Der innovate! zukunftsdialog 2025: Eine Bühne für EIP-AGRI
Unter dem Titel innovate! Zukunftsdialog trafen sich im Dezember 2025 hunderte Vertreterinnen und Vertreter aus der Agrar- und Ernährungswirtschaft mit Fachleuten aus der Forschung, Wirtschaft und Politik in Osnabrück, um aktuelle Herausforderungen – von Digitalisierung über KI bis hin zu nachhaltiger Kreislaufwirtschaft – gemeinsam zu diskutieren und praxisnahe Innovationslösungen zu entwickeln. Christian Werni, Fachberater und Projektmanager im Referat Pflanzenbau der LK Steiermark und Projektleiter des EIP-AGRI-Projekts Ammosafe war für das Netzwerk Zukunftsraum Land dabei und ist mit einem Motivationsschub und vielen neuen Kontakten nach Hause gekommen.
Elisabeth Gumpenberger: Christian, du warst im Dezember beim innovate! zukunftsdialog in Osnabrück mit dabei. Was hat dich zu dieser Reise bewogen?
Christian Werni: Schon Anfang letzten Jahres hatte ich von Kolleginnen und Kollegen aus Deutschland von dieser größten deutschsprachigen Messe zum Thema „Farm and Food“ gehört und war neugierig geworden.
Als wenig später das Team der Innovation Brokerage vom Netzwerk Zukunftsraum Land zur Bewerbung für eine Teilnahme aufrief, packte ich die Gelegenheit beim Schopf und bewarb mich um ein Ticket. Die Gelegenheit, die eigenen Projekte (EIP-AGRI-Projekt „Ammosafe – Emissionsarme Düngung durch Nährstoffrückgewinnung“ sowie „CircularFood“ der FTI-Initiative Kreislaufwirtschaft, Anm.) einem breiten, vielfältigen Publikum präsentieren zu können und unterschiedlichste Kontakte zu knüpfen, wollte ich mir nicht entgehen lassen. Osnabrück ist ja stark landwirtschaftlich geprägt, mit großen Landtechnik-Firmen und Hochschulen im Agrarsektor, insofern war es besonders reizvoll, dort hinzufahren und mir anzusehen, was sich in der Agrar- und Ernährungwirtschaft tut und welche Start-ups hier auch aktiv sind.
Elisabeth Gumpenberger: Du wurdest für die Teilnahme ausgewählt, um – gemeinsam mit vier anderen EIP-AGRI-Projektvertreterinnen und -vertretern aus Deutschland – einen EIP-AGRI-Stand zu betreuen und so genannte Conversation Starter durchzuführen. Was ist damit gemeint?
Christian Werni: Die Conversation Starter waren kurze Gesprächsrunden in einem kleineren Rahmen, die wir mit einem ganz kurzen Pitch zu unseren Projekten eröffneten, bevor dann eine Diskussion folgte. Hier hatte ich Zuhörinnern und Zuhörer im Publikum, die ganz bewusst zu meinen Themen und Projekten gekommen waren und spannende Fragen und Beiträge lieferten. Für mich war es ein großer Motivationsschub, dass ich so viel Interesse an meinen Themen wahrnehmen konnte – vor allem zur Gülleaufbereitung für Dünger und Kreislaufwirtschaft. Ich habe gemerkt, dass wir an den richtigen Themen dran sind und uns in Österreich nicht verstecken müssen. Wir sind am Zahn der Zeit und sehr innovativ unterwegs. Landwirtinnen und Landwirte sowie Expertinnen und Experten für Emissionen kamen auf mich zu und wollten sich austauschen, das war großartig. Überhaupt wurde mir bald klar, was das Besondere an dieser Veranstaltung ist: Die Stimmung war durchweg locker und ungezwungen, jeder traute sich, andere anzusprechen und Fragen zu stellen. Dieser extrem offene Zugang hat mich überrascht. Das hat zu einem super Austausch geführt, der wirklich auf Augenhöhe stattfand – egal, wer das Gegenüber war.
Elisabeth Gumpenberger: Hast du neue Kontakte geknüpft oder Kooperationspartnerinnen und -partner gefunden?
Christian Werni: Ich habe mehrere potenzielle Partnerinnen und Partner kennengelernt und viele inspirierende Menschen, die ich gerne mal zu Vorträgen für meine eigenen Veranstaltungen einladen würde. Ganz besonders beeindruckt hat mich ein Landwirt mittleren Alters mit abgeschlossenem Doktoratsstudium und mindestens 15 neuen Ideen im Kopf, die er mithilfe seines riesigen und vielseitigen Netzwerks weiterverfolgt. Von solchen Leuten kann man viel lernen, und es war wahnsinnig bereichernd, mit ihm sprechen zu können.
Elisabeth Gumpenberger: Was nimmst du dir von der Veranstaltung fürs österreichische Innovationsökosystem in der Land- und Forstwirtschaft mit?
Christian Werni: Der praxisnahe Bottom-Up-Ansatz von EIP-AGRI-Projekten ist meiner Meinung nach der beste Weg, um Probleme zu lösen. Die Multi-Akteurs-Gruppe verbindet Forschung und Praxis optimal. Regelmäßige Präsenzveranstaltungen, bei denen EIP-AGRI-Projekte sich präsentieren und austauschen können, wären enorm wichtig, um das Potenzial, das in den Projekten steckt, zu hebeln. Wir können sicherlich viel von den Kolleginnen und Kollegen in Deutschland lernen, wenn es darum geht, so wie beim innovate! zukunftsdialog eine starke Bühne für EIP-AGRI-Projekte zu schaffen. Danke an dieser Stelle an die Deutsche Vernetzungsstelle und Niedersachsen.next für die erstklassige Betreuung! Für Österreich würde ich mir wünschen, dass die „EIP-Bubble“ ebenfalls geöffnet wird und es uns gelingt, die EIP und ihre Projekte bekannter zu machen.
