ARGE Rübenanbau

Aufbau von Erhebungs und Regulierungsprogrammen zu ausgewählten tierischen Schädlingen im Zuckerrübenanbau in Österreich

Themenbereich
Innovation

Untergliederung
Landwirtschaft
Biodiversität
Klimawandelanpassung
EIP Europäische Innovationspartnerschaft

Projektregion
Burgenland
Niederösterreich
Oberösterreich
Steiermark
Wien

LE-Periode
LE 14–20

Projektlaufzeit
2019-2022 (geplantes Projektende)

Projektkosten gesamt
399.884 €

Massnahme
Zusammenarbeit

Teilmassnahme
16.2 Förderung für Pilotprojekte und für die Entwicklung neuer Erzeugnisse, Verfahren, Prozesse und Technologien

Vorhabensart
16.02.1. Unterstützung bei der Entwicklung neuer Erzeugnisse, Verfahren & Technologien der Land-, Ernährungs- & Forstwirtschaft

Projektträger
ARGE Rübenanbau

Kurzbeschreibung

Der Zuckerrübenanbau ist eine bedeutende Ackerkultur in Österreich und wertvoller Bestandteil in vielen Fruchtfolgen. Durch geänderte Produktionsbedingungen aufgrund der zusehends beschränkteren Möglichkeiten bei der Schaderregerbekämpfung, sowie durch klimabedingt erhöhtes Schaderregeraufkommen, gerät dieses wertvolle Fruchtfolgeglied jedoch vermehrt unter Druck. Ziel des Projektes ist es, Maßnahmen für den integrierten Pflanzenschutz im Rübenanbau zu entwickeln. Einerseits wird ein neues Warndienstsystem für Rübenschädlinge aufgebaut, andererseits wird die Begrünung vor Zuckerrüben hinsichtlich der Regulierung von Schaderregerpopulation sowie der Attraktivität für Bestäuber optimiert. Dadurch entsteht eine konkrete Entscheidungsgrundlage, durch die das Risiko von Produktionsausfällen reduziert und auf geänderte Rahmenbedingungen besser eingegangen werden kann. Dies trägt dazu bei den heimischen Rübenanbau langfristig abzusichern und fit für die Zukunft zu machen.

Ausgangssituation

Die Rahmenbedingungen im österreichischen Rübenanbau, einer bedeutenden Ackerkultur von gesellschaftlichem, regionalem und strategischem Interesse, haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Einerseits bewirken Änderungen der globalen Angebots- und Nachfragebedingungen zunehmend Preisrisiken und sich ändernde Produktionsvoraussetzungen bringen neue Herausforderungen im Anbau mit sich. Andererseits treten aufgrund der sich ändernden klimatischen Bedingungen bisher wenig beachtete Schaderreger gehäuft auf, beispielsweise der Rübenderbrüssler oder auch der Rübenerdfloh und insbesondere Blattläuse. Diese stellen landwirtschaftliche Betriebe vor große Probleme. Das für Landwirtinnen und Landwirte relevante Wissen (z.B. zu Populationsverläufen und Verbreitungsgebieten) zu diesen Schädlingen ist bisher noch lückenhaft. Auch gibt es derzeit in Österreich keine Warndiensttätigkeit zu Rübenschädlingen. Des Weiteren gestaltet sich die Schädlingsbekämpfung im Rübenanbau schwierig bzw. immer schwieriger, da der Einsatz von Insektiziden nur eingeschränkt möglich ist. Ein möglicher Ansatzpunkt ist die gezielte Auswahl von Zwischenfrüchten, die häufig in den Rübenanbau integriert sind und großen Einfluss auf Insektenpopulationen (sowohl Schädlinge als auch Nützlinge oder Bestäuber) haben. Allerdings fehlt auch hier oft das praktische Wissen über optimale Sorten, Mischungen und Anbau, um Schädlingsvorkommen zu minimieren, und gleichzeitig Nützlingen optimale Bedingungen zu bieten.

Ziele und Zielgruppen

Hauptziel des Projektes ist es auf der einen Seite Wissen und Informationen für Landwirtinnen und Landwirte gezielt aufzubereiten und auf der anderen Seite Bewirtschaftungsmethoden zu entwickeln, die den Schädlingsbefall bei Rüben minimieren. Dies umfasst u.a.:

  • Entwicklung von Modulen des Warndienstsystems (www.warndienst.at) für ausgewählte Rübenschädlinge (Rübenerdfloh, schwarze Bohnenblattlaus, grüne Pfirsichblattlaus)
  • Untersuchungen zum Virenbefall von Blattläusen
  • Standardisierte Erfassung von Auftreten und Entwicklung des Rübenderbrüsslers sowie Aufbau eines Monitoring- und Informationssystems für Rübenbauern
  • Optimierung von Begrünungsmischungen in den Rübenfruchtfolgen in Hinblick ihres Einflusses auf rübenspezifische Schaderregerpopulationen

Die Zielgruppe des Projektes ist der gesamte österreichische Rübensektor, der zurzeit aus über 6000 Betrieben besteht.

Projektumsetzung und Maßnahmen

Die Operationelle Gruppe besteht aus:

  • 5 praktizierenden Landwirtinnen und Landwirten
  • Landwirtschaftskammer Niederösterreich
  • Landwirtschaftskammer Österreich
  • Agrana Research and Innovation Center (ARIC)
  • Die Rübenbauern (Anbauverband)
 
Weiters ist die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH (AGES) als strategischer Dienstleistungspartner in das Projekt involviert.

Wesentliche Projektschritte sind:

  1. Entwicklung von Erfassungssystemen für Erdfloh und Blattlaus, Datenübermittlungs- sowie Qualitätssicherungssystemen und die Eingliederung dieser in bestehende Warndienstsysteme
  2. Untersuchung des Effekts von Saatgutbehandlung auf das Schadpotenzial von Rübenschädlingen
  3. Entwicklung eines Rübenderbrüssler Erfassungssystems und Eingliederung in bestehende Warndienstsysteme
  4. Untersuchung von Begrünungsstrategien auf ihren Einfluss auf Schädlingspopulationen und die Biodiversität


Ergebnisse und Wirkungen

Aufgrund der hohen Produktionskosten besteht im Rübenanbau ein hohes Risiko für nicht gegebene Wettbewerbsfähigkeit. Darum ist höchst effizienter Ressourceneinsatz im Rübenanbau essenziell. Im Rahmen dieses Projektes werden Methoden und Handlungsempfehlungen entwickelt, die es österreichischen Rübenbauern ermöglichen, klimabedingt auftretenden Rübenschädlingen trotz Beschränkungen beim Insektizideinsatz effektiv entgegenzutreten. Diese Maßnahmen können entscheidend dazu beitragen, die Effizienz in der Produktion zu steigern und die Ertragssicherheit durch Reduktion von Pflanz- und Ertragsausfällen zu erhöhen. Davon profitiert in weiterer Folge die österreichische Wirtschaft, da durch den Erhalt der Zuckerrübenproduktion in Österreich Arbeitsplätze gesichert werden.