Breitbandinternet als Daseinsvorsorge

Themenbereich
Basisdienstleistungen, Leader, Gemeinden

Untergliederung
Nahversorgung
LEADER
Interkommunale Kooperation
Gemeindeentwicklung
Standortentwicklung
Innovation

Projektregion
Oberösterreich

Lokale Aktionsgruppe
LAG Mostlandl Hausruck

LE-Periode
LE 14–20

Projektlaufzeit
11.07.2018-31.08.2019

Projektkosten gesamt
23.869,00€

Fördersumme aus LE 14-20
14.321,00€

Massnahme
Förderung zur lokalen Entwicklung (CLLD)

Teilmassnahme
19.2. Förderung für die Durchführung der Vorhaben im Rahmen der von der örtlichen Bevölkerung betriebenen Strategie für lokale Entwicklung

Vorhabensart
19.2.1. Umsetzung der lokalen Entwicklungsstrategie

Projektträger
LAG Mostlandl Hausruck

Kurzbeschreibung

Um die Daseinsvorsorge mit Breitbandinternet im Mostlandl Hausruck mittelfristig zu gewährleisten, wurde dieses LEADER-Projekt initiiert. Es hat die Koordination der Breitbandversorgung in der Region zum Inhalt. Ein geografischer Plan über die IST Situation des Breitband Ausbaus in der Region inkl. Umsetzungs- und Zeitplan soll ein Instrument für die Gemeinden sein, koordiniert vorzugehen und nicht vom „Wettbewerb der Technologieanbieter“ abhängig zu sein.

Ausgangssituation

Digitale Infrastruktur in Form von leistungsfähigem Internetzugang ist aus unserem Leben heute nicht mehr wegzudenken. Die Digitalisierung unserer Gesellschaft geht auch mit einer Verstädterung einher. Umso wichtiger ist es, ländliche Regionen auch in Zukunft für die nachfolgenden Generationen als attraktiven Lebensraum zu gestalten. Eine entsprechende Versorgung der Haushalte mit Breitband-Internetzugang ist dabei eine der essentiellsten Maßnahmen. Außerhalb des urbanen und suburbanen Raumes („Speckgürtel“ um die Städte) ist die Versorgung mit Internet hoher Bandbreite (ab 30-100 Mbit/s) häufig nicht vorhanden. Für die Entwicklung dieser Regionen ist ein solcher Zugang heute und in Zukunft maßgeblich, da dieser einen entscheidenden Faktor bei der Wahl des Wohn- und Wirtschaftsstandortes darstellt. Trotz der Möglichkeiten zum geförderten Ausbau seitens der öffentlichen Hand erfolgt dieser derzeit nur in den Kerngebieten der Gemeinden. In den Randgebieten hingegen, besteht nur beschränkt Aussicht auf eine rasche Realisierung des Breitbandzugangs für die Bürgerinnen und Bürger. In diesem speziellen Bereich sind zahlreiche Akteure aktiv. Dies sind einerseits die Gemeinden als bürgerunmittelbarste Ebene, andererseits die Internetserviceprovider und Energieversorger, welche verschiedene Gebiete bereits mit Breitbandinternet versorgen. Der bisherige Ausbau wurde von den Serviceprovidern weitestgehend autonom in Einzelprojekten vorgenommen, woraus die heute bestehende Lage resultierte.

Ziele und Zielgruppen

Das oberste Ziel ist eine möglichst flächendeckende Versorgung von Haushalten, Unternehmen und Gemeinden (öffentl. Einrichtungen) mit einer zukunftsfähigen Glasfaserinfrastruktur (3 Layer open access Modell) in der Region Mostlandl Hausruck. Die regionalen Bedürfnisse sind zentral zu erheben um so einen koordinierten, effizienteren und schnelleren Ausbau der Glasfaserinfrastruktur in der Region Mostlandl Hausruck gewährleisten zu können.

Zielgruppen sind:
• Gewerbebetriebe und landwirtschaftliche Gehöfte in dezentralen Einzellagen,
• Die 32 beteiligten Gemeinden. Sie haben mit dem vorliegenden kommunalen und regionale Umsetzungsplan ein Instrument vorliegen, welches sie nicht selber erarbeiten müssen. Das konforme Mitverlegen von Leerrohren bei allen Tiefbau-Aktivitäten wird ermöglicht. Argumentationsgrundlage für einen koordinierten Ausbau in der Diskussion mit Technologieanbietern. Unterstützung mit technischem Know How durch die Projektleitung.
• Technologieanbieter haben einen Vorteil, weil sie koordiniert ausbauen können
• Land OÖ - Unterstützung bei der Umsetzung der Breitbandstrategie OÖ bis 2022
• Andere OÖ LEADER-Regionen können von diesem Pilotprojekt profitieren



Projektumsetzung und Maßnahmen

Das Projekt „Breitbandinternet als Daseinsvorsorge“ verfolgt eine Koordination der einzelnen Akteure, übernimmt das Management und die Gesamtleitung der einzelnen Vorhaben und bündelt das Wissen der Gemeinden, Energieversorger, sowie anderer Betreiber von Glasfaserinfrastruktur wie ÖBB oder ASFiNAG. Darüber hinaus soll eine allseits akkordierte Projektstrategie durch Mitverlegung mit anderen Bauvorhaben im Bereich des Infrastrukturbaues, wie Straßen, Kanäle, Stromleitungen oder Eisenbahnanlagen, die hohen Ausbaukosten
senken. Am Abschluss des Projektes steht ein Master-Plan, welcher es den Gemeinden erleichtert, mit den Internetserviceprovidern konkrete Projekte für den flächendeckenden Ausbau von Breitbandinternet auf Glasfaser-Basis abzuwickeln.

Ergebnisse und Wirkungen

Nach Abschluss des Projektes im Juli 2019 steht nunmehr für alle am Projekt teilnehmenden Gemeinden eine umfangreiche Information mit dem aktuellen Stand des Breitbandausbaues im Gemeindegebiet zur Verfügung, welches ergänzt wird durch Empfehlungen, wie eine sinnvolle weitere Vorgangsweise ablaufen kann, die zu einem flächendeckenden Ausbau eines Breitbandnetzes führt. Die Konferenz der Gemeinden, Provider, Fiber Service, LEADER und der WKO hat die einzelnen Vetospieler einander näher gebracht, der gegenseitige
Austausch und die Interessen des jeweils anderen können besser verstanden werden.
In einigen weiteren oberösterreichischen Regionen konnte dem Beispiel Mostlandl Hausruck folgend ein ähnliches Projekt umgesetzt werden. Der kooperative Ansatz kann nun nicht nur regional sondern oberösterreichweit verfolgt werden. Wir meinen, dass durch bessere, oberösterreichweite Zusammenarbeit aller Beteiligten (Gemeinden, Provider, Tiefbau, Siedlungsentwicklung usw.) erst eine zeitnahe Schaffung dieser Basisinfrastruktur gewährleistet werden kann.

Erfahrung

Eine vernetzte bzw. kooperative Herangehensweise an den Netzausbau war definitiv kein Thema zu Beginn des Projektes. Erst durch das Engagement der Region für einen koordinierten und gemeindeübergreifenden Plan wurde auch von Seiten der Provider Vorteile erkannt. Der Ausbau mit Glasfaserinfrastruktur in OÖ ist leider keine öffentliche Angelegenheit sondern unterliegt dem wirtschaftlichen Wettbewerb. Durch Kooperation könnten aber auch hier Alle schneller zum Ziel gelangen. Das wurde aufgezeigt und ist auch politisch wahrgenommen worden. Dank LEADER hat hier eine Region etwas aufgezeigt, was Modellcharakter hat.