Alternativen für die Zukunft der Jugendlichen aus dem ländlichen Raum – Sommerschule 2026

Klimaschutz
Lebensqualität
Natürliche Ressourcen

Dieses immersive fünftägige Programm bietet eine einzigartige Gelegenheit, neue Narrative, Fähigkeiten und ortsbezogene Ansätze zur Unterstützung ländlicher Jugendlicher in ganz Europa zu erkunden. Durch interaktive Sitzungen, von Expert:innen geleitete Diskussionen und Praxiserfahrungen werden die Teilnehmer:innen Forschung, Politik und Praxis in einer wirklich internationalen Lernumgebung verbinden.

  • Austausch zwischen Forscher:innen und Praktiker:innen
  • Starker Fokus auf ländliche Jugend, Innovation und Gemeindeentwicklung.
  • Teilnahmezertifikat und digitales Abzeichen 

Datum: 07. – 11. September 2026

Dauer: 40 Stunden (Lerneinheiten, Workshops, Exkursionen)

Kosten:
Early bird (bis 30. April 2026): € 400,- exkl. MWSt.
Regulär (bis 30. Juni 2026): € 475,- exkl. MWSt.
Inkludiert sind die Teilnahme an allen Aktivitäten, Unterrichtsmaterial, Mittagessen und Kaffeepausen und 5 Übernachtungen mit Frühstück in Angra do Heroismo

Ökosystemleistungen in der Land- & Forstwirtschaft – eine wissenschaftliche Einordnung 

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Lebensqualität
Natürliche Ressourcen

Wie viel ist uns Bestäubung wert? Was kostet verlorene Bodenfruchtbarkeit – und welchen Preis hat eine vielfältige Kulturlandschaft? Der Beitrag von Martin Schönhart zeigt, welche unverzichtbaren Leistungen Agrar- und Forstökosysteme für unsere Gesellschaft erbringen, wie Landwirtschaft und Politik dieses Leistungsportfolio beeinflussen – und warum es entscheidend ist, Ökosystemleistungen künftig besser zu erfassen, zu steuern und auch finanziell anzuerkennen.

Leistungen aus agrarischen, forstwirtschaftlichen und natürlichen Ökosystemen sind für uns Menschen unersetzbar. Land- und Forstwirtschaft verändern gezielt das Portfolio an Ökosystemleistungen und Agrarpolitiken greifen wiederum steuernd in das Management ein, um gesellschaftliche Ziele zu erreichen.

Ökosystemleistungen (ÖSL) sind materielle und immaterielle Leistungen, die Ökosysteme bereitstellen. Sie können von Menschen direkt genutzt werden. In der Kategorie bereitstellende oder versorgende ÖSL sind das Güter wie Wasser für den Verzehr oder die Energieproduktion oder die pflanzliche und tierische Biomasse zur Nutzung als Nahrungsmittel, Tierfutter, industrielle Rohstoffe oder Energieträger. Selbst mineralische Ressourcen lassen sich hier zuordnen. Zu den regulierenden ÖSL zählen Prozesse in Ökosystemen, die oft nicht unmittelbar von Menschen genutzt werden, aber von enormer Bedeutung für die Regulationsfähigkeit des Systems Erde und damit eine Grundlage menschlichen Lebens sind. Darunter fallen die Nährstoffkreisläufe, die Bestäubungsleistung durch Insekten, die Erosionsminderung durch die Vegetation, die Verbreitung von Samen, die Krankheits- und Schädlingsbekämpfung, die Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit oder der Abbau von Biomasse. Kulturelle ÖSL als dritte Kategorie beeinflussen die mentale und körperliche Gesundheit der Menschen. Die Natur dient dabei als Ort der Freizeitgestaltung, der kulturellen und spirituellen Inspiration und ist identitätsstiftend, denkt man etwa an das „Land der Berge, Land am Strome“.

Biodiversität ist als Begriff für die Vielfalt an Erbgut, Arten und Lebensräumen keine Kategorie der ÖSL, aber eine entscheidende Grundlage für deren Qualität, Quantität und Stabilität. Beispielsweise können artenreiche Ökosysteme höhere Biomasseerträge bereitstellen durch die Nutzung ökologischer Nischen. Umgekehrt fällt die Bereitstellung und die Regulation von Habitaten und damit die Lebensraumqualität in den Bereich der ÖSL.

„Wo Licht ist, findet sich auch ein Schatten.“ Im Falle von ÖSL sind es jene im Englischen als „disservices“ bezeichneten Leistungen, die für Menschen nachteilig sind. Beispiele dafür sind der Ausbruch einer Tierseuche oder die allergene Wirkung von Pollen.

Land- und Forstwirtschaft erbringen als wirtschaftliche Aktivitäten des Menschen keine ÖSL, beeinflussen aber durch die gezielte Veränderung der Ökosysteme deren Qualität und Quantität. ÖSL stehen zueinander in Wechselwirkungen woraus sich Synergien und Zielkonflikte ergeben können. In Agrarökosystemen werden, im Vergleich zu einem natürlichen Ökosystem mit geringen menschlichen Eingriffen, bestimmte ÖSL erhöht (z.B. Biomasseerträge von Kulturpflanzen) auf Kosten anderer (z.B. Kohlenstoffspeicherung, Erosionskontrolle). Manche Disservices entstehen erst durch menschliche Eingriffe, zum Beispiel die Resistenzen von Beikräutern gegenüber Wirkstoffen. Andere ÖSL sind eine Folge der Jahrhunderte dauernden landwirtschaftlichen Nutzung, etwa die für Menschen oft als schön empfundenen naturnahen Kulturlandschaften.

Die Entwicklungen der Landwirtschaft in den letzten Jahrzehnten, darunter neue Agrartechnologien, Betriebsmittel und landschaftliche Strukturen, veränderten das Portfolio an ÖSL. Der Fokus und die Möglichkeiten für bereitstellende ÖSL führten in manchen Regionen und Produktionssystemen zu einer Verringerung anderer Leistungen sowie einem Rückgang der Biodiversität. In der Gemeinsamen Agrarpolitik der Europäischen Union (GAP) und in der nationalen Umsetzung, aktuell im Rahmen des GAP-Strategieplans, wurde die Erhaltung von Biodiversität und bestimmten ÖSL zu einem zentralen Ziel, das mit unterschiedlichen Instrumenten verfolgt werden kann, darunter gesetzliche Vorschriften oder Prämien im Rahmen von Agrarumweltprogrammen.

Die Bundesanstalt für Agrarwirtschaft und Bergbauernfragen (BAB) arbeitet im Rahmen ihrer Forschungsaktivitäten an diesem zentralen Themenbereich. Im Projekt GreeNet (siehe Info-Box) werden beispielsweise innovative agrarpolitische Instrumente entwickelt und im Rahmen der Evaluierungstätigkeiten bestehende Instrumente wie das ÖPUL analysiert. Mit der Organisation eines Workshops gemeinsam mit Partner:innen des Umweltbundesamtes, der HBLFA Raumberg-Gumpenstein und der BOKU University wurde der Stand des Wissens zur Quantifizierung und Monetarisierung von Ökosystemleistungen in der Land- & Forstwirtschaft erhoben (siehe Info-Box) und damit ein Umsetzungsschritt der Vision 2028+ erreicht.

Autor: Martin Schönhart, Mag.Dipl.-Ing. Dr.

Info-Box

In der Vision 2028+ setzten agrarpolitische Akteure das Ziel: „Ökosystemleistungen sind monetär honoriert und die Diversität nachhaltiger Betriebe durch abgestimmte Förder- und Qualitätsprogramme gesichert“ (https://www.landwirtschaft.at/prozessvision2028/).

Im Workshop „Quantifizierung und Monetarisierung von Ökosystemleistungen in der Land- & Forstwirtschaft – Daten, wissenschaftliche Methoden & politische Instrumente“ wurde dieses Ziel diskutiert. Umfangreiche Informationen zu den Workshopinhalten (Videos, Protokoll, Präsentationen) finden sich auf der Internetseite der BAB: https://bab.gv.at/index.php?option=com_content&view=article&id=2541:quantifizierung-und-monetarisierung-von-oekosystemleistungen-in-der-land-forstwirtschaft-workshopergebnisse&catid=140&lang=de&Itemid=569

Das Netzwerk Zukunftsraum Land stellt in einem Video Grundsätzliches zu Ökosystemleistungen der Land- und Forstwirtschaft vor: https://youtu.be/Hp0pM9nQobU

Das internationale Projekt GreeNet wird von der BAB geleitet. Es erforscht die Chancen zur Erhaltung von ÖSL und Biodiversität durch eine verstärkte Kooperation von Landwirt:innen (https://greenet.boku.ac.at/)

Umfassende Informationen zu Ökosystemleistungen finden sich in den Angeboten des Umweltbundesamtes (https://www.umweltbundesamt.at/umweltthemen/landnutzung/oekosystemleistungen) und der HBLFA Raumberg-Gumpenstein (https://raumberg-gumpenstein.at/tags/tag/oekosystemleistung/seeds.html)

Wichtige internationale wissenschaftliche Quellen zu ÖSL beziehungsweise dem verwandten Konzept der „Nature’s Contributions to People“ (NCP) sind die Publikationen des „Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services“ (IPBES) (https://www.ipbes.net). Eine umfassende Klassifikation der ÖSL bietet die CICES Datenbank (https://cices.eu/).

Europa-Staatspreis 2026

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Mit dem Europa-Staatspreis wird außerordentliches Engagement von Bürgerinnen und Bürgern sowie Organisationen zur Förderung des Europabewusstseins und Europaverständnisses in Österreich ausgezeichnet. Der Europa-Staatspreis prämiert die besten Projekte und Initiativen in 3 Kategorien:

  • Europa erklären
  • Europa verändern
  • Europa gestalten

Jetzt bis 20. März einreichen!

Innovations-Kapazitäten in Regionen stärken!

Unkategorisiert

Region und Innovation – passt das zusammen? Ja, natürlich! Regionale „Innovations-Ökosysteme“ haben das Potenzial, neue Lösungen zur Deckung gesellschaftlicher Bedürfnisse zu entwickeln und einzuführen, die verschiedene Lebensbereiche, Akteur:innen und Sektoren miteinander verbinden. Menschen und Organisationen kennen sich, teilen oft ähnliche Erfahrungen und Herausforderungen und können deshalb schneller und zielgerichteter zusammenarbeiten und gemeinsame Aktivitäten an für sie passende Zielbilder ausrichten. Wirtschaft, Soziales, Bildung, Klima oder Umwelt wirken als politische und administrative Bereiche im regionalen Kontext oft verbundener als auf Landes-, nationaler oder europäischer Ebene.

Dennoch gibt es bestimmte Voraussetzungen, damit Regionen jenseits punktueller Innovationen erfolgreich auch einen Beitrag zu größeren gesellschaftlichen Veränderungen (Transformationen) leisten. Diese Voraussetzungen können zusammengefasst als „Innovations-Kapazitäten“ bezeichnet werden.

Eine neue Broschüre des BMLUK im Rahmen der Regionen-Dialog-Plattform möchte innovative Akteur:innen vor Ort darin unterstützen, diese Kapazitäten aufzubauen und weiterzuentwickeln. Sie präsentiert zahlreiche Anregungen („Hacks“) zur Mitgestaltung von Innovationssystemen und für eine noch wirksamere, transformative Umsetzung von Vorhaben. Diese Broschüre dient zugleich als begleitende Unterstützung bei der Umsetzung der GSP-Fördermaßnahme „Ländliche Innovationssysteme“ (77-03).

Im Mittelpunkt steht die Einführung neuer Ideen, Praktiken, Produkte oder Dienstleistungen mit dem Ziel, Wohlstand und Lebensqualität in der Region nachhaltig zu verbessern – etwa durch die gezielte Steigerung der regionalen Wertschöpfung oder durch die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle und digitaler Anwendungen für starke regionale Wirtschaftskreisläufe.

Gleichstellung von Frauen in ländlichen Räumen – Was kann Regionalentwicklung beitragen?

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Sowohl Forschungsergebnisse als auch praktische Beispiele wurden vorgestellt, spannend war dabei besonders die Diskussion der Herausforderungen der Gleichstellung in ländlichen Räumen, insbesondere in LEADER Strukturen. Im Fokus stand, wie Frauen in ländlichen Räumen zu mehr Selbstbestimmung ermutigt und in ihrem Wirken unterstützt werden können.

Petra Raue, vom Thünen-Institut für Lebensverhältnisse in ländlichen Räumen präsentierte wissenschaftlich fundierte Ergebnisse zu Herausforderungen und Perspektiven für 

Geschlechtergerechtigkeit in ländlichen Räumen. Der Vortrag gab Einblicke in Handlungsbedarfe und -möglichkeiten. Es wurden Beispiele aufgezeigt, wie Geschlechtergerechtigkeit in Lokalen Aktionsgruppen umgesetzt wird und wo hier noch Verbesserungsbedarf besteht.

Heide Cortolezis stellte als Expertin des Netzwerks Zukunftsraum Land Arbeiten der Arbeitsgruppe Geschlechtergleichstellung vor. Sie rückte den Fokus auf Ansätze zur Stärkung von Geschlechtergerechtigkeit in LEADER Regionen in Österreich.  Der Prozess und die Erkenntnisse der Arbeiten in der Pilotregion LEADER Region Hermagor in Kärnten konnte anhand eines Prozessmodells dargestellt werden. Dieses Prozessmodell ist in Form eines Leitfadens aufbereitet, link: https://www.zukunftsraumland.at/medien/factsheets/ unter „Materialien zu Gleichstellung und Gender Mainstreaming“ als „Leitfaden LEADER als Motor für Chancengleichheit im ländlichen Raum“.

Lisa Mindthoff & Anna Drosdowska vom gemeinnützigen Verein Fella e. V. konnten aufzeigen, dass Netzwerke wirkungsvolle ländliche Entwicklung stärken können. Fella hat es sich zur Aufgabe gemacht hat, selbstorganisierte Frauen-Netzwerke in ländlichen Räumen nachhaltig zu stärken. Anhand von Best-Practice-Beispielen aus den fella Circles wurde deutlich, wie geschlechtergerechte Perspektiven bottom-up entstehen können. 

Die Präsentationen der Referentinnen sind in Kürze auf der Website der DVS zum Download verfügbar: https://www.dvs-gap-netzwerk.de/

Der innovate! zukunftsdialog 2025: Eine Bühne für EIP-AGRI

Innovation

Unter dem Titel innovate! Zukunftsdialog trafen sich im Dezember 2025 hunderte Vertreterinnen und Vertreter aus der Agrar- und Ernährungswirtschaft mit Fachleuten aus der Forschung, Wirtschaft und Politik in Osnabrück, um aktuelle Herausforderungen – von Digitalisierung über KI bis hin zu nachhaltiger Kreislaufwirtschaft – gemeinsam zu diskutieren und praxisnahe Innovationslösungen zu entwickeln. Christian Werni, Fachberater und Projektmanager im Referat Pflanzenbau der LK Steiermark und Projektleiter des EIP-AGRI-Projekts Ammosafe war für das Netzwerk Zukunftsraum Land dabei und ist mit einem Motivationsschub und vielen neuen Kontakten nach Hause gekommen.

Elisabeth Gumpenberger: Christian, du warst im Dezember beim innovate! zukunftsdialog in Osnabrück mit dabei. Was hat dich zu dieser Reise bewogen?

Christian Werni: Schon Anfang letzten Jahres hatte ich von Kolleginnen und Kollegen aus Deutschland von dieser größten deutschsprachigen Messe zum Thema „Farm and Food“ gehört und war neugierig geworden. 

Als wenig später das Team der Innovation Brokerage vom Netzwerk Zukunftsraum Land zur Bewerbung für eine Teilnahme aufrief, packte ich die Gelegenheit beim Schopf und bewarb mich um ein Ticket. Die Gelegenheit, die eigenen Projekte (EIP-AGRI-Projekt „Ammosafe – Emissionsarme Düngung durch Nährstoffrückgewinnung“ sowie „CircularFood“ der FTI-Initiative Kreislaufwirtschaft, Anm.) einem breiten, vielfältigen Publikum präsentieren zu können und unterschiedlichste Kontakte zu knüpfen, wollte ich mir nicht entgehen lassen. Osnabrück ist ja stark landwirtschaftlich geprägt, mit großen Landtechnik-Firmen und Hochschulen im Agrarsektor, insofern war es besonders reizvoll, dort hinzufahren und mir anzusehen, was sich in der Agrar- und Ernährungwirtschaft tut und welche Start-ups hier auch aktiv sind.

Elisabeth Gumpenberger: Du wurdest für die Teilnahme ausgewählt, um – gemeinsam mit vier anderen EIP-AGRI-Projektvertreterinnen und -vertretern aus Deutschland – einen EIP-AGRI-Stand zu betreuen und so genannte Conversation Starter durchzuführen. Was ist damit gemeint?

Christian Werni: Die Conversation Starter waren kurze Gesprächsrunden in einem kleineren Rahmen, die wir mit einem ganz kurzen Pitch zu unseren Projekten eröffneten, bevor dann eine Diskussion folgte. Hier hatte ich Zuhörinnern und Zuhörer im Publikum, die ganz bewusst zu meinen Themen und Projekten gekommen waren und spannende Fragen und Beiträge lieferten. Für mich war es ein großer Motivationsschub, dass ich so viel Interesse an meinen Themen wahrnehmen konnte – vor allem zur Gülleaufbereitung für Dünger und Kreislaufwirtschaft. Ich habe gemerkt, dass wir an den richtigen Themen dran sind und uns in Österreich nicht verstecken müssen. Wir sind am Zahn der Zeit und sehr innovativ unterwegs. Landwirtinnen und Landwirte sowie Expertinnen und Experten für Emissionen kamen auf mich zu und wollten sich austauschen, das war großartig. Überhaupt wurde mir bald klar, was das Besondere an dieser Veranstaltung ist: Die Stimmung war durchweg locker und ungezwungen, jeder traute sich, andere anzusprechen und Fragen zu stellen. Dieser extrem offene Zugang hat mich überrascht. Das hat zu einem super Austausch geführt, der wirklich auf Augenhöhe stattfand – egal, wer das Gegenüber war.

Elisabeth Gumpenberger: Hast du neue Kontakte geknüpft oder Kooperationspartnerinnen und -partner gefunden?

Christian Werni: Ich habe mehrere potenzielle Partnerinnen und Partner kennengelernt und viele inspirierende Menschen, die ich gerne mal zu Vorträgen für meine eigenen Veranstaltungen einladen würde. Ganz besonders beeindruckt hat mich ein Landwirt mittleren Alters mit abgeschlossenem Doktoratsstudium und mindestens 15 neuen Ideen im Kopf, die er mithilfe seines riesigen und vielseitigen Netzwerks weiterverfolgt. Von solchen Leuten kann man viel lernen, und es war wahnsinnig bereichernd, mit ihm sprechen zu können.

Elisabeth Gumpenberger: Was nimmst du dir von der Veranstaltung fürs österreichische Innovationsökosystem in der Land- und Forstwirtschaft mit?

Christian Werni: Der praxisnahe Bottom-Up-Ansatz von EIP-AGRI-Projekten ist meiner Meinung nach der beste Weg, um Probleme zu lösen. Die Multi-Akteurs-Gruppe verbindet Forschung und Praxis optimal. Regelmäßige Präsenzveranstaltungen, bei denen EIP-AGRI-Projekte sich präsentieren und austauschen können, wären enorm wichtig, um das Potenzial, das in den Projekten steckt, zu hebeln. Wir können sicherlich viel von den Kolleginnen und Kollegen in Deutschland lernen, wenn es darum geht, so wie beim innovate! zukunftsdialog eine starke Bühne für EIP-AGRI-Projekte zu schaffen. Danke an dieser Stelle an die Deutsche Vernetzungsstelle und Niedersachsen.next für die erstklassige Betreuung! Für Österreich würde ich mir wünschen, dass die „EIP-Bubble“ ebenfalls geöffnet wird und es uns gelingt, die EIP und ihre Projekte bekannter zu machen.

Nachbericht: Webinar „Vergaberecht Update: aktuelle rechtliche Vorgaben und Anforderungen für die Vergabe im Kontext von Förderungen und ländlicher Entwicklung”

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Das Vergaberecht ist für viele Akteure und Akteurinnen der Regionalentwicklung ein wichtiges und herausforderndes Thema. Es gibt regelmäßig gesetzliche Aktualisierungen in diesem Bereich. Schon 2019 lud Netzwerk Zukunftsraum zu einem Webinar zum Thema Vergaberecht ein. Am 28. Jänner 2026 wurde in einer zweiten Auflage ein Webinar mit einem Fokus auf aktuelle rechtliche Vorgaben und Anforderungen im Vergaberecht organisiert.

Zwei Vorträge standen im Mittelpunkt: Das Impulsstatement von Stefan Ullreich (Finanzprokuratur) widmete sich primär den Neuerungen im Entwurf des neuen Vergaberechtsgesetzes 2026. Der Input von Michael Zehetmayer (AMA) hatte im Fokus die korrekte Verwendung der Antragsunterlagen sowie häufige Fehler beim Bearbeiten dieser. Besonders freut uns auch das überwältigende Interesse an diesem Webinar – wir bedanken uns bei 237 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die im Anschluss an die Vorträge in Diskussionsrunden spannende Aspekte und Fragen eingebracht haben.

Doch was sind zentrale Aussagen aus dem Webinar, zu welchen Themen können Sie auf unserer Veranstaltungsseite mehr erfahren?

  • Besonders hervorzuheben sind die neuen Schwellenwerte im Vergaberechtsgesetz 2026. Bei Liefer- und Dienstleistungen liegen diese 2026 so beispielsweise bei bis zu 200.000 €, abhängig u.a. von der Art der jeweiligen Leistung.
  • Auch im Bereich der Auftragswertschätzung ist Stefan Ullreich auf wesentliche Punkte im neuen Vergaberechtsgesetz eingegangen, um hier möglichst viel Klarheit zu Aspekten wie der Auftragszusammenrechnung oder der Vergabe in Losen zu schaffen.
  • Der Vortrag der AMA widmete sich primär dem Formblatt zur Antragseinreichung und vielen relevanten Details bezüglich dessen Befüllung. 
  • Hilfreiche Praxisbeispiele mit besonders komplexen Ausgangssituationen könnten ebenfalls für alle Interessierten von Relevanz sein – ein Blick in die Veranstaltungsunterlagen mit den Präsentationen der beiden Referenten sei hier nochmals empfohlen.

Wir möchten uns an dieser Stelle erneut herzlich bei Stefan Ullreich von der Finanzprokuratur, Michael Zehetmayer von der AMA und Ihnen allen für Ihr reges Interesse bedanken! Die Dokumentation der Fragen und Antworten der Diskussionsrunden ist derzeit noch in Bearbeitung und wird den Teilnehmenden des Webinars in Kürze zur Verfügung gestellt. 

Neuer Aufruf: Einreichung für Förderung von ländlichen Innovationssystemen (77-03) LIP

Innovation

Die Eckdaten:

  • Maximal dreijährige Projektlaufzeit
  • 350.000 Euro Fördersumme (maximal für die gesamte Projektlaufzeit) mit bis zu 100 % Förderung
  • Personal,- Sach- und Investitionskosten können zur Förderung eingereicht werden
  • Fördergeber: EU, Bund (BMLUK), Länder
  • Bewilligende Stelle der Fördermaßnahme: Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft

Was ist eine Ländliche Innovationspartnerschaft im Rahmen des GAP-Strategieplans? Zum Netzwerk Video!

Sie suchen Beispiele für bereits aktive Ländliche Innovationspartnerschaften? Besuchen Sie die Projektdatenbank von Netzwerk Zukunftsraum Land. 

Wir haben Ihr Interesse geweckt? Auf unserer Website unter Innovationsbrokerage finden Sie nähere Informationen und wichtige Links.

Netzwerk-Podcast: Grüne Strukturen mit Mehrwert – Wie Mehrnutzenhecken Landschaften verändern

Klimaschutz
Lebensmittelversorgung
Natürliche Ressourcen

Im Gespräch mit Judith Drapela-Dhiflaoui, Netzwerk Zukunftsraum Land, beleuchtet Stefan Lehner von der Niederösterreichische Agrarbezirksbehörde die vielfältigen Funktionen von Mehrnutzenhecken – von Erosions- und Windschutz über Mikroklimaverbesserung bis hin zur Förderung der Artenvielfalt.

Dabei wird deutlich: Mehrnutzenhecken sind weit mehr als nur landschaftsgestaltende Elemente. Richtig geplant und standortangepasst umgesetzt, wirken sie als natürliche Schutzschilde gegen Wind- und Wassererosion, reduzieren die Austrocknung von Böden und tragen dazu bei, Wasser länger in der Fläche zu halten. Gerade in Zeiten zunehmender Wetterextreme gewinnen diese Funktionen stark an Bedeutung.

Ein weiterer Schwerpunkt des Podcasts liegt auf der ökologischen Wirkung: Hecken schaffen wertvolle Lebensräume und Vernetzungsstrukturen für Vögel, Insekten und Kleinsäuger. Sie bieten Nahrungsquellen, Brutplätze und Überwinterungsmöglichkeiten und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Biodiversität in intensiv genutzten Agrarlandschaften. Gleichzeitig verbessern sie durch Beschattung und Windbremsung das Mikroklima angrenzender Kulturen – was sich positiv auf Ertragssicherheit und Pflanzengesundheit auswirken kann.

Der Podcast bietet praxisnahe Einblicke in Planung, Aufbau und Pflege von Mehrnutzenhecken. Auch wirtschaftliche Aspekte kommen zur Sprache. Der Podcast richtet sich an Landwirtinnen und Landwirte, Beraterinnen und Berater, Gemeinden und alle, die sich für eine zukunftsfähige Landnutzung interessieren.