Familienprojekt Naturpark Sölktäler

Der Naturpark Sölktäler unterstützt die Almen– soweit möglich– um diese zu erhalten. Die Freihaltung der Almflächen ist aus vielen Gründen wichtig, neben der Erhaltung der alten Kulturlandschaft, der Förderung der Regionalentwicklung ist der Schutz der besonderen Fauna und Flora, deren Lebensraum durch die Freihaltung gefördert wird, ein Grundanliegen. Dies, da im Naturpark auch viele Natura 2000 Schutzgüter im Gebiet eng mit den kleinräumig strukturierten Almen verbunden sind. In Zusammenarbeit mit dem Österr. Alpenverein wurden drei Familien-Bergwaldwochen organisiert und durchgeführt. Familien mit Jugendlichen und Kindern wurden angeleitet, leichte und mittlere Arbeiten zur Freihaltung der Almen durchzuführen. Dabei wurde ihnen vermittelt, welchen Wert die Almen haben und die Arbeitsintesität, die notwendig ist,  um diese zu erhalten.

Darum war es wichtig, das Projekt umzusetzen

Geänderte Rahmenbedingungen in der Landwirtschaft haben in den letzten Jahren zu einer Veränderung bei der Bewirtschaftung auf den Almen geführt, auch der Klimawandel trägt zur steigenden WAldgrenze bei. Die Sukzession führt zu einer Verbuschung und in weiterer Folge zur Verwaldung der Almweideflächen. Für die alpine Kulturlandschaft bedeutet dies eine Verringerung der Biodiversität.

Für die Freihaltung der Almweideflächen ist großer personeller Einsatz notwendig. Auf den Bauernhöfen sind die verfügbaren Arbeitskapazitäten sehr begrenzt. Die Almbauern sind dadurch teilweise auf externe Unterstützung angewiesen

Ziele des Projekts

Zielgruppen: naturverbundene Familien, die selbst etwas zum Erhalt der Almen beitragen möchten.

Maßnahmen um die Projektziele zu erreichen

Die zu bearbeitenden Flächen wurden gemeinsam vom Naturpark, den beteiligten Bauern, dem Alpenverein und dem Alminspektor ausgewählt, die hier notwendigen Arbeiten besprochen. Die Ausschreibung des Projektes für potentielle Teilnehmer erfolgte über den Alpenverein, der auch die laufende Betreuung über die gesamte Woche hinweg übernahm. Der Naturpark brachte sich mit unterstützenden Tätigkeiten, Lokalaugenscheinen, der Öffentlichkeitsarbeit, Vortrags- und Diskussionsabenden und regelmäßigen Besuchen während der Bergwaldwoche ein.

Auf den Almen durchgeführt wurden – je nach Bedarf: Schwenden und Ausschneiden, Germer-Stechen, Aufarbeitung von Lawinenschäden (Steine, Holz etc.)….

Weiters wurde Presse- und Öffentlichkeitsarbeit durchgeführt (siehe Link zum Video unten), sowie ein „Almquartett“ erarbeitet und gedruckt. Das Quartett soll die Bedeutung der Almen für die Landwirtschaft und den Lebensraum darstellen. Es zeigt auch touristische Aspekte, stellt aber im Wesentlichen die Arbeit auf der Alm, die dadurch erreichten Verbesserungen (vorher – nachher) vor.

Ergebnisse und Wirkungen qualitativ

Almweiden stellen im Naturpark Sölktäler einen Hotspot der Biodiversität mit spezifischen Artengemeinschaften dar. Mit der Durchführung dieses Freiwilligenprojekts haben Menschen aus verschiedensten sozialen Schichten und verschiedenen Lebensräumen einen Einblick in die Bedeutung der Almwirtschaft für die Kulturlandschaft im alpinen Raum. Besonders für Menschen aus Ballungszentren war die Teilnahme meist ein ganz besonderes Erlebnis. Erstmals hatten Familien die Möglichkeit, an einem solchen Projekt auf einer Alm teilzunehmen. Das Projekt wurde über drei Jahre erfolgreich umgesetzt, jedes Jahr nahmen mehr als 20 Personen an den Arbeiten teil, die Arbeiten wurden erfolgreich auch der lokalen und breiteren Öffentlichkeit nahegebracht.

Der Österreichische Alpenverein (ÖAV) hat als Projektpartner jahrelange Erfahrung in der Durchführung von Bergwaldprojekten. Der ÖAV war Garant für die qualitativ hochwertige Projektumsetzung und wird dies auch in Zukunft sein.

Das Projekt leistete einen Beitrag zur Erhaltung der Biodiversität auf den Almweiden und unterstützte die Almbauern bei der mühsamen Handarbeit auf der Alm.

Die wichtigsten Lernerfahrungen

Das Projekt wirkt in beide Seiten, die Landwirte haben eine wertvolle Unterstützung erhalten, umgekehrt wurde bei den Helfern eine besondere Sensibilität für die Probleme der kleinstrukturierten Landwirtschaft in alpinen Lebensräumen entwickelt. Die Teilnehmer an den Bergwaldwochen können nun als Multiplikatoren auch im städtischen Bereich angesehen werden.
Schwerpunkte
Bildung, Sensibilisierung und Wissenstransfer
Jugend
Klimawandelanpassung
Nachhaltige Land- und Forstwirtschaft
Naturschutz
Tourismus
Umwelt und Biodiversität
Förderperiode
LE 14-20
Projektlaufzeit
01.01.2017 - 01.01.2019
Projektregion
Steiermark
LEADER Region
LAG Ennstal-Ausseerland
Projektträger
Naturpark Sölktäler GmbH
Maßnahme im Programm
M19 Leader
19.2.1. Umsetzung der lokalen Entwicklungsstrategie
Finanzierung in EURO
Gesamtprojektkosten
41.769,36€
GAP Strategieplan Fördersumme
33.415,49€
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