Arbeitsgruppe zur Förderung der Gleichstellung und Chancengleichheit im Ländlichen Raum


1)   Hintergrund der Arbeitsgruppe
Im Rahmen der 5. Sitzung des Begleitausschusses LE 14-20 wurde gemäß Art. IV Abs. 2 der Geschäftsordnung beschlossen, eine Arbeitsgruppe zum Thema „Gleichstellung von Frauen und Männern und Chancengleichheit im ländlichen Raum“ einzurichten. Der erste inhaltliche Schwerpunkt der Arbeitsgruppe wird auf das Thema „Gleichstellung von Frauen und Männern im ländlichen Raum“ gelegt.

 2)   Zusammensetzung der Arbeitsgruppe – Nominierung der Mitglieder
Die Arbeitsgruppe umfasst Mitglieder oder Ersatzmitglieder des Begleitausschusses, welche verschiedene Bereiche vertreten, u.a. die Verwaltung, Nicht-Regierungsorganisationen sowie die Wirtschafts- und Sozialpartner. Durch die Zusammensetzung soll sichergestellt werden, dass unterschiedliche Interessen und Bedürfnisse berücksichtigt und gleichzeitig Maßnahmen entwickelt werden, welche im Rahmen des Programms LE 14-20 realistisch umsetzbar sind.

13 VertreterInnen aus folgenden Organisationen wurden für die Arbeitsgruppe nominiert:

  • 2 VertreterInnen des BMLFUW
  • 1 Vertreter/in aus den Programmverantwortlichen Landesstellen 
  • 1 Vertreter/in der für Gleichbehandlungsfragen zuständigen Bundesstelle (BMGF)
  • 3 VertreterInnen der Wirtschafts- und Sozialpartner (BAK, WKÖ, LKÖ)
  • 1 Vertreter/in eines Verbandes für Berg- und KleinbäuerInnen (ÖBV)
  • 3 VertreterInnen aus den Nicht-Regierungsbereich für Fragen der Chancengleichheit (Österreichischer Frauenring, Landjugend Österreich, ÖAR)
  • 1 Vertreter/in der lokalen Aktionsgruppen (Leader-Region)
  • 1 Vertreter/in des Landarbeiterkammertags Österreichs (LAK)

3)   Ziele der Arbeitsgruppe
Ziel der Arbeitsgruppe ist es, im Sinne der nachhaltigen Entwicklung die Gleichstellung von Frauen und Männern und die Chancengleichheit aller Bevölkerungsgruppen im ländlichen Raum unter Einbeziehung von Expertinnen und Experten zu fördern, v.a. durch die Erarbeitung von konkreten Maßnahmenvorschlägen. Die Vorschläge sollen jedenfalls 2018 vorgelegt und in der aktuellen Programmperiode umgesetzt werden.

Im Rahmen des ersten inhaltlichen Schwerpunkts der Arbeitsgruppe „Gleichstellung von Frauen und Männern im ländlichen Raum“ werden folgende konkrete (direkte) Ziele verfolgt:

  • Erhöhung des Bewusstseins für die Bedeutung des Themas Gleichstellung für die Entwicklungs- und Innovationsfähigkeit von Regionen bei folgenden Zielgruppen:

  • (Potenzielle) Projektträger im Rahmen des LE14-20
  • Akteurinnen und Akteure einer integrierten ländlichen Entwicklung, insbesondere LAG- und Regionalmanagements
  • Interessenvertretungen
  • Beraterinnen und Berater im Bereich ländliche Entwicklung
  • Beraterinnen und Berater LK
  • Förderstellen auf Bundes- und Landesebene, die an der Umsetzung des LE14-20 mitwirken
  • Erhöhung des Wissens und Informationsstandes zum Thema Gleichstellung bei den oben angeführten Zielgruppen
  • Erhöhung der Handlungskompetenz zur Umsetzung des Auftrages „Förderung von Gleichstellung“ bei den oben angeführten Zielgruppen
  • Entwicklung von Maßnahmen, die durch die oben genannte Zielgruppen realisiert werden können und die zu folgenden Ergebnissen beitragen:
  • Stärkere Fokussierung  auf Gleichstellungsorientierung und -wirkung bei Projekten, die im Rahmen des LE14-20 eingereicht werden
  • Erhöhung der Anzahl von Projektanträgen, die explizit dem Thema Gleichstellung gewidmet sind

Langfristig: Entwicklung von Maßnahmen, die die Gleichstellungsperspektive im LE-Programm und auf allen Ebenen (Projektträger, LAG-Managements, Förderstellen) im Sinne des Gender-Mainstreaming-Ansatzes fördern und verankern.


Im Sinne der Wirkungsorientierung soll die Realisierung der oben angeführten Ziele zur Erreichung der  folgenden indirekten Ziele beitragen:

  • Erhöhung der Beteiligung und Mitwirkung von Frauen und Mädchen in kommunalen und regionalen Strukturen – auch in leitender Funktion (Gemeinderat, regionale Entwicklungsorganisationen, Vereinen und Verbänden)
  • Stärkere Berücksichtigung der Bedarfe und Interessen von Frauen und Mädchen in der Entwicklung von Gemeinden und Regionen – damit verbunden: Erhöhung der Lebensqualität, Beschäftigungsfähigkeit, Weiterbildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten (z.B. Förderung und Aufbau sozialer Dienstleistungen, Förderung von social entrepreneurship)
  • Erhaltung und Erhöhung der Entwicklungs- und Innovationsfähigkeit von Gemeinden und Regionen durch die stärkere Mitwirkung von Frauen und Mädchen (Diversität fördert Innovation, heterogene Gruppen sind innovativer als zu homogene Gruppen)
  • Senkung der Abwanderung junger Frauen und Mädchen bzw. Erhöhung der Quote der Rückkehrerinnen

4)   Organisatorische und inhaltliche Verankerung der Arbeitsgruppe
Die Vernetzungsstelle des Netzwerks Zukunftsraum Land ist für die Konzeption, Organisation und Leitung der Arbeitsgruppe im Auftrag des BMLFUW verantwortlich. Für den ersten inhaltlichen Schwerpunkt der Arbeitsgruppe „Gleichstellung von Frauen und Männern in ländlichen Räumen“ wurde in Abstimmung mit dem BMLFUW mit der Gender-Expertin Heide Cortolezis eine externe Expertin über das Netzwerk mit der inhaltlichen Gestaltung der Treffen der Arbeitsgruppe beauftragt.

Das erste Treffen der Arbeitsgruppe fand am 26. Juni statt. 2017 werden noch drei weitere Treffen der AG stattfinden (20.9., 9.10., 22.11.). Nach dem dritten Workshop der Arbeitsgruppe werden die Maßnahmenvorschläge der AG im Rahmen einer Tagung zum Thema „Frauen am Land“ am 6. November präsentiert und mit Akteurinnen und Akteuren der ländlichen Entwicklung reflektiert.

Kontakt:
Mag. Luis Fidlschuster
luis.fidlschuster@zukunftsraumland.at
0043/ 699/ 11392411