EU GAP-Netzwerk Seminar „Vorführungen in landwirtschaftlichen Betrieben für Peer-to-Peer-Lernen und Innovation“

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Beim EU-GAP-Seminar am 17. und 18. Juni 2025 in Mestre (Italien) standen Demonstrationsbetriebe als Instrumente zur Förderung des Peer-to-Peer-Lernen und Innovation in der Landwirtschaft im Fokus. 

Innovative Landwirtschaft erleben: Seminar des EU-GAP-Netzwerks in Italien

157 Fachleute aus 27 Ländern diskutierten praxisnahe Ansätze zur Wissensvermittlung und besuchten innovative Betriebe vor Ort. Aus Österreich waren Elena-Teodora Miron von der AKIS-Kooperationsstelle sowie Celina Lutter aus dem Team der Innovation Broker dabei, um sich über den gezielten Einsatz von Demonstrationsbetrieben als Instrument des Wissensaustauschs in der Landwirtschaft auszutauschen.

Ziel der Veranstaltung war es, das Konzept von „on-farm demonstrations“ – also Vorführungen direkt am Betrieb – als Schlüssel zum Peer-to-Peer-Lernen zu vermitteln. Neben strategischen Diskussionen zur besseren Sichtbarkeit und Herausforderungen von „on-farm demonstration“. 

Betrieben wurden innovative Ansätze zur Wissensvermittlung vorgestellt: Von Virtual-Reality-Anwendungen über Mentor:innen – Programme bis hin zur Verbindung von Landwirtschaft und Tourismus.

Ein besonderes Highlight bildeten die Betriebsbesuche, bei denen die Teilnehmenden, in Gruppen aufgeteilt, praktische Einblicke in jeweils zwei innovative Betriebe erhielten.

Eindrücke aus der Praxis 

  • Vallevecchia pilot experimental farm
    Vallevecchia bietet Landwirtinnen und Landwirten, Technikerinnen und Technikern sowie Forschenden, die sich auf die Themen Nachhaltigkeit und natürliche Ressourcen  konzentrieren unter dem Motto „open farm – open protocol“ Versuchsanlagen an. Die Besonderheit daran ist, dass alle Versuche gemeinsam mit ihren Ergebnissen für alle offen zur Verfügung stehen.
    Im Fokus stehen Themen wie Wasser- und Ressourcenmanagement, konservierende Landwirtschaft, Präzisionslandwirtschaft sowie Natur- und Artenschutz.
    Die Demonstrationen erfolgen im Peer-to-Peer-Ansatz: Kleine Gruppen diskutieren gezielt direkt vor Ort bei den Versuchsanlagen, wobei der Austausch auch nach der Veranstaltung online fortgeführt wird.
    Die Teilnehmenden des Seminars erhielten unter anderem Einblicke in das Thema Bodenverdichtung und Einsicht in ein Projekt zur automatisierten Bienenerkennung.

  • Società Agricola La Fagiana
    Der zweite besuchte Betrieb ist ein familiengeführter Reisbetrieb in Eraclea (Venetien) mit Fokus auf nachhaltigen Anbau und hochwertiger Verarbeitung von Risotto-Reissorten.
    Hier wurde der gesamte Produktionsprozess vom Feld bis zur Verpackung nachvollziehbar gemacht – unter anderem durch Videoaufnahmen in einem immersiven Raum, die die Ernte eindrucksvoll erlebbar machten.

Neben den fachlichen Impulsen bot das Seminar auch viele Gelegenheiten zum internationalen Austausch. Innerhalb der Gruppenarbeiten am zweiten Seminartag wurden so europaweit Erfahrungen und Best-Practice-Beispiele diskutiert.

Das Seminar zeigte eindrucksvoll, wie wertvoll der direkte Austausch zwischen Landwirtinnen und Landwirten und den Innovationsakteur:innen sein kann. Des Weiteren durften die Teilnehmenden lernen wie „on-farm demonstrations“ durchgeführt werden und wie diese dazu beitragen, die Landwirtschaft in Europa nachhaltig und zukunftsfähig weiterzuentwickeln.
Die Erkenntnisse des Seminars werden in die zukünftigen Arbeiten der AKIS- Vernetzungsstelle sowie des Netzwerk Zukunftsraum Land fließen.

© EU GAP-Netzwerk