Vermarktungsdrehscheibe VWB

Mit dem Projekt „Vermarktungsdrehscheibe Vorderland‐Walgau‐Bludenz (VWB)“ wurden die laufenden Aktivitäten im Bereich regionaler Produkte (und deren Vermarktung) der Regionen Vorderland‐Feldkirch und Walgau sowie der Stadt Bludenz gekoppelt. Somit entstand ein gemeinsames Marktpotential (Produktpallette und Absatz), welches die Entwicklung einer wirtschaftlich tragfähigen Trägerstruktur ermöglichte, die in weiterer Folge durch die Partnerbetriebe (aus Landwirtschaft, Handel, öffentliche Großküchen, Gastronomie etc.) (mit‐) getragen werden soll.

Darum war es wichtig, das Projekt umzusetzen

In der Region Vorderland wurde 2011 das Projekt Regionalmarkt Vorderland initiiert. Es funktioniert auf ehrenamtlicher Basis gut und verlässlich. Mit einem stabilen Stamm von rund 30 regionalen Partnerbetrieben (siehe Beilage) wird ein konstanter Umsatz von rund € 60.000,‐ im Jahr erzielt. Eine Ist‐Analyse und eine Businessplanung haben jedoch aufgezeigt, dass für die Professionalisierung des Regionalmarktes eine Kooperation mit Nachbarregionen sinnvoll und notwendig ist. Im Walgau ist die Vermarktung regionaler Produkte seit 2009 ein Thema der übergemeindlichen Kooperation. Zahlreiche Workshops führten zu mehreren einzelnen Projekten (Regionale Produkte in Großküchen, Regionales Apfel‐ und Kartoffelfest, Walgausaft etc.). Auch hier zeigt sich, dass für den Aufbau gemeinsamer Strukturen (Logistik, Lagerung,… ) das verfügbare Warenangebot zu wenig diversifiziert und die Region zu klein ist. Im Jahr 2016 wurden im Rahmen des gemeinsamen LEADER‐Projektes „Nahversorgung und regionale Produkte in der Region VWB“ Gespräche mit zahlreichen regionalen Akteuren sowie eine Analyse des Ist‐Standes und der Potentiale im Bereich regionaler Lebensmittel für die Region durchgeführt.

Die Gesamtregion verfügt demnach über ein beträchtliches Entwicklungspotential und Bedarf im Bereich eines gemeinsamen Vertriebssystems (Logistik/Transport, Administration, etc.), gemeinsamer Lagerstandorte sowie der Qualitätssicherung und Vernetzung. An diesen Punkten setzt das vorliegende Projekt an und verpflichtet sich der Umsetzung der Ökolandstategie sowie der 3 G‐Strategie des Landes Vorarlberg. Aufgrund der hohen Komplexität des Bereiches regionale Lebensmittel, der Vielzahl an zu beteiligenden Faktoren und Akteuren ist es für einen Projekterfolg zentral, dass sämtliche regionale Aktivitäten in diesem Bereich gebündelt, möglichst viele regionale Akteure eingebunden und eine intensive Zusammenarbeit mit landesweiten Initiativen/Akteuren forciert wird. Aus diesem Grund wird dieses Projekt finanziell zusätzlich durch das Land Vorarlberg unterstützt.

Ziele des Projekts

1. Zusammenführung der laufenden Prozesse und Aktivitäten im Bereich regionale Produkte/Nahversorgung der Regionen Walgau, Vorderland sowie der Stadt Bludenz
2. Aufbau einer professionellen Organisation mit Kümmerern, welche als vertrauensvolles Bindeglied zu den regionalen Partnerbetrieben fungieren und zusätzlich den Ablauf der Logistik, administrative Tätigkeiten und den Auftritt nach Außen sicherstellen.
3. Entwicklung der Grundlagen für eine gemeinsame Trägersstruktur (z.B. Verein oder Genossenschaft) auf Basis der Arbeit in Punkt 2.) an der sich die Partnerbetriebe beteiligen.
4. Erhöhung der Verfügbarkeit und Vielfalt von regionalen Produkten in der Region Vorderland-Walgau-Bludenz.
5. Unterstützung der kleinbäuerlichen Landwirtschaft und der kleinstrukturierten Produktverarbeitung sowie des kleinstrukturierten Handels und der Gastronomie.
6. Umsetzung der Ökoland-Strategie sowie des Ländle Herkunfts- und Gütesiegels (3 G-Strategie) auf regionaler Ebene. Insbesondere Punkt 1 und 2 des Landtagsbeschlusses „Mehr regionale Lebensmittel für Vorarlbergs Küchen“ (v. 26.04.2017).

Maßnahmen um die Projektziele zu erreichen

Die Grundstruktur für das Projekt bilden drei Aufgabenbereiche, welche wie folgt eingeteilt sind:
  • Organisation, Administration, Vertrieb, Auftritt nach Außen, Projektmanagement (=Projektleitung).
  • Kümmerer Region Walgau und Stadt Bludenz: Ansprechpartner vor Ort.
  • Kümmerer Region Vorderland‐Feldkirch: Ansprechpartner vor Ort.
  • Formierung eines Lenkungsteams, welches aus VertreterInnen der Regionen, des Landes besteht.
  • Gewinnung neuer Partnerbetriebe durch Vernetzung und professionellen Service.
  • Professionalisierung und Ausbau einer gemeinsamen Bestell‐, Einsammel‐, Lager‐ und Auslieferungslogistik für die Region VWB. Findung von Partnerbetrieben welche in der Logistik tätig sind (u.A. Vorgespräche von Manfred Walser mit Frastanzer Brauerei, Sennerei Schnifis).
  • Überzeugungsarbeit, Vertrauensaufbau für die Entwicklung und Gründung einer durch die Partnerbetriebe mitgetragenen Trägersstruktur.
  • Aktivierung und Mobilisierung von Projektpartnerbetrieben.
  • Findung von möglichen Funktionären.
  • Ziel ist NICHT die Schaffung einer neuen Marke.
  • Ansprech‐ und Vernetzungsstelle für Initiativen und Akteure in der Region und landesweiter Kooperationspartner (Ländle Marketing, Verein Dorfleben, Verein Mehrwert, ARGE Küchenleitungen LHPV, Maria‐Anna Moosbrugger
etc.) (Vorgespräche wurden bereits geführt).
  • Projektentwicklung mit Produzenten und Kunden (Handel, Gastronomie, Großküchen).
  • z.B. Vertragslandwirtschaft, Produktentwicklung, Stärkung/Bespielung der Wochen‐/Regional‐Märkte (z.B. Bludenz, Rankweil).
  • Schnittstelle zum Ländle Qualitätsprodukte Marketing in Sachen Zertifizierung und Öffentlichkeitsarbeit bzgl. Ökoland‐ und 3 G‐Strategie.

Ergebnisse und Wirkungen qualitativ

Nach Beendigung der 18-monatigen Projektphase wurden folgende Ergebnisse erwartet:

1. Die Grundlagen für die Gründung einer wirtschaftlich tragfähigen Trägerstruktur, mit Beteiligung von  Partnerbetrieben wurden konzipiert. Mit der neuen Trägersstruktur soll dann ein weiteres LEADER-Projekt zur Verfestigung, Konsolidierung und Weiterentwicklung eingereicht werden.
2. Eine funktionierende, regionale Lieferlogistik mit den entsprechenden Partnern ist entwickelt und in der Startphase umgesetzt. Eine Konsolidierung und Weiterentwicklung soll im Nachfolgeprojekt erfolgen.
3. Eine regionale Produktlagerungslogistik (u.a. f. Frischgemüse, Kartoffel) ist aufgebaut.
4. Die Anzahl und Mengen regionaler Produkte in öffentlichen Großküchen der Region sind erhöht.
  • Aktuell beliefert der Regionalmarkt Vorderland die Sozialzentren Vorderlandhus (Röthis) und Klosterreben (Rankweil) mit Kartoffeln, Zwiebeln, Kürbis, Bohnen, Randig sowie Zwetschken aus regionaler Produktion; wobei Kartoffeln die bei weitem größten Mengen ausmachen (09/2016-08/2017: Vorderlandhus 4.225 kg, Haus Klosterreben: 1.125 kg).
  • Nach Projektende wurde das angebotene Sortiment an regionalen Produkten für Sozialzentren der Region erweitert. Mindestens 2 von 5 Sozialzentren im Walgau/Bludenz werden ebenfalls in ähnlichem Umfang beliefert. Weiters werden die regionalen Produkte für Essen auf Rädern sowie für die Mittagsbetreuung (in Schulen/Kindergärten) im Vorderland, im Walgau und in Bludenz verwendet.
5. Die regionalen Märkte (z.B. Bludenz, Rankweil) werden durch die Drehscheibe mit einem erweiterten Sortiment an regionalen Produkten (gem. 3 G-Strategie) bespielt.
6. Vier konkrete vertragslandwirtschaftliche Konstellationen wurden entwickelt und werden praktiziert.
Förderperiode
LE 14-20
Projektlaufzeit
01.10.2017 - 31.03.2019
Projektregion
Vorarlberg
LEADER Region
LAG Vorderland - Walgau - Bludenz
Projektträger
Garten Vorarlbergs
Maßnahme im Programm
M19 Leader
19.2.1. Umsetzung der lokalen Entwicklungsstrategie
Finanzierung in EURO
Gesamtprojektkosten
115.199,00€
GAP Strategieplan Fördersumme
46.079,60€
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