Getreideaufbereitungszentrum Flaurling der Tiroler Saatbaugenossenschaft

Mit dem Getreideaufbereitungszentrum entsteht in Tirol die erste professionelle Anlage zur Trocknung, Lagerung und Aufbereitung von Speisegetreide in biologischer und konventioneller Qualität.

Die Aufbereitung umfasst die Schritte: Übernahme, Vorreinigung, Sortierung, Reinigung und Belüftung.

Eine Systemhalle mit 36 Trichtersilos in Modulbauweise bietet eine flexible und schonende Lagerung von 500m³ Getreide. Damit steht eine schlagkräftige und moderne Aufbereitungs- und Lagertechnik für Getreide zur Verfügung, was der Genossenschaft Kooperations- und Absatzprojekte mit verschiedensten Partnerinnen und Partnern ermöglicht. Steigende Anbauflächen und zunehmende Nachfrage nach regionalen Spezialitäten erschließen neue Kundinnen- ud Kundensegmente. Der Eigenversorgungsgrad bei Getreide liegt in Tirol bei lediglich 1-2%.

Darum war es wichtig, das Projekt umzusetzen

Die Tiroler Saatbaugenossenschaft eGen (1947 gegründet) hat derzeit 54 Mitglieder und ihren Betriebssitz in Flaurling. Hauptgeschäftszweig ist die Produktion und der Handel mit Kartoffelsaatgut und Getreidesaatgut.

Weiters erfolgen für die Mitglieder Dienstleistungen wie z.B. Reinigung, Sortierung, Lagerung, Entspelzung und Verpackung. Die Getreideaufbereitung erfolgte bisher lediglich in einem untergeordneten Ausmaß und mit sehr veralteter Technik in den Räumlichkeiten des Erdäpfellagers. Beim Projekt Getreideaufbereitungsanlage entsteht eine professionelle genossenschaftliche Anlage zur Trocknung, Lagerung und Aufbereitung von Speisegetreide in biologischer und konventioneller Qualität, was der Genossenschaft Kooperations- und Absatzprojekte mit Partnerinnen und Partnern im Backwarenbereich ermöglicht.

Die gezielte Vermarktung und Verwertung von regionalen Getreidesorten führt zu einer höheren Wertschöpfung und ermöglicht mehr als 100 Landwirten eine zusätzliche Einkommensschiene. Konsumgetreide in diesem Ausmaß stellt eine neue Produktschiene für die Genossenschaft dar.

Ziele des Projekts

Die steigenden Anbauflächen und die zunehmende Nachfrage nach regionalen Spezialitäten erschließen neue Kundinnen- und Kundensegmente. Für die Zukunft ist beabsichtigt auch den deutschen Markt zu bearbeiten. Die alten Landsorten sind aufgrund ihrer günstigen Zusammensetzung der Inhaltsstoffe von besonderem Interesse für potenzielle Kundinnen und Kunden.

Durch verschiedene Initiativen zur Stärkung von Alternativen im Landbau ist die Ausweitung der regionalen Eigenproduktion zu erwarten. Diese kann künftig von der Genossenschaft selbst aufbereitet werden. Bei der Vermarktung wird mit Bioalpin, einer Vermarktungsgenossenschaft der Tiroler Biobauern, zusammengearbeitet. Die genossenschaftliche Struktur bleibt erhalten und die Zahl der Genossenschafter wird sich auf rund 100 annähernd verdoppeln.

Maßnahmen um die Projektziele zu erreichen

Durch die Realisierung des Projekts Getreideaufbereitungsuzentrum Flaurling steht modernste Aufbereitungs- und Lagertechnik bereits für die Erntesaison 2017 zur Verfügung. Es wurde eine Verbesserung der Hygiene- und Reinigungs- und Lagerbedingungen mit entsprechender Kapazität erreicht, damit die Genossenschaftsmitglieder und deren Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartner mit Konsumgetreide höchster Qualität bedient werden können.

Ergebnisse und Wirkungen qualitativ

Der Selbstversorgungsgrad an Getreide wird gesteigert. Neue Kooperations- und Absatzprojekte können realisiert werden. Konsumgetreide ist eine neue Produktschiene der Genossenschaft.

Unter Einbindung der Genbank des Landes Tirol wird an einer Wiederbelebung alter Landsorten gearbeitet. Für eine neue Biersorte wird Braugerste der Marke “Fisser Gerste” angeboten. Weitere Testungen für den Anbau von alten Landsorten werden im Rahmen eines InterReg-Projektes mit Südtirol durchgeführt.

Steigerung der Energieeffizienz: Der Einsatz neuer Elektromotoren und die Reduzierung von Hoftransporten durch die neue Fördertechnik reduzieren den Energieeinsatz. Die (bestehende) Photovoltaikanlage deckt 55% des Strombedarfs. Der restliche Strom stammt aus erneuerbarer Energie.

Die wichtigsten Lernerfahrungen

Durch die Struktur der Genossenschaft ist eine breite Einbindung der Projektbeteiligten gegeben. Eine konsequente Umsetzung der Projektschritte war notwendig, da eine Fertigstellung des Getreideaufbereitungszentrum für die Erntesaison 2017 das klare Ziel war.
Schwerpunkte
Ländliche Wirtschaft / KMU
Nachhaltige Land- und Forstwirtschaft
Umwelt und Biodiversität
Vermarktung und Vertrieb
Förderperiode
LE 14-20
Projektlaufzeit
01.12.2016 - laufend
Projektregion
Tirol
Projektträger
Tiroler Saatbaugenossenschaft eGen
Maßnahme im Programm
M04 Investitionen
16.10.3. Zusammenarbeit: Erzeugergemeinschaften /-organisationen, Genossenschaften und Branchenverbände
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