Irrseemoor entdecken und verstehen

Themenbereich
Umwelt, Biodiversität, Naturschutz
Innovation
Basisdienstleistungen, Leader, Gemeinden

Untergliederung
Boden
Wissenstransfer
Bildung & Lebenslanges Lernen
LEADER
Kultur
Schutzgebiete
Biodiversität
Naturschutz
Tourismus
Tierwohl
Innovation

Projektregion
Oberösterreich

Lokale Aktionsgruppe
LAG FUMO Regionalentwicklung Fuschlseeregion - Mondseeland

LE-Periode
LE 14–20

Projektlaufzeit
02.01.2018-30.06.2019

Projektkosten gesamt
104371,35

Fördersumme aus LE 14-20
59854,8

Massnahme
Förderung zur lokalen Entwicklung (CLLD)

Teilmassnahme
19.2. Förderung für die Durchführung der Vorhaben im Rahmen der von der örtlichen Bevölkerung betriebenen Strategie für lokale Entwicklung

Vorhabensart
19.2.1. Umsetzung der lokalen Entwicklungsstrategie

Projektträger
Gemeinde Oberhofen am Irrsee

Kurzbeschreibung

Die Sensibilisierung und die Aufbereitung relevanter naturschutzbezogener Themen vor Ort stehen neben dem Erhalt wichtiger Kulturgüter im Vordergrund. Darüber hinaus wurden die Vernetzung verschiedener Points of Interests sowie Besucherlenkungsmaßnahmen in die Projektumsetzung miteingebaut. Ein bestehender Stadl am Irrsee wurde neugestaltet und aufgewertet, soll Natur- und Kulturschutzelemente vernetzen und für Besucher als „Kraftplatz“ dienen. Diese Thematik floss außerdem auf dem im Zuge des Projektes erweiterten Geländes im Ortszentrum von Oberhofen in die Gestaltung des Platzes mit ein. Um den natürlichen Bewegungsdrang der Kinder während der Pausen und in der Freizeit zu fördern, wurde ein Teil des ehemaligen „alten Sportplatzes“ im Anschluss an den bestehenden Spielplatz zu einem bewegten Gemeindegarten mit Bezug zum Irrseemoor umgewandelt. Spielstationen dienen seither der Wissensvermittlung & Sicherung und Entwicklung von Lebensräumen geschützter Arten rund um das Irrseemoor.

Ausgangssituation

Die gesamte Seefläche steht als Naturschutzgebiet Zeller/Irrsee mit ca. 350 ha seit den 1960ern unter Schutz. Es ist eine besondere Seeuferschutzzone von 500 m eingerichtet und Teile der umgebenden Moorwiesen stehen ebenfalls zur Gänze unter Naturschutz (Naturschutzgebiet Irrsee-Moore, ca. 52 ha). Es umfasst die Verlandungsmoore mit überwiegender Streuwiesennutzung und Sukzessionsstadien und besteht aus mehreren Teilflächen. Der See verfügt über einen noch guten Schilfgürtel. Im sensiblen Bereich des Irrsee-Nordmoores, einem Schlammseggenried mit Erlenbruch, wurde mit der Neugestaltung des landschaftsprägenden alten Heustadels der Einblick in ein Ökosystem von Feuchtgebieten mit unterschiedlichsten, seltenen Pflanzen- und Tierarten (z.B. verschiedene Seggen-Arten, letzte Rückzugsgebiete für Wiesenbrüter) geschaffen. Wichtiges Kulturgut wurde auf diesem Wege bewahrt und die Relevanz von Mooren/ Naturschutzgebieten/Biodiversität/ ursprüngliche Bewirtschaftungsmethoden der heimischen Bauern aufgezeigt.

Darüber hinaus wurde eine verfügbare Freifläche, welche an die Volksschule Oberhofen angrenzt, einen bewegungstechnisch- und pädagogisch wertvollen Verwendungszweck gefunden. Das Grundstück wurde zum Bewegungsraum umfunktioniert und beinhaltet verschiedene greifbare Elemente, welche wiederum an das Thema Moor anknüpft.

Grundlage hierfür ist die hohe Bedeutung von Bewegung für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen, welche angesichts alarmierender Untersuchungsergebnisse unbestritten ist. Mit vielen Programmen versucht man, dem zunehmenden Bewegungsmangel als Folge sich verändernder Lebenswelten und den daraus resultierenden negativen Auswirkungen entgegenzusteuern. Die Kinder wenden sich mehr und mehr den neuen Medien zu und dies lässt viele Zivilisationskrankheiten schon im frühen Kindesalter wurzeln.

Ziele und Zielgruppen

Die Sensibilisierung bezüglich Naturschutz und die Aufbereitung relevanter naturbezogener Themen vor Ort steht dabei neben dem Erhalt wichtiger Kulturgüter im Vordergrund. Darüber hinaus wurden Elemente (z.B. Zunutze-Machen verschiedener bereits bestehender Themenwege wie der „Libellenweg“), die Vernetzung verschiedener Points of Interests und verschiedene Besucherlenkungsmaßnahmen in die Projektumsetzung miteingebaut. Der bestehende Stadl am Irrsee wurde neugestaltet und dadurch aufgewertet. Der geschaffene Standort von vernetzten Natur- und Kulturschutzelementen dient sowohl für Einheimische als auch für Besucher als eine Art „Kraftplatz“. Diese Thematik floss außerdem auf dem im Zuge des Projektes erweiterten Geländes im Ortszentrum von Oberhofen in die Gestaltung des Platzes mit ein. Um den natürlichen Bewegungsdrang der Kinder während der Pausen und in der Freizeit zu fördern, wurde nun ein Teil des ehemaligen „alten Sportplatzes“ im Anschluss an den bestehenden Spielplatz zu einem bewegten Gemeindegarten mit Bezug zum Irrseemoor umgewandelt.

Die Spielstationen dienen der Wissensvermittlung & Sicherung und Entwicklung von Lebensräumen geschützter Arten rund um das Irrseemoor. Die Kinder können sich dann besser konzentrieren und sind arbeitsfähiger im Unterricht. Die einzelnen Stationen fördern Koordination und Geschicklichkeit, sie sollen eine Mischung aus Bewegung und Konzentration bilden. Motorik und Gehirnleistung treffen aufeinander und müssen abgestimmt werden. Die Bewegungsstationen haben einen hohen Wirkungsgrad und bergen unheimliches Nachhaltigkeitspotential. Kinder bewegen sich spielerisch und besuchen den Schul- und Spielgarten durch seine zentrale Lage auch in ihrer Freizeit mit den Eltern und Geschwistern, verbunden mit einer netten Wanderung zum Irrseemoor.

Projektumsetzung und Maßnahmen

Alter Heustadel im Irrsee-Nordmoor:

  • Neugestaltung und Instandhaltung des ehem. Heustadels:
(Besitzer: Landes Immobilien GmbH); eine Vergrößerung war nicht möglich, lediglich die Neugestaltung

Errichtung einer Ausstellung im Stadel:
  • Möglichkeit der unbemerkten Beobachtung der Vogelwelt – Fernrohre in die Natur (Was sehe ich?)
  • Schautafeln/Informationstafeln mit Ortsbezug und entsprechenden Erklärungen 
  • Thematiken: Entwicklung des Nordsee Moores (historischer Aspekt, Entstehung…)
  • Bewirtschaftung einst und jetzt
  • Besondere Vogelarten: Gr. Brachvogel, Bekassine, Kiebitz, Braunkehlchen, Wiesenpiepe
  • Besondere Pflanzenarten
  • Lebensräume: Charakteristik
  • Der Irrsee selbst
  • Problematiken und Maßnahmen (bereits durchgeführte, möglicherweise erweiterbar, um alles, was künftig geschieht…)
  •  Spezielle Elemente für Kinder
  • Interaktive Elemente (Besucher müssen aktiv sein, um Informationen zu bekommen)
  • ornithologischer, hydrologischer Schwerpunkt, moortypische Pflanzen etc.
starke Bezugnahme auf Region, Einzigartigkeit und Schutzbedürftigkeit (Störungen, Verhalten von Besuchern etc.) der Natur
  • Errichtung von Sitzgelegenheiten im Stadel
  • Bewusstseinsbildung, Sensibilisierung bez. Naturschutzthemen, Relevanz von Mooren etc. (für Einheimische und Besucher; kein touristisches Projekt)
  • Besucherlenkung (unterschiedliche Elemente wie Beschilderung, Aufforderung der Müllvermeidung und Lärmverminderung, Themenwege etc.)
  • Öffentlichkeitsarbeit (z.B. Folder wie Adneter Moos, Begleitbroschüre, pädagogisches Begleitmaterial für Kinder oder Elemente auf jeder Tafel, die speziell für Kinder gestaltet sind)
  • Projekt dient der Wissensvermittlung & Sicherung und Entwicklung von Lebensräumen geschützter Arten, da durch die Schaffung einer Aussichtsmöglichkeit das unkontrollierte Betreten des Naturschutzgebietes verhindert werden kann. 
  • Anlage dient auch als Ruheplatz bei kurzer Rast mit Informationscharakter für Wanderungen und Lehrausgängen von Schulen 
  • Barrierefreier Zugang ermöglicht auch beeinträchtigten Personen die Beobachtung der Fauna und Flora des Nordmoores

Bewegter Gemeindegarten – Stationen im Zusammenhang mit dem Irrseemoor:
Mit der Errichtung folgender Stationen soll das Ziel erreicht werden:
  • Sitzarena: Die Infotafeln des Nordmoor-Stadels wiederholen sich im Schulgarten, um die einzelnen Spielstationen den Besonderheiten des Nordmoores zuzuordnen; Vortragsmöglichkeiten für die Schulklassen im Schulgarten
  • Wackelvogelfederspielgerät in Form eines Brachvogels: Diese Station dient der Verbesserung der Gleichgewichtsfähigkeit. Der Vogel soll zum Balancieren allein oder zu zweit einladen, vielleicht probieren die Kinder sogar aus, darauf zu hüpfen; es ist eine schwierige Aufgabe, als Gruppe auf den Vogel zu steigen und sich oben zu halten. 
  • Balancierteller, - balken, - steg, -brücke über das nachgebildete Moor: Die Kinder sollen über die Balanciermöglichkeiten gehen und versuchen, auch einmal stehen zu bleiben. Ganz Mutige schließen, auf einem Bein stehend, die Augen und halten sich dabei nicht fest. Hier wird auf die Wahrnehmung (Kinästhetik) gezielt. 
  • Libellenschaukeln: Hinweis auf den Libellenwanderweg entlang des Nordmoores
  • Versunkene Irrseezille: Durch den Schiffsrumpf entdecken die Kinder den Aufbau des Moores und die Besonderheiten des Uferbereiches, lernen aber auch die Fischvorkommen des Irrsees kennen
  • Treibholzbalancierbalken laden zum Balancieren aber auch zum Sitzen und Ausruhen ein
  • Steganlage über das nachgebildete Moor als Aussichtsplattform und Infopunkt zur Beschreibung der Vogelarten 
  • Spielstadel: Miniatur-Nachbau des Stadels zur Erklärung der Bedeutung der an das Nordmoor angrenzenden Landwirtschaft 
  • Vogelrast: 3 Reckelemente zum Turnen und Spielen
  • Fischernetz: Ein Kletternetz am Böschungsrand informiert über die Fischerei im Irrsee


Ergebnisse und Wirkungen

  • Die regionale Bevölkerung wurde für die hochwertige Natur- und Kulturlandschaften inkl. Seen sowie die landwirtschaftliche Bewirtschaftung sensibilisiert.
  • Die biologische Vielfalt sowie die ökologische Funktion und Qualität der Ökosysteme - insbesondere der Seen und Seeuferbereiche sowie Wälder - wurde erhalten, aufgewertet und vermittelt (Wissenstransfer).
  • Es gibt neue Modelle und Angebote zur Sicherung des regionalen Kulturgutes und tradierten Wissens.
  • BesucherInnen und BewohnerInnen des Ortes wurden zu mehr Bewegung angeregt.


Erfahrung

Die gesammelten Erfahrungen machten deutlich, dass für eine reibungslose Durchführung umfassende Vorarbeiten entscheidend sind, was meist einer längeren Vorlaufzeit bedarf. Hier müssen vor allem die klare Sicherung der Finanzierung durch die Gemeinde, die Klärung der Grundstücks- und Naturschutzangelegenheiten sowie die detaillierte Abklärung mit der LEADER-Förderstellte im Vordergrund stehen.