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    ARGE Ammosafe

    Emissionsarme Düngung durch Nährstoffrückgewinnung

    Themenbereich
    Land- und Forstwirtschaft inkl. Wertschöpfungskette
    Umwelt, Biodiversität, Naturschutz
    Innovation

    Untergliederung
    Landwirtschaft
    Boden
    Luftreinhaltung
    Umweltschutz
    EIP Europäische Innovationspartnerschaft

    Projektregion
    Niederösterreich
    Steiermark

    LE-Periode
    LE 14–20

    Projektlaufzeit
    2019-2022 (geplantes Projektende)

    Projektkosten gesamt
    422.309

    Massnahme
    Zusammenarbeit

    Teilmassnahme
    16.1 Förderung für die Einrichtung und Tätigkeit operationeller Gruppen der EIP "Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit"

    Vorhabensart
    16.01.1. Unterstützung beim Aufbau & Betrieb operationeller Gruppen der EIP für lw. Produktivität & Nachhaltigkeit

    Projektträger
    ARGE Ammosafe

    Kurzbeschreibung

    Das Projekt Ammosafe hat zum Ziel Ammoniumstickstoff durch ein technisches Verfahren aus Gülle rückzugewinnen und damit den landwirtschaftlichen Betrieben eine sowohl umwelt- und bodenschonendere als auch sozialverträglichere Möglichkeit der Gülleverbringung an die Hand zu geben. Die moderne Tierhaltung und sich laufend verändernde rechtliche Rahmenbedingungen stellen die Landwirtschaft vor verschiedenste Herausforderungen in den Bereichen der Wirtschaftsdüngerlogistik, der Nährstoffeffizienz, der Sozialverträglichkeit sowie des Luft-, Grundwasser- und Bodenschutzes. Durch die Konditionierung der Gülle soll es den Betrieben ermöglicht werden, Gülle zeitlich flexibler und pflanzenbaulich zielgerichteter einzusetzen. Durch dieses Vorhaben sollen Emissionen in die Luft (Ammoniak, Lachgas) sowie in das Grundwasser (Nitrat) nach der Gülleverbringung deutlich gesenkt werden. Langfristig ist es das Ziel des Projekts, einen Beitrag zur sozial- und umweltverträglichen Landwirtschaft zu leisten.

    Ausgangssituation

    Aktuell sind 94 % der gesamten Ammoniakemissionen in Österreich der Landwirtschaft zuzuschreiben. 50 % davon fallen auf die Ausbringung von Wirtschaftsdünger. Das österreichische Grundwasser ist in einigen Gebieten bereits durch landwirtschaftlichen Dünger belastet. Hinzu kommt, dass die Auflagen der NEC-Richtlinie und der NAP-Verordnung die landwirtschaftlichen Betriebe weiter unter Druck setzen. Die Intensivierung der Viehhaltung und der damit einhergehende Anstieg der Viehbestandszahlen in Verbindung mit der gesetzlichen Einschränkung der Ausbringungszeiten führt dazu, dass landwirtschaftliche Betriebe nicht nur vor logistischen Herausforderungen stehen. Im Frühjahr wird unter enormer zeitlicher Belastung der Landwirtinnen und Landwirte, auch bei ungünstigen Witterungsbedingungen ausgebracht. Dadurch tragen sie zu einer höheren Umweltbelastung bei und wirtschaften nicht bodengerecht. Landwirte stehen im Spannungsfeld zwischen Umwelt, Gesellschaft und einer wirtschaftlichen Landwirtschaft. Aus diesen Gründen braucht es neuartige Verfahren und Methoden, welche das umwelt- und bodenschonende sowie sozialverträgliche Düngen der landwirtschaftlichen Böden ermöglichen. Bereits entwickelte Verfahren sind aktuell überwiegend Lösungen für Großbetriebe und entsprechen nicht den Anforderungen der kleinstrukturierten österreichischen Landwirtschaft.

    Ziele und Zielgruppen

    Das übergeordnete Ziel des Projekts ist es einen Beitrag zur umwelt- und sozialverträglichen Landwirtschaft zu leisten. Aus diesem Grund wird ein neuartiges, praxisnahes und wirtschaftliches Verfahren entwickelt, in dem der Ammoniumstickstoff aus der Gülle entfernt wird, wodurch ein neuartiger Dünger entsteht. Landwirtinnen und Landwirte können ihre Böden mit diesem Dünger umweltschonender, bodenschonender und gesellschaftlich akzeptierter mit Nährstoffen versorgen. Konkret werden zwei bereits etablierte technische Verfahren miteinander kombiniert. Zum einem die Feststoffseparation in der Vorstufe und zum anderen Ammoniakstripping in der Nachstufe. Ziele im Projekt sind u.a.:

    • Bereitstellung eines praktisch umsetzbaren, kostengünstigen und mobilen Verfahrens zur Wirtschaftsdüngeraufbereitung
    • Positive Beeinflussung der jährlich absoluten Nitratausträge in das Grundwasser
    • Erhöhung der Nährstoffeffizienz inklusive Evaluierung des Ernteertrags

    Zielgruppe des Projektes sind viehhaltende Betriebe (Schweine und Rinder), welche eine sozial- und umweltverträgliche Landwirtschaft umsetzen möchten.

    Projektumsetzung und Maßnahmen

    Die Operationelle Gruppe besteht aus:

    • 3 landwirtschaftlichen Betrieben
    • Röhren- und Pumpwerk Bauer GmbH
    • Landwirtschaftskammer Steiermark

    Weitere landwirtschaftliche Betriebe, sowie die Technische Universität Graz, Raumberg-Gumpenstein Research und Development, sowie die Universität für Bodenkultur sind in das Projekt eingebunden.

    Im Projekt wird ein neuartiges Verfahren zur Aufbereitung von Wirtschaftsdünger im Hinblick auf Durchführbarkeit, Wirtschaftlichkeit und Wirksamkeit getestet. Wesentliche Projektschritte sind:

    1. Planung und Entwicklung einer mobilen Gülleaufbereitungsanlage inklusive unterschiedlicher Versuchsreihen (pflanzenbauliche Praxisversuche, olfaktorische Messungen etc.)
    2. Durchführung und Testung der Gülleaufbereitung
    3. Auswertung, Aufbereitung und Verbreitung der Ergebnisse


    Ergebnisse und Wirkungen

    In dem Projekt entstehen wissenschaftlich fundierte und durch Versuche gefestigte Aussagen über die Umweltverträglichkeit, Wirtschaftlichkeit und Umsetzbarkeit einer neuartigen, mobilen Wirtschaftsdüngeraufbereitungsanlage. Diese mobile Pilotanlage kann Wirtschaftsdünger (Schweine- und Rindergülle) aufbereiten, wodurch der Ammoniumgehalt des Wirtschaftsdüngers gesenkt wird und die Geruchs- und Nährstoffbindung voraussichtlich ebenfalls positiv beeinflusst wird. Durch ein bio-ökonomisches Betriebsmodell wird zusätzlich gewährleistet, dass das neue Verfahren für die landwirtschaftlichen Betriebe auch wirtschaftlich von Vorteil ist. Für viehhaltende Betriebe wird somit die Möglichkeit geschaffen Herausforderungen im Bereich der Wirtschaftsdüngerlogistik, Ressourceneffizienz und Umweltverträglichkeit mit einer finanziell tragbaren, zielführenden und betrieblich flexiblen Methode bewältigen zu können.