EU Projekt entschlüsselt Erfolgsfaktoren sozialer Innovation

Themenbereich
Umwelt & Klima
Leader & Regionen
Innovation
Land & Forst

02.01.2018

SIMRA – ein aus dem H2020 EU Rahmenprogramm finanziertes europäisches Kooperationsprojekt – identifiziert Erfolgsfaktoren und sammelt Beispiele für soziale Innovation in marginalisierten ländlichen Räumen Europas und im weiteren mediterranen Raum. Das Projekt entstand aus dem Bedürfnis zu klären, was den Erfolg einer guten Idee oder eines Projektes in dünn besiedelten, isolierten oder anders benachteiligten Regionen ausmacht. Es zielt darauf ab, innovative Lösungen durch veränderte soziale Praktiken und die Umsetzung erprobter und erfolgreicher Aktionen durch die Zivilgesellschaft zu fördern. SIMRA läuft von April 2016 bis März 2020; 26 Organisationen, darunter drei österreichische, sind involviert. Menschen, die in benachteiligten Regionen leben, sollen ermutigt werden, ihre individuellen Zukunftsvorstellungen mit ihrer Region zu verbinden.

Über 40 innovative Beispiele aus den Bereichen Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Fischerei, Energie und ländliche Entwicklung wurden bisher in die Datenbank aufgenommen, zB:

  • eine “Box of Sea” in Griechenland, die mit nachhaltigen Methoden gefangenen Fisch zu fairen Preisen direkt zu den Konsumentinnen und Konsumenten bringt; 

  • ein österreichischer bio-dynamischer Landwirtschaftsbetrieb, der 30 Personen mit Ernteanteilen nachhaltig produzierter Nahrungsmittel versorgt;

  • eine gemeinschaftlich und freiwillig organisierte Feuerwehr eines katalanischen Dorfes, die die Waldbrandgefahr reduzieren konnte und Altholz als eine nachhaltige Energiequelle für Schulen und andere Gebäude aufbereitet;

  • “Adopt a terrace in the Italian Alps”, wo über 100 aufgelassene landwirtschaftliche Terrassen mithilfe von Spenden restauriert, gesichert und kultiviert wurden und somit zur lokalen Wirtschaft und zum Umweltschutz beitragen.


Insgesamt wurden im Forschungsprojekt 160 Beispiele erfasst und nach folgenden Kriterien analysiert:

  • Die Veränderung sozialer Praktiken geschah als Reaktion auf gesellschaftliche Herausforderungen; 

  • Die Zivilgesellschaft oder bürgernahe Organisationen sind aktiv engagiert;

  • Die Projekte stellen eine Neuerung im gegebenen geographischen Umfeld dar oder aktivieren bisher passive soziale Gruppen;

  • Das Gemeinwohl wird in sozialer, umweltbezogener oder wirtschaftlicher Hinsicht gesteigert.

Das Projekt baut nicht nur auf die Beteiligung der Projektpartnerinnen und Projektpartner, sondern hat auch eine eigene Beteiligungsplattform entwickelt, um einem weiteren Kreis an Entscheidungsträgerinnen und -trägern und gemeinnützigen Organisationen einzubeziehen.

Die Ergebnisse werden nach und nach im Zuge des Projektverlaufs veröffentlicht. Zielgruppen sind Politikerinnen und Politiker, lokale Entwicklungsorganisationen, Gemeinschaften und engagierte Bürgerinnen und Bürger in Gemeinden und Regionen.

Weitere Informationen: SIMRA, Broschüre und Datenbank.
 

Österreichische Projektpartner und Kontaktadressen:

Bundesanstalt für Agrarwirtschaft, klaus.wagner@awi.bmlfuw.gv.at; ÖAR, lukesch@oear.at; Universität für Bodenkultur, Institut für Wald-, Umwelt- und Ressourcenpolitik.