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    Welterbe-Volunteers Wachau-Mittelrhein

    Themenbereich
    Umwelt, Biodiversität, Naturschutz

    Untergliederung
    Umweltschutz
    Naturschutz
    Biodiversität
    Schutzgebiete
    Jugend
    Kultur
    LEADER
    Interregionale / Transnationale Kooperationsprojekte
    Wissenstransfer

    Projektregion
    Niederösterreich

    Lokale Aktionsgruppe
    LAG Wachau - Dunkelsteinerwald

    LE-Periode
    LE 14–20

    Projektlaufzeit
    01.03.2018-31.12.2020 (geplantes Projektende)

    Projektkosten gesamt
    49.091,00€

    Fördersumme aus LE 14-20
    39.272,80€

    Massnahme
    Förderung zur lokalen Entwicklung (CLLD)

    Teilmassnahme
    19.3 Vorbereitung und Durchführung von Kooperationsmaßnahmen der lokalen Aktionsgruppe

    Vorhabensart
    19.3.1. Umsetzung von nationalen oder transnationalen Kooperationsprojekten

    Projektträger
    Verein Welterbegemeinden Wachau

    Kurzbeschreibung

    Die Wachau veranstaltet unter dem Titel Wachau Volunteer seit dem Jahr 2010 Sommercamps für Freiwillige, die bei Aufgaben im Naturschutz in der Wachau helfen. Seit 2016 finden diese Sommercamps in Kooperation mit weiteren Schutzgebieten in Österreich statt (Big Five: Nationalpark Thayatal und Donau-Auen, Biosphärenpark Wienerwald und Wildnisgebiet Dürrenstein). Durch die enge Zusammenarbeit mit dem Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal wurden auch in dieser Region ab 2014 ähnliche internationale Workcamps mit Schwerpunkt auf Kulturlandschaftspflege etabliert.


    Seit dem Jahr 2018 findet ein weiteres 14-tägiges transnationales Camp statt. Der Schwerpunkt liegt bei der Erhaltung der Kulturlandschaft allgemein und führt die Volunteers in zwei Welterbestätten. Sie verbringen jeweils eine Woche in der Wachau und eine Woche im Oberen Mittelrheintal und unterstützen die lokalen Organisationen bei diversen Pflegeeinsätzen.

    Ausgangssituation

    Die beiden Welterbe-Kulturlandschaften Wachau in Österreich und Oberes Mittelrheintal in Deutschland sind einander außerordentlich ähnlich. Auch institutionell sind die beiden Regionen ähnlich organisiert: Zuständig für das Management der Welterbestätte ist jeweils eine eigene Einrichtung unter maßgeblicher Beteiligung der Gemeinden (in Deutschland als sogenannter Zweckverband organisiert, in Österreich ein Verein), die sich zur Umsetzung ihres Arbeitsprogramms immer wieder der ebenfalls in beiden Regionen existierenden Lokalen Aktionsgemeinschaft in Leader bedient.

     

    Zwischen den beiden Regionen besteht seit dem Jahr 2004 ein intensiver Austausch. Nach anfänglichen Jahren des Sondierens wurde in den Jahren 2009 und 2010 ein erstes Leader-Kooperationsprojekt der beiden Regionen umgesetzt. Dabei kam es zu einem intensiven Austausch von Best-Practice-Beispielen, die großen Einfluss auf die Entwicklung von für die jeweiligen Regionen maßgeblichen Schlüsselprojekten hatten: Die Wachau profitierte vom Know-How am Mittelrhein insbesondere bei der Einrichtung des Weitwanderweges „Welterbesteig Wachau“ sowie beim Aufbau der Best-of-Wachau-Betriebskooperation, der Mittelrhein orientierte sich am erfolgreichen Beispiel der Vinea Wachau bei der Einführung der dortigen Riesling Charta und in weiterer Folge bei der Etablierung von Freiwilligenwochen zur Kulturlandschaftspflege.

    Ziele und Zielgruppen

    Ein wesentliches Ziel ist der Austausch von Erfahrungen in der Kulturlandschaftspflege, sowohl für die TeilnehmerInnen als auch für die OrganisatorInnen. Das Netzwerk zwischen den beiden Welterbestätten soll weiter vertieft und, über die administrative Ebene hinaus, auf die Zivilgesellschaft ausgeweitet werden. Überdies stärkt die Kooperation den Austausch in Bezug auf Herausforderungen der Regionalentwicklung der jeweiligen Welterbestätten.

    Die filmische Dokumentation durch die Volunteers ermöglicht den Einblick in die Wahrnehmung junger Menschen und kann zu Diskussionen anregen. Generell sollen junge Menschen für den Erhalt der Kulturlandschaft durch das Projekt motiviert und der Austausch zwischen jungen Menschen aus den beiden Regionen gefördert werden.



    Projektumsetzung und Maßnahmen

    In den Jahren 2018 bis 2020 findet jeden Sommer ein 14-tägiges Workcamp statt, das wie folgt aufgebaut ist:
    • Pro Camp nehmen 12 Freiwillige teil. Davon kommen je 3 aus den beiden Partnerregionen, vorzugsweise junge Erwachsene mit bereits bestehender Bindung zur Kulturlandschaft (WinzerInnen und Landwirte, Mitglieder von Naturschutzvereinen, einschlägige Studierende, …). Zusätzlich werden 6 weitere internationale Freiwillige rekrutiert.
    • Eine der beiden Wochen verbringen alle 12 TeilnehmerInnen in der Wachau, die andere Woche im Oberen Mittelrheintal. Nach der ersten Woche fahren die TeilnehmerInnen in die jeweils andere Region und verbringen die zweite Woche dort.
    • Am Ende der beiden Campwochen findet eine Abschlussveranstaltung statt, wo sich alle Freiwilligen, aber auch die Campverantwortlichen aus beiden Ländern treffen und Resümee über die 14 Tage des Workcamps ziehen.
    • Die Freiwilligen arbeiten an 4 von 5 Werktagen ganztägig bei Aufgaben, die im Zusammenhang mit der Erhaltung der Welterbekulturlandschaft stehen, wie z.B. Freihalten von Trockenrasenflächen, Restaurierung von Trockensteinmauern, Pflege von Wanderwegen, Erhaltungsmaßnahmen im Denkmalbestand, Mithilfe bei archäologischen Aufgaben. 1-2 Tage pro Woche stehen als Freizeit zur Verfügung und dienen entweder zu Reisezwecken oder werden für Informationen und Exkursionen zum Thema Welterbekulturlandschaften genutzt.
    • Die Freiwilligen finanzieren ihre eigene An- und Abreise am Anfang und am Ende des Workcamps selbst. Dafür kommen auf sie während des Workcamps keine Kosten zu. Unterkunft sowie Campverpflegung werden den TeilnehmerInnen von den beiden Regionen zur Verfügung gestellt, ebenso die Fahrten zwischen den beiden Regionen.

    Zusätzlich werden die Freiwilligen im Rahmen der Camps auch in Medienarbeit und Mediengestaltung geschult:
    • Alle Maßnahmen zur Öffentlichkeitsarbeit (z.B. Pressekonferenzen, Fototermine mit wichtigen Persönlichkeiten aus der Region, Radio- und Fernsehbeiträge) werden von den Freiwilligen selbst maßgeblich mitgeplant.
    • Die Freiwilligen werden außerdem während der Camps mit Videokameras ausgestattet und bekommen die Aufgabe, ihre Erfahrungen im Umgang mit den beiden Kulturlandschaften, den unterschiedlichen Aufgaben, aber auch den kulturellen Besonderheiten der beiden Regionen filmisch festzuhalten. In beiden Regionen wird die Möglichkeit geschaffen, bereits während des Camps am Rohschnitt der Filme zu arbeiten. Nach den Camps wird das gesammelte Material noch professionell nachbearbeitet. Die dabei erarbeiteten Filme sollen insbesondere in einem eigenen Youtube-Kanal hochgeladen werden und so für jedermann als wertvolle Information darüber, wie junge Menschen die beiden Regionen und Welterbestätten sehen, dienen


    Ergebnisse und Wirkungen

    Mit der Projektumsetzung wird das Freiwilligen-Angebot in der Wachau zusätzlich internationalisiert und die Pflege der Kulturlandschaft durch Volunteers aus der ganzen Welt unterstützt. Die Veranstaltung eines gemeinsamen Workcamps trägt zu einer weiteren Vertiefung der freundschaftlichen Beziehung der beiden Welterbestätten bei und soll auch die Zivilbevölkerung beider Regionen zueinander führen. Zusätzlich filmen die Volunteers während des 14-tägigen Workcamps ihre Erlebnisse und geben dadurch einen Einblick in die Lebenswelt junger Menschen in den beiden Welterbe-Kulturlandschaften.

    Erfahrung

    Für das erste Camp konnten insgesamt 9 Volunteers begeistert werden. Durch ihre Unterstützung wurden in der Wachau ca. 1ha Trockenrasenflächen gepflegt sowie Trockensteinmauern errichtet. Leider konnten trotz intensiver Bemühungen weder in der Wachau noch im dem Mittelrheintal lokale Freiwillige zur Teilnahme an dem Projekt begeistert werden. Aus diesem Grund wird nach alternativen Werbemöglichkeiten für das Workcamp 2019 gesucht.

    Alles im Allem war das erste gemeinsame Workcamp des Oberen Mittelrheintals und der Wachau ein voller Erfolg. Der Austausch untereinander stärke die freundschaftlichen Beziehungen und regte zu vielen Diskussionen in Bezug auf die unterschiedlichsten Herausforderungen der beiden Regionen an.