Arbeitsgruppe Geschlechtergleichstellung des Begleitausschusses des GAP-Strategieplans

Im Rahmen des GAP-Strategieplans 2023–2027 wurde eine Arbeitsgruppe zur Geschlechtergleichstellung eingerichtet. Ziel ist es, die Gleichstellung von Frauen und Männern in der Landwirtschaft strategisch zu fördern – sowohl in der Umsetzung als auch in der Wirkung des GAP-Strategieplans. Netzwerk Zukunftsraum Land begleitet diese vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) österreichweit koordinierte Arbeitsgruppe.

Ein zentrales Element sind dabei die bessere Integration von Geschlechtergerechtigkeit in der landwirtschaftlichen Beratung sowie die Auswertung von Investitionsdaten im Hinblick auf Gleichstellung inklusive der Ausarbeitung von Handlungsempfehlungen. Mit Vertreter:innen der Landwirtschaftskammern sowie der Bildungsorganisation Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik (HAUP) wurden Workshops durchgeführt und die Umsetzung ausgewählter Aktivitäten gestartet.

Darüber hinaus wurde die Bundesanstalt für Agrarwirtschaft und Bergbauernfragen mit einer Datenanalyse zu investiven Maßnahmen des Österreichischen Programms für Ländliche Entwicklung 2014–2020 sowie deren Interpretation mit Fokus auf die Gleichstellung von Männern und Frauen beauftragt. Eine vertiefende Studie befindet sich derzeit in Bearbeitung.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf LEADER: Die LAG Hermagor wurde als Pilotregion begleitet, und intensiv an strategischen Gleichstellungsfragen gearbeitet. Als Ergebnis liegt nun ein Leitfaden vor, der zeigt, wie Gleichstellung durch den LEADER-Ansatz und andere GAP-Instrumente aktiv vorangetrieben werden kann. Es sind zudem weitere Maßnahmen geplant, um die Erkenntnisse regionalen Akteurinnen und Akteuren zugänglich zu machen.

Für Personen mit strategischer Verantwortung, Steuerungsfunktion und konkretem Gestaltungsspielraum in Regional-, LAG-, KEM- und KLAR-Managements sowie in der Landes- und Bundesverwaltung mit Zuständigkeiten für LEADER, Landwirtschaft und regionale Entwicklung wird derzeit ein mehrstufiger Gleichstellungskurs entwickelt. Dieser soll zielgruppen- und bedarfsorientiert für die Umsetzung von Geschlechtergleichstellung sensibilisieren und die Teilnehmenden bei der Implementierung begleiten.

Zur Erhöhung der Sichtbarkeit von Frauen als Expertinnen in Medien und bei Veranstaltungen im agrarischen Bereich sowie in der Regionalentwicklung erfolgt derzeit eine Erhebung und Analyse relevanter Medien, Plattformen und Netzwerke zur Identifikation von Expert:innen für Fachmedien und Fachveranstaltungen. Darauf aufbauend wird ein „strategischer Dialog“ mit Redakteur:innen sowie Medien- und Veranstaltungsverantwortlichen stattfinden, um Ansatzpunkte zur Verbesserung der Auffindbarkeit, Kontaktierbarkeit und Sichtbarkeit von Expertinnen zu entwickeln.

Fazit: Solche Initiativen sind nicht nur richtig, sondern essenziell. Sie schaffen Bewusstsein, liefern konkrete Handlungsempfehlungen und zeigen praxisnah, wie Gleichstellung in der ländlichen Entwicklung gelingen kann – heute und in Zukunft. Gleichstellung ist dabei gesellschaftsrelevant, das bedeutet, die Gesellschaft insgesamt profitiert, wenn Geschlechtergerechtigkeit gestärkt wird.

Medien
Arbeitsgruppe Geschlechtergleichstellung in der LE14-20

Bereits in der vorangegangenen Förderperiode war eine Arbeitsgruppe für Geschlechtergleichstellung aktiv, deren Vorarbeiten eine wichtige Grundlage bilden. So wurden beispielsweise zum Gleichstellungsziel „Erhöhung der Beteiligung von Frauen” in Gremien und Entscheidungsprozessen (beispielsweise Impulsworkshops zum Thema Diversität in Gremien) in ausgewählten beziehungsweise interessierten Regionen (2019) durchgeführt.
Um Gender Mainstreaming in Strategien, Programmen und Projekten besser zu verankern, wurden unter anderem Schulungen für Mitarbeitende der Förderverwaltung, der LE-Programmumsetzung angeboten und ein Erklärvideo zu Gender-Mainstreaming erstellt.

Hier finden Sie den Bericht der Arbeitsgruppe Gleichstellung der Periode LE14-20

 

ARIA Wettbewerb

Österreich feierte 2025 erneut einen Erfolg bei den europäischen ARIA Awards: Das Vorarlberger Projekt „Rollen im Wandel“ gewann in der Kategorie Gleichstellung der Geschlechter, begleitet von zwei weiteren ausgezeichneten österreichischen Initiativen. Der Award macht jährlich innovative, von der GAP geförderte Projekte im ländlichen Raum international sichtbar.

2024 als neue Kategorie eingeführt, ging dieser Award damals das erste Mal an Österreich.
MEHR DAZU

Auch im Jahr 2025 konnte sich Österreich über den Preis in der Kategorie “Gender Equality” freuen; BERICHT_ARIAwards25