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    Projektregion
    Salzburg

    Lokale Aktionsgruppe
    LAG Saalachtal

    LE-Periode
    LE 14–20

    Projektlaufzeit
    2017-2018 (geplantes Projektende)

    Projektkosten gesamt
    136.939,00€

    Fördersumme aus LE 14-20
    109.549,00€

    Massnahme
    Förderung zur lokalen Entwicklung (CLLD)

    Teilmassnahme
    19.2. Förderung für die Durchführung der Vorhaben im Rahmen der von der örtlichen Bevölkerung betriebenen Strategie für lokale Entwicklung

    Vorhabensart
    19.2.1. Umsetzung der lokalen Entwicklungsstrategie

    Projektträger
    Salzburger Bildungswerk

    Kurzbeschreibung

    ZIEL: Das Thema der interkulturellen Bildung aus unterschiedlichsten Perspektiven zu beleuchten, regional wie überregional zu vernetzten. Der Fokus liegt in der Kulturvermittlung und Bildungsarbeit. Einerseits werden bedarfs- und prozessorientierte, gemeindespezifische Projekte mit den TeilnehmerInnen entwickelt und umgesetzt. Von Schulworkshops und Einzelprojekten mit Vereinen (z.B. Anne Frank Ausstellung) bis zu ExpertInnenwissen (z.B. Informationstour zu Beruf und Bildung) und Individualkonzepten (z.B. Interreligiöser Dialog). Andererseits wird durch ein lokales Rahmenprogramm z.B. Migrationsdialoge, Gespräche mit PolitikerInnen, Konzertbesuche ... lokale Austauschmöglichkeiten geschaffen.

    ZIELGRUPPEN: Gemeindebienstete (Gespräche über Chancen und Herausforderungen), lokale Vereine und Schulen (Entwicklung von Projekten), Ehrenamtliche, Interessierte, Neu Zugezogene (Workshops zu Bedarfen).



    Ausgangssituation

    AUSGANGSSITUATION: Die Idee ist vor der Flüchtlingswelle 2015 entstanden. Mag.a Andrea Folie war bereits im Kultur- und Kunstpolitischen Kontext tätig und Katrin Reiter, MA im Bildungsbereich als Netzwerkkoordinatorin. Beide arbeiteten bereits im interkulturellen Bereich auf Gemeindeebene und sahen besonders hier einen großen Bedarf. Einerseits in der Zusammschließung von Netzwerken (Bildung, Kunst und Kultur) und andererseits in der regionalen Sensibilisierungsarbeit "interkulturelle Bildung". Denn die Dörfer waren immer schon global, sei es durch den Zuzug von Menschen aus dem ehemaligen Jugoslawien, Gastarbeiterfamilien, private Zu- oder Abwanderung. Doch bis dato haben die Gemeinden das Thema nicht fokusiert.

    Die Herausforderungen lagen darin, vor allem auf Bürgermeisterebene Sensibilisierungsmaßnahmen zu setzten, abseits der Flüchltingsfragen. Dabei  das Thema der interkulturellen Bildung bzw. der Umgang mit der lokalen Kulturvielfalt in den Gemeinden zu festigen.

    Eine weitere Herausforderung bestand auch darin, als junge Frauen in einer politischen Männerdomäne Fuß zu fassen und Kompetenzen zu erarbeiten.

    Mittlerweile hat sich Querbeet überregional und international einen Namen gemacht:

    2017-2018: Leader Saalachtal. Inzwischen mit neun aktiven Gemeinden

    2019-2020: Leader Pongau. Gesamtregion

    International wurden wir nach Breslau (european network of culture centres) und an die Universität Hildesheim als best practice geladen. 2018 fand ein Austauschprogramm zwischen Bosnien/Sarajevo und Österreich/Salzburg statt. Querbeet war best practice.



    Ziele und Zielgruppen

    1.) Gemeindedienstete: Sind im Besonderen für das Gemeinwohl verantwortlich. Durch die Grundlagenarbeit gilt es sie zu stärken um besser und flexibler auf die Chancen und Herausforderungen im Bereich der Interkulturalität und Diversität in der Gemeinde eingehen zu können.

    2.) Vereine und Schulen: Das Vereinsleben prägt das kulturelle und gesellschaftliche Miteinander. Durch die Integration der Ideen und Bedarfe sowie der Bürger_innen und neu Zugezogenen kann verstärkt auf diese Kompetenzen eingegangen werden und identitätsstiftende Wirkungen erzielt werden. Durch spezielle Schulprojekte (Theater, Diskussionen, bildenden Kunst) werden schon die jungen BürgerInnen für das Thema sensibilisiert.

    3.) Ehrenamtliche und Interessierte: Diese Gruppe gilt es vorerst zu stärken. Die zeitlichen und finanziellen Ressourcen der aktiven Menschen in der Integrationsarbeit sind ausgeschöpft. Jedoch wird gerade diese Arbeit zukünftig verstärkt gebraucht. Teilhabemöglichkeiten sowie der Aufbau von Kulturwissen und der Einsatz von eigenen Kapazitäten sind zentral.
    4.) Neu Zugezogene: Hier gilt es Kultur- und Regionswissen zu schaffen das unabhängig von Religion oder Ethnie diskutiert und erlebt wird.

    Weitere Nutzen für die Zielgruppe (Aktionsfeld 2: Kultur und Natur)

    Entwicklung und Festigung der regionalen Kultur durch innovative Nutzung und der Belebung der Kulturszene

    Steigerung der Einstellung zur Nutzung von modernen
    Kommunikationstechniken und Zugang der Bevölkerung zu erhaltenem Wissen und den verwurzelten Traditionen

    Stärkung und Professionalisierung der regionalen Kulturinfrastruktur im Bereich Interkultur

    Projektumsetzung und Maßnahmen

    MAßNAHMEN:
    1.) Einbindung der Gemeindebedienstete - Gespräche über Chancen und Herausforderungen.
    BürgerInnen - Workshops zu den Bedarfen. Was wird vor Ort gebraucht um mit der Kulturvielfalt umgehen zu können. Chancen und Herausforderungen.
    Vereine und Schule - Bedarf- und mögliche Vernetzungsgspräche. Gemeinsame Projektentwicklung im Bereich Interkultur

    2.) Anhand der Gespräche und Workshops mit den unterschiedlichen Zielgruppen werden mit den TeilnehmerInnen aus den einzelnen Gemeinden spezifische Projekte entwickelt. Z.B. Religionsstammtische, Theaterworkshops, Frauengespräche, Bildungstour uvm.

    3.) Gleichzeitig wird ein Jahresprogramm mit überregionalen Vernetzungs- und Austauschprogrammen angeboten. Z.B. Migrationsdialog mit Karim El-Gawhary, Webinare mit Erhenamtlichen über lokale Aktivitäten, Gespräche mit PolitikerInnen uvm.

    Ergebnisse und Wirkungen

    Strukturentwicklung und Einbindung von Gemeinden:

    2016: Pilot mit zwei Gemeinden (Freischaffende Tätigkein Verein Ikult)
    2017: Sieben Gemeinden (Leader Saalachtal)
    2018: Neun Gemeinden (Leader Saalachtal)
    Ab 2019-2020 Gesamt Pongau (Leader Pongau)

    Gemeindebedienstete: Sensibilisierung für das Thema. Einige Bürgermeister wollen nach Leader Beendigung das Projekt weiterhin in die Region einbinden. Erkennen der Wichtigkeit des Themas. Feedback eines Bürgermeisters nach einer Theatervorstellung: "Jetzt kann ich mir vorstellen was die Leute mitgemacht haben ...". "Ich war zu Beginn kein Freund des Projektes, bin ein totaler Fan geworden. Das Thema Kulturvielfalt ist wichtig und wir müssen uns damit beschäftigen".

    Gemeinden in denen der Zugang schierig war konnten wir durch die Stärkung der Frauen das Thema unterstützend in die Region tragen z.B. Frauengespräche, Argumentationsworkshops

    Vereine und Schulen:
    Schulprojekt - Anne Frank Ausstellung und Ausbildungstraining "Anne Franks Lebensgeschichte. Lasst mich ich selbst sein". Historische Aufarbeit mit gegenwärtigen Kontext.  28  SchülerInnen wurden zu AusstellungsleiterInnen ausgebildet, Tour durch fünf regionalen Schulen, zwei lokalen Kulturhäusern. 1.500 junge Menschen im Pinzgau haben die Ausstellung gesehen. Große medial Öffentlichkeit (Standard, ORF Fernsehen und Radio, lokale Medien).

    Einbindung von unterschiedlichsten Vereinen im Themenbereich.

    Über 200 aktive Querbeet-TeilnehmerInnen im Jahr. Projektentwicklung und Umsetzung

    Verstärkte Vernetzung von Bildung, Kunst und Kultur durch gemeinsame Aktionen.

    Querbeet ist das Vorzeigeprojekt der Region und des Landes geworden.

     



    Erfahrung

    Partizipation ist der Schlüssel um die Menschen vor Ort, unabhängig ihrer Tätigkeit, in gemeinsame Arbeitsfelder einzubinden und sie für Themen zu sensibilisieren. Interkulturelle Bildung ist ein Schwerpunkt mit dem wir uns beschäftigen müssen, ob wir wollen oder nicht. Wichtig ist, eine gesamtgesellschaftliche Betrachtungsweise einzunehmen und das Thema nicht am "Flüchtlingsthema" festzuhalten.

    Was wir anders machen? Zuerst mit den Menschen sprechen, nachher Konzepte schreiben.

    Kritische Momente: Leader Gremium. Die Bürgermeister von der Wichtigkeit des Themas zu überzeugen.