Gemeinde Warth
Gemeinde Warth

BeimSenn

Themenbereich
Land- und Forstwirtschaft inkl. Wertschöpfungskette
Kulinarik

Untergliederung
Landwirtschaft
Alm- & Berglandwirtschaft
Kulinarik
Vermarktung und Vertrieb
Gastronomie
Tourismus
Nahversorgung
Leerstand

Projektregion
Vorarlberg

Lokale Aktionsgruppe
LAG REGIO-V Regionalentwicklung Vorarlberg

LE-Periode
LE 14–20

Projektlaufzeit
01.04.2020- 31.12.2021 (geplantes Projektende)

Projektkosten gesamt
354.800,00 Euro

Fördersumme aus LE 14-20
141.920,00 Euro

Massnahme
Förderung zur lokalen Entwicklung (CLLD)

Teilmassnahme
19.2. Förderung für die Durchführung der Vorhaben im Rahmen der von der örtlichen Bevölkerung betriebenen Strategie für lokale Entwicklung

Vorhabensart
19.2.1. Umsetzung der lokalen Entwicklungsstrategie

Projektträger
Gemeinde Warth

Kurzbeschreibung

Mit dem Projekt soll im ehemaligen Sennereigebäude, von der Gemeinde für 20 Jahre gepachtet, ein Laden für regionale Produkte entstehen. Eine Ausstellung zur Skigeschichte der Region in Verbindung mit der kulturlandschaftlichen Entwicklung bereichert den Laden. Abgerundet wird das Ladenkonzept durch einen kleinen Gastronomiebereich, ebenfalls mit regionalen Produkten.

Die geplante Produktpalette reicht von Milch- und Fleischprodukten, saisonalem Obst und Gemüse über Kräuter, Gewürze, Tees, Bienenprodukte, Eingemachtes, Liköre, Destillate bis hin zu regionalen Handarbeits- und Handwerksprodukten. Auch die Infrastruktur und der Service sollen die lokale Kultur wiederspiegeln. Nach der Sanierung des Gebäudes wird die ursprüngliche Verwendung weiterhin sicht- und spürbar sein und dieses Kulturgut für längere Zeit erhalten bleiben. Für die Gemeinde und die restlichen Beteiligten sollen das Verständnis und die Kompetenz in Sachen ortsgerechter Gestaltung von Raum- und Serviceangebot steigen.

Ausgangssituation

Die Sennerei Genossenschaft Warth hat ihr altes Gebäude im Jahr 2007 aufgelassen, als der langjährige Pächter ein eigenes multifunktionales Gebäude mit Sennerei, Metzgerei, Imbiss und Appartements in der Nähe errichtet hat. Ab Mai 2020 wird auch der Sennereibetrieb in der Wälder Metzge in Warth beendet. Zukünftig wird die Milch der ansässigen Bauer*innen in der Lechtaler Naturkäserei in der benachbarten Gemeinde Steeg verarbeitet. Im Gegenzug werden alle Milchprodukte im neu geplanten Regionalladen angeboten.

Bis dato hat sich eine nachhaltige authentische Nutzung für die alte Sennerei noch nicht ergeben. Das Gebäude ist sanierungsbedürftig und muss bei einer Weiternutzung komplett saniert werden. Dazu soll die Grundstruktur außen wie innen möglichst erhalten bleiben. Etwaige andere Nutzungen wie ein weiteres Sportgeschäft oder auch reine Mitarbeiter*innen Wohnmöglichkeiten tragen nicht zu mehr Regionalität im Ortszentrum bei. Mit dieser Nutzung wäre überdies nur die starke Wintersaison abgedeckt.

Aus diesem Grund hat sich die Gemeinde Warth im Jahr 2019 dafür entschieden, das alte Sennereigebäude langfristig für zwanzig Jahre zu pachten. Entsprechende Verträge sind bereits unterzeichnet und erste Gespräche mit regionalen Anbietern wie Holzschuh Devich, Bentele Genuss und der Lechtaler Naturkäserei wurden bereits geführt. Die Suche nach einer Pächter*in ergab bisher, dass fünf einheimische Personen bzw. Betriebe ihr Interesse bekundeten. Mit der zukünftigen Pächter*in wird der Verkauf der heimischen Produkte vertraglich vereinbart. Sollte sich im Projektverlauf mit den Interessierten keine Einigung finden, wird die Gemeinde den Regionalladen betreiben.

Viele Gäste besuchen die Region auch, um regionstypisches zu erleben. Der erste Kontakt führt hierbei meistens über regionale Produkte. In Richtung Konsument*in, ob Gast oder Einheimische, richtet sich die Frage, wie regionale Lebensmittel und Produkte noch stärker zu einem Bestandteil regional-authentischen Handelns werden können. Hier gilt es Bewusstsein zu schaffen. Ein Regionalladen als zentraler Anlaufpunkt, der mit seinen Produkten die Region abbildet, könnte einen Beitrag leisten.

Ziele und Zielgruppen


Ziele

  • Aktivierung des Objektes im Dorfzentrum zur Nutzung als Regionalladen
  • Ausbau einer authentischen dörflichen Infrastruktur zur Stärkung des Bewusstseins für regionales Handeln
  • Aufbau eines ganzjährigen Regionalladens mit dazu gehöriger Kleingastronomie
  • Vernetzung von Produzent*innen zur Vermarktung regionaler Produkte

Wirkung

  • Aufbau eines Absatzmarktes für Produkte aus der Region
  • Erhalt authentischer Architektur und deren Nutzung
  • Zusätzliche ganzjährige Nahversorgung für Einheimische und Gäste
  • Vernetzung Landwirtschaft, Handel und Tourismus


Projektumsetzung und Maßnahmen

Im Projekt geht es im ersten Schritt darum, alle Beteiligten (Gemeinde, Handwerker*innen, Produzent*innen, Pächter*in und Tourismusbetriebe) hinsichtlich des Themas „Regionale Authentizität“ zu sensibilisieren und zur Zusammenarbeit zu gewinnen. Ein entsprechendes Laden-Konzept mit Verkaufs-, Ausstellungs- und Gastrobereich und zugrundeliegendem Geschäftsmodell wird detailliert. Dies kann von einer reinen Verpachtung bis hin zu einer Produzenten-Anbieter-Vereinigung reichen. Alle Varianten haben gemeinsam, dass der Regionalladen ganzjährig geführt werden muss und ausschließlich heimische, regionale Produkte anbietet und verarbeitet. Die Namensgebung soll die Regionalität und Authentizität noch mehr unterstützen. Ein Beispiel wäre hier „Beim Senn“.

Die geplante Ausstellung zur Skigeschichte in Kombination mit den Entwicklungen in der Natur- und Kulturlandschaft und deren regionaler Produkte mit entsprechender Öffentlichkeitsarbeit könnte dazu beitragen, das Thema in die Breite zu tragen und den Blick zum Thema hingehend zu schärfen.

Das Sennerei-Gebäude bleibt von außen möglichst unverändert. Auch im Inneren sollen sich im Erdgeschoss immer noch Elemente von damals finden und auf die ehemalige Sennerei und die Kulturlandschaft hinweisen. So wird z.B. der alte Sennkessel im neuen Verkaufsraum erhalten bleiben. Für einen Weiterbetrieb bzw. eine Umnutzung des Gebäudes samt betriebsrechtlichen Genehmigungen sind gewisse Sanierungen (z.B. Elektro- und Installationsarbeiten, neue Fenster, verschiedenste Auflagen - Lüftung) und Adaptierungen (Abbrucharbeiten) unumgänglich. Die im Obergeschoss befindlichen Wohnungen werden außerhalb dieses Projektes ebenfalls saniert.

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