearbeitete Datensätze)

Die Planung und Erstellung der Einreichunterlagen erfolgt bis Ende 2017, wonach im selben Jahr eine Verhandlung bezüglich des Vorhabens stattfinden soll. Danach kann mit der Renaturierung begonnen werden, welche in den vier Niederwasserperioden der Jahre 2018 bis 2020 stattfindet.