Kuck mal- Habakuk

Themenbereich
Basisdienstleistungen, Leader, Gemeinden

Untergliederung
Tourismus
Kultur
LEADER
Gemeindeentwicklung
Standortentwicklung

Projektregion
Vorarlberg

Lokale Aktionsgruppe
LAG Vorderland - Walgau - Bludenz

LE-Periode
LE 14–20

Projektlaufzeit
01.02.2023-31.12.2023

Projektkosten gesamt
174.337,2€

Fördersumme aus LE 14-20
104.602,32€

Massnahme
Förderung zur lokalen Entwicklung (CLLD)

Teilmassnahme
19.2. Förderung für die Durchführung der Vorhaben im Rahmen der von der örtlichen Bevölkerung betriebenen Strategie für lokale Entwicklung

Vorhabensart
19.2.1. Umsetzung der lokalen Entwicklungsstrategie

Projektträger
Verein Haus Habakuk - Puppenhaus

Kurzbeschreibung

Ein Raum, der jedoch nicht nur eine reine Ausstellung, sondern vielmehr ein Erlebnis mit allen Sinnen ermöglicht, erscheint als idealer Rahmen. Die Besucherin/ der Besucher taucht bei ihrem/seinem Besuch in eine Traumwelt ein. Verschiedene Szenen werden liebevoll inszeniert und die Puppen setzen sich zum Teil selbständig in Bewegung und spielen zum Beispiel ein Musikstück oder brausen mit einem Rennwagen davon.
Die Ausstellung wird abgerundet mit Live-Shows und der Möglichkeit, die Puppen selbst zu bespielen. Puppenspiel Workshops oder Puppenbau-Workshops ergänzen das Angebot wie auch viele andere kulturelle Aktionen.
Um dies zu ermöglichen, wird im Stadtzentrum von Bludenz ein neues innovatives Museum entstehen. Ziel ist es, für die Erlebniswelt Habakuk einen Raum zu schaffen, der den Inhalt nicht vorgibt oder einschränkt, sondern alle möglichen Themen der Puppen umhüllen kann und für sie als unterstützender Rahmen agiert.

Ausgangssituation

Arminio Rothstein
Das traditionsreiche Puppentheater wurde von Arminio Rothstein im Jahre 1957 in Wien gegründet. Puppe und Mensch stehen gemeinsam als gleichwertige Partner:innen auf der Bühne. Diese Idee war für Arminio Rothstein das künstlerische Anliegen, welches er zu Beginn mit dem Marionettentheater Fadenbühne im Künstlerhaus (nur für Erwachsene) realisierte. Im Laufe der Zeit entwickelte sich daraus das bekannte Theater Arlequin mit ca. 800 verschiedenen Puppen und Marionetten, welche der Künstler selbst erdacht und gebaut hat. 1971 startete die ORF Produktion mit dem allseits bekannten Clown Habakuk (Arminio Rothstein) und den Protagonist:innen Kasperl, Tintifax, Toby und Tobias, Helmi, Gans Mimi und vielen mehr.

Deren Geschichten haben ganze Generationen von Kindern über die TV Sendungen verfolgt. Die Gründung der einzigen österreichischen Verkehrserziehungs-Puppenbühne PUPPOMOBIL im Jahre 1977 ist eine Idee des damaligen ARBÖ Generalsekretärs Otto Effenberger und Arminio Rothsteins. Das PUPPOMOBIL war bis zuletzt in ganz Österreich für den Verkehrsunterricht an den Schulen unterwegs. Arminio Rothstein starb am 1. Oktober 1994. Seine Frau Christine führte mit dem bewährten Team das Thetaer Arlequin Wien die Puppenideen ihres Mannes bis zur Übergabe an Christian Mair weiter. Es werden immer noch Produktionen von Helmi für den ORF produziert. Auch andere Projekte werden in Schulen und öffentlich bespielt.

Christian Mair
Theaterspielen hat Christian Mair schon als Kind fasziniert. Nun steht er schon seit über 25 Jahren auf der Bühne. Er hat jahrelang in einer Laientheatergruppe mitgewirkt, diverse Sketche und Kabaretts gespielt, zudem Shows verschiedener Anlässe umrahmt. Er spielt schon über viele Jahre mit seinen eigenen Puppen und vier verschiedenen Puppenbühnen im Ländle und über den Grenzen. Die Kunst des Puppenspielens ist es, die Figuren zu erforschen und sie schließlich lebendig zu machen. Es ist sein Wunsch etwas zur Förderung der Phantasie und Traumwelt der Kinder beizutragen. Es stimmt traurig zu sehen, wie die heutige Welt mit all ihrem Fortschritt das Menschliche verdrängt. Mit viel Herzblut und Leidenschaft spielt er das Kasperltheater mit seinen liebevoll gestalteten Puppen, wechselnden Bühnenbildern und musikalischer Begleitung. So geraten die kleinen und großen Zuschauer:innen dabei immer wieder in einen Dialog mit den Figuren und lassen sich von den spannenden und abenteuerlichen Geschichten verzaubern. Das Repertoire umfasst unzählige Geschichten die frei ohne Vorlagen gespielt werden. Die Themen können auf jeden Anlass angepasst werden. So werden Märchengeschichten, Geburtstagsgeschichten, Alltagsgeschichten, themenbezogene Geschichten wie beispielsweise zum Thema Verkehrserziehung oder Wunschgeschichten gespielt.

Im Jahr 2020 bot sich die Gelegenheit, den Nachlass und das unschätzbare kulturelle und künstlerische Vermächtnis des Künstlers und Puppenspielers Arminio Rothstein zu übernehmen. Selbst besitzt Christian Mair noch ca. 300 Handpuppen und antikes Spielzeug, das er ebenfalls der Öffentlichkeit präsentieren möchte. Unter anderem hat er auch die Puppen von Rudolf Watzinger (Kasperl und Hopsi), Fernsehkasperl von 1984 – 2012, übernommen. Rudolf Watzinger starb im Jahr 2012.

Puppenwerkstatt 
Direkt in der Stadtmitte in Bludenz Rathausgasse 3, befindet sich bereits die Puppenwerkstatt. Dort werden derzeit die Kultfiguren wieder zum Leben erweckt, quasi eine Rehaklinik, damit sie wieder im alten Glanz erstrahlen. Ursprünglich war geplant, die neue Ausstellung ebenfalls in diesem Gebäude zu installieren, leider konnte dort kein Mietvertrag abgeschlossen werden. So wird nun die neue Ausstellung in den Räumen eines ehemaligen chinesischen Restaurants Rathausgasse 1 im Stadtzentrum installiert. Auch die Puppenwerkstatt wird in die Rathausgasse 1 übersiedeln, damit die Besucher:innen über die Schulter des Restaurators blicken können. Somit wäre das Erbe wieder vereint.

Ziele und Zielgruppen

Es liegt Christian Mair sehr am Herzen, dieses große künstlerische und kulturelle Erbe, das ganze Generationen begleitete, einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Ein Raum, welcher jedoch nicht nur eine reine Ausstellung, sondern vielmehr ein Erlebnis mit allen Sinnen ermöglicht, erscheint als idealer Rahmen. Die Besucherin/ der Besucher taucht bei ihrem/seinem Besuch in eine Traumwelt ein. Für Kinder ist das Puppenspiel der erste Kontakt zu Theater und dies könnten die Besucher:innen und Künstler:innen von morgen sein. Ein generationenübergreifendes Lernen findet statt, unterschiedlichste Welten von Klein bis Groß werden zusammengebracht. Zudem möchte der Künstler Christian Mair kooperativ mit andern Kulturvereinen, Laienspielgruppen (Landesverband Vorarlberg Amateurtheater, Kulturabteilung Bludenz, Kultursteg Walgau) zusammenarbeiten.

Projektumsetzung und Maßnahmen

Innovationsgehalt 
Es soll keine Ausstellung im klassischen Sinne sein. Anfassen, fühlen, mitdenken und mitspielen. Emotionen und Fähigkeiten wecken. Kinder der 70er und 80er Jahren sind mit diesen Puppen im Fernsehen aufgewachsen. Armin Rothstein hat gut 800 Figuren hergestellt, welche in der Erlebniswelt zusammen mit anderen gesammelten Raritäten zu finden sind. Österreich- und weltweit ein einzigartiges Erlebnis.
Die Erlebniswelt soll für die Besucherin/ den Besucher neue Emotionen und Erinnerungen wecken: Anfassen, Fühlen, Erleben, Mitfühlen und Nachdenken, das alles werden die Puppen widerspiegeln.

Nachhaltigkeit
Die Erlebniswelt ist für 15 bis 20 Jahre in Bludenz als fester Bestandteil der Region verankert und soll fortlaufend bespielt werden. Die Erlebniswelt wird Sinnbild für Regionalität, Menschen kommen nach Bludenz, um diese Welten zu erfahren. Das erklärte Ziel ist es, Menschen nach dem ersten Besuch auch zu weiteren Besuchen im Haus Habakuk willkommen zu heißen und ihre Erfahrungen in die Welt zu tragen, davon zu erzählen und immer wieder zu kommen Für die Schulen aber auch für Sozialeinrichtungen möchte der Verein das Puppenspiel und Puppenbau (in Form von Kursen) näherbringen. Natürlich ist die Puppenwelt für Vorarlberg und dessen Tourismus einmalig, eine nachhaltige Investition für die Region Bludenz.

Regionaler Mehrwert
Die Region Bludenz ist bewusst gewählt. Die Unterstützung der Stadt Bludenz war von Anfang an da. Die Stadt sieht das Potential, mit dem Haus Habakuk Menschen der Region und der angrenzenden Täler aber auch von weiter her, anzusprechen. Diese Zeichen der Unterstützung sind auch seitens des Landes Vorarlberg da.

Ergebnisse und Wirkungen

Eine innovativ neu gestaltete Ausstellung ist entstanden, die sich in acht Rauten präsentiert und wechselnd gestaltet werden kann. Eine Erlebniswelt für Alt und Jung welche für die ältere Generation Emotionen aus der Kindheit, der Jugend weckt. Die Jüngeren sollen inspiriert werden, sowohl was die analoge Welt betrifft, aber natürlich auch Einblick in die digitale Welt bekommen beziehungsweise Schnittstellen beider Welten erfahren.