Das war die Netzwerk – Jahreskonferenz 2026: #weiterdenken Zukunft mit der nächsten Generation gestalten
Was braucht es, damit junge Menschen ihre Zukunft am Land aktiv mitgestalten wollen und können? Rund 120 Teilnehmer:innen aus ganz Österreich gingen dieser Frage am 6. Oktober bei der Jahreskonferenz von Netzwerk Zukunftsraum Land am Waldcampus Traunkirchen nach. Unter dem Motto #weiterdenken standen dabei nicht nur die Perspektiven junger Menschen im Mittelpunkt, sondern vor allem der Austausch zwischen den Generationen.
Wie wichtig dieser Dialog ist, zeigte sich besonders im Generationen Café: Schüler:innen des Agrarbildungszentrums Salzkammergut hatten das Format mit viel Engagement vorbereitet und brachten junge Menschen mit Akteur:innen unterschiedlichster Bereiche und Generationen zusammen. Diskutiert wurde darüber, was junge Menschen motiviert, einen landwirtschaftlichen Betrieb zu übernehmen, was sie von Entscheidungsträger:innen brauchen und was das Leben am Land für sie attraktiv macht. Gemeinschaft, Regionalität und Sicherheit werden ebenso geschätzt wie gute Rahmenbedingungen, Perspektiven und die Möglichkeit, selbst mitzugestalten.
Dieser generationenübergreifende Blick zog sich durch die gesamte Jahreskonferenz. Schon zum Auftakt wurde deutlich, wie wichtig Bildung, Wissenstransfer und regionale Verankerung dafür sind. Florian Hader, Leiter der FAST Traunkirchen des Bundesforschungs- und Ausbildungszentrums für Wald, Naturgefahren und Landschaft (BFW), stellte den Waldcampus als Ort vor, an dem Wissen rund um Wald und Forstwirtschaft vermittelt wird, Absolvent:innen immer wieder zusammenkommen und neue Ideen entstehen. Alois Siegesleitner, Vizebürgermeister von Traunkirchen, betonte die Bedeutung von Natur, Nachhaltigkeit und Gemeinschaft sowie von Bildungsangeboten und Vereinen, die jungen Menschen Möglichkeiten bieten, sich in der Region zu verankern. Agnes Pauzenberger, Geschäftsführerin der LEADER Region Traunsteinregion und Wolfgang Löberbauer, Leiter der Agrar- und Regionalförderung, Land OÖ, spannten den Bogen von konkreten Jugendprojekten über die Instrumente der Gemeinsamen Agrarpolitik bis zur Verbindung von Forschung, Innovation und Praxis.
Wie Zukunftsgestaltung in der Praxis aussehen kann, zeigten im Anschluss vier Kleingruppenexkursionen in der Region: Am Betrieb Wallner in Scharnstein wurde sichtbar, wie die nächste Generation mit Begeisterung die Hofnachfolge antritt und mit der Produktion von A2 Milch, der eigenen Milchmanufaktur und Käserei sowie regionaler Vermarktung neue Möglichkeiten für die Wertschöpfung vor Ort schafft. Am Bruckbacherhof im Naturpark Attersee Traunsee wurde erlebbar, wie der Schutz von Streuobstwiesen und seltenen Obstsorten mit Naturvermittlung nachhaltig in der Region verankert wird. Die LEADER Projekte „Theatergasse 6 – A Playground of Possibilities“ und „Clay Project“ zeigten, wie junge Frauen mit innovativen Geschäftsmodellen neue Räume für Kommunikation und Kreativität in der Gmundner Innenstadt schaffen. Bei Miba in Laakirchen wiederum wurde deutlich, wie Technologie, Kinder- und Jugendbildung sowie regionale Innovationskultur zusammenspielen, von den Miba FutureLabs bis zu Jugend- und Innovationsprojekten, die den Schwung aus dem Kulturhauptstadt Jahr in die Zukunft tragen.
Am Nachmittag rückte die Perspektive der jungen Generation noch stärker ins Zentrum. Markus Hopfner (BMLUK) betonte die Bedeutung der Gemeinsamen Agrarpolitik für die Entwicklung ländlicher Räume. David Laumer von Foresight Research brachte Erkenntnisse aus Jugendstudien ein und zeigte auf, welche Erwartungen junge Menschen an das Leben am Land haben und welche Rahmenbedingungen es braucht, damit sie ihre Zukunft dort aktiv mitgestalten können, während die Jungbäuerinnen und Farmfluencerinnen Verena Schöllauf und Franziska Rußmann zeigten, wie wichtig Kommunikation und Vermittlung in der Landwirtschaft sind, um auch der nächsten Generation sichtbar zu machen, was mit Mut, neuen Ideen und Verantwortung möglich ist.
Die Jahreskonferenz machte damit deutlich: Zukunft mit der nächsten Generation zu gestalten bedeutet nicht, über junge Menschen zu sprechen, sondern mit ihnen. Es braucht Räume für Austausch, Möglichkeiten zur Mitgestaltung und den Mut, neue Ideen auch tatsächlich umzusetzen. #weiterdenken heißt, Generationen nicht nacheinander, sondern miteinander Zukunft gestalten zu lassen.
Netzwerk Zukunftsraum Land/ Stephanie Topf
