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    Partizipationsprojekt und Wissenstransfer zur verlängerten Säugezeit auf Bioschweine-Betrieben

    Themenbereich
    Land- und Forstwirtschaft inkl. Wertschöpfungskette

    Untergliederung
    Landwirtschaft
    Tierwohl
    Wertschöpfung
    Wissenstransfer
    Innovation
    EIP Europäische Innovationspartnerschaft
    Betriebswirtschaft
    Risikomanagement

    Projektregion
    Burgenland
    Niederösterreich
    Oberösterreich
    Wien
    Kärnten
    Salzburg
    Steiermark
    Tirol
    Vorarlberg

    LE-Periode
    LE 14–20

    Projektlaufzeit
    01.06.2017-31.05.2020 (geplantes Projektende)

    Projektkosten gesamt
    209.057 €

    Fördersumme aus LE 14-20
    206.857 €

    Massnahme
    Zusammenarbeit

    Teilmassnahme
    16.2 Förderung für Pilotprojekte und für die Entwicklung neuer Erzeugnisse, Verfahren, Prozesse und Technologien

    Vorhabensart
    16.02.1. Unterstützung bei der Entwicklung neuer Erzeugnisse, Verfahren & Technologien der Land-, Ernährungs- & Forstwirtschaft

    Projektträger
    ARGE "Verlängerte Säugezeit"

    Kurzbeschreibung

    In der Bioschweinehaltung erfolgt das Absetzen der Ferkel von der Sau in der Regel nach 40-42 Tagen. Zu diesem Zeitpunkt befinden sich die Ferkel jedoch in einer sensiblen physiologischen Phase. Sie sind krankheitsanfälliger und bekommen häufig den sogenannten Absetzdurchfall, der mit Antibiotikaeinsatz behandelt werden muss. Das Unwohlsein der Tiere drückt sich auch in Leistungseinbußen, wie z.B. beeinträchtigtes Wachstum, aus und ist für die LandwirtInnen deshalb ökonomisch relevant. Das Projekt „Verlängerte Säugezeit“ will die positiven Effekte und die Praxistauglichkeit einer Verlängerung der Säugezeit auf mindestens 49 Tage demonstrieren und den BiolandwirtInnen Beratungsunterlagen zur Verfügung stellen. Das Konzept der verlängerten Säugezeit zeigt einen Lösungsansatz auf, wie die Probleme rund um das Absetzen der Ferkel reduziert und das Wohlergehen der Ferkel verbessert werden können.

    Ausgangssituation

    Obwohl die verlängerte Säugezeit (63 Tage statt 40-42 Tage) wissenschaftlich untersucht und eine signifikante Überlegenheit der länger gesäugten Ferkel in Bezug auf Lebendmasse-Entwicklung und Behandlungsinzidenzen bestätigt ist, gibt es mehrere Hemmnisse in der landwirtschaftlichen Praxis sie auch umzusetzen: Durch die längere Belegung der Abferkelbuchten können nachfolgende Sauen erst später umgestallt werden, d.h. es braucht eine betriebsindividuelle Planung einschließlich Raumkonzept. Zudem muss genetisch bedingt nicht jede Sau für eine verlängerte Säugezeit geeignet sein. Nicht zuletzt fehlt eine ökonomische Bewertung der verlängerten Säugezeit als unterstützende Information für die LandwirtInnen. In diesem Projekt wird das Konzept der verlängerten Säugezeit auf Bioschweinebetrieben zur Verbesserung des Wohlergehens und der Gesundheit der Tiere und zur Reduktion des Betriebsrisikos aufgrund von Behandlungen der Tiere umgesetzt. Die dabei erzielten Erfahrungen und Effekte werden in verschiedener Form veröffentlicht und unterstützen LandwirtInnen bei der Umstellung auf eine verlängerte Säugezeit.

    Ziele und Zielgruppen

    • Etablierung des Konzeptes der verlängerten Säugezeit als sinnvolle Option für Bioschweinebetriebe und Unterstützung der LandwirtInnen bei der Umstellung
    • Verbesserung des Wohlergehens und der Gesundheit der Tiere und Reduktion des Betriebsrisikos aufgrund von Behandlungen der Tiere
    • Evaluierung der ökonomischen Auswirkungen bei Umstellung auf verlängerte Säugezeit
    • Erfüllung der KonsumentInnen-Erwartung von gesunden Tieren am Biobetrieb mit geringen Tierbehandlungen.

    Hauptzielgruppe sind Bioschweine-Betriebe. Die Ergebnisse können aber ebenso für konventionelle Schweinezuchtbetriebe interessant sein, wenn zur Verbesserung der Ferkelgesundheit eine verlängerte Säugezeit überlegt wird.

    Projektumsetzung und Maßnahmen

    Die Mitglieder der Operationellen Gruppe „Verlängerte Säugezeit“ sind 8 landwirtschaftliche Biobetriebe aus OÖ, NÖ und dem Burgenland, das Forschungsinstitut für biologischen Landbau Österreich (FiBL), Bio Austria NÖ und Wien und das Ländliche Fortbildungsinstitut NÖ (LFI). Außerdem sind die Universität für Bodenkultur, die HBLFA Raumberg-Gumpenstein (Außenstelle Wels) und die Universität für Veterinärmedizin in die Projektarbeit eingebunden.

    Wesentliche Projektschritte sind:
    • Betriebsbesuche und Erhebung des Ist-Zustandes
    • Erstellung von Betriebsmappen zur Umsetzung der verlängerten Säugezeit
    • Umsetzung der verlängerten Säugezeit auf den Praxisbetrieben und mitlaufende Datenerhebung
    • Auswertung und Diskussion der Ergebnisse
    • Publikation von Artikel, Beratungsunterlagen, YouTube Video für LandwirtInnen


    Ergebnisse und Wirkungen

    Das Projekt unterstützt die Etablierung einer verlängerten Säugezeit in der österreichischen Bioschweinehaltung. Regelmäßige Treffen im Rahmen des Projektes fördern den Austausch unter den teilnehmenden Bauern sowie den Mitgliedern der OG und bieten die Möglichkeit, Herausforderungen gemeinsam und lösungsorientiert zu meistern. Durch das projektbedingte, jedoch sehr aufwendige Wiegen der Ferkeleinzelgewichte, konnte ein genauer Blick auf die eigenen betrieblichen Leistungen geworfen werden, der wiederum eine gute Orientierung im Vergleich zu anderen Betrieben ermöglicht.
    Positive Effekte sind unmittelbar in Bezug auf das Wohlergehen und die Gesundheit der Ferkel zu erwarten. Außerdem kann durch die Vermeidung des bekannten Leistungseinbruchs beim Absetzen mit 40-42 Tagen eine höhere Gewichtszunahme der Ferkel erzielt werden, die sich wiederum positiv auf die Wirtschaftlichkeit der Betriebe auswirkt. Denn fittere Ferkel im Zeitraum rund um das Absetzen und danach können sich auf einen verfrühten Verkauf der Mastschweine auswirken.



    Erfahrung

    Für eine erfolgreiche Projektumsetzung ist eine gemeinsame Entwicklung der Inhalte von besonderer Bedeutung. Regelmäßige Treffen, der direkte Austausch untereinander und die Kommunikation auf Augenhöhe spielen hierbei eine große Rolle.