LIN: Nachhaltiger Ressourcenmarktplatz
Das Waldviertel steht vor drei eng miteinander verbundenen Herausforderungen: Energieautonomie und Klimawandel, Waldgesundheit und Biodiversität sowie demografischer Wandel und generationengerechtes Bauen und Wohnen. Gleichzeitig verfügt die Region über wertvolle Ressourcen, umfangreiches Wissen und engagierte Akteurinnen und Akteure. Das ländliche Innovationsunterstützungsnetzwerk (LIN) „Nachhaltiger Ressourcenmarktplatz“ setzt hier an: Es bringt Menschen, Wissen und Erfahrungen zusammen, stärkt die Vernetzung in der Region und schafft neue Impulse für nachhaltige Lösungen. Damit sollen regionale Potenziale besser genutzt, die Wertschöpfung im Waldviertel gestärkt und die Widerstandsfähigkeit gegenüber klimatischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen erhöht werden.
Inhaltlich konzentriert sich der Nachhaltige Ressourcenmarktplatz auf drei Schwerpunkte: erneuerbare Energien und Energieautonomie, Waldgesundheit und Biodiversität sowie generationengerechtes, nachhaltiges und energieeffizientes Bauen und Wohnen. Zu diesen Themen werden Fachwissen und Erfahrungen aus der Praxis zusammengeführt. Veranstaltungen, Fachtagungen, Workshops, Netzwerkaktivitäten und persönliche Gespräche schaffen Möglichkeiten für Information, Austausch und Vernetzung. Dabei wird bewusst an bestehende Strukturen im Waldviertel angeknüpft und die Zusammenarbeit mit Betrieben, Landwirtschaft, Gemeinden, Vereinen, Fachleuten sowie weiteren regionalen und überregionalen Partnerinnen und Partnern gesucht. Im bisherigen Projektverlauf wurden bereits zahlreiche Gespräche, Workshops und Vernetzungsaktivitäten mit Betrieben, Gemeinden, landwirtschaftlichen Akteurinnen und Akteuren, regionalen Organisationen und Bildungseinrichtungen durchgeführt.
Ein wichtiger Bestandteil der Arbeit ist die persönliche Beratung von Betrieben und weiteren Akteurinnen und Akteuren. Im ersten Projektjahr wurden bereits 41 qualifizierte Beratungen durchgeführt. Aufbauend auf diesen Erfahrungen wurden 2026 die „LIN-Vitamine“ als neues Beratungsformat entwickelt. Sie sollen Betriebe dabei unterstützen, konkrete Fragestellungen und Herausforderungen zu betrachten, Entwicklungsmöglichkeiten zu erkennen und mögliche nächste Schritte abzuleiten. Gleichzeitig sollen dadurch neue Kontakte, Ideen und Kooperationen entstehen. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass gerade der persönliche Austausch einen hohen Nutzen bringt und die Kombination aus Workshops, Vernetzung und persönlicher Beratung besonders wirkungsvoll ist. Der Nachhaltige Ressourcenmarktplatz versteht sich dabei als Drehscheibe, die Menschen, Wissen, Ideen und regionale Kompetenzen miteinander verbindet.
Die ursprünglich vorgesehene Entwicklung eines eigenen Chatbots für Informationen zu erneuerbaren Energien wurde aufgrund der rasanten technologischen Entwicklung neu bewertet. Seit der Projektplanung haben sich KI-basierte Informationssysteme wesentlich weiterentwickelt und sind mittlerweile breit verfügbar. Der Bedarf an einer eigenen, thematisch begrenzten Chatbot-Lösung hat sich dadurch grundlegend verändert. Die Entwicklung eines eigenen Chatbots wird daher nicht weiterverfolgt. Die dafür vorgesehenen Ressourcen werden stattdessen verstärkt für persönliche Beratung, Akteurskontakte und den weiteren Netzwerkaufbau eingesetzt. Diese Änderung wurde der Förderstelle gemeldet und im Projekt entsprechend berücksichtigt. Die Erfahrungen aus dem ersten Projektjahr bestätigen diesen Weg: Direkter Austausch, persönliche Gespräche mit Betrieben und Akteurinnen und Akteuren sowie Vor-Ort-Beratungen bringen für das LIN einen höheren Nutzen als digitale Automatisierungsinstrumente.
Durch den Nachhaltigen Ressourcenmarktplatz soll ein lebendiges und langfristig nutzbares Netzwerk entstehen, das über einzelne Veranstaltungen hinaus wirkt. Wissen und regionale Kompetenzen sollen sichtbarer und leichter zugänglich werden, neue Kontakte und Kooperationen entstehen und aktuelle Entwicklungen für die Region nutzbar gemacht werden. Aus dem Austausch sollen auch konkrete Projektideen, Kooperationen und neue Möglichkeiten für regionale Wertschöpfung entstehen. Mit „Zukunftsladung – E-Mobilität als flexible Energiespeicher im Waldviertel“ konnte bereits eine konkrete Projektidee aus der bisherigen Arbeit entwickelt und als LIP eingereicht werden. Erkenntnisse und Erfahrungen werden über Veranstaltungen, Netzwerkaktivitäten und bestehende Kommunikationskanäle weitergegeben.
Damit soll der Nachhaltige Ressourcenmarktplatz dazu beitragen, regionale Wertschöpfung zu stärken, vorhandene Ressourcen nachhaltig zu nutzen, neue Ideen und Kooperationen anzustoßen und gemeinsam neue Perspektiven für ein zukunftsfähiges Waldviertel zu entwickeln.
