Pilotprojekt Standort- und Gemeindeentwicklung St. Georgen am Kreischberg
Im Rahmen eines Gemeindeentwicklungsprozesses stellte sich die Gemeinde St. Georgen am Kreischberg die Frage, wie sie weg von Anlasspolitik hin zu einer strategischen, langfristigen Gemeinde-, Standort- und Wirtschaftsentwicklung gelangen kann.
Ziel war es, aktiv festzulegen, wo die Gemeinde in 5, 7 oder 10 Jahren stehen soll – unter breiter Einbindung der Bevölkerung. Der Prozess war in fünf Stufen aufgebaut und führte zu einem umfassenden Aktions- und Maßnahmenplan, der klar definiert, was von wem, mit welchen Mitteln und bis wann umzusetzen ist. Dieser Plan wird laufend evaluiert.
Ein zentrales Ziel war es, die Gemeinde- und Standortentwicklung als festen Bestandteil der Gemeindepolitik zu verankern. Unter dem Motto „Gemma´s an“ wurde ein Beteiligungsprozess gestartet, bei dem Bürgerinnen und Bürger aktiv an der Entwicklung von Leitlinien für die Zukunft mitwirkten. Erste Ergebnisse zeigen, dass gemeinsames Engagement wirksame Veränderungen ermöglicht. Begleitet wurde der Prozess vom ISK Institut aus Dornbirn, das mit seinem fünfstufigen S5-Programm zunächst den Ist-Zustand erhob und darauf aufbauend Ziele, Lösungsansätze und konkrete Maßnahmen entwickelte. Diese wurden von den Gemeindegremien beschlossen und in einem Masterplan zusammengeführt. Unterstützung erhielt das Projekt durch die LEADER-Region Holzwelt Murau, die in ihrer Strategie auf starke Gemeinden und aktive Bürger:innenbeteiligung setzt.
Ziel ist es, eine Kultur des gemeinsamen Lernens und Gestaltens zu fördern. Eine breite Einbindung der Bevölkerung war zentral: Nach dem Projektstart im März 2024 mit über 200 Teilnehmenden arbeiteten rund 70 Personen in Arbeitsgruppen an Themen wie Ortsentwicklung, Bodenpolitik, Mobilität, Tourismus und Bildung. Ergänzend wurde im Frühjahr 2024 eine Onlinebefragung durchgeführt. Eine Open-Space-Veranstaltung im Juni 2024 diente der Vertiefung und Validierung der Ergebnisse. Die Abschlusspräsentation und Beschlussfassung erfolgten im Jänner 2025. Ein professionelles Kommunikationskonzept stellte sicher, dass die Bevölkerung laufend informiert und eingebunden wurde. Erste konkrete Ergebnisse sind bereits sichtbar: Das Netzwerk „Gemeinsam g’sund“ koordiniert Gesundheitsangebote, eine Gesundheitsmesse wurde veranstaltet und eine Publikation an Haushalte verteilt. Zudem wurde die Infrastruktur für Veranstaltungen verbessert, wodurch etwa der traditionelle „Lorenzimarkt“ wiederbelebt werden konnte. Weitere Maßnahmen, etwa in den Bereichen Finanzen, Flächenmanagement, Tourismus und Infrastruktur, befinden sich in Ausarbeitung.
Der erarbeitete Masterplan bildet die Grundlage für eine nachhaltige Gemeindepolitik. Auch wenn nicht alle Ideen umgesetzt werden können, schafft der Prozess ein Klima der Beteiligung und des Miteinanders. Die politischen Gremien haben sich zur Umsetzung der gemeinsam entwickelten Maßnahmen bekannt und tragen die Verantwortung für deren Realisierung.
