#MutSchafftZukunft: Ein Jahresrückblick

Innovation
Klimaschutz
Lebensqualität
Natürliche Ressourcen

2025 stand das Motto „Mut schafft Zukunft“ im Vordergrund, welche Angebote gab es dazu im Netzwerk?

Netzwerk Zukunftsraum Land bietet ein breites Spektrum an Angeboten, um Menschen dabei zu unterstützen, die Möglichkeiten des GAP-Strategieplans 2023 – 2027 zu nutzen. Dabei wird unser Arbeitsprogramm inhaltlich nicht nur von den vier Handlungsfeldern und dem übergeordneten Handlungsprinzip definiert, sondern auch immer von einem Jahresmotto begleitet – 2025 war es „Mut schafft Zukunft“. 

Durch fast alle unsere Maßnahmen hat sich dieser rote mutige Faden gezogen – von Podcastfolgen, Videos, Publikationen, Veranstaltungen mit mutigen Speaker:innen und Themen bis hin zu unserem Newsletter und auch darüber hinaus. 

Besonders hervorheben möchte ich unsere diesjährige Jahreskonferenz in Rotholz, Tirol. Die Themen „30 Jahre EU-Mitgliedschaft“ und „Mut schafft Zukunft“ wurden dabei zu einem interessanten Themenmix verwoben: Brigitte Ederer gab als mutige Zeitzeugin tiefe Einblicke in die Zeit rund um dem EU-Beitritt Österreichs; Katharina Cibulka überzeugte durch ein mutiges Projekt zum Thema Geschlechtergleichstellung (https://www.solange-theproject.com). Beide Rednerinnen zeigten eindrucksvoll ihre persönlichen, mutigen Wege auf und motivierten die Zuhörer:innen damitm ihren eigenen Weg mit mutigen Schritten zu wagen. 

Praxisbezug ist wichtig, damit man „ins Tun“ kommt. Woran zeigt sich das im Netzwerk besonders deutlich?

Direkt in die Praxis der Umsetzung geht es zum Beispiel in unserer Projektdatenbank, wo wir seit mehreren GAP-Perioden Projekte darstellen. Neu ist dieses Jahr der Bereich der Case Studies. Dabei werden einzelne Projekte exemplarisch herausgegriffen und im Detail vorgestellt. Es ist toll zu sehen, wie viel bereits umgesetzt wird und welche Lernerfahrungen Projektträgerinnen und Projektträger weitergeben können. 

Ein weiterer Schwerpunkt in unserer Arbeit ist die Europäische Innovationspartnerschaft „Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit“ (EIP-AGRI), ein Konzept zur Förderung von Innovation. Das Team der Innovation Broker im Netzwerk berät und unterstützt bei Innovationsprojekten im Rahmen der EIP-AGRI. Diese Projekte haben immer einen intensiven Praxisbezug, da sie Wissenschaft, Bildung, Beratung und Praxis miteinander vereinen. 

Was nimmst du dir speziell aus 2025 als Anregung und Motivation für das kommende Jahr 2026 mit?

Es hat sich gezeigt, dass besonders junge Menschen oft mutige Schritte wagen und damit Innovation ins Rollen bringen. Deshalb ist es mir ein besonderes Anliegen, dass das Netzwerk auch junge Menschen anspricht, denn die nächste Generation ist wesentlich für den Fortbestand der landwirtschaftlichen Betriebe, die Lebensmittelproduktion und den Erhalt der ländlichen Räume. Im Jahr 2026 werden wir uns unter dem Motto „weiterdenken – Zukunft mit der nächsten Generation gestalten“ speziell diesem Thema widmen. Auch die europäische Union hat im Oktober 2025 eine Strategie zum Generationenwechsel in der Landwirtschaft veröffentlicht, und wird in den kommenden Monaten verstärkt daran arbeiten. 

Neben der Jugend sind auch Frauen in ländlichen Räumen oft besonders mutig und mir ein besonderes Anliegen. Nicht nur in der Arbeitsgruppe des GAP-Begleitausschusses engagiere ich mich für Gender-Gerechtigkeit, auch in praxisnahen Projekten stellen wir dar, wie Geschlechtergleichstellung funktionieren kann. Besonders freut es mich, dass beim diesjährigen ARIA Award (Agricultural and Rural Inspiration Award 2025) des EU CAP Network am 3. Dezember das österreichische Projekt „Rollen im Wandel” in der Kategorie Gender Equality erneut den Preis nach Österreich geholt hatt! Das zeigt einmal mehr – es gibt wahninnig mutige Projekte in den ländlichen Regionen, die brennende, aktuelle Themen adressieren und innovative, mutige Wege für die Zukunft aufzeigen. 

Eine Vorschau zu unseren geplanten Maßnahmen 2026 findet sich in Kürze auf unserer Homepage sowie laufend auf unseren Social-Media-Kanälen.

Ein Rückblick auf unsere Handlungsfelder 2025

#mutschafftzukunft im Handlungsfeld „Natürliche Ressourcen nachhaltig nutzen”

Mut im Natur-, Umwelt- und Klimaschutz bedeutet, über kurzfristige Gewinne hinauszudenken und nachhaltige, oft auch langfristige Wege einzuschlagen. Landwirtinnen und Landwirte etwa beweisen Mut, wenn sie neue, ressourcenschonende Praktiken erproben und tradierte Methoden hinterfragen, aber auch nachhaltige tradierte Methoden beibehalten. Gleichzeitig erfordert Naturschutz den Mut, Verantwortung für Boden, Wasser und Biodiversität zu übernehmen – auch dann, wenn dies mit Veränderungen und Herausforderungen verbunden ist. Und auch dann, wenn eine Auseinandersetzung mit anderen Meinungen erforderlich ist. Daher greifen wir im Rahmen des Netzwerk Zukunftsraum Land auch unbequeme Themen auf, fördern die Diskussion unter den Akteurinnen und Akteuren, die sich mit Natur, Umwelt- und Klimaschutz befassen, und weisen auf die Notwendigkeit hin, langfristig zu denken.

#mutschafftzukunft im Handlungsfeld „Lebensqualität gestalten“

Im Jahr 2025 hat uns in diesem Handlungsfeld die Frage nach den langfristigen und transformativen Wirkungen beschäftigt. Mut beginnt dabei, sich kritischen Themen zu widmen, Annahmen im Projekt permanent zu hinterfragen, um den Nutzen für die Zielgruppen zu verbessern, neue Geschäftsmodelle auszuprobieren und nicht nur „Quick Wins“, sondern langfristige Veränderungen anzustreben. Aber nicht nur Projektakteur:innen brauchen Mut, sondern es braucht auch mutig gesetzte förderliche Rahmenbedingungen, um diese Arbeit bestmöglich zu unterstützen.

#mutschafftzukunft im Handlungsfeld „Lebensmittelversorgung sichern“

….bedeutet, sich für eine zukunftsfähige, regionale und nachhaltige Lebensmittelproduktion einzusetzen. Es braucht den Mut, regionale Strukturen zu stärken, neue Wege zu gehen und bestehende Systeme zu hinterfragen. Wie zum Beispiel Leni vom Bichlhof und viele andere zeigen, gestalten mutige Frauen in der Landwirtschaft mit ihren Entscheidungen und nachhaltigen Ideen die agrarische Produktion der Zukunft!

#mutschafftzukunft im Handlungsfeld „Innovation und Wissenstransfer stärken”

In diesem Handlungsfeld hat das Jahr 2025 gezeigt, wie wichtig es ist, Innovatorinnen und Innovatoren in der Land- und Forstwirtschaft und im ländlichen Bereit Mut zu machen, Neuland zu betreten und Neuartiges in die Praxis zu bringen. Nur so kann die Zukunft proaktiv gestaltet werden. Gemeinsam ist es leichter, mutig zu sein – deshalb haben wir mit dem Angebot der Innovation Brokerage Lust auf mutige, unübliche Kooperationen gemacht.

#ARIAwards25: Gender Equality Award geht erneut an Österreich!

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Aus 127 Einreichungen wurden dieses Jahr 24 Projekte aus 26 Mitgliedsstaaten beim europäischen ARIA Award nominiert und das österreichische Projekt „Rollen im Wandel“ konnte sich in der Kategorie „Gleichstellung der Geschlechter“ durchsetzen. Dies ist bereits das zweite Jahr in Folge, in dem Österreich in dieser Kategorie den Sieg nach Hause bringt. Wir gratulieren ganz herzlich!

Mit dem ARIA Award werden jährlich von der GAP finanzierte Projekte zur Entwicklung des ländlichen Raums und der Landwirtschaft auf internationaler Ebene ausgezeichnet und sichtbar gemacht.

Aus insgesamt acht eingereichten Projekten aus Österreich hat die #ARIAwards25 Jury gleich drei österreichische Projekte geshortlisted, darunter neben dem Projekt „Rollen im Wandel“ der LEADER Region Regionalentwicklung Vorarlberg (Regio-V) das Projekt „Bodenkoffer“ der LEADER-Region Oberinnviertel-Mattigtal und das Projekt „Hofübergabe im Fokus“ der Landjugend Österreich.

Am 3. Dezember wurden während der ARIA-Zeremonie in Brüssel, die auch online live mitzuverfolgen war, die Gewinner:innen bekannt gegeben. Österreich konnte für alle drei Projekte aus der Shortlist Preise mit nach Hause nehmen: Dieses Jahr ging bereits zum zweiten Mal der Preis in der Kategorie Gender Equality, der Projekte auszeichnet, die sich auf die Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern konzentrieren, nach Österreich an das Vorarlberger Projekt „Rollen im Wandel“. Die Projekte „Bodenkoffer“ und „Hofübergabe im Fokus“ wurden in den Kategorien „Intelligente und wettbewerbsfähige Landwirtschaft“ und „Generationserneuerung“ mit „highly recommended“ ausgezeichnet.

Mädchen auf dem Skaterplatz, ein Steuerberater als Tagesvater und eine Mutter als Vorsitzende des Fußballvereins: Das gibt es im österreichischen Bundesland Vorarlberg noch wenig und wenn, wird es mehrheitsgesellschaftlich unsichtbar gemacht. Das Projekt „Rollen im Wandel“ will Potenziale von nicht traditionell verteilten Rollen nutzbar machen, Alternativen zur herkömmlichen Rollenverteilung vor den Vorhang holen und dazu einladen, diese auszuprobieren. Zu diesem Zweck boten die Fachorganisation femail, der Familienverband Vorarlberg und der Verein Amazone mit Unterstützung der Lokalen Aktionsgruppe Regionalentwicklung Vorarlberg ein breites Spektrum an Aktivitäten an.

Damit alternative Rollenmodelle erlebbar werden, boten die drei Fachorganisationen Unterstützung bei der Umsetzung von Pilotaktivitäten. Dies waren Angebote wie ein Mädchentreff, Buchvorstellungen oder ein Podcast – je nachdem, was in der jeweiligen Gemeinde gerade am besten passte. Parallel dazu wurden den teilnehmenden Gemeinden Formate wie Vorträge, Workshops oder digitale Angebote zur Verfügung gestellt, die Möglichkeiten der Auseinandersetzung und Reflexion mit Themen wie Geschlechtergerechtigkeit, Rollenbilder und -stereotypen und Vielfalt eröffneten. Frauen waren maßgeblich an der Entwicklung des Projekts beteiligt und stellten die Mehrheit der 650 Teilnehmenden, was zeigt, dass sich Männer nach wie vor wenig von den Themen angesprochen fühlen beziehungsweise nicht genügend für das Thema begeistert werden konnten. Frauen übernahmen eine führende Rolle als Referentinnen und Workshopleiterinnen.

Zum Projekt “Rollen im Wandel”

Zum Projekt “Bodenkoffer”

Zum Projekt “Hofübergabe im Fokus”

EU GAP-Netzwerk Seminar: Sicherstellung des Aufenthaltsrechts für junge Landwirt:innen und Jugendliche aus dem ländlichen Raum

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Diskussion und Austausch darüber, wie die EU-Strategie für Generationenerneuerung in konkrete nationale Strategien umgesetzt werden kann – indem Jugendliche aus dem ländlichen Raum, junge Landwirt:innen und Entscheidungsträger:innen zusammengebracht werden, um gemeinsam umsetzbare Lösungen zu entwerfen.

Einladungen und detailliertere Informationen folgen im Januar 2026.

Aufruf zur Einreichung: IMCAP-2026-INFOME

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Im Rahmen der Aufforderung zur Einreichung von Anträgen für Informationsmaßnahmen im Zusammenhang mit der GAP (IMCAP-2026-INFOME) kofinanziert die Europäische Kommission Projekte, die darauf abzielen, Interessenträger, Studierende und besonders die breite Öffentlichkeit über die GAP zu informieren. Die Projekte können audiovisuelle Aktivitäten, Besuche landwirtschaftlicher Betriebe usw. umfassen.

Die Frist für die Einreichung von Vorschlägen endet am 14. Januar 2026.

 

Österreichs Agrarisches Wissens- und Innovationssystem (AKIS) im Fokus: Neuer Bericht zeigt Stärken und Entwicklungsbedarf

AKIS-Kooperationsstelle
Innovation

Mit dem aktuellen AKIS-Bericht liegt eine umfassende Analyse des österreichischen landwirtschaftlichen Wissens- und Innovationssystems vor. Das AKIS bildet den Rahmen für die Zusammenarbeit von Forschung, Bildung, Beratung und Praxis – und ist damit zentral für eine zukunftsfähige Land- und Forstwirtschaft.

Österreichs AKIS zeichnet sich durch eine schlanke, klar strukturierte Organisation und die enge Verknüpfung zentraler Wissensakteurinnen und -akteure aus. Die Verbindung von Berufsbildung, Weiterbildung und Beratung – vor allem innerhalb der Landwirtschaftskammern – gilt als besondere Stärke des Systems. Auch der Austausch zwischen Forschungseinrichtungen, Höheren Bundeslehr- und Forschungsanstalten sowie landwirtschaftlicher Praxis funktioniert gut.

Der Bericht hebt zudem hervor, dass AKIS seit Beginn der GAP-Periode 2023–2027 zusätzlich an Bedeutung gewonnen hat. Die neue AKIS-Kooperationsstelle im GAP-Netzwerk und eine strategisch verankerte Weiterentwicklung sorgen für mehr Koordination und sichtbar höhere Transfergeschwindigkeit in mehreren Bereichen. Multi-Akteurs-Projekte – etwa im Rahmen von EIP-AGRI – tragen spürbar zur Vernetzung und zum Praxistransfer bei.

Trotz dieser positiven Entwicklungen zeigt die Analyse weiterhin Handlungsbedarf. Der Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis erfolgt nicht in allen Bereichen rasch genug; zudem fehlen geeignete Messinstrumente für die Bewertung der Transferleistung. Auch die internationale Einbindung österreichischer Praxis- und Beratungsakteure müsse weiter gestärkt werden, um Wissenstransfer und Innovationskraft langfristig zu erhöhen.

Der Bericht empfiehlt daher unter anderem eine stabile langfristige Förderstruktur, eine intensivere Einbindung von Bildungs- und Beratungseinrichtungen in Forschungsprozesse, den Ausbau internationaler Kooperationen sowie eine laufende Erweiterung des Überblicks über das AKIS-Ökosystem.

Das AKIS bleibt somit ein zentraler Baustein, um Österreichs Land- und Forstwirtschaft für die zunehmenden ökologischen, technologischen und gesellschaftlichen Herausforderungen zu rüsten.

Speeding Up Innovation: Quo vadis AKIS 2030?

Innovation

Inge van Oost, Senior Expertin und ehemalige Policy Officer der Europäischen Kommission, erläuterte in dem ihrem Vortrag, wie AKIS in dem aktuellen Vorschlag der Europäischen Kommission zur GAP nach 2027 verankert sein kann.

Am Vormittag nahmen 26 Personen am Systemdenken-Workshop teil. Nach einer Einführung in die GAP-Vernetzungsstelle 2023–2027 „Netzwerk Zukunftsraum Land“ (Sophia Glanz) sowie zu AKIS – Systemischen Ansatz für Wissens- und Innovationsflüsse in der Landwirtschaft (Stephanie Bürger) hatten die Teilnehmenden im Rahmen eines interaktiven World Cafés die Möglichkeit, Barrieren für effektive Wissensflüsse und die Wirksamkeit des AKIS zu identifizieren, zu diskutieren und zu bewerten. Grundlage dafür waren Barrieren, die bereits in verschiedenen Co-Creation-Prozessen mit unterschiedlichen Akteursgruppen auf europäischer Ebene gesammelt worden waren.

Am Nachmittag arbeiteten die Teilnehmenden in zwei Workshops weiter:

Workshop 1, umgesetzt im Rahmen des Horizon-Projekts ATTRACTISS (Julia Eberharter), widmete sich dem Thema „Gemeinsam innovativ: Schnittstellen zwischen Bildung/Beratung und Forschung verbessern“. Die Teilnehmenden diskutierten, welche persönlichen Kompetenzen in Bildung, Beratung und Forschung notwendig sind, um Innovationen zu fördern. Besonders wichtig sind Kommunikations- und Kooperationsfähigkeiten, Engagement sowie eine offene Denkweise über den eigenen Bereich hinaus. Vertrauen, gegenseitiges Lernen und eine gemeinsame Sprache sind entscheidend, um voneinander zu profitieren. An der Schnittstelle zwischen Forschung, Bildung und Beratung müsse noch stärker vernetzt, zusammengearbeitet und Daten bereitgestellt werden.

Workshop 2 richtete sich an die Community of Practice (Elena-Teodora Miron). Im Rahmen der dritten Sitzung der Community of Practice, die erstmals in Präsenz stattfand, wurde der aktuelle Stand des AKIS-Kompendiums vorgestellt. Dabei präsentierten die Projektverantwortlichen eine erste Analyse der daraus abgeleiteten Beziehungen zwischen den verschiedenen AKIS-Akteurinnen und -Akteuren. Aufbauend auf dieser Grundlage verständigten sich die Teilnehmer:innen in einem gemeinsamen Gestaltungsprozess darauf, für den Bereich der biologischen Landwirtschaft Wissensflussketten unter Einbindung unterschiedlicher AKIS-Akteur:innen abzubilden. Ziel ist es, bestehende Brüche in diesen Wissensflüssen sichtbar zu machen und darauf aufbauend geeignete Maßnahmen zur Verbesserung des Wissenstransfers abzuleiten.

Zum Abschluss wurde ein vom Ländlichen Fortbildungsinstitut (LFI) und Landwirtschaftskammer Österreich (LKÖ) geplantes Vorhaben vorgestellt: das Wissenstransfernetzwerk – eine Initiative zur Stärkung der Wissensflüsse im AKIS (Elena-Teodora Miron)

Die Veranstaltung hat erneut dazu beigetragen, Wissen und Bewusstsein für das AKIS zu stärken und dessen Weiterentwicklung in Österreich zu fördern sowie wichtige Akteurinnen und Akteure im Rahmen des AKIS in Österreich zu vernetzen.

Neuer Aufruf: Einreichung für Förderung der zweiten Phase von Operationellen Gruppen und Innovationsprojekten (77-06 – Phase 2)

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Die Antragstellung für die zweite Phase der Förderung von Operationellen Gruppen und Innovationsprojekten im Rahmen der EIP-AGRI (77-06 – Phase 2) ist seit 27.11.2025 auf der Digitalen Förderplattform (DFP) der AMA möglich. Die Einreichfrist endet mit 30.01.2026

Es können sich Personen aus Land- und Ernährungswirtschaft zu Operationellen Gruppen zusammenschließen und praxistaugliche Lösungen zu aktuellen Herausforderungen der Landwirtschaft entwickeln. Die Themen sind nicht weiter eingeschränkt. Die Zusammenarbeit von zumindest Forschung, Bildung und Beratung und der landwirtschaftlichen Praxis in einer Operationellen Gruppe soll praxistaugliche und innovative Lösungen sichern. 

Teilen Sie diese Infos gerne mit Personen aus Ihrem Netzwerk!

Eckdaten der Förderung:

  • max. 400.000 Euro für den Betrieb der Operationellen Gruppe und die Umsetzung des Innovationsprojekts 
  • Es werden attraktive 100% der förderfähigen Sach- und Personalkosten übernommen.

Alle Informationen zur Förderung und Antragstellung: Phase 2

Details zur Fördermaßnahme in der Sonderrichtlinie des BML

Alle 39 österreichischen EIP-AGRI Projekte der letzten GAP-Periode finden sich hier

Projekte der aktuellen GAP finden sie direkt in der neuen Projektdatenbank 

Sie haben Fragen zur Fördermaßnahme EIP-AGRI, haben eine Idee für ein mögliches Innovationsprojekt oder planen bereits die Einreichung?
HIER finden Sie das Team der Innovation Broker und ihr Unterstützungsangebot.

Smart Villages: Polnische Delegation zu Gast in Österreich

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Lebensqualität
Natürliche Ressourcen

Mit dem Konzept „Smart Village“ hat die EU-Kommission 2018 einen neuen Schwerpunkt für die innovative und strategische Entwicklung auf lokaler Ebene gesetzt. Smart Villages sind demnach Gemeinschaften in ländlichen Gebieten, die innovative Lösungen (unter anderem Digitalisierung) nutzen, um ihre Widerstandsfähigkeit zu verbessern und Herausforderungen im lokalen Kontext zu bewältigen. Österreich hat das Konzept in die GAP aufgenommen und bietet drei Interventionssträngen für dessen Umsetzung: LEADER, Ländliche Innovationssysteme und die beiden Interventionen zur Stärkung von Orts- und Stadtkernen.

Der erste Tag stand ganz im Zeichen der GAP und Informationen zu den Maßnahmen auf Bundesebene. Am zweiten Tag ging es in die Steiermark, um sich ein Bild von Smart Villages in der Praxis zu machen. Erich Biberich und Bürgermeister Mario Abl gaben Einblick in die ambitionierte Trofaiacher Entwicklungspraxis. Anschließend besuchte die Delegation Stanz im Mürztal, wo Rainer Rosegger spannende Initiativen rund um Erneuerbare Energie und Ortskernentwicklung präsentierte. Eingerahmt wurde der Tag durch Präsentationen von Vertretern des Landes Steiermark zum Ansatz „Starke Zentren“ und Lokale Agenda 21.  

Hochschullehrgang Region on Board 2026

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Der 2025 neu konzipierte Lehrgang der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik (HAUP) geht 2026 in die zweite Runde. In zwei Lehrgängen (Nord- und Südösterreich) werden für Regionalentwickler:innen (LEADER, KEM, KLAR!, Naturparke, Regionalmanagements, LIN, LIP, Stadtregionen…) Inhalte zu zentralen Themen vermittelt und gemeinsam bearbeitet. Die Schwerpunkte reichen von Projekt- und Netzwerkkoordination über professionelles Beraten bis hin zu Fragen der Finanzierung. Dank Förderung über den GAP-Strategieplan ist dieses Angebot kostenfrei!

Vision 2028+: Zukunft gemeinsam gestalten

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Natürliche Ressourcen

Volatile Märkte, sozioökonomische Veränderung in der Landwirtschaft und der Klimawandel stellen Österreichs Bäuerinnen und Bauern sowie den ländlichen Raum vor zahlreiche Herausforderungen. Der von Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig initiierte Strategieprozess „VISION 2028+ soll Stabilität bieten, Orientierung schaffen und Planungs- und Versorgungssicherheit für die Landwirtschaft und den ländlichen Raum gewähren. 

In der Entwicklungsphase von Oktober 2023 bis Mai 2024 wurde in sieben Handlungsfeldern eine umfassende Vision für die Land- und Forstwirtschaft und die ländlichen Räume in Österreich nach 2028 entwickelt. Eingebunden in diesen Prozess waren neben den Bäuerinnen und Bauern, auch zahlreiche Stakeholder, Institutionen, ein wissenschaftlicher Beirat und auch Netzwerk Zukunftsraum Land.

In der Umsetzungsphase von September 2024 bis September 2025 arbeiteten sieben Handlungsfeld-Teams parallel an der Weiterentwicklung und Konkretisierung der 170 Maßnahmen, die in der VISION 2028+ festgelegt wurden. Auch hier war Netzwerk Zukunftsraum Land beteiligt und begleitet die Umsetzung. 

Klimaschutz auf dem Acker: Wenn Tools zu Taten werden

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Dieser Workshop brachte rund 20 Teilnehmer:innen aus Wissenschaft und Forschung, Politik, Bildung, Beratung und Wirtschaft zusammen. Schon zu Beginn war spürbar, dass die eingeladenen Personen ein gemeinsames Ziel verfolgen: Wege zu finden, wie Klimabilanzierung den landwirtschaftlichen Alltag wirksam unterstützen kann und wie man Maßnahmen zum Klimaschutz durch die Beratung auf die Betriebe bringt. Die Stimmung war offen, konstruktiv und geprägt von echtem Interesse am Austausch.

Ein spannender Einstieg in den Tag: Digitale Tools im Überblick

Der Vormittag bot eine informative Reise durch drei Tools zur landwirtschaftlichen Klimabilanzierung:

  • FarmLife – eine Software zur Ökobilanzierung, das Betriebsabläufe transparent macht und Landwirt:innen dabei unterstützt, Entscheidungen auf Basis verständlicher Daten zu treffen.
  • Sustell – ein Tool, das Emissionen und Nachhaltigkeitsindikatoren präzise erfasst und abbildet.
  • Neu.Rind – eine Software, die speziell auf klimaoptimierte Rinderhaltung abzielt und praxisnahe Stellschrauben sichtbar macht.

Die Präsentationen waren lebendig und praxisnah. Viele Teilnehmende lobten die klaren Visualisierungen und die Anwendungsbereiche, die schnell zeigten, dass diese Tools nicht nur theoretische Modelle sind, sondern echte Lösungswege für eine klimastarke Landwirtschaft sein können.

Ein verbindender Nachmittag: Gemeinsam Antworten finden

Am Nachmittag rückte eine zentrale Frage in den Mittelpunkt:

„Wie können wir Landwirt:innen einen klaren Überblick über ihre Emissionen ermöglichen und gleichzeitig Wege aufzeigen, wie sie ihre Klimabilanz im Arbeitsalltag praktisch verbessern können?“

In Gruppen entwickelten die Teilnehmenden kreative, praxisnahe Ansätze. Diskutiert wurden unter anderem:

  • benutzerfreundliche Darstellungen komplexer Daten,
  • die Bedeutung klarer, leicht umsetzbarer Empfehlungen/Maßnahmen,
  • sowie die Rolle von Beratung und Bildung als Brücke zwischen Tool und landwirtschaftlicher Praxis,

Die Diskussionen waren intensiv, offen und lösungsorientiert – ein echtes Beispiel für gelingende Zusammenarbeit im AKIS-Kontext. Besonders positiv wurde wahrgenommen, wie gut sich die unterschiedlichen Fachperspektiven ergänzten und zu gemeinsamen Ideen führten.

Fazit

Der Workshop war spannend, informativ, positiv und verbindend – genau so, wie ein Stakeholder-Format sein sollte. Er zeigte deutlich, wie viel Potenzial in den Tools steckt, wenn sie gemeinsam verstanden, weiterentwickelt und gezielt in die landwirtschaftliche Praxis gebracht werden. Die Teilnehmenden nahmen wertvolle Impulse mit und legten gleichzeitig die Grundlage für weitere Kooperationen auf dem Weg zu einer klimastarken und zukunftsfähigen Landwirtschaft.

 

Über Climate Smart Advisors:

ClimateSmartAdvisors ist ein paneuropäisches Multi-Akteurs-Netzwerk, das 27 Länder abdeckt. Das Ziel des Projektes besteht darin, die EU-Agrarberatergemeinschaft zu stärken und so zu einer beschleunigten Übernahme klimafreundlicher (CS) Landwirtschaftspraktiken durch die breitere Agrargemeinschaft innerhalb und über EU-AKISs zu gelangen. Um dieses Ziel zu erreichen, konzentriert sich ClimateSmartAdvisors auf die entscheidende Rolle von Beratern bei der Entwicklung und Verbreitung von CS-Innovationen und -Praktiken. Das Projekt wird Aktivitäten organisieren, die sich auf die Stärkung der Kapazität der Berater bei der Bereitstellung von CS-Beratung und die Stärkung der Rolle der Berater beim Übergang zur CS-Landwirtschaft durch ihre Beteiligung an Innovationsprojekten, CS-AKIS sowie EU-Projekten und -Initiativen konzentrieren.