Gut leben, gut arbeiten. Up-gesichert?

Soziale Absicherung für Frauen im ländlichen Raum

Themenbereich
Basisdienstleistungen, Leader, Gemeinden
Land- und Forstwirtschaft inkl. Wertschöpfungskette

Untergliederung
Landwirtschaft
Chancengleichheit
Frauen
Soziale Dienstleistungen
LEADER
Bildung & Lebenslanges Lernen

Projektregion
Salzburg

Lokale Aktionsgruppe
LAG Biosphäre Lungau
LAG Lebens.Wert.Pongau

LE-Periode
LE 14–20

Projektlaufzeit
01.07.2022-30.06.2023 (geplantes Projektende)

Projektkosten gesamt
21.849,50€

Fördersumme aus LE 14-20
17.479,60€

Massnahme
Förderung zur lokalen Entwicklung (CLLD)

Teilmassnahme
19.2. Förderung für die Durchführung der Vorhaben im Rahmen der von der örtlichen Bevölkerung betriebenen Strategie für lokale Entwicklung

Vorhabensart
19.2.1. Umsetzung der lokalen Entwicklungsstrategie

Projektträger
ÖBV Salzburg - Via Campesina Austria

Kurzbeschreibung

Für lebendige ländliche Räume mit vorhandenen sozialen Strukturen braucht es attraktive Arbeitsplätze unmittelbar in der Region, in der Landwirtschaft und der Lebensmittelproduktion, die der Vielfalt an Lebensentwürfen der dort lebenden Menschen gerecht werden und ihren Bedürfnissen (Kinder- und Altenversorgung, Nahversorgung und Mobilität, etc.) entsprechen. Eine gerechte soziale Absicherung für Bäuerinnen dient als Unterstützung, sich für ein Leben und Arbeiten am Land und in der regionalen Lebensmittelversorgung zu entscheiden. Das vorliegende Projekt fördert außerdem den Austausch unter Betroffenen und dient dazu, sich gemeinsam mit sozialer Absicherung auseinanderzusetzen und sich an der Lösungssuche zu beteiligen.

Ausgangssituation

Anlass für das Projekt sind ein erschwerter Zugang zu Informationen und offene Fragen, die sich Bäuerinnen stellen, wenn es um finanzielle und soziale Absicherung in der Landwirtschaft geht: Wie kann ich mich sozial absichern, wenn ich ohne Heirat oder eingetragene Partnerschaft mit meiner/meinem Partner:in einen landwirtschaftlichen Betrieb führen möchte? Wie sieht es zum Beispiel aus im Trennungs-, Scheidungs- oder Todesfall? Gibt es bereits Erfahrungen mit Karenzen oder Pensionssplitting im landwirtschaftlichen Bereich? Diese Fragen sind nicht nur für Menschen relevant, die bereits in der Landwirtschaft arbeiten, sondern sind auch grundlegende Entscheidungsfragen, um sich am Land niederzulassen und in die Landwirtschaft einzusteigen.
Zudem ist die Frage nach sozialer Absicherung und niedriger Pensionen ein gesamtgesellschaftliches Thema.

Ziele und Zielgruppen

Bäuerinnen im Pongau und Lungau:
  • durch mehr Klarheit bezüglich sozialrechtlicher Fragestellungen, um eine gute finanzielle und soziale Absicherung in allen Lebensphasen und in Krisen zu gewährleisten;
  • den Zugang zu Informationen im Bereich soziale Absicherung zu erleichtern;
  • Vergleichbarkeit mit anderen berufstätigen Frauen;
  • vor Übertritt in die Pension, um zu klären, welche Pensionshöhen erwartbar sind und was sie unternehmen können, um ihre Situation eventuell noch zu verbessern;

Für junge Übernehmerinnen von landwirtschaftlichen Betrieben und für Einsteigerinnen in kooperativ geführten Gemeinschaftsbetrieben im Pongau und Lungau (Stichwort: Außerfamiliäre Hofüber­nahme) als Entscheidungshilfe, um in die Landwirtschaft einzusteigen.

Projektumsetzung und Maßnahmen

1. Aktuelle Fragestellungen
  • Recherche zum Thema allgemein, zu möglichen Interviewpartnerinnen im Pongau und Lungau, Auswahl der Interviewpartnerinnen.
  • Vorbereitung des Interviewleitfadens auf Basis der vorangegangen Recherche.
  • Qualitative Interviews mit betroffenen Frauen in der Landwirtschaft zum Thema soziale Absicherung und Ermittlung von Best-Practice-Beispielen.
  • Zusammenfassung der Ergebnisse.

Ziele:
  • Erhebung des Wissenstandes der betroffenen Frauen über ihre soziale Absicherung am landwirtschaftlichen Arbeitsplatz, auch mit Hinblick auf Krisenzeiten (zum Beispiel Arbeitsunfähigkeit, Scheidung).
  • Erhebung über Zugang zu Information im Bereich soziale Absicherung.
  • Erfassen von Best-Practice Beispielen.
  • Definition von Problemen und Schwierigkeiten, eventuell erster Lösungswege.

2. Recherche Expertinnen und Experten
Recherche auf Basis der vorangegangenen Interviews mit betroffenen Frauen in der Landwirtschaft (Wo sind Probleme in der Praxis? Welche Informationen sind wo verfügbar? Gibt es Bestrebungen zu Verbesserungen? Von welchen Stellen?), Recherche und Auswahl von Expertinnen und Experten für die Interviews, Erstellung des Interviewleitfadens.

  • Qualitative Interviews mit Expertinnen und Experten in Beratung oder ähnlichen Bereichen.
  • Ergebniszusammenfassung und Verlinkung mit Betroffenen-Interviews.

Ziele:
  • Erhebung des (Wissens-/Beratungs-) Standpunkts von Expert:innen zur sozialen Absicherung von Frauen, auch in Hinblick auf Krisenzeiten (zum Beispiel Arbeitsunfähigkeit, Scheidung).
  • Definition von Problemen und Schwierigkeiten, eventuell erste Lösungsansätze oder angedachte/geplante Schritte (Was braucht es aus Sicht von Expertinnen und Experten?).

3. Bildungsveranstaltung
Bei zwei geplanten Workshops (ein Mal Pongau, ein Mal Lungau) werden die Ergebnisse der Interviews den betroffenen Frauen und den Expertinnen und Experten präsentiert. In einem weiteren Schritte werden diese Ergebnisse interaktiv diskutiert und gemeinsam mögliche Lösungswege und/oder Forderungen definiert: Was braucht es für die betroffenen Frauen? Was braucht es für die Beratung? Was sind politische Forderungen? Was sind gemeinsame nächste Schritte?

Ziele:
  • Zurückbringen der Ergebnisse an betroffene Frauen und Expertinnen und Experten.
  • Vertiefte Auseinandersetzung mit der eigenen Situation.
  • Partizipative Diskussion der Forschungsergebnisse und Definition von möglichen Forderungen an Beratung und/oder Politik.

4. Öffentlichkeitsarbeit
Um das Projekt, die Problemstellung und mögliche daraus entstehende Forderungen öffentlichkeitswirksam vorzustellen, werden die Ergebnisse in Form von Foldern und Artikeln in diversen Zeitschriften (zum Beispiel Wege der bäuerlichen Zukunft, Landjugendzeitschrift) und bei einer ausgewählten Tagung vorgestellt.

Ziele:
  • Vorstellung des Projekts, der Ergebnisse, der Probleme und Lösungswege.
  • Öffentlichkeitswirksamkeit in Hinblick auf mögliche politische Forderungen.
  • Darstellung von Einzelsituationen von Frauen in der Landwirtschaft im gesamtgesellschaftlichen Fokus (Was haben diese Einzelsituationen mit dem Gemeinwohl zu tun?).

5. Ergebnisbericht
In einem abschließenden, umfassenden Bericht werden Prozess, Ergebnisse und Workshop festgehalten und Betroffenen, Expertinnen und Experten und anderen Interessentinnen und Interessenten zur Verfügung gestellt.

Ziele:
  • Umfassende Nachbearbeitung des Projekts.
  • Festhalten von Ergebnissen.
  • Erstellung einer Grundlage für eventuelle Folgeprojekte oder zum Vergleich mit anderen Regionen.