Vom Pferd zum Sattelschlepper

Themenbereich
Basisdienstleistungen, Leader, Gemeinden
Land- und Forstwirtschaft inkl. Wertschöpfungskette

Untergliederung
Landwirtschaft
Wertschöpfung
Landwirtschaftliche Dienstleistungen
KMUs, Gewerbe & Wirtschaft
Kultur
LEADER
Wissenstransfer

Projektregion
Steiermark

Lokale Aktionsgruppe
LAG Almenland & Energieregion Weiz - Gleisdorf

LE-Periode
LE 14–20

Projektlaufzeit
01.07.2017-31.12.2017

Projektkosten gesamt
5.700,00 €

Fördersumme aus LE 14-20
4.560,00 €

Massnahme
Förderung zur lokalen Entwicklung (CLLD)

Teilmassnahme
19.2. Förderung für die Durchführung der Vorhaben im Rahmen der von der örtlichen Bevölkerung betriebenen Strategie für lokale Entwicklung

Vorhabensart
19.2.1. Umsetzung der lokalen Entwicklungsstrategie

Projektträger
Werner Höfler & Maria Arzberger (Personenvereinigung)

Kurzbeschreibung

Das Projekt soll ein Best-Practice-Beispiel der regionaler Wissens- und Kulturarbeit sein. Im Zuge der Umwandlung der vormaligen Obstbaufachschule Wetzawinkel zum aktuellen Gemeindezentrum von Hofstätten/Raab besteht die einmalige Gelegenheit, bei der inhaltlichen Entwicklung des Zentrums kulturelle Akzente zu setzen. Zu diesem Zweck werde nach innen gerichtet Recherchen durchgeführt. Nach außen gerichtet findet eine Veranstaltung statt, die allgemeines Interesse weckt und Gelegenheit zum Andocken für interessierte Leute bietet. Einerseits wird auf bereits vorhandene Netzwerke zurückgegriffen, andererseits werden neue Anknüpfungspunkte für andere Kommunen geschaffen. Schlussendlich wird ein Bogen zwischen Alltagskultur, Volkskultur und Gegenwartskunst gespannt, um Vergangenheit und Gegenwart der Region bezüglich der Themenstellung „Vom Pferd zum Sattelschlepper“ - und somit der Wandel von der agrarischen Gemeinde zum Gebiet mit Industrieansiedelung - zu durchleuchten.

Ausgangssituation

Durch die einstige Zusammenlegung mehrerer Katastralgemeinden – Hofstätten, Pirching, Wetzawinkel und Wünschendorf – war die Gemeinde Hofstätten an der Raab ein Ort ohne lokales Zentrum. Im Laufe der Zeit entwickelte sich aber mit der Obstbaufachschule Wetzawinkel ein kulturelles Zentrum – nicht nur für Bildung, sondern auch für Kunstvermittlung. Durch die kürzlich erfolgte Schließung der Schule muss erneut ein Zentrum erarbeiten werden. Hierbei ist die Entwicklung der Gemeinde zu berücksichtigen, von einem einstmals rein agrarischen Lebensraum zur heutigen Anbindungen zur regionalen Industrie.

Das vorliegende Projekt soll somit die Findung eines neuen Selbstverständnisses vor Ort unterstützen. Dort wirken unterschiedliche Bereiche, wie Landwirtschaft, Industrie, urbanes Leben, das Fuhrgeschäft und der Autobahnzubringer. All diese Bezugspunkte der lokalen Identitätsbildung sollen in ein Stück Wissens- und Kulturarbeit einbezogen werden, die erkennen lassen wird, welche Rolle die Gemeinde kulturell a) in der Kleinregion Gleisdorf und b) in der Energieregion Weiz-Gleisdorf zu spielen vermag. Dies muss auf spezielle Art geschehen, da der Ort in den Gravitationsfeldern zweier kultureller Zentren steht, Gleisdorf und Graz. Und das neben der Anbindung an die schnelle Verkehrsverbindung nach Wien. Das heißt, es muss die Grundlage für eine ganz eigenständige kulturelle Projekt- und Programmentwicklung geschaffen werden, weil es weder sinnvoll, noch möglich ist, gegen die genannten Zentren in Konkurrenz zu treten.

Ziele und Zielgruppen

Das Projekt soll ein Best-Practice-Beispiel der regionaler Wissens- und Kulturarbeit sein. Im Zuge der Umwandlung der Liegenschaft der vormaligen Obstbaufachschule zum heutigen Gemeindezentrum besteht die einmalige Gelegenheit, bei der neuen Widmung und inhaltlichen Entwicklung dieses Zentrums kulturelle Akzente zu setzen, die beitragen, sich der eigenen Qualitäten der Menschen im Ort bewusst zu werden und Anregungen zu schaffen, wie sich das in kulturellen Aktivitäten zeigen kann.

Hierzu soll einerseits Kunst- und Kulturschaffenden, andererseits Menschen aus Landwirtschaft und Wirtschaft sowie Industrie anschaulich machen, dass themenbezogene und vor allem kontinuierliche Arbeit innerhalb eines Netzwerkes die verfügbaren Ressourcen vervielfacht. Das macht laufende Aktivitäten auf hohem, inhaltlichem Niveau möglich und zwar in der Bearbeitung von Themen, die aus dem Ort heraus Gewicht haben, zugleich aber mit Blick auf die Zukunft der Region und mit Bedacht auf die eigene Zukunftsfähigkeit der Gemeinde.

Das Projekt dient somit einem Ausbau des schon errungenen Netzwerkes in Zusammenarbeit mit den umliegenden Gemeinden Albersdorf-Prebuch und Ludersdorf-Wilfersdorf. Darüber hinaus sollen auch Anknüpfungspunkte für Kulturschaffende in anderen kleinen Gemeinden entstehen, auf das ambitionierte Projekte möglich werden, die eigenständig funktionieren und nicht bloß den Zentren zuarbeiten.

Projektumsetzung und Maßnahmen

Zur Erreichung der oben genannten Ziele sind die folgenden Aktivitäten geplant:

  • In einem ersten Schritt werden Recherchen in Form von Literaturrecherchen, Besprechungen sowie Interviews durchgeführt. Es wird erhoben, welche Persönlichkeiten exemplarisch für die einzelnen Aspekte des Verlaufes bzw. der Ortsgeschichte stehen und bereit sind, sich inhaltlich einzubringen. Von den Vollerwerbs-Bäuerinnen bzw. vom Vollerwerbs- Bauern über den Frächter bis hin zu den Leuten, die in ihrer Freizeit Kulturevents, wie z. B. die Bergrallye und das Mofa-Rennen, organisieren, werden unterschiedlichste Personen befragt. In diesem Zusammenhang wird auch die Frage beantwortet, welche volkskulturellen Elemente in all dem noch auffindbar sind.
  • Darauf aufbauend erfolgt die Reflexion und Dokumentation der durchgeführten Recherche. Hierzu werden die Gespräche redaktionell aufgearbeitet und laufende Beiträgen im Internet publiziert. Diese bieten Denk- und Handlungsanstöße für die weitere Vorgehensweise. Weiters erhalten die am Projekt Interessierten Einblick in diese und können den Prozess mitverfolgen.
  • In einem weiteren Schritt wird das Material für eine Abschlussveranstaltung aufgearbeitet und die Veranstaltung in Form einer Ausstellung von Bildern und Materialien durchgeführt. Die Veranstaltung ist zugleich Anlass für eine Konferenz, in der ein Zwischenstand des Projekts erhoben wird.
  • Anschließend erfolgt die Netzwerkarbeit, um eine Basis zu erhalten, auf der weiterführend mit anderen Gemeinden kulturell kooperiert werden kann. Auch werden Anknüpfungspunkte für andere kleine Gemeinden erarbeitet, wie exemplarisch mit großen Umbrüchen auf dem Weg in die vierte industrielle Revolution umgegangen werden kann.


Ergebnisse und Wirkungen

Erwartete Wirkungen:
  • Arbeitspaket 1 - Recherche: Die Ergebnisse bieten Orientierungshilfen für die Kommune, aber auch für die Akteurinnen und Akteuren, wie und worin die Anknüpfungspunkte ihres Tuns für ein größeres Ganzes in der Region angelegt sind. Zusätzlich wird der positive Effekt geschaffen, dass die Akteurinnen und Akteuren ihre eigenen Kompetenzen öffentlich gewürdigt sehen und sich in einem größeren Zusammenhang finden.
  • AP 2 - Dokumentation & Reflexion: Die Ergebnisse dienen als PR-Effekte in der Darstellung nach außen. Weiters bieten sie inhaltliche Anregungen für engagierte Leute in der Region sowie eine Basis für eine Print-Publikation zum Thema.
  • AP 3 - Abschlussveranstaltung: Die Ergebnisse dienen der Darstellung des Projekt-Themas (Hofstätten an der Raab mit seinem neuen Gemeinde- und zugleich Kulturzentrum) inkl. seiner Wirkung für die Gemeinde, die Kleinregion und die gesamte LEADER-Region.
  • AP 4 - Netzwerkarbeit: Die Ergebnisse dienen einer weiterführenden kulturellen Zusammenarbeit mit mehreren Gemeinden auf (über-)regionaler Ebene.


Erfahrung

http://www.van.at/dorf/set01/page06.htm