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    Marion Gerstl LK OÖ

    ARGE Nützlingsblühstreifen

    Nützlingsblühstreifen und Untersaaten regulieren Blattläuse in Leguminosen

    Themenbereich
    Umwelt, Biodiversität, Naturschutz
    Innovation

    Untergliederung
    Landwirtschaft
    Handel
    Wertschöpfung
    Betriebswirtschaft
    Umweltschutz
    Naturschutz
    Biodiversität
    Innovation
    EIP Europäische Innovationspartnerschaft

    Projektregion
    Oberösterreich

    LE-Periode
    LE 14–20

    Projektlaufzeit
    2019-2022 (geplantes Projektende)

    Projektkosten gesamt
    192.408,38

    Massnahme
    Zusammenarbeit

    Teilmassnahme
    16.2 Förderung für Pilotprojekte und für die Entwicklung neuer Erzeugnisse, Verfahren, Prozesse und Technologien

    Vorhabensart
    16.02.1. Unterstützung bei der Entwicklung neuer Erzeugnisse, Verfahren & Technologien der Land-, Ernährungs- & Forstwirtschaft

    Projektträger
    ARGE Nützlingsblühstreifen

    Kurzbeschreibung

    Der von Blattläusen übertragene PNYD-Virus ruft an heimischen Leguminosen Zwergwuchs und Ernteverluste hervor. Da die Anwendung biologischer und chemischer Pflanzenschutzmittel jedoch nicht die gewünschten Erfolge bringt, reduzieren immer mehr landwirtschaftliche Betriebe die Anbaufläche, wodurch die Selbstversorgung mit wertvollen Eiweißlieferanten gefährdet ist. Um dem entgegen zu wirken verfolgt das Projekt Nützlingsblühstreifen einen biodiversitätsfördernden Lösungsansatz. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung von maßgeschneiderten Nützlingsblühmischungen und Untersaaten zur Schaffung attraktiver Lebensräume für Blattlaus-Antagonisten. So sollen der Blattlausbefall und die Übertragung von PNYD-Viren auf natürliche Weise reduziert und Insektizidspritzungen vermieden werden. Oberstes Ziel ist dabei die Praxistauglichkeit, d.h. die Methodik muss wirtschaftlich tragfähig sein und den technischen Anforderungen der Produzentinnen und Produzenten entsprechen.

    Ausgangssituation

    Eine Infektion von Leguminosen mit dem von Blattläusen übertragenen Pea necrotic yellow dwarf virus (PNYDV) verursacht besonders in einem frühen Stadium Zwergwuchs, geringen Hülsenansatz und kann bis zu Totalausfällen führen. Die Bekämpfung mit biologischen Pflanzenschutzmitteln stößt an ihre Grenzen und in der konventionellen Produktion sinkt die Wirksamkeit von chemisch-synthetischen Mitteln aufgrund der zunehmenden Resistenzbildung. Das erhöhte Anbaurisiko veranlasst landwirtschaftliche Betriebe oftmals, die Anbauflächen von Leguminosen zu reduzieren, diese sind jedoch wertvolle Bestandteile der Fruchtfolge. Insbesondere die Ackerbohne verbessert mit ihren tiefreichenden Wurzeln die Bodenstruktur, reichert Stickstoff an und ist zudem ein wertvoller Eiweißlieferant mit relativ hohem Ertragspotential. Es ist zwar wissenschaftlich belegt, dass Nützlingsblühstreifen und Untersaaten positive Effekte auf die Biodiversität haben und den Blattlausbefall eindämmen, seitens der Betriebe sowie Beraterinnen und Beratern gibt es jedoch noch zahlreiche Vorbehalte, vor allem hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit. Das Projekt ist daher sehr praxisorientiert konzipiert und wird gezielt auf seinen landwirtschaftlichen Nutzen hin betrieben.

    Ziele und Zielgruppen

    Hauptziel des Projektes ist das Aufzeigen des möglichen Mehrwerts von Nützlingsblühstreifen und Untersaaten für die Sicherung der österreichischen Ackerbohnenproduktion. Weitere Ziele sind:

    • Identifikation einer wirksamen und ökonomisch vertretbaren Zusammensetzung der Nützlingsblühstreifen/Untersaaten
    • Reduzierung des Befalls mit Blattläusen/Nanoviren in den Kulturen
    • Vermeidung/Minimierung von Insektizidspritzungen zur Blattlausbekämpfung
    • Aufbau von Know-How und Erhöhung der Akzeptanz zu Nützlingsblühstreifen bei Landwirtinnen und Landwirten

    Zielgruppe des Projektes sind landwirtschaftliche Betriebe und Beraterinnen sowie Berater, die anhand der Projektergebnisse vom direkten funktionellen und wirtschaftlichen Nutzen der Blühstreifen und Untersaaten überzeugt werden sollen.

    Projektumsetzung und Maßnahmen

    Die Operationelle Gruppe besteht aus:

    • 4 landwirtschaftlichen Betrieben
    •  LWK OÖ., Referat Boden.Wasser.Schutz.Beratung
    • Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL)
    • GLOBAL 2000 Forschungsinstitut

    Des Weiteren sind Raumberg-Gumpenstein Research & Development und die Österreichische Agentur für Ernährungssicherheit (AGES) als externe Partner und die Deutsche Saatveredelung AG (DSV) als strategischer Partner in das Projekt eingebunden.

    Wesentliche Projektschritte sind:

    1.   Entwicklung von maßgeschneiderten Saatgutmischungen für Nützlingsblühstreifen und Untersaaten

    2.   Anlage und Management der Blühstreifen/Untersaaten durch die Landwirtinnen und Landwirte

    3.   Wissenschaftliche Begleitung zur Etablierung und Unterstützung der Landwirtinnen und Landwirte beim Blühstreifen-/Untersaatenmanagement durch Expertinnen und Experten

    4.   Monitoring- und Bonituraktivitäten, pflanzenbauliche Kontrollen, Adaptierung und Pflege der Blühstreifen/Untersaaten

    5.   Verbreitung der Projektergebnisse in landwirtschaftlichen und spezifischen Fachkreisen

    Ergebnisse und Wirkungen

    In dem Projekt werden Saatgutmischungen für Nützlingsblühstreifen und Untersaaten erarbeitet, die gezielt und zeitgerecht Blattlausantagonisten anlocken, sodass der Blattlaus- und Nanovirenbefall bei Leguminosen auf natürliche Weise eingedämmt und Insektizidspritzungen reduziert bzw. hinfällig werden. Bei erfolgreichem Ausgang des Vorhabens steht landwirtschaftlichen Betrieben eine Methode zur Verfügung, um Pflanzenschutzmittel einzusparen und gute Leguminosenernten sowie wirtschaftliche Gewinne zu erzielen. Mittelfristig kann so die österreichische Ackerbohnenproduktion stabilisiert bzw. eventuell auch erweitert werden.