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    nach Maßnahmen Vorhabensarten

    Nutzung von Gesundheitsdaten zur Verbesserung von Atemwegserkrankungen und Parasitenbefall bei Mastschweinen

    Themenbereich
    Land- und Forstwirtschaft inkl. Wertschöpfungskette

    Untergliederung
    Landwirtschaft
    Tierwohl
    Wertschöpfung
    Risikomanagement
    Wissenstransfer
    Innovation
    EIP Europäische Innovationspartnerschaft

    Projektregion
    Niederösterreich
    Oberösterreich
    Steiermark

    LE-Periode
    LE 14–20

    Projektlaufzeit
    01.09.2017-31.08.2020 (geplantes Projektende)

    Projektkosten gesamt
    307.737,00 €

    Massnahme
    Zusammenarbeit

    Teilmassnahme
    16.2 Förderung für Pilotprojekte und für die Entwicklung neuer Erzeugnisse, Verfahren, Prozesse und Technologien

    Vorhabensart
    16.02.1. Unterstützung bei der Entwicklung neuer Erzeugnisse, Verfahren & Technologien der Land-, Ernährungs- & Forstwirtschaft

    Projektträger
    OG "Gesunde Mastschweine"

    Kurzbeschreibung

    Die Gesundheit der Schweine ist eine wichtige Voraussetzung für den wirtschaftlichen Erfolg von Schweinemastbetrieben. LandwirtInnen steht jedoch keine systematische Auswertung und Darstellung vorhandener Gesundheitsdaten (z.B. Daten aus der Schlachttier-und Fleischuntersuchung) zur Nutzung in den Betrieben zur Verfügung. Das Projekt „Gesunde Mastschweine“ will daher eine Gesundheitsdatenbank für Schweinemastbetriebe aufbauen, die es LandwirtInnen erleichtert, Risikofaktoren und Schwachstellen des Betriebes in Bezug auf Gesundheitsprobleme zu erkennen und entsprechende Verbesserungsmaßnahmen zu ergreifen. Ergänzend dazu werden ein Befundkatalog mit Bildern und Erklärungen von Krankheiten und deren Bedeutung für das Tier erstellt sowie Werkzeuge (Online-Fragebogen, App) zur betriebsindividuellen Identifikation möglicher Schwachstellen bzw. Risikofaktoren entwickelt.

    Ausgangssituation

    SchweinemästerInnen erhalten im Zuge der Schlachttier- und Fleischuntersuchung (SFU-Daten) am Schlachthof Befunde ihrer Schweine. Diesen wird von LandwirtInnen großer Stellenwert beigemessen, da sie für das Gesundheitsmanagement am Betrieb herangezogen werden können. Voraussetzung dafür ist aber eine entsprechende Qualität der Daten, die derzeit noch nicht hinreichend untersucht bzw. abgesichert ist. Die Daten enthalten keine Auswertung über einen längeren Zeitraum und kein Benchmarking mit anderen Betrieben, diese müssten händisch und einzeln zusammengefasst und ausgewertet werden. Von Interesse sind auch Informationen über den Arzneimitteleinsatz. Dieser wird von LandwirtInnen schriftlich dokumentiert, eine systematische, digitale Erfassung des Arzneimitteleinsatzes auf Betriebsebene mit Auswertung fehlt aber. Mit diesem Projekt wird eine umfassende Gesundheitsdatenbank für Schweinemastbetriebe aufgebaut, die LandwirtInnen unterstützt, die Tiergesundheit am Betrieb zu verbessern.



    Ziele und Zielgruppen

    • Entwicklung einer Gesundheitsdatenbank durch Vernetzung der vorhandenen Gesundheitsdaten sowie Erstellung eines Befundkataloges als Hilfsmittel bei der Interpretation der Gesundheitsdaten
    • Entwicklung von Werkzeugen für die Bereiche Biosicherheit, Atemwegserkrankungen und Parasitenbefall zur Erkennung von Risikofaktoren und Schwachstellen des Betriebes in Bezug auf Gesundheitsprobleme
    • Prüfung der Praktikabilität und Effektivität der Werkzeuge anhand von Betriebsbesuchen
    • Vorschlag für ein alternatives Befundschema bzw. Auflistung von möglichen Anpassungen des SFU-Metadatenkatalogs für das BMASGK.

    Hauptzielgruppe des Projektes sind landwirtschaftliche Betriebe mit Schweinemast.

    Projektumsetzung und Maßnahmen

    Die Operationelle Gruppe (OG) setzt sich aus aktiven LandwirtInnen, einem praktizierenden Tierarzt, dem Verband österreichischer Schweinebauern (VÖS), dem Tiergesundheitsdienst Oberösterreich (OÖ TGD) sowie dem Verband landwirtschaftlicher Veredelungsproduzenten OÖ (VLV) zusammen. LandwirtInnen der OG werden mit ihrem Tierbestand an der Entwicklung und Erprobung der Gesundheitsdatenbank sowie der Werkzeuge mitarbeiten. Weitere Kooperationspartner sind die Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) sowie die Veterinärmedizinische Universität Wien (VetMed Uni Wien).

    Wesentliche Projektschritte sind
    • Entwicklungsphase: Programmierung einer Schnittstelle und der Möglichkeit zur Auswertung der SFU- und Arzneimitteldaten; Erstellung der Werkzeuge und des Befundkatalogs;
    • Implementierungsphase: Beurteilung des Ist-Zustandes und anschließende Planung und Umsetzung von Maßnahmen auf ca. 30 Mastbetrieben; Weiterentwicklungen bei den Werkzeugen und der Gesundheitsdatenbank;
    • Evaluierungsphase: Auswertung und Überprüfung der Effektivität der Werkzeuge; Veröffentlichung der Projektergebnisse

    Die Projektphasen gehen teilweise ineinander über.

    Ergebnisse und Wirkungen

    Erwartetes Ergebnis ist die Verbesserung der Tiergesundheit durch weniger Atemwegserkrankungen und Parasitenbefall in Schweinemastbetrieben. Zur Verbesserung der Tiergesundheit sollen auch Maßnahmen im Bereich der Biosicherheit beitragen. Dadurch kann möglicherweise der Erregereintrag- und die Erregerverbreitung am Betrieb reduziert und zu einer Reduktion des Arzneimitteleinsatz beigetragen werden. Damit könnte auch die Wettbewerbsfähigkeit der Schweinemast gesteigert werden.
    Die Werkzeuge (Online) sowie die Auswertungen der SFU-Daten sind vorerst fertiggestellt. Ein Vorschlag für ein alternatives Befundschema für die SFU wurde ebenso entwickelt.

    Erfahrung

    Die Einbindung der landwirtschaftlichen Betriebe in die Formulierung der Projektziele und auch in der Durchführung des Projektes stellt sicher, dass die Entwicklungen praxisnahe gestaltet sind. Datenschutz ist für alle Projektbeteiligten ein wichtiger Punkt. Fragestellungen in Hinblick auf den Datenschutz sollten besondere Beachtung zu Teil kommen und stellen eine Herausforderung dar.
    Die Verbreitung der Ergebnisse wird ein zentrales Aufgabengebiet im letzten Projektjahr und darüber hinaus sein. Ziel ist es, die positiven Entwicklungen (Werkzeuge, Gesundheitsdatenbank etc.) einer größeren Zahl an Betrieben vorzustellen, die Betriebe darüber zu informieren und bei der Implementierung so weit als möglich zu unterstützen.