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    HBLFA Raumberg-Gumpenstein

    ARGE Berg-Milchvieh - Weiterentwicklung der Haltungssysteme für eine zukunftsträchtige Milchviehhaltung im Berggebiet

    Entwicklung, Evaluierung und Dokumentation standortangepasster Lösungen als Basis für nachhaltige Betriebsberatungskonzepte

    Themenbereich
    Land- und Forstwirtschaft inkl. Wertschöpfungskette
    Innovation

    Untergliederung
    Landwirtschaft
    Tierwohl
    Alm- & Berglandwirtschaft
    EIP Europäische Innovationspartnerschaft

    Projektregion
    Kärnten
    Oberösterreich
    Salzburg
    Steiermark
    Tirol
    Vorarlberg

    LE-Periode
    LE 14–20

    Projektlaufzeit
    2019-2022 (geplantes Projektende)

    Projektkosten gesamt
    499.591

    Massnahme
    Zusammenarbeit

    Teilmassnahme
    16.1 Förderung für die Einrichtung und Tätigkeit operationeller Gruppen der EIP "Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit"

    Vorhabensart
    16.01.1. Unterstützung beim Aufbau & Betrieb operationeller Gruppen der EIP für lw. Produktivität & Nachhaltigkeit

    Projektträger
    ARGE Berg-Milchvieh

    Kurzbeschreibung

    In den Berggebieten der westlichen Bundesländer Österreichs praktizieren bis zu 80% der Milchviehbetriebe eine Kombinationshaltung bestehend aus Weidehaltung, Auslauf und vorübergehender Anbindehaltung. Aktuell wird insbesondere von Milchverarbeitungsbetrieben und vom Lebensmittelhandel ein zunehmender Druck auf diese Betriebe ausgeübt auf Laufstallhaltung umzustellen. Dies geschieht z.B. durch höhere Markenmilchzuschläge die nur mehr Laufstallbetrieben ausgezahlt werden. Ein Stallumbau stellt jedoch kleine Milchviehbetriebe im beengten Berggebiet vor große finanzielle, räumliche und betriebswirtschaftliche Herausforderungen. Das Projekt will diese Betriebe in zweierlei Hinsicht unterstützen: Zum einen werden bereits umgesetzte innovative Stallbaulösungen gut dokumentiert, aufbereitet und als Erfahrungswissen zur Verfügung gestellt. Zum anderen werden den Betrieben, für die ein Stallumbau nicht möglich ist, alternative Betriebsentwicklungsstrategien aufgezeigt.

    Ausgangssituation

    Rund 70% der in Österreich produzierten Milch stammt von kleinstrukturierten Milchviehbetrieben in Berggebieten mit ungünstiger Ausgangslage, wie z.B. einer kleinen Kuhanzahl, Hanglagen oder schwierigen klimatischen Bedingungen. Der überwiegende Teil dieser Betriebe hält seine Milchkühe in Kombinationshaltung. Neuerdings üben Lebensmittelhandelsketten, Milchverarbeitungsbetriebe und Tierschutzvereine immer mehr Druck auf diese Betriebe aus, auf Laufstallhaltung umzustellen. So werden etwa Fristen für die Laufstallumstellung gesetzt, höhere Markenmilchzuschläge nur mehr Laufstallbetrieben gezahlt und auch bei Kombinationshaltung ist der tägliche Auslauf ab sofort vorgeschrieben. Diese Anforderungen bedrohen die Existenz zahlreicher bergbäuerlicher Betriebe, denn es ist erstens nicht immer möglich, im beengten Berggebiet einen neuen Laufstall zu bauen und zweitens, falls genügend Platz vorhanden ist, gibt es für Stallbauten im Berggebiet keine kostengünstigen, erprobten Standardlösungen wie etwa im Flachland, so dass betriebsindividuell geplant und gebaut werden muss. Das Projekt will diese betroffenen Milchviehbetriebe gezielt unterstützen.

    Ziele und Zielgruppen

    Hauptziel des Projektes ist es, innovative Haltungssysteme bzw. Betriebsentwicklungsstrategien im Berggebiet zu sammeln, zu evaluieren und einheitlich zu dokumentieren. Weitere Ziele sind:

    • Zusammenführung der Erfahrungen/des Wissens von bereits umgesetzten Baulösungen aus allen betroffenen Regionen und von allen Projektpartnerinnen und -partnern
    • Evaluierung dieser Baumaßnahmen hinsichtlich Tierwohl-, Emissionsrisiko- und Nachhaltigkeitskriterien
    • Wirtschaftliche Beurteilung von Baumaßnahmen durch Erarbeitung aktueller (Um-)Baukostensätze
    • Erhebung bzw. neue Erarbeitung von alternativen Betriebsentwicklungsstrategien

    Hauptzielgruppe sind alle betroffenen Milchviehbetriebe in den Berggebieten, die anhand der Projektergebnisse eine Entscheidungshilfe zur Verfügung gestellt bekommen sowie Beraterinnen und Berater, die datenfundierte, umfassende Beratungstools erhalten.

    Projektumsetzung und Maßnahmen

    Die Operationelle Gruppe besteht aus:

    • landwirtschaftlichen Betriebe in der Steiermark, Tirol und Salzburg
    • Landwirtschaftskammer Österreich
    • Landwirtschaftskammern der Länder V, T, Sbg., Stmk., K, OÖ, NÖ
    • Bio Austria Österreich und Bio Austria Vereine betroffener Bundesländer
    • Österreichisches Kuratorium für Landtechnik und Landentwicklung
    • Obersteirische Molkerei und Tirol-Milch „Bergland“

    Des Weiteren sind Raumberg-Gumpenstein Research & Development als strategischer Partner, die Universität für Bodenkultur und 40 Pilotbetriebe als Dienstleister sowie zwei Institute der HBLFA Raumberg-Gumpenstein, diverse Stakeholder und Bildungsträger der Länder als Partner in das Projekt eingebunden.

    Wesentliche Projektschritte sind:

    1. Systematische Erfassung von 30 bereits umgesetzten Baulösungen mittels zuvor erarbeiteter Erfassungsmethoden und Dokumentationsvorlagen
    2. Bewertung dieser Baulösungen hinsichtlich des Tiergerechtheits- und Emissionsrisikopotentials, ihrer Nachhaltigkeit und Betriebswirtschaftlichkeit
    3. Begleitung und Dokumentation von 10 Beispielsbetrieben bei der Umsetzung alternativer Betriebsentwicklungen
    4. Erstellung einer Baubroschüre (120 Seiten) und einer Broschüre zu alternativen Betriebsentwicklungsmöglichkeiten (40 Seiten)
    5. Erstellung einer Homepage und diverser Materialien für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren zur Verbreitung der Ergebnisse


    Ergebnisse und Wirkungen

    Dieses Projekt trägt zur Sicherung der Milchviehbetriebe und der Multifunktionalität der Berglandwirtschaft in den Grünland-Bergregionen in Österreich bei. Es liefert einen Beitrag zur Modernisierung der Landwirtschaft und zur Verbesserung der Tierhaltung. Vor allem aber hat das Projekt eine hohe wirtschaftliche Bedeutung, da zahlreiche Betriebe derzeit vor großen baulichen und betriebswirtschaftlichen Herausforderungen stehen und ihre Zukunft abgesichert werden muss.

    <span class='copyright'>HBLFA Raumberg-Gumpenstein</span>