OG: Strategien gegen den Birnenverfall in der landwirtschaftlichen Praxis
Der Verfall von Birnbäumen stellt eine erhebliche Herausforderung für den Obstbau dar und gefährdet die Vitalität bestehender Bestände, insbesondere auf Streuobstwiesen. Das Projekt zielt darauf ab, tolerantere Birnenunterlagen sowie geeignete Genotypen zu identifizieren, die eine höhere Resistenz gegenüber dem Birnenverfall aufweisen. Gleichzeitig sollen praxisnahe Pflege- und Bewirtschaftungsmaßnahmen entwickelt werden, um die Vitalität alter, geschwächter Birnbäume zu stabilisieren. Durch die enge Zusammenarbeit von Praxis, Baumschulen und Wissenschaft werden die Ursachen des Birnenverfalls besser verstanden und konkrete, anwendbare Lösungsansätze für die landwirtschaftliche Praxis erarbeitet.
Im ersten Schritt wird vorhandenes Wissen zum Birnenverfall systematisch erhoben und weiterentwickelt. Dazu werden der aktuelle Wissensstand von Beratungsorganisationen sowie die praktischen Erfahrungen und Betroffenheiten von Landwirten und Obstbaubetrieben dokumentiert. Parallel dazu werden Pflege- und Schnittmaßnahmen an alten Birnbäumen durchgeführt, umfassend dokumentiert und bewertet, um deren konkreten Einfluss auf die Baumvitalität zu untersuchen. Ergänzend werden begleitende Workshops zur Praxisvermittlung organisiert, um den direkten Austausch zwischen Wissenschaft und Anwendern zu fördern. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Suche nach toleranten alten Birnbäumen sowie der Evaluierung botanischer Birnenarten und bereits verfügbarer Unterlagen hinsichtlich ihrer Eignung und Toleranz gegenüber dem Birnenverfall. Bestehende Anlagen werden vergleichend untersucht, um Unterschiede in der Widerstandsfähigkeit zu identifizieren. Zusätzlich wird geprüft, welche Rolle weitere Pathogene wie Viren und Viroide bei der Entstehung oder Verschlimmerung des Birnenverfalls spielen, um ein umfassendes Bild der Krankheitsursachen zu erhalten.
Als Projektergebnisse sollen konkrete Handlungsempfehlungen für die Pflege bestehender Birnenbestände sowie fundierte Hinweise auf potenzielle neue Unterlagen für die zukünftige Nutzung in der Praxis vorliegen. Die erarbeiteten Erkenntnisse werden aufbereitet und über Informationsmaterialien, Workshops und Fachberichte praxisnah verbreitet. Durch diese Disseminationsmaßnahmen soll sichergestellt werden, dass die gewonnenen Ergebnisse direkt in die landwirtschaftliche Anwendung überführt werden können und langfristig zur Stabilisierung von Birnenbeständen beitragen.