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    Textilwerk Montafon

    Themenbereich
    Innovation

    Untergliederung
    KMUs, Gewerbe & Wirtschaft
    Kultur

    Projektregion
    Vorarlberg

    Lokale Aktionsgruppe
    LAG REGIO-V Regionalentwicklung Vorarlberg

    LE-Periode
    LE 14–20

    Projektlaufzeit
    01.07.2019-30.09.2020 (geplantes Projektende)

    Projektkosten gesamt
    27.864,00€

    Fördersumme aus LE 14-20
    16.422,00€

    Massnahme
    Förderung zur lokalen Entwicklung (CLLD)

    Teilmassnahme
    19.2. Förderung für die Durchführung der Vorhaben im Rahmen der von der örtlichen Bevölkerung betriebenen Strategie für lokale Entwicklung

    Vorhabensart
    19.2.1. Umsetzung der lokalen Entwicklungsstrategie

    Projektträger
    Heimatschutzverein Montafon

    Kurzbeschreibung

    Der Heimatschutzverein Montafon möchte sich als regionales Kompetenzzentrum für traditionelles Handwerk etablieren. Im Projekt soll ein Modell/Kulturprogramm anhand des textilen Handwerks entwickelt werden, um fast verloren gegangenes Wissen um traditionelle Handwerktechniken in der gesamten Wertschöpfungskette von den Rohstoffen bis hin zu verschiedenen veredelten Produkten zu vermitteln. Dieses Modell soll auf weiteres Handwerk übertragbar sein.

    Mit der Wolle der Montafoner Steinschafe als Rohmaterial werden die verschiedenen Verarbeitungsschritte der regionalen Wertschöpfungskette als Kurse (v.a. Spinnen, Weben) angeboten. In Kooperation mit der Universität für angewandte Kunst in Wien werden aus den angefertigten Stoffen neue Produkte entwickelt. Diese sollen im Montafoner Heimatmuseum Schruns in einem neu gestalteten Teil der Dauerausstellung ausgestellt werden, um eine breite Öffentlichkeit und vor allem interessierte Hobby-HandwerkerInnen zu einer Professionalisierung anzuregen.

    Ausgangssituation

    Wolle war über Jahrhunderte eines der Hauptexportprodukte des Montafons. Dementsprechend stellten die Schafe quantitativ die größte Anzahl an Nutztieren im Tal. Spätestens im 18. Jahrhundert wurde die Wolle in Heimarbeit im Tal weiterverarbeitet und veredelt. Im frühen 19. Jahrhundert entstanden in weiterer Folge kleine Betriebe, welche die Wolle zu Stoffen verarbeiteten. Diese Tradition wurde bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts fortgeführt, ging in den Jahrzehnten danach aber sukzessive zurück und viel Wissen und Know-how ging verloren. An diese Tradition will das Projekt auf zeitgemäße Art und Weise anknüpfen und neue Impulse in die Region bringen.

    In den Statuten des Heimatschutzvereins Montafon ist unter anderem die Pflege und Bewahrung der traditionellen Arbeits- und Handwerkstechniken als Vereinszweck angeführt. Da dieser Tätigkeitsbereich seit geraumer Zeit vernachlässigt wurde und das Wissen um zahlreiche traditionelle Handwerke in der Region stark zurückgegangen oder gar verloren ist, soll dieser Entwicklung nun entgegengewirkt werden. Insbesondere das ehemals weit verbreitete Wissen um die Verarbeitung der regionalen Materialien – wie etwa die Wolle der regionalen Schafrasse „Montafoner Steinschaf“ – ist in großen Teilen der Bevölkerung nicht mehr vorhanden. Auch entsprechende HandwerkerInnen gibt es in der Region kaum oder gar nicht mehr, da es in den vergangenen Jahrzehnten im Zusammenhang mit dem gesellschaftlichen Wandel nicht mehr benötigt worden war. In der Gegenwart erstarkt das Interesse an diesen Handwerkstechniken und den mit regionaler Wertschöpfung angefertigten Produkten, doch vielen Menschen ist der Zugang zu diesem Wissen nicht möglich und es fehlt an den Grundlagen, um selbst in diesen Branchen unternehmerisch tätig zu werden.

    Ziele und Zielgruppen

    Im Projekt sollen Interessierte im Rahmen von Handwerkskursen und -vorführungen neue Kompetenzen im Bereich der traditionellen Handwerkstechniken erwerben und in der Folge selbst umsetzen und anwenden, um sich etwa als Produzent von Steinschafwolle ein weiteres Standbein neben der Landwirtschaft zu schaffen. Für die entsprechende Qualität der Produkte soll die Zusammenarbeit mit der Universität für angewandte Kunst sorgen, die v.a. Kompetenzen im Bereich des zeitgemäßen Designs von Produkten in das Projekt einbringt. Schließlich sollen die Schritte der Verarbeitung sowie mögliche Produkte in einem neu gestalteten Teil der Dauerausstellung im Montafoner Heimatmuseum Schruns langfristig öffentlich gezeigt werden. Auch sollen regelmäßig Handwerksvorführungen durch die neu ausgebildeten HandwerkerInnen in den Montafoner Museen stattfinden. Ihre Produkte können fortan regelmäßig in den Montafoner Museen präsentiert werden. Ziel ist es also, eine Verbindung zwischen Tradition und Moderne, Kunst und Handwerk zu schaffen. Das Modell ist auch auf andere Arten des Handwerks übertragbar.

    Projektumsetzung und Maßnahmen

    Projektinhalt ist die Entwicklung eines Modells/Kulturprogramms zur Inwertsetzung von traditionellem Handwerk am Beispiel der Wollverarbeitung bzw. verschiedener textiler Handwerkstechniken. Dazu werden einerseits Kompetenzen vermittelt und andererseits mögliche Produkte entwickelt sowie schließlich ein Teil der Dauerausstellung im Heimatmuseum neu gestaltet. Ausgehend von der Rohwolle wird Wissen um die Verarbeitung, insbesondere in Form von Kursen und Vorführungen, vermittelt. Daran anknüpfend werden aus den gewonnenen Stoffen mögliche zeitgemäße Produkte, die in der Tourismusregion Montafon Absatz finden können, entwickelt.