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    nach Maßnahmen Vorhabensarten

    Larvenzucht zur Futtermittelherstellung für Fische, Geflügel und Schweine

    Themenbereich
    Land- und Forstwirtschaft inkl. Wertschöpfungskette
    Innovation
    Klimaschutz und Klimawandel
    Umwelt, Biodiversität, Naturschutz

    Untergliederung
    Landwirtschaft
    Umweltschutz
    Naturschutz
    Energieeffizienz
    EIP Europäische Innovationspartnerschaft
    Innovation
    Wissenstransfer
    Klimaschutz
    Klimawandelanpassung
    Kurze Versorgungsketten
    Wertschöpfung

    Projektregion
    Oberösterreich
    Steiermark
    Wien

    LE-Periode
    LE 14–20

    Projektlaufzeit
    1.5.2018-30.4.2021 (geplantes Projektende)

    Projektkosten gesamt
    435.234,85€

    Massnahme
    Zusammenarbeit

    Teilmassnahme
    16.2 Förderung für Pilotprojekte und für die Entwicklung neuer Erzeugnisse, Verfahren, Prozesse und Technologien

    Vorhabensart
    16.02.1. Unterstützung bei der Entwicklung neuer Erzeugnisse, Verfahren & Technologien der Land-, Ernährungs- & Forstwirtschaft

    Projektträger
    OG ARGE LARVENZUCHT

    Kurzbeschreibung

    Der europäische Eiweißfuttermittelimport verursacht momentan diverse Probleme: Zum einen ist die europäische Nutztierhaltung stark abhängig vom Weltmarkt, zum anderen trägt der Import von Soja und Fischmehl zu negativen ökologischen Folgen wie Treibhausgasen, Biodiversitätsverlust in den Ursprungsländern, und Überfischung der Meere bei.

    Durch den Einsatz von in Österreich gezüchteten und zu Futtermitteln verarbeiteten Insektenlarven lässt sich dies abmildern und können zugleich eine erhöhte Wertschöpfung im Inland erreicht und eine ressourceneffiziente Kreislaufwirtschaft gefördert werden.

    Das Projekt wird durch die ARGE Larvenzucht realisiert: Mit Rest- und Nebenstoffen werden Larven herangezogen und zu Proteinfuttermitteln weiterverarbeitet. Das entstandene Futter wird zuvor analysiert und in Fütterungsversuchen getestet. Als eines der ersten Projekte dieser Art in Europa sollen die Ergebnisse verbreitet werden, um eine Trendwende zu initiieren.

    Ausgangssituation

    Derzeit werden in der europäischen Nutztierzucht primär Soja aus Südamerika und Fischmehl verfüttert, wodurch der Markt sehr abhängig von Weltmarktpreisen und dessen Preisschwankungen ist. Auch erhöht der Import die Treibhausgasemissionen und hat einen Biodiversitätsverlust aufgrund der Überfischung der Weltmeere und der Nutzung von Regenwäldern als Anbaufläche zur Folge. Zur Lösung kann die Larvenzucht zur Verarbeitung in Proteinfuttermittel direkt in Österreich beitragen. Dies ist momentan im europäischen Raum wenig verbreitet, wird aber in den nächsten Jahren durch Gesetzesänderungen an Bedeutung gewinnen. Um hier globalen Playern zuvorzukommen und zu gewährleisten, dass lokal und in einer Kreislaufwirtschaft in Österreich Larven zur Verfütterung herangezüchtet werden, setzt das Projekt ARGE Larvenzucht schon jetzt an, eine landwirtschaftlich relevante Produktion von Futtermitteln aus Larven für konventionelle und biologische Aquakulturen, sowie die tierische Produktion von Monogastriern (Schweinen, Hühnern) zu entwickeln.

    Ziele und Zielgruppen

    • Verwendung regionaler Reststoffe aus der österreichischen Landwirtschaft oder landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette
    • Messbarer Beitrag zur ökologisch nachhaltigen Entwicklung der Landwirtschaft
    • Eignung des entwickelten Futtermittels für Fische und terrestrische Monogastrier
    • Wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit des Endprodukts (Insektenlarven als Futtermittel)
    • Erhöhung des Wissensstandes zur Proteinquelle Insektenlarven in den relevanten Zielgruppen

    Hauptzielgruppe sind landwirtschaftliche Betriebe (omnivore Monogastrier) und Fischzuchten (räuberische Fische), zudem soll das erarbeitete Knowhow in der wissenschaftlichen Community und Akzeptanz desselben in der allgemeinen Bevölkerung verbreitet werden.

    Projektumsetzung und Maßnahmen

    Die Operationelle Gruppe besteht aus:
    • Den landwirtschaftlichen Betrieben Michael Forster (Larvenzucht) sowie Fischzucht Hartl
    • Bio Forschung Austria (BFA)
    • Ecofly GmbH
    • Global 2000 Umweltschutzorganisation
    • Global 2000 Umweltforschungsinstitut

    Des Weiteren werden mit der HBLFA Raumberg-Gumpenstein und dem Bundesamt für Wasserwirtschaft zwei externe Partner und die Universität für Bodenkultur als Drittdienstleister integriert. Interesse und Unterstützung wurden zudem vom Verband Bio Austria, sowie der Zentralen Arbeitsgemeinschaft der Österreichischen Geflügelwirtschaft zugesichert.

    Diesen Partnerschaften liegt die Herangehensweise einer Zusammenarbeit von Wissenschaft und Praxis zugrunde. Um das Projekt umzusetzen wurden die folgenden Maßnahmen als Arbeitspakete definiert:

    1.   Evaluierung von verwendbaren Reststoffen und Nebenprodukten als Futter in der Larvenaufzucht und Weiterentwicklung der Produktionstechnik

    2.   Konservierung der Larven und Herstellung von Mischfuttermitteln unter Berücksichtigung der Auswirkungen der Verarbeitung auf die Zusammensetzung und Verwertbarkeit

    3.   Fütterungsversuche mit Larvenprotein an Fischen und Hühnern, sowie an Schweinen und Hühnern mit Restsubstraten der Larvenzucht

    4.   Ökologische und ökonomische Analyse des Futtermittels auf Larvenprotein-Basis

    5.   Verbreitung der Ergebnisse in landwirtschaftlichen und wissenschaftlichen Fachkreisen

    Ergebnisse und Wirkungen

    Erreicht: Durch das Projekt werden regionale und ökologisch wie kalorisch sinnvolle Substrate zur Larvenaufzucht identifiziert.
    Am Laufen/zukünftiger Projektteil:
    Ein Mischfuttermittel für Fische und Geflügel auf Larvenproteinbasis wird entwickelt, wodurch lokal neuer Wert entsteht und die Abhängigkeit vom Weltmarkt gemildert wird. Restsubstrate aus der Larvenproduktion lassen sich weiterverwenden und ein Modell zur ökonomischen wie ökologischen Nachhaltigkeit, dass langfristig die regionale Kreislaufwirtschaft stärkt, wird gefunden. Der Wissensstand in der wissenschaftlichen und landwirtschaftlichen Zielgruppe, ebenso wie in der breiten Bevölkerung, wird erhöht, um eine größere Akzeptanz zu erreichen und eine Skalierung zu ermöglichen.

    Erfahrung

    Noch keine kritischen Momente. 

    Positive Anmerkung: 
    Eine Projektabwicklung ohne Förderung des Overheads (Projektmanagement) wäre nicht tragbar; bei EIP AGRI möglich.