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    OptEro

    Optimierung des Erosionsschutzes im Kartoffelbau

    Themenbereich
    Land- und Forstwirtschaft inkl. Wertschöpfungskette
    Innovation

    Untergliederung
    Landwirtschaft
    Boden
    Klimawandelanpassung
    Wissenstransfer
    Innovation
    EIP Europäische Innovationspartnerschaft

    Projektregion
    Niederösterreich
    Wien

    LE-Periode
    LE 14–20

    Projektlaufzeit
    01.12.2018-30.11.2021 (geplantes Projektende)

    Projektkosten gesamt
    272.072,96

    Massnahme
    Zusammenarbeit

    Teilmassnahme
    16.2 Förderung für Pilotprojekte und für die Entwicklung neuer Erzeugnisse, Verfahren, Prozesse und Technologien

    Vorhabensart
    16.02.1. Unterstützung bei der Entwicklung neuer Erzeugnisse, Verfahren & Technologien der Land-, Ernährungs- & Forstwirtschaft

    Projektträger
    OG OPTERO

    Kurzbeschreibung

    Im Kartoffelanbau trägt die konventionelle Bewirtschaftungsmethode stärker als bei anderen Feldfrüchten zur Bodenerosion bei. In Österreich ist verstärkt das Wald- und Weinviertel davon betroffen. Das hat nicht nur Ernteausfälle zur Folge, sondern verringert auch das Wasserrückhaltevermögen. Durch den fortschreitenden Klimawandel wird sich diese Problematik zuspitzen. Um die Situation zu verbessern, wird in dem Projekt OptEro eine neue erosionsschonende Anbautechnik für Kartoffeln entwickelt, welche sich bei möglichst unterschiedlichen Voraussetzungen anwenden und dadurch skalieren lässt. Hierfür werden Feldversuche in mehreren Varianten durchgeführt und evaluiert. Augenmerk liegt auf der Machbarkeit, Wirtschaftlichkeit und Wirksamkeit. Im Anschluss werden die Ergebnisse durch diverse Kanäle kommuniziert und in einem Handbuch veröffentlicht, um eine Großzahl der Landwirtinnen und Landwirte zu sensibilisieren, für Erosionsschutz zu begeistern und die Anwendung der Methode zu verbreiten.

    Ausgangssituation

    Der Anbau von Feldfrüchten bewirkt unter anderem Bodenerosion, die sich durch die Klimaerwärmung weiter verschlechtern wird. Dies hat zur Folge, dass sich zum einen die Bodenfruchtbarkeit verringert und Ernteausfälle drohen und zum anderen auch die Wasserspeicherfähigkeit abnimmt, was angesichts der Wasserknappheit der Zukunft negative Auswirkungen haben wird. In Österreich ist insbesondere Bodenerosion durch den Kartoffelanbau problematisch. Dieser findet primär im Wein- und Waldviertel statt und bewirkt dort bereits die ersten negativen Folgen wie vermehrte Überschwemmungen. Für andere Feldfrüchte gibt es schon alternative Anbaumethoden, für den Kartoffelanbau, jedoch fehlt es an einem befriedigenden Ersatz, weshalb innovative Techniken gefragt sind, die durch das Projekt OptEro gefunden werden sollen.

    Ziele und Zielgruppen

    • Bewusstseinssteigerung für das Thema Erosionsschutzmaßnahmen im Kartoffelbau bei den Landwirtinnen bzw. Landwirten und in der nichtlandwirtschaftlichen Bevölkerung (verstärkt ab Jahr 2)
    • Austesten verschiedener Methoden, unter anderem Mulchsaattechnik, Furchenbegrünung, Anbau mit Querdammtechnik und Ziehen von Querfurchen
    • Erarbeitung von konkreten möglichst breit anwendbaren Handlungsanleitungen und Empfehlungen für Landwirtinnen und Landwirte, welche großflächig kommuniziert werden
    • Verringerung der Bodenerosion, um Bodenfruchtbarkeit und Wasserrückhalt zu erreichen

    Hauptzielgruppe des Projektes sind die Landwirtinnen und Landwirte, welche dazu motiviert werden sollen, die neu entwickelten Anbautechniken zu nutzen, ebenso wie die landwirtschaftlichen Schulen, über welche die Ergebnisse zusätzlich verbreitet werden sollen. Des Weiteren soll die breite, nicht-landwirtschaftliche Bevölkerung ebenfalls für die Folgen der Bodenerosion sensibilisiert werden.

    Projektumsetzung und Maßnahmen

    Die Operationelle Gruppe besteht aus:

    • 4 Landwirten aus dem Wein- und Waldviertel (Anlage der Feldversuche)
    • Agro Innovation (Nutzung der Versuchsanlagen der landwirtschaftlichen Schulen (Hollabrunn bzw. Mistelbach) und Kontakte zur Verbreitung der Ergebnisse)
    • Verein „Land schafft Wasser“ (Auswertung und Analyse der Messdaten und Bewertung der Testvarianten)
    • Landwirtschaftskammer Niederösterreich (Expertise und Verbreitung der Ergebnisse)
    • wpa beratende Ingenieure (Publikation, Versuchsplanung, Koordination, Berichtslegung und Kontakt zur Förderstelle)

    Strategisch unterstützt wird das Projekt beim Aufbau der Erosionsmessparzellen und bei den Drohnenflügen vom Bundesamt für Wasserwirtschaft-Institut für Kulturtechnik in Petzenkirchen. Des Weiteren stellt Josephinum Research seine Expertise zur Verfügung.

    Innerhalb des Projektes werden verschiedene Phasen definiert:
    1.   Herstellung von Feldversuchen in unterschiedlichen vordefinierten Varianten bei diversen Landwirtinnen bzw. Landwirten und in einer Versuchsanlage der Agro Innovation, zum Test möglicher Schutzmaßnahmen und ihrer Wirkung.

    2.   Messung der:
    a.   Bodenerosion durch Luftbildinterpretation und Anlage von Erosionsmessparzellen
    b.   Niederschlagsmenge und Intensität
    c.   Pflanzenerträge
    d.   Änderungen von erosionsbestimmenden Eigenschaften wie Bodenrauigkeiten
    e.   Standortspezifische Bodeneigenschaften
    f.    Ökonomische Faktoren

    3.   Ab dem 2. Projektjahr Demonstrationsversuche auf größerer Fläche, zur Prüfung der Praxistauglichkeit und um die Maßnahmen unter anderem durch Projekttafeln den LandwirtInnen und der breiten Bevölkerung näher zu bringen

    Ergebnisse und Wirkungen

    Da die Versuche auf unterschiedlichen landwirtschaftlichen Flächen mit verschiedenen Anbaubedingungen durchgeführt werden, sollen schlussendlich breit aufgestellte und besonders praxistaugliche Maßnahmen für Landwirtinnen und Landwirte auf Veranstaltungen, einer Website, Exkursionen und Feldtage präsentiert werden. Neben diesen Präsentationen sollen die Ergebnisse auch in die Beratungstätigkeit der niederösterreichischen Landwirtschaftskammer aufgenommen werden. Durch die Betonung auf Praxistauglichkeit können interessierte Landwirtinnen und Landwirte sowie Fachschulen die Ergebnisse direkt nutzen, und dadurch einen sofortigen, wichtigen Beitrag zum Bodenschutz leisten. Nur durch eine breite Akzeptanz unter den Landwirtinnen und Landwirten kann eine großflächige Umsetzung von Bodenschutzmaßnahmen gewährleistet werden. Auch langfristig möchte das Projekt seine Wirkung entfalten und über eine Homepage, sowie durch einen Stammtisch Erfahrungsaustausch und Informationsfluss gewährleisten. In weiterer Folge ist die Umlegung auf andere Reihenkulturen möglich.