Energieeffiziente Landwirtschaft – Versorgung sichern, Transformation gestalten
Die Transformation des Energiesystems auf erneuerbare, regional verfügbare Energieträger ist entscheidend für eine versorgungssichere und leistbare Energiezukunft.
Das Bildungsprojekt „Energieeffiziente Landwirtschaft: Versorgung sichern, Transformation gestalten“ unterstützt und fördert Landwirtinnen und Landwirte bei der Umsetzung von Energieeffizienz-Maßnahmen sowie erneuerbaren Energieprojekten. Ein zukunftsgerichtetes Informations- und Bildungsangebot ermöglicht es Landwirtinnen und Landwirte, die Energieversorgung der Zukunft mitzugestalten und innovative Leuchtturmprojekte der Energienutzung voranzutreiben. Durch die im Projekt angestoßenen Handlungen im Bereich der Energieeffizienz sowie der erneuerbaren Energien wird die Energieautarkie der landwirtschaftlichen Betriebe erhöht und die Energieversorgungssicherheit im ländlichen Raum gestärkt. Das Bildungsprojekt bündelt und kategorisiert Wissen in Sachen Energieeffizienz, Erneuerbare Energien, Energiespeicherung und nachhaltige Mobilitätsformen. Es vermittelt aktuelles Energie- und Klimawissen sowie neueste Ergebnisse aus der Energie- und Klimaforschung. Und es unterstützt die Landwirtinnen und Landwirte bei der Planung und Umsetzung einer energieautarken Energieversorgung sowie der regionalen Energievermarktung. All dies reduziert die Energiekosten der Betriebe, schützt die Naturwerkstätte der Landwirtinnen und Landwirte vor den Folgen des Klimawandels, schafft regionale Arbeitsplätze und erhöht die Wertschöpfung im ländlichen Raum. Und zu guter Letzt: Es sichert die Lebensmitteversorgung der österreichischen Bevölkerung in Krisenzeiten.
Was macht dieses Projekt besonders nachahmenswert?
Das Bildungsprojekt “Energieeffiziente Landwirtschaft” unterstützt und fördert Landwirtinnen und Landwirte bei der Umsetzung von Energieeffizienz-Maßnahmen sowie erneuerbaren Energieprojekten mit der Bereitstellung eines zukunftsgerichteten Informations- und Bildungsangebots. Es ermöglicht Landwirtinnen und Landwirten, die Transformation des Energiesystems mitzugestalten und innovative Leuchtturmprojekte der Energienutzung voranzutreiben. Durch die im Bildungsprojekt angestoßenen Handlungen im Bereich der Energieeffizienz sowie der erneuerbaren Energien, wird die Energieautarkie der landwirtschaftlichen Betriebe erhöht und die Energieversorgungssicherheit im ländlichen Raum gestärkt.
Darum war es wichtig, das Projekt umzusetzen
Die stark gestiegenen Energiepreise sowie die fehlende Versorgungssicherheit von fossilen Energieträgern haben die landwirtschaftlichen Betriebe in den letzten Jahren völlig unerwartet getroffen. Angesichts der zunehmenden Risiken hoher Energiepreise, sollten die Landwirtinnen und Landwirte ihre Höfe so energieeffizient und energieunabhängig wie möglich bewirtschaften und mit der Erzeugung erneuerbarer Energien zur Versorgungssicherheit im ländlichen Raum beitragen. Das Bildungsprojekt “Energieeffiziente Landwirtschaft” unterstützt zudem folgende Zielsetzungen und Strategien:
Europäische Richtlinien und Verordnungen im Rahmen des Green Deal,
Nationaler Energie- und Klimaplan (NEKP) sowie
der Vision 2028+ – Zukunftsbild für Österreichs Landwirtschaft und den ländlichen Raum.
Ziele des Projekts
– Weiterbildung und Unterstützung von Landwirtinnen und Landwirten bei der Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen sowie erneuerbaren Energieprojekten am Hof.
– Stärkung der Energieautarkie landwirtschaftlicher Betriebe und Erhöhung der Versorgungssicherheit im ländlichen Raum.
– Umsetzung von Energieeffizienz-Maßnahmen zur Reduktion der Energiekosten am landwirtschaftlichen Betrieb.
– Förderung der aktiven Teilhabe und Mitgestaltung der Landwirtinnen und Landwirte an der Transformation des Energiesystems durch das Aufzeigen von Best-Practice-Lösungen.
– Entwicklung und Umsetzung innovativer Leuchtturmprojekte zur nachhaltigen Energienutzung am landwirtschaftlichen Betrieb.
– Steigerung der betrieblichen Resilienz gegenüber Energiepreis-Schwankungen (Diversifizierung der Energiequellen) sowie großräumigen Ausfällen der Energieversorgung (Notstromversorgung).
– Reduktion von Treibhausgasemissionen durch Energieeffizienz-Maßnahmen sowie den Einsatz erneuerbarer Energie- und Speichertechnologien.
– Erhöhung der betrieblichen Wertschöpfung durch neue Geschäftsmodelle (Stromverkauf, Agri-Photovoltaik, Nahwärme-Versorgung, Erneuerbare Energiegemeinschaften).
Ergebnisse und Wirkungen quantitativ
-11 Informationsfolder zur Umsetzung von Energieeffizienz-Maßnahmen und erneuerbaren Energieprojekten am Hof (zum Beispiel Energieeffizienz in der Milchwirtschaft, Energieeffizienz in der Direktvermarktung).
– vier Fachbroschüren zur Forstlichen Biomassenutzung, Heutrocknung, Energieeffizienz in der Landwirtschaft und praktischen Lösungen zur Steigerung der Energieeffizienz auf landwirtschaftlichen Betrieben.
– siebenteilige Videoreihe mit Klimajäger Andreas Jäger um Vorzeigebetriebe von Land- und Energiewirt:innen in Österreich vorzustellen
– Erstellung Österreichs größter Wissensdatenbank “www.energieeffiziente-landwirtschaft.at” (derzeit in Arbeit)
– Und vieles mehr.
Ergebnisse und Wirkungen qualitativ
– Reduktion des betrieblichen Energieverbrauchs durch die Identifikation und Umsetzung von Energieeffizienz-Maßnahmen (zum Beispeil effiziente Belüftung, LED, Vakuumpumpen, Kühlanlagen, variable Drehzahlregelungen).
– Erhöhung der Energieautarkie durch die Umsetzung von erneuerbaren Energietechnologien (zum Beispiel Photovoltaik, Stromspeicher, Biomasse).
– Erhöhung der Wirtschaftlichkeit landwirtschaftlicher Betriebe durch langfristig stabile Energiekosten.
– Stärkere Resilienz gegenüber Energiepreisschwankungen und Energieversorgungsengpassen am internationalen Energiemarkt.
– Steigerung des Bewusstseins für die Erhöhung der Energieversorgungssicherheit.
– Aufbau eines Österreichweiten Kompetenznetzwerks für Energieeffizienz in der Landwirtschaft.
Mehrwert durch Vernetzung
Vernetzung ist der zentrale Erfolgsfaktor im Projekt. Die bundesländerübergreifende Zusammenarbeit sowie die Kooperation mit landwirtschaftlichen Expertinnen und Experten aus den Bereichen Energieeffizienz, erneuerbare Energien und landwirtschaftliche Technik tragen zu einem erweiterten Wirkungsfeld und zu zielgerichteten Unterstützungsangeboten für landwirtschaftliche Betriebe bei. Der regelmäßige und zielgerichtete Informations- und Erfahrungsaustausch bildet eine wichtige Grundlage für die Entwicklung neuer Informations- und Bildungsangebote. Durch die Vernetzung mit fachlichen Institutionen können verschiedene Stellschrauben der betrieblichen Energieoptimierung gezielt angesprochen werden. Politische Initiativen und öffentliche Schwerpunkte im Bereich Energie und Klimaschutz fördern zusätzlich die Sichtbarkeit und Verbreitung des Projektes. Die Zusammenarbeit mit Expertinnen und Experten erneuerbarer Energietechnik, Energiemärkte, Energieeffizienz-Technologien, Stalltechnik und Sicherheitstechnik (zum Beispiel Brandschutz bei Photovoltaik- und Stromspeicheranlagen) erweitert den Zugang zu den Landwirtinnen und Landwirten und stellt sicher, dass die Inhalte praxisnah, aktuell und betriebsspezifisch aufbereitet werden.
Innovation
Das Bildungsprojekt ermöglicht es Landwirtinnen und Landwirten, die Transformation des Energiesystems aktiv mitzugestalten, neue Energietechnologien frühzeitig am Betrieb umzusetzen und innovative Leuchtturmprojekte der Energienutzung stetig voranzutreiben. Das Bildungsprojekt wirkt als Multiplikator für Best-Practice-Betriebe in der erneuerbaren Energienutzung und bei Energieeinsparungen am Hof. Durch den nationalen und internationalen Wissensaustausch im Bereich der energieeffizienten Landwirtschaft konnte über die Jahre ein großes Energieeffizienznetzwerk für die Land- und Forstwirtschaft aufgebaut werden. Mit Hilfe des Bildungsprojekts ist es zudem gelungen, Ressourcen und Wissen effizient zu bündeln und österreichweit einheitliche Informations- und Bildungsunterlagen zu erarbeiten, die allen landwirtschaftlichen Betrieben in Österreich zur Verfügung stehen.
Einbeziehung von jungen Menschen
Die im Bildungsprojekt entwickelten Informations- und Bildungsmaßnahmen sind Bestandteil von Ausbildungs- und Weiterbildungsveranstaltungen junger Betriebsführerinnen und Betriebsführer (Meisterkurse, Facharbeiterkurse, agrarische Schulen). Zudem wurde im Bildungsprojekt darauf Wert gelegt, dass bei der Produktion von Informations-Videos auch junge Betriebsführerinnen und Betriebsführer zu Wort kommen.
Einbeziehung von Frauen
Grundsätzlich werden die Angebote im Bereich der energieeffizienten Landwirtschaft verstärkt von Männern wahrgenommen, da technische Themen traditionell häufiger von Betriebsleitern bearbeitet werden. Gleichzeitig zeigt sich jedoch in Informations- und Weiterbildungsformaten, dass Frauen in wirtschaftlichen (zum Beispiel Energie- und Stromkostenabrechnung) und organisatorischen Bereichen (zum Beispiel Förderabwicklung) eine zunehmend aktive Rolle einnehmen. Das Bildungsprojekt verfolgt daher das Ziel, Geschlechtergleichstellung in der Energiewende am landwirtschaftlichen Betrieb zu fördern. Durch eine bewusste Schwerpunktsetzung auf das Thema Vielfalt sowie durch zielgruppenspezifische Informations- und Bildungsangebote sollen Frauen und Männer gleichermaßen angesprochen und in die Umsetzung energieeffizienter Maßnahmen eingebunden werden. Es wurde zudem aktiv versucht, bei der Erstellung von Videos auch Betriebsführerinnen stärker einzubinden. Das Bildungsprojekt steht für Chancengleichheit, um eine breitere Beteiligung an Zukunftsthemen wie Energieeffizienz und erneuerbaren Energien zu ermöglichen.
Einbeziehung von Minderheiten (Inklusion)
Die Angebote im Bereich der energieeffizienten Landwirtschaft sollen für möglichst viele Menschen in der landwirtschaftlichen Gemeinschaft zugänglich sein. Daher legt das Projekt einen besonderen Schwerpunkt auf Inklusion. Ziel ist es, Barrieren – sei es in Bezug auf Sprache, technische Vorkenntnisse, körperliche Einschränkungen oder soziale Faktoren – zu reduzieren und allen Landwirtinnen und Landwirten den Zugang zu Wissen und Unterstützungsleistungen zu ermöglichen. Durch vielfältige Bildungsformate, verständlich aufbereitete Informationsmaterialien und die Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Organisationen wird sichergestellt, dass Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten, Hintergründen und betrieblichen Voraussetzungen gleichermaßen profitieren können. Diese inklusionsorientierte Herangehensweise trägt dazu bei, die Teilnahme an der Energiewende in der Landwirtschaft breiter aufzustellen und sicherzustellen, dass niemand aufgrund persönlicher Bedingungen oder struktureller Hürden ausgeschlossen wird.
Die wichtigsten Lernerfahrungen
Praxisnähe ist entscheidend: Landwirtinnen und Landwirte setzen Energieeffizienz-Maßnahmen vor allem dann um, wenn die Lösungen verständlich und betriebsspezifisch aufbereitet und kommuniziert werden.
Informations- und Beratungsmix: Landwirtinnen und Landwirte reagieren sehr unterschiedlich auf die Informations- und Bildungsmedien. Aus diesem Grund wurde im Bildungsprojekt stets darauf geachtet, verschieden Informationskanäle zu nutzen (zum Beispiel Videos, Folder, Broschüren, Fachartikel, Faktenblätter).
Only Online funktioniert nicht: Der Einsatz von gedruckten Informations- und Bildungsprodukten ist nach wie vor notwendig. Viele Landwirtinnen und Landwirte bevorzugen eine gedruckte Informationsunterlage, welche durch digitale Inhalte ergänzt wird.
Gute Geschichten erzielen Reichweite: Die Klimajäger-Videos sowie die professionelle Aufbereitung von Lerninhalten erzielen eine hohe Reichweite. Das Klimajäger-Video “Christian & Theresia Peter stellen intelligente Energielösungen für die Milchwirtschaft im Bregenzer Wald vor” wurde über 300.000-mal aufgerufen.
Ganzheitliche Betrachtung bringt den größten Nutzen: Technische Maßnahmen wirken am besten in Kombination mit organisatorischen Optimierungen, Energiemanagement und betriebswirtschaftlicher Planung.
Vernetzung erzeugt Mehrwert: Der Austausch zwischen Betrieben, Expertinnen und Experten und Institutionen beschleunigt die Verbreitung von Best Practices und stärkt die Qualität der Lösungen.
Technik allein reicht nicht: Entscheidend sind auch Wissen, Motivation und die Fähigkeit, Energieflüsse im eigenen Betrieb zu verstehen und zu steuern.
Energieeffizienz ist kein Sprint, sondern ein Marathon: Energieeffizienz ist ein Prozess; regelmäßige Informations-Updates und Weiterbildungsangebote sichern einen nachhaltige Wirkung auf den landwirtschaftlichen Betrieben.
International denken, national handeln: Der Erfahrungsaustausch mit internationalen Expertinnen und Experten eröffnet neue Blickwinkel, lädt zu eigenen Reflexion ein und zeigt kommende Trends in Österreich auf.
Übertragbarkeit
Mit den Informations- und Bildungsprodukten können alle österreichischen Landwirtschaftsbetriebe unabhängig von Betriebsgröße und Standort arbeiten. Zudem gab es in den letzten Jahren eine intensiven Austausch mit dem Südtiroler Bauernbund, wo Erfahrungen und Lernhalte des Bildungsprojektes in Workshops und Exkursionen mit Südtiroler Landwirtinnen und Landwirte geteilt wurde.
