Nachbericht zur Thematic Group ‘Unlocking the Potential of Cooperation’
Kooperationen spielen eine zentrale Rolle für die Zukunftsfähigkeit der europäischen Landwirtschaft. Vor diesem Hintergrund widmete sich die Thematic Group (TG) des EU CAP Netzwerks dem Thema „Unlocking the Potential of Cooperation“ und veröffentlichte im April 2026 ihre wichtigsten Ergebnisse. Die Arbeiten der Thematic Group bauten unmittelbar auf den Erkenntnissen der Thematic Group on Economic Vulnerability of Farming auf, die bereits zentrale Herausforderungen für landwirtschaftliche Betriebe identifiziert hatte.
Das Treffen der Thematic Group fand am 11. Dezember 2025 in Brüssel statt. Die Gruppe setzte sich aus Expertinnen und Experten aus zahlreichen EU‑Mitgliedstaaten sowie aus Organisationen, Verbänden und Beratungsstrukturen zusammen. Diese Vielfalt an Perspektiven ermöglichte eine umfassende Analyse der Potenziale und Hemmnisse von Kooperationen im europäischen Agrarsektor und die Rolle und Potentiale der GAP, um diese zu unterstützen. Es zeigte sich, dass in den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union Kooperationen in einer Vielzahl von Varianten umgesetzt werden. Diskutierte Beispiele umfassten Erzeugerorganisationen, Genossenschaften, oder gemeinschaftlich getätigte Investitionen beispielsweise in Verarbeitungsstrukturen sowie vertikale Kooperationen zwischen landwirtschaftlichen Betrieben.
Strukturelle Bedingungen für den Erfolg von Kooperationen
Im Rahmen der Thematic Group wurden mehrere strukturelle Bedingungen identifiziert, die erfüllt sein müssen, damit Kooperationen nachhaltig erfolgreich sein können. Dazu zählen ein dedizierter, agiler Entwicklungspfad für landwirtschaftliche Genossenschaften – unabhängig von Größe oder Standort –, zertifizierte und gut ausgebildete Beratungsdienste sowie ein One‑Stop‑Shop, der Beratung, Training, Coaching, Mentoring und Wissensaustausch bündelt. Ebenso wichtig sind ein förderliches politisches Umfeld mit erweiterten Instrumenten der Gemeinsamen-Markt-Ordnung, die Anerkennung EU‑weiter Organisationen und flexible Investitionsmechanismen. In diesem Zusammenhang betonte die Thematic Group die hohe Relevanz der Vielfalt der landwirtschaftlichen Betriebe in der Europäischen Union und die besondere Bedeutung von Kooperationen für die Resilienz kleinerer Betriebe sowie die Stärkung kurzer Versorgungsketten, um Produzentinnen und Produzenten und Konsumentinnen und Konsumenten enger zu verbinden.
Zentrale Handlungsfelder entlang des Kooperationsprozesses
Die Thematic Group identifizierte mehrere zentrale Handlungsfelder entlang des gesamten Kooperationsprozesses. Ein Schwerpunkt liegt im Bereich Kommunikation und Einbindung der Landwirtinnen und Landwirte, und hier insbesondere auf der Verbreitung guter Praxis-Beispiele, dem Aufbau von Datenbanken mit bestehenden Erzeugerorganisationen sowie der Förderung von Peer‑Learning. Demonstrationsbetriebe sollen erfolgreiche Projekte sichtbar machen und weitere Betriebe zur Umsetzung motivieren.
Ein weiteres wesentliches Feld ist der Kapazitätenauf- und ausbau im Bereich der Beratung und Forschung. Die Ttematic Group hob die Bedeutung enger Partnerschaften zwischen Forschung, Beratung und Praxis hervor. Neu gegründete Kooperativen sollen gezielt durch Training, Mentoring, rechtliche Unterstützung und Governance‑Weiterbildung (Verwaltung innerhalb der Kooperationen) begleitet werden. Themen wie Transparenz, Konfliktmanagement, Soft Skills und Vertrauensbildung gelten als entscheidend für eine stabile Organisationsentwicklung.
Auch Finanzierung und Risikomanagement spielen eine zentrale Rolle. Die Thematic Group empfiehlt, den Zugang zu Krediten zu verbessern, Risiken stärker gemeinsam zu tragen und Investitionen in bauliche Infrastruktur, Verarbeitung und Marketing zu erleichtern. Innovative Finanzierungsmodelle – etwa gemeinschaftliche Investitionen oder urbane Unterstützungsmodelle – können zusätzliche Impulse setzen.
Fazit und Schlussfolgerungen
Abschließend betonte die Thematic Group die große Bedeutung geeigneter politischer und regulatorischer Rahmenbedingungen. Dazu gehören klare rechtliche Rahmenbedingungen, eine stärkere Einbindung von LAGs in frühen Entwicklungsphasen sowie die Nutzung von Ergebnisindikatoren und blended finance, um Kooperationen langfristig zu stärken und ihre Wirkung sichtbar zu machen.
Insgesamt zeigt die Thematic Group eindrucksvoll, dass gezielte Unterstützung, geeignete Rahmenbedingungen und starke Partnerschaften entscheidend sind, um das volle Potenzial von Kooperationen für eine widerstandsfähige europäische Landwirtschaft zu erschließen.
Der Ergebnisbericht in Form eines Fact-Sheets kann hier abgerufen werden: Unlocking the Potential of Cooperation – Key outcomes of the Thematic Group | EU CAP Network
Weiters verfügbar sind eine Beispielsammlung für erfolgreiche Umsetzungen von Kooperationen in der europäischen Landwirtschaft (Examples of cooperation among farmers to support businesses’ income and resilience | EU CAP Network)
sowie abgeleitete Empfehlungen zu Maßnahmen, um Kooperationen in der Landwirtschaft zu fördern (Promoting cooperation amongst farmers | EU CAP Network).
