Webinar: Reste sind das Beste – Ackernebenprodukte gewinnbringend nutzen!
Viele Ackernutzpflanzen sind vielfältig einsetzbar: Neben der Hauptnutzung als Lebens- oder Futtermittel können Sie als nachhaltiger Bau- und Dämmstoff, Brennmaterial oder Substrat für Biogasanlagen verwendet werden. Ackernebenprodukte können die Wertschöpfung am Acker langfristig steigern und bieten weitere Einnahmequellen für landwirtschaftliche Betriebe.
Im Mittelpunkt des Webinars stehen innovative Praxislösungen zur Nutzung von Ackernebenprodukten. Dazu gehören beispielsweise das Bauen mit Stroh, die energetische Verwertung sowie die Herstellung und Verwendung von Pflanzenpellets.
Durch eine ausgeprägte Kreislaufwirtschaft werden lokale Ressourcen optimal genutzt:
Natürliche Dämm- und Baustoffe sowie Futtermittel und Einstreu aus Strohballen stellt die Firma SonnenKlee aus Oberösterreich her. Virko Kade ist ein Pionier im Strohballenbau und seit über 20 Jahren in dem Bereich tätig und bietet im Bildungsbereich Strohbauworkshops an. Weiterhin begleitet er Bauherren, Architekten und Firmen in der Planungs- und Bauphase.
Der landwirtschaftliche Betrieb der Familie Fromwald, Leithaprodersdorf, produziert hochwertiges Stroh aus Luzerne und Getreide für die eigene Putenmast und für den Verkauf an tierhaltende Betriebe. In Westösterreich ist das Stroh meist knapp, im Osten Österreichs jedoch im Überfluss vorhanden. Im Rahmen der Kreislaufwirtschaft wird der Festmist der mit Stroh belieferten Betriebe wieder ins Burgenland zurücktransportiert und als Dünger auf den Feldern ausgebracht.
Günter Weiß setzt auf die Pelletierung verschiedenster Ackerreststoffe wie Spelzen, Maisspindeln, Heu oder Stroh. Mit einer stationären Pelletieranlage werden in der Südoststeiermark hochwertige Pflanzenpellets erzeugt, die in der Tierhaltung als Einstreu oder Futtermittel zum Einsatz kommen.
Im Bereich der Fütterungsautomatisierung hat Josef Schaider eine mobile Pelletiermaschine entwickelt, konstruiert und bis zur Marktreife gebracht. Die Pelletec D8.0 ist eine hochmoderne, mobile Pelletieranlage, die direkt am Feld eingesetzt werden kann. Sie produziert bis zu acht Tonnen Pflanzenpellets pro Stunde bei gleichzeitig sehr geringem Energiebedarf.
Die Steiermark ist geprägt durch intensiven Kürbis- und Körnermaisanbau. Die Landtechnikfirma Ascon3, spezialisiert auf Kürbistechnik, hat gemeinsam mit einem landwirtschaftlichen Betrieb eine Prototyp-Maschine zur Maisspindelernte entwickelt. Die dabei gesammelten Maisspindeln eignen sich unter anderem für die thermische Verwertung.
Joseph Höckner von der BioG GmbH ist Experte für nachhaltige Energiegewinnung aus Stroh, Mist, Feldresten und organischen Restoffen und berät u.a. Betreiber von Biogasanlagen. Der wirtschaftliche Erfolg solcher Anlagen hängt maßgeblich von der eingesetzten Biomasse ab. Während bislang vor allem klassische Ackerbaukulturen genutzt wurden, zeichnet sich jetzt ein klarer Trend hin zur nachhaltigen Verwertung von organischen Abfällen und Feldreststoffen ab.
Programm
Strohballen – vom landwirtschaftlichen Nebenprodukt zum zertifizierten Baustoff
Virko Kade, Strohballenbau
Nachhaltige Nutzung von organischen Feldresten in Biogasanlagen
Joseph Höckner, Geschäftsleitung BioG GmbH
Maisspindelernte in der Praxis
Bernhard Pfeiffer, Landtechnikfirma Ascon 3
Praxisbericht: Von Ackerreststoffen zu Pellets
Günter Weiß, Pelletierung Halbenrain eGen
ÖKL-Lehrfilm „Ackernebenprodukte gewinnbringend nutzen“
Protagonisten: Martin Matzenberger (SonnenKlee), Virko Kade (Strohballenbau), Tobias Fromwald (Fromwald GmbH), Josef Schaider (Schaider GmbH) und David Unterrainer (ÖKL)
TN-Beitrag: € 30 für lw. Betriebe mit gültiger Betriebsnummer