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    Fit fürs Leben

    Themenbereich
    Basisdienstleistungen, Leader, Gemeinden

    Untergliederung
    Jugend
    Integration & Soziale Inklusion
    Soziale Dienstleistungen
    Gesundheit
    Nahversorgung
    Bildung & Lebenslanges Lernen
    Innovation

    Projektregion
    Kärnten

    Lokale Aktionsgruppe
    LAG Nockregion Oberkärnten

    LE-Periode
    LE 14–20

    Projektlaufzeit
    02.11.2015-30.05.2017

    Projektkosten gesamt
    33.424,07€

    Fördersumme aus LE 14-20
    19.800,00€

    Massnahme
    Förderung zur lokalen Entwicklung (CLLD)

    Teilmassnahme
    19.2. Förderung für die Durchführung der Vorhaben im Rahmen der von der örtlichen Bevölkerung betriebenen Strategie für lokale Entwicklung

    Vorhabensart
    19.2.1. Umsetzung der lokalen Entwicklungsstrategie

    Projektträger
    Regionalverband Spittal-Millstättersee-Lieser-Malta-Nockberge

    Kurzbeschreibung

    Resiliente Jugend – resiliente Region: Das Projekt „Fit fürs Leben“ setzt mit einer kostenlosen, anonymen und mobilen Erziehungsberatung direkt bei verunsicherten Eltern, Kindern und Jugendlichen an. Die Verunsicherung entsteht durch die vielfältigen Veränderungen in unserer Gesellschaft mit gestiegenen Leistungsanforderungen.

    Unterschiedlichste Familienmodelle wie zum Beispiel: AlleinerzieherInnen, Patchwork-Familien, bi-kulturelle Ehen und Lebensgemeinschaften werden in der modernen Gesellschaft gelebt und genau diese Vielfalt verunsichert viele Eltern zunehmend. So hat der Bedarf an eigentlicher Erziehungsberatung wieder deutlich zugenommen.

    Das Hauptziel des Projektes ist es, die Resilienz (=Widerstandskraft) von Kindern und Jugendlichen zu stärken. Es wird den Eltern, Großeltern, Pädagogen, Kindern und Jugendlichen selbst Unterstützung angeboten. Die Resilienzförderung setzt direkt bei den Stärken der Hilfesuchenden an.

    Für eine krisenfeste Region braucht es resiliente Menschen.

    Ausgangssituation

    Zur Ist-Situation (Stand 2015) der Gemeinden Gmünd i.K., Krems i.K., Malta und Trebesing:
    Insgesamt leben in den 4 Gemeinden 1.454 Familien mit 2.442 Kindern im Alter von 0-18 Jahren und in etwa 70 Pädagogen die mit den Kindern und Jugendlichen in dieser Region arbeiten. In diesen vier Gemeinden gab es bisher keine weitere Erziehungsberatungsstelle oder eine Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche. Solche Hilfsangebote konnten erst in Spittal bzw. Villach und Klagenfurt gefunden werden.

    Evaluierung der Pilotphase:
    Anfang 2015 gab es mit Unterstützung durch das Arbeitsmarktservice Spittal/Drau eine Pilotphase, in der der Bedarf an einer solchen Erziehungsberatung erhoben wurde.
    Weiters wurden Informationsabende für Eltern in Gmünd und Trebesing abgehalten, wo ebenfalls eine Bedarfserhebung durchgeführt wurde. Das Resultat ergab, dass es eine sehr starke Nachfrage nach Elternberatungen, aber auch nach Kinder- und Jugendbetreuung gab.
    Daraufhin wurde das Projekt „Fit fürs Leben“ den Pädagogen an vier Schulen (VS Gmünd, VS Malta, NMS Gmünd und der VS Trebesing) sowie in den Kindergärten (Leoben, Fischertratten und Trebesing) vorgestellt.

    Ziele und Zielgruppen

    Zielgruppen sind vorrangig Eltern, Pädagogen, Kinder und Jugendliche. Das Unterstützungs- und Beratungsangebot richtet sich an alle Kinder, Jugendlichen von 0-18 Jahren (mit Fragen zur persönlichen Entwicklung oder den Beziehungen zu Eltern und anderen Erwachsenen), (werdenden) Eltern, mit Pflege und Erziehung betrauten Personen und sonstigen wichtigen Bezugspersonen der Kinder und Jugendlichen, welche in Gmünd, Krems, Malta und Trebesing ihren Hauptwohnsitz gemeldet haben.

    Vorrangige Ziele sind:
    • Unterstützung der Eltern: vor allem bei Unsicherheiten in der Erziehung, bei Schwierigkeiten im Kindergarten, in der Schule; in der Lehre, etc., wenn der Erziehungsalltag die Eltern überfordert, in akuten (Erziehungs-)Krisen, bei Anfangsschwierigkeiten in der Rolle als Vater/Mutter, bei Auffälligkeiten in der Entwicklung ihres Kindes, bei allen Sorgen um ihr Kind (0-18; mit verlängerter Minderjährigkeit bis 21 Jahre) oder bei anstehenden Trennungen,
    • Unterstützung bei Kindern und Jugendlichen: bei Schwierigkeiten untereinander oder mit den Eltern, bei Schwierigkeiten mit Lehrkräften oder anderen Autoritätspersonen und in akuten Krisen,
    • Konfliktlösung innerhalb der Familien, zwischen Jugendlichen und Eltern, Jugendlichen und Lehrkräften sowie Eltern und Pädagogen,
    • Unterstützung der Pädagogen: erfolgt in Form kollegialer Beratung für pädagogische Fachkräfte (Reflexionen, Fallbesprechungen; Lösungssuche,,..), aber auch für alle Pädagogen, die mit der Erziehung und Begleitung von Kindern und Jugendlichen aus dieser Region befasst sind, z. B., KindergartenpädagogInnen LehrerInnen, Pädagogen der Nachmittagsbetreuung u. A..

    Durch den kostenlosen Zugang zu diesem Angebot wird die Chancengleichheit erhöht und durch die psychosoziale Nahversorgung kann auch eine lebensqualitätssteigernde Wirksamkeit beschrieben werden. Rasche, unbürokratische, kostenlose, anonyme und mobile Unterstützung rund um das Thema „Erziehung“ für jeden Bürger aus den Gemeinden – das ist das Projekt „Fit fürs Leben“.

    Projektumsetzung und Maßnahmen

    Zu Beginn dieses Projektes lag der Schwerpunkt darauf, diese Dienstleistung bekannt zu machen und zu bewerben mittels Flyer, Postwurf, Berichte in den Gemeindezeitungen und der Internetauftritt auf den Gemeindehomepages.

    Ein weiterer Punkt waren die organisatorischen Aufgaben, wie die Aktualisierung des Konzeptes mit Leitbild, dem Ausbau eines Netzwerkes von helfenden bzw. unterstützenden Maßnahmen des Bezirks Spittal und der Erstellung von Formularen und anderen Arbeitshilfen. Kooperation mit anderen relevanten Fachrichtungen (z.B.: Therapeuten, Psychologen, Psychiatern, Schulpsychologen, Schulärzten, Kinderärzten, etc…) und Vermittlung an ergänzende oder geeignetere Maßnahmen und Unterstützungsangeboten. Damit war die Basis für die Beratungstätigkeit gelegt.

    Ein wesentlicher Aufgabenbereich war die Ausarbeitung von Vorträgen und Workshops für Eltern, Pädagogen, Kindern und Jugendlichen. Damit wird einerseits Prävention betrieben, andererseits werden die Angebote des Projektes beworben.

    Die Kernaufgaben sind die Beratungen und die Förderung der Resilienz. Fixer und wesentlichster Aufgabenbereich sind die Elternberatungen, die Kinder und Jugendberatungen und die kollegialen Beratungen sowie die Dokumentation dieser:
    • Information über erziehungsrelevante Themen,
    • Lösungen für Konflikte und Probleme erarbeiten (Klärung und Unterstützung bei der Bewältigung akuter familiärer Beziehungskonflikte, Unterstützung der Kinder/Jugendlichen bei Schwierigkeiten mit Eltern, Lehrern usw.),
    • Grenzen erkennen und akzeptieren lernen,
    • Kompetenzerweiterung,
    • psychosoziale Grundversorgung.


    Ergebnisse und Wirkungen

    • Seit 2015 wurden über 550 Beratungen durchgeführt.
    • Viele Workshops und Elternabende wurden in den Kindergärten und Schulen abgehalten.
    • Die Zusammenarbeit mit Kindergärten und Schulen sowie den Beratungslehrkräften, der Schulpsychologie, dem Amt für Kinder- und Jugendhilfe, dem Kriseninventionszentrum, dem Kinderschutzzentrum, den Hausärzten und Kinderärzten, dem LKH Villach, dem ELKI Klagenfurt, zahlreiche Psychologen und Therapeuten, etc… konnten maßgeblich verbessert werden. Pädagogische Institutionen - wie NMMS Gmünd, Volksschule Trebesing und Kindergarten Leoben - griffen die Resilienzförderung als Themenschwerpunkt auf.
    • Durch das Erreichen dieser Ziele wird die Lebensqualität jedes einzelnen aber auch der gesamten Region erhöht.
    • Neu erworbene Erziehungskompetenzen wirken sich direkt auf die nachfolgenden Generationen aus und sind somit nachhaltig sehr stark wirksam.
    • Der niederschwellige Zugang zu dieser neuen Dienstleistung erhöht weiters die Chancengleichheit von Kindern und Jugendlichen der Region, da auch sozial schwache Familien dieses Angebot nutzen können.
    • Die interkommunale Vorgehensweise ermöglicht zum einen überhaupt die Verwirklichung dieses Projektes und zum anderen kann die resilienzfördernde, lebensqualitätssteigernde Wirksamkeit am besten durch ein breit angelegtes Design erreicht werden.

    Die Bedeutung des Projektes „Fit fürs Leben“ für die Region kann also mit der nachhaltigen, resilienzfördernden, lebensqualitätssteigernden Wirksamkeit und Erhöhung der Chancengleichheit beschrieben werden.

    Erfahrung

    Das Projekt wurde in dieser ländlichen Gegend besser und vor allem schneller angenommen als gedacht. Manche Familien schienen beinahe darauf gewartet zu haben. Unmittelbar nach den ersten Postwürfen kamen bereits die ersten Anfragen.
    Das Angebot wurde hauptsächlich von hilfesuchenden Eltern genutzt. Aber auch Pädagogen nutzten das Angebot. Nur sehr vereinzelt kam es zu Beratungen von Kindern und Jugendlichen bzw. den Großeltern.
    Es konnte festgestellt werden, dass Familien aus allen Schichten das Angebot der Beratung nutzen, insbesondere aber, bildungsferne in Armut lebende Familien. Hier hat sich bereits eine Sogwirkung durch Mundpropaganda entwickelt.
    Die Netzwerkarbeit ist insgesamt sehr gut angelaufen. Besonders gut gefällt den Probanden, dass man sich in den Beratungen mit ihnen gemeinsam auf die Suche nach ihren individuellen Stärken macht. Dies ermöglicht sehr rasch eine gute Vertrauensbasis und die Zusammenarbeit fällt den Ratsuchenden leicht.

    Das Projekt besteht auch nach dem offiziellen Projektende weiterhin, der Erfolg des Projektes „Fit fürs Leben“ ist spürbar und eine Bereichung für die Region.