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    nach Maßnahmen Vorhabensarten

    KEFStrat

    Themenbereich
    Land- und Forstwirtschaft inkl. Wertschöpfungskette
    Innovation

    Untergliederung
    Landwirtschaft
    Risikomanagement
    Klimawandelanpassung
    Wissenstransfer
    Innovation
    EIP Europäische Innovationspartnerschaft

    Projektregion
    Burgenland
    Niederösterreich
    Steiermark

    LE-Periode
    LE 14–20

    Projektlaufzeit
    01.07.2018-30.06.2021 (geplantes Projektende)

    Projektkosten gesamt
    498030,44€

    Massnahme
    Zusammenarbeit

    Teilmassnahme
    16.2 Förderung für Pilotprojekte und für die Entwicklung neuer Erzeugnisse, Verfahren, Prozesse und Technologien

    Vorhabensart
    16.02.1. Unterstützung bei der Entwicklung neuer Erzeugnisse, Verfahren & Technologien der Land-, Ernährungs- & Forstwirtschaft

    Projektträger
    OG KEFSTRAT

    Kurzbeschreibung

    Die Kirschessigfliege ist ein invasiver Schädling aus Asien, dessen Weibchen Eier in reifende Früchte legt und vor allem an Beerenobst, Kirschen, Holunder und auch Weinbeeren große Ertragseinbußen verursacht. Die vorhandenen Bekämpfungsstrategien können Ertragsausfälle nicht immer verhindern. Häufig tritt ein Befall erst ganz knapp vor der Ernte auf und ein Insektizideinsatz zu diesem Zeitpunkt ist nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich. Die wenigen derzeit registrierten insektiziden Maßnahmen sind nicht immer ausreichend gegen die Fliege wirksam und können andere Insektenarten schädigen. Das Projekt KEFStrat will deshalb neue umwelt-, nützlings- und bienenschonende Bekämpfungsansätze entwickeln. Zudem sollen Maßnahmen zur Reduktion von Eiablage und Larvalentwicklung ermittelt werden. Die wirksamsten Strategien werden in Freilandversuchen getestet. Die Projektergebnisse bilden die Basis für eine effektive, umweltgerechte Bekämpfungsstrategie für die landwirtschaftliche Praxis.

    Ausgangssituation

    Die Kirschessigfliege (KEF, Drosophila suzukii) gehört zur Familie der Taufliegen, sie wurde aus Asien eingeschleppt und erstmals 2011 in Österreich nachgewiesen. Fallenfänge dokumentieren, dass sich die Art mittlerweile im gesamten Bundesgebiet verbreitet hat. Die Art schädigt in Österreich vor allem Beerenobst wie Himbeeren, Brombeeren oder Heidelbeeren, Süßkirschen und Weichseln, Zwetschken, Holunder und auch Weintrauben (besonders rote Sorten bzw. solche mit fleischrosa Beeren, z.B. die Sorten Blauer Portugieser, Roter Veltliner, St.Laurent, Zweigelt und Frühroter Veltliner). Die durch die Kirschessigfliege verursachten Ernteausfälle betragen je nach Region und Kultur bis zu 80 %. Die aktuell vorhandenen Konzepte zur Bekämpfung der Kirschessigfliege können Ertragsausfälle nicht immer verhindern. Häufig tritt ein Befall erst ganz knapp vor der Ernte auf. Um Rückstände im Erntegut auszuschließen ist ein Insektizideinsatz zu diesem Zeitpunkt nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich. Die wenigen derzeit erlaubten insektiziden Maßnahmen wirken nicht immer ausreichend und können Nützlinge und bei nicht sachgerechter Anwendung auch Bienen schädigen. Im Projekt KEFStrat soll daher Strategien entwickelt werden, mit deren Hilfe man im Feld oder nach der Ernte Schäden durch die Kirschessigfliege verhindern oder reduzieren kann. Im Projekt gesammelte Erkenntnisse werden in der Folge in der Branche verbreitet.

    Ziele und Zielgruppen

    • Finden von Substanzen, die auf die Fliegen attraktiv wirken und oder das Verhalten der Fliegen verändern im Labor. Diese sollen in der Folge dazu eingesetzt werden, fliegenspezifische Köder zu entwickeln, die dann in attract and kill Verfahren im Freiland zum Einsatz kommen sollen. Bei derartigen Verfahren ist die Ausbringung eines Insektizids auf den Köder beschränkt, das Erntegut bleibt rückstandsfrei.
    • Entwicklung und Testung von Repellents gegen die Eiablage sowie von nachhaltigen Strategien gegen die Entwicklung der Larven in den Früchten. Erarbeitung der Strategien und Tests zur Wirksamkeit im Labor und Anwendung der geeignetsten Methode im Freiland
    • Entwicklung von Maßnahmen zur Verringerung der Schäden am Lager durch Maßnahmen vor der Ernte oder durch Nacherntebehandlung
    • Erhebung der Fliegenentwicklung an unterschiedlichen Standorten in unterschiedlichen Obstkulturen und Rebsorten, um zu ermitteln, welche Kulturen unter welchen Bedingungen gefährdet sind.
    • Verbesserung der Wirtschaftlichkeit der landwirtschaftlichen Betriebe durch geringere Ernteausfälle und die Verbreitung der Methode und Kommunikation über die Anwendung

    Hauptzielgruppe des Projektes KEFStrat sind die landwirtschaftlichen Betriebe, die derzeit unter der Kirschessigfliege zu leiden haben. Diese stammen aus den Branchen Beerenobst, Steinobst und Weinbau.

    Projektumsetzung und Maßnahmen

    Die Operationelle Gruppe besteht aus:

    • Produzentinnen und Produzenten der betroffenen Branchen Beerenobst, Steinobst und Weinbau: Landwirtinnen und Landwirte aus NÖ, Bgld und der Stmk
    • Vermarkter: Steirische Beerenobstgenossenschaft, Obst Leopold, Fritz Oswald, Obst Partner Steiermark, Weinkellerei Lenz Moser, Weinkellerei Baumgartner, Weingut Scheiblhofer
    • Verbände: Weinbauverband Österreich, Weinbauverband NÖ und Obstbauverband NÖ
    • Landwirtschaftskammern NÖ, Bgld, Stmk
    • Die österreichische Hagelversicherung
    • Biohelp

    Forschungspartner und Drittdienstleister sind das Austrian Institute of Technology und sowie die HBLAuBA für Wein- und Obstbau in Klosterneuburg. Weiters besteht eine Kooperation mit dem Südtiroler Versuchszentrum Laimburg. Zur strategischen Konzeptionierung begleitet der Lebensmittel Cluster Niederösterreich als Experte den Aufbau und die Vernetzung der OG.

    Maßnahmen:

    • Entwicklung und Labortest von Lockstoffen, die auf Kirschessigfliegen attraktiv wirken, um möglichst spezifische Köderverfahren zur Bekämpfung zu etablieren
    • Labortests zur Entwicklung von nachhaltigen Insektiziden und repellents mit dem Ziel, die Eiablage der Kirschessigfliege und die Entwicklung der Larven zu reduzieren oder zu verhindern.
    • Freilandversuche mit den entwickelten Ködern sowie Repellents und Insektiziden, um die Wirkung der Maßnahmen im Freiland zu testen.
    • Erhebung von Daten zum Befall in unterschiedlichen Kulturen an verschiedenen Standorten und bei unterschiedlichen klimatischen Gegebenheiten, um genauere Vorhersagen treffen und dadurch bessere Empfehlungen abgeben zu können
    • Entwicklung von Maßnahmen, mit denen der Fruchtschaden am Lager verringert werden kann.
    • Verbreitung der Maßnahmen durch Publizierung der Ergebnisse in wissenschaftlichen Journalen und Vorträgen, den Beraterinnen und Beratern der Kammern und Verbände, sowie einem Workshop.


    Ergebnisse und Wirkungen

    Kurzfristig ist die Entwicklung einer Bekämpfungsstrategie für Beeren, Kirschen, Holunder und Reben unter Einbeziehung von nicht rückstandsrelevanten Maßnahmen (Netzmittel, Partikelfilme etc.) zu erwarten. Diese soll rasch in der Praxis umsetzbar sein.
    Mittel- bis langfristig sollen Freilandergebnisse mit den in den Labortests geeignetsten rückstandsfreien Insektiziden und Repellents vorliegen und die Entwicklung von Ködern für ein effektives Attract and Kill Verfahren erfolgt sein. Darüber hinaus sollen Handlungsempfehlungen und Strategien zum Umgang mit befallenen Früchten (bes. Himbeeren, Kirschen) am Lager definiert sein. Die entwickelten Methoden und das generierte Wissen sollen über Journale und Vorträge verbreitet werden, sowie in die Beratertätigkeiten der Kammern und Verbände eingehen und durch direkte Integration in die Praxis nachhaltige Veränderung bewirken.