DEUTSCH | ENGLISH
  • zur Ergebnisliste
    Erweiterte Suche LE 14–20
    nach Maßnahmen Vorhabensarten

    ARGE Knoblauch

    Maßnahmen gegen bodenbürtige Krankheiten im Knoblauchanbau zur Absicherung des Anbaues in Österreich

    Themenbereich
    Land- und Forstwirtschaft inkl. Wertschöpfungskette
    Klimaschutz und Klimawandel
    Innovation

    Untergliederung
    Landwirtschaft
    Risikomanagement
    Klimawandelanpassung
    Innovation
    EIP Europäische Innovationspartnerschaft

    Projektregion
    Burgenland
    Niederösterreich

    LE-Periode
    LE 14–20

    Projektlaufzeit
    2019-2022 (geplantes Projektende)

    Projektkosten gesamt
    363.714,60

    Massnahme
    Zusammenarbeit

    Teilmassnahme
    16.1 Förderung für die Einrichtung und Tätigkeit operationeller Gruppen der EIP "Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit"

    Vorhabensart
    16.01.1. Unterstützung beim Aufbau & Betrieb operationeller Gruppen der EIP für lw. Produktivität & Nachhaltigkeit

    Projektträger
    ARGE Knoblauch

    Kurzbeschreibung

    Pathogene Pilze konnten sich in den letzten Jahren klimabedingt in österreichischen Böden stärker etablieren und verursachen erhebliche Ertragsverluste am Feld, bei der Aufbereitung und Lagerhaltung von pflanzlichen Produkten. Der Knoblauch ist von dieser Problematik besonders betroffen: die zügige Weiterentwicklung der regionalen Knoblauchversorgung in den letzten Jahren wurde durch Pilzbefall stark eingebremst. Es bestehen somit große Herausforderungen im Umgang mit Pilzerkrankungen bei Knoblauch: Zum einen ist die genaue Identifizierung des Erregers oft schwierig, zum anderen stehen weder adäquate vorbeugende Maßnahmen noch geeignete und zugelassenen Lösungen (z.B. Pflanzenschutzmittel) zur Verfügung. Das Projekt zielt darauf ab, konkrete Methoden zur Identifikation sowie Vorbeugung und Bekämpfung von Pilzinfektionen zu entwickeln. Dadurch sollen Ertragseinbußen vermindert und die hohe Produktqualität von Knoblauch aus biologischer und integrierter Produktion sichergestellt werden.

    Ausgangssituation

    Pathogene Pilze stellen eine große Herausforderung für die österreichische Knoblauchproduktion dar. In den letzten Jahren hat sich die Problematik aufgrund sich verändernder Witterungsbedingungen verschärft. Pilzinfektionen verursachen erhebliche Ertragsverluste in allen Produktionsschritten (am Feld, bei der Aufbereitung sowie in der Lagerung). Insbesondere verdeckte Pilzinfektionen, die erst im Lager oder im Handel sichtbare Schädigungen verursachen sind problematisch; auf den landwirtschaftlichen Betrieben lastet darum großer Druck von Seiten des Lebensmitteleinzelhandels, der problemfreie Belieferung der Märkte fordert. Der österreichische Knoblauchbedarf wird derzeit zum großen Teil durch Importware gedeckt, obwohl eine große Nachfrage an hochqualitativer regionaler Ware besteht. Trotzdem sich der Marktanteil österreichischen Knoblauchs in den letzten 10 Jahren auf 25% vervierfacht hat, wurde diese Entwicklung insbesondere durch Pilzinfektionen eingebremst. Derzeit fehlt größtenteils das Wissen über dominante Erreger, darüber hinaus ist die eindeutige Identifikation der Erreger aufgrund der Inhaltsstoffe von Knoblauch problematisch. Selbst bei eindeutiger Identifikation des Erregers ist der Umgang mit der Infektion schwierig, da sowohl eindeutige vorbeugende Maßnahmen als auch Lösungen (z.B. Spritzapplikation oder Beizung) mit geeigneten und zugelassenen Pflanzenschutzmitteln (biologisch sowie chemisch) nicht zur Verfügung stehen.

    Ziele und Zielgruppen

    Hauptziel des Projektes ist es Methoden sowie einfach handhabbare Handlungsanweisungen zu entwickeln, um Pilzerreger zuverlässig zu identifizieren und ihnen effektiv entgegensteuern zu können. Dies beinhaltet insbesondere:

    • Erarbeitung von fundierten biologischen Grundlagen für die Diagnose und Bewertung bodenbürtiger Pilze (mit Schwerpunkt Fusarien)
    • Entwicklung von Vermeidungsstrategien entsprechend den österreichischen Klimabedingungen (mit Schwerpunkten auf Pflanzgut und Kontamination über Boden)
    • Überprüfung und Analyse aller Produktionsschritte (inklusive Ernte, Trocknung und Lagerung) auf Infektionsquellen sowie krankheitsförderliche betriebliche Einflussfaktoren auf Einzelbetriebsebene

    Die Hauptzielgruppe sind alle aktuellen und zukünftigen Knoblauchbetriebe, an die das gewonnene Wissen möglichst breit kommuniziert werden soll.

    Projektumsetzung und Maßnahmen

    Die Operationelle Gruppe besteht aus:

    • 5 praktizierende Landwirtinnen und Landwirte
    • Landwirtschaftskammer Niederösterreich
    • Niederösterreichischer Gemüsebauverband
    • BIO Austria

    Weiters sind das Institut für Pflanzenschutz (BOKU) als strategischer Partner sowie die AGES als wissenschaftlicher Dienstleister eingebunden.

    Wesentliche Projektschritte sind:

    1. Entwicklung von Testsystemen für die Untersuchung von Knoblauch und Boden auf Besiedelung durch Schadpilze (Insbesondere Fusarien)
    2. Anwendung dieser Testsysteme zur Untersuchung des Pilzbefalls verschiedener Knoblauchsorten und Bodenproben verschiedener Standorte
    3. Erfassung potenzieller Ursachen, Infektionsquellen und Verschleppungsmöglichkeiten in der gesamten Produktionskette
    4. Untersuchung des Krankheitsverlaufes im Feld, inklusive der Identifizierung kritischer Infektionszeitpunkte
    5. Untersuchung von Ernte-, Trocknungs- und Lagerungsmethoden auf ihren Einfluss auf die Infektionsrate
    6. Entwicklung von Handlungsempfehlungen zur Verhinderung des Befalls
    7. Verbreitung der Ergebnisse über geeignete Verbreitungskanäle


    Ergebnisse und Wirkungen

    Im Rahmen dieses Projektes werden Methoden und Handlungsempfehlungen entwickelt, durch die Infektionen mit Schadpilzen im Knoblauchanbau besser vorgebeugt werden kann. Diese Methoden sind essenziell, um die hohe Produktqualität des heimischen Knoblauchs an allen entscheidenden Punkten sicherzustellen, insbesondere bei Pflanzgut, Kultur am Feld, Ernte, Trocknung und Lagerung. In weiterer Folge steigt die Planbarkeit der Produktion und das Qualitätsniveau. Dies trägt maßgeblich zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Knoblauchproduzenten, der Wertschöpfung sowie zur Absicherung und Ausweitung der österreichischen Knoblauchproduktion bei.