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    nach Maßnahmen Vorhabensarten

    ARGE SoilSaveWeeding

    Innovative erosionsmindernde Techniken der mechanischen Beikrautregulierung nach Mulchsaat in Reihenkulturen

    Themenbereich
    Land- und Forstwirtschaft inkl. Wertschöpfungskette
    Klimaschutz und Klimawandel
    Innovation

    Untergliederung
    Landwirtschaft
    Boden
    Naturschutz
    Biodiversität
    Klimawandelanpassung
    EIP Europäische Innovationspartnerschaft

    Projektregion
    Niederösterreich
    Oberösterreich

    LE-Periode
    LE 14–20

    Projektlaufzeit
    2019-2022 (geplantes Projektende)

    Projektkosten gesamt
    298.000

    Massnahme
    Zusammenarbeit

    Teilmassnahme
    16.1 Förderung für die Einrichtung und Tätigkeit operationeller Gruppen der EIP "Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit"

    Vorhabensart
    16.01.1. Unterstützung beim Aufbau & Betrieb operationeller Gruppen der EIP für lw. Produktivität & Nachhaltigkeit

    Projektträger
    ARGE SoilSaveWeeding

    Kurzbeschreibung

    Durch veränderte Klimabedingungen, bspw. Starkregen, sind immer mehr Böden, vor allem in Hanglagen, gefährdet. Mulchsaat stellt eine wirkungsvolle Strategie gegen Bodenerosion durch Wasser und Wind dar und trägt zum Erhalt der Bodenfruchtbarkeit bei. Bisher gibt es jedoch noch keine zuverlässig funktionierenden Verfahren, um eine mechanische Beikrautregulierung in Mulchsaatbeständen umzusetzen. Im Projekt werden daher Verfahren und Geräte zur mechanischen Beikrautregulierung in Verbindung mit Mulchsaat in Hackkulturen erprobt. Zusätzlich werden neue Kamerasysteme auf ihre Praxistauglichkeit getestet. Die Ergebnisse aus dem Projekt sind nicht nur für Bio-Betriebe relevant, sondern für alle landwirtschaftlichen Betriebe, die künftig einen herbizidfreien Ackerbau verfolgen und gleichzeitig die Böden vor Erosion schützen möchten.

    Ausgangssituation

    Erosion durch Wasser und Wind stellt die größte Bedrohung für den Boden dar. Insbesondere auf landwirtschaftlich intensiv genutzten Flächen kann der jährliche Bodenabtrag bei ungünstiger Bewirtschaftungsweise beträchtliche Ausmaße annehmen und so die Bodenfruchtbarkeit und Produktionsfähigkeit des Bodens nachhaltig gefährden. Gerade im Bioackerbau bedeutet der Bodenverlust durch Erosion auch immer einen wirtschaftlich relevanten Verlust an Bodennährstoffen, da z.B. nicht alle Mineraldünger im Bio-Bereich zugelassen sind. Hinzu kommt, dass seit einigen Jahren die Nachfrage nach Biolebensmitteln steigt, weshalb sich das Ausmaß der biologisch bewirtschafteten Ackerfläche sehr dynamisch entwickelt. Die mechanische Beikrautregulierung ist ein zentraler Einflussfaktor für die erfolgreiche Kulturführung im Bioackerbau, doch auch konventionelle Betriebe interessieren sich zunehmend für die mechanische Beikrautregulierung als Alternative zum Herbizideinsatz. Für die Kombination von Mulchsaat als Erosionsschutz und wirksamer mechanischer Beikrautregulierung gibt es bisher noch keine zuverlässig funktionierenden Verfahren, die mit größeren Mulchmengen zurechtkommen.

    Ziele und Zielgruppen

    Übergeordnetes Ziel des Projekts ist es, das Risiko der Bodenerosion bei Reihenkulturen (z. B. Körnermais, Sonnenblumen) v.a. in Hanglagen zu reduzieren und so die Qualität der Böden zu erhalten bzw. zu verbessern. Weitere Ziele sind:

    • Testung geeigneter Verfahren zur mechanischen Beikrautregulierung
    • Neuentwicklung und Tests zur Praxistauglichkeit von Geräten zur mechanischen Beikrautregulierung in Reihenkultur bei reduzierter Bodenbearbeitung und Mulchsaat
    • Test neuer Kameralenksysteme und Prüfung ob neue technische Möglichkeiten der verbesserten Reihenerkennung die Schlagkraft erhöhen und eine verlässliche Führung des Hackgerätes gewährleistet ist.
    • Systemische Optimierung des Prozesses vom Anbau, über Begrünungsmanagement, Bodenbearbeitung, Mulch- bzw. Direktsaat bis hin zur Beikrautregulierung

    Die Zielgruppe des Projekts sind nicht nur Bio-Ackerbaubetriebe sondern alle landwirtschaftlichen Betriebe, die künftig einen herbizidfreien Ackerbau verfolgen und gleichzeitig die Böden vor Erosion schützen möchten.

    Projektumsetzung und Maßnahmen

    Die Operationelle Gruppe besteht aus:

    • 10 landwirtschaftlichen Bio-Betrieben,
    • Landwirtschaftskammer Niederösterreich und
    • Boden.Wasser.Schutz.Beratung Oberösterreich.

    Darüber hinaus wird das Projekt von der HBLFA Francisco Josephinum / BLT Wieselburg, Josephinum Research und BAW-IKT Petzenkirchen unterstützt.

    Wesentliche Projektschritte sind:

    1. Sorgfältige Evaluierung des aktuellen Standes der Technik
    2. Anlage von Streifenversuchen auf 10 landwirtschaftlichen Betrieben
    3. Begleitung und Dokumentation der Versuche (z.B. Ertragsmessung)
    4. Anlage von Flächenversuchen (auf einer Fläche von max. 5 ha) pro teilnehmenden Betrieb
    5. Zielgruppengerechte Verbreitung der Ergebnisse


    Ergebnisse und Wirkungen

    In diesem Projekt entstehen praxistaugliche, umsetzbare Strategien zur mechanischen Beikrautregulierung bei Mulchsaat. Existierende und neue Geräte werden auf ihre Tauglichkeit bewertet und Empfehlungen für Landwirtinnen und Landwirte zur Umsetzung von mechanischer Beikrautregulierung bei Mulchsaat werden vorgelegt. Für landwirtschaftliche Betriebe – bio und konventionell – entsteht dadurch die Möglichkeit Bodenerosion in Reihenkultur zu reduzieren, die Bodenfruchtbarkeit zu erhöhen und langfristig auch den Ertrag zu erhöhen.