LIN: Resonanz.Raum²
Die Region Linz-Land steht vor gesellschaftlicher Fragmentierung, einem Verlust an Dialogräumen, sinkender nachhaltiger Beteiligung trotz hoher Mitgestaltungsbereitschaft sowie Unsicherheit im Umgang mit Digitalisierung und KI. Zugleich verfügt die Region über engagierte Akteurinnen und Akteure, innovative Unternehmen und starke Bildungs-, Kultur- und Landwirtschaftsstrukturen, deren Potenziale bislang nicht ausreichend vernetzt sind. Resonanz.Raum² verbindet zwei komplementäre Innovationsräume in Wilhering und St. Florian zu einem standortübergreifenden Resonanzraum, der analoge und digitale Potenziale systematisch verschränkt. Adressiert wird nicht ein einzelnes Thema, sondern die strukturelle Frage regionaler Innovations- und Kooperationsfähigkeit. Ziel ist es, konstruktivem Denken dauerhaft Resonanz zu verschaffen – über einzelne Veranstaltungen hinaus.
Aufbauend auf dem partizipativ entwickelten Konzept aus „Konzeptentwicklung 3-KLANG” gehen Wilhering und St. Florian nun in die nächste Phase. Der Standort Wilhering („Metaverse for Solutions”) fungiert als hybrides Innovations- und Experimentallabor: Als digitaler Makerspace verbindet er KI, digitale Technologien und menschliche Intelligenz mit sozialen Methoden. Digitalisierung wird als gestaltbares Werkzeug verstanden, nicht als Selbstzweck. Neue Formen gemeinsamer Problemlösung werden angeregt, digitale Anwendungskompetenz gefördert und der Umgang mit digitalen Systemen geschult. Begleitet durch das Forum Humanismus Wilhering erfolgt eine Verankerung im digitalen Humanismus. Der Standort St. Florian („Kontra.bunt”) bildet das analoge Gegenstück: Der barrierearme Begegnungsraum dient als Knotenpunkt für Regionaltourismus, Kulturvermittlung, Bildung und Inklusion. Persönliche Begegnung, Dialogkultur und demokratische Lernprozesse stehen im Vordergrund. Innovative Methoden werden entwickelt, inklusive Kooperationen etwa mit der Lebenshilfe St. Florian umgesetzt und junge Ideen über die Höhere landwirtschaftliche Bundeslehranstalt eingebunden. Das LIN fungiert als Schnittstelle zwischen Strategie, Beteiligung und Umsetzung. Die Einbindung erfolgt generationen- und sektorübergreifend – von Bürgerinnen und Bürgern über Gemeinden, Institutionen, Kultureinrichtungen und Wirtschaftstreibende bis zu Menschen mit Beeinträchtigung. Methodisch kommen partizipative Formate, Ko-Kreationsprozesse und dialogorientierte Verfahren zum Einsatz.
Als Ergebnisse werden personelle, organisatorische und infrastrukturelle Kapazitäten aufgebaut, ergänzt durch ein tragfähiges Betriebsmodell. Es entstehen ein skalierbarer digitaler Problemlösungsraum und ein etablierter analoger Begegnungsort, die neue Formen des Austauschs ermöglichen. Erwartet werden Stärkung der Dialogfähigkeit, Förderung des Zusammenhalts, Steigerung digitaler Kompetenzen sowie bessere Sichtbarkeit marginalisierter Gruppen. Das Projekt ist als Pilot mit Modellcharakter konzipiert, mit Fokus auf Verstetigung und Übertragbarkeit. Für die Dissemination sind dokumentierte Aufbereitung, breiter öffentlicher Zugang und Verschränkung mit Schulen, Hochschulen und Universitäten vorgesehen.