Region im Fokus: Netzwerk Zukunftsraum Land unterwegs in Tirol

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Seit fast zwei Jahrzehnten begleitet das Netzwerk Zukunftsraum Land die ländlichen Räume Österreichs auf ihrem Weg durch Wandel und Transformation. Mit Wissen, Austausch und Expertise werden auch in dieser Periode Akteurinnen und Akteure dabei unterstützt, mutig neue Wege zu gehen und die Herausforderungen von Klimawandel, Versorgungssicherheit, Lebensqualität und Innovation aktiv zu gestalten. Im Vorfeld der Jahreskonferenz 2025 gibt unsere Projektleiterin Sophia Glanz Einblicke aus Netzwerk-Sicht in Chancen, Herausforderungen und den Wert des Mutes.

1. Frau Glanz, das Jahresthema 2025 lautet #MUTSCHAFFTZUKUNFT. Was bedeutet Mut in Ihrer täglichen Arbeit mit den Akteurinnen und Akteuren im ländlichen Raum – und warum ist gerade jetzt dieser Mut so entscheidend?

Mut in unserer Arbeit bedeutet für mich, gemeinsam mit den Akteurinnen und Akteuren im ländlichen Raum Neues zu wagen, bestehende Strukturen zu hinterfragen und innovative Wege einzuschlagen – auch dann, wenn die Ergebnisse noch nicht völlig absehbar oder Hürden zu erwarten sind. Mut braucht es auch, um Ideen, die vielleicht auf den ersten Blick unkonventionell oder unbeliebt wirken, umzusetzen und somit wichtige Impulse für die Zukunft geben. 

Gerade jetzt ist dieser Mut entscheidend, weil wir vor großen gesellschaftlichen Herausforderungen stehen – von der Klimakrise über die Digitalisierung bis hin zu sozialen Veränderungen. Der ländliche Raum ist dabei kein „Nachzügler“, sondern kann mit Kreativität, Zusammenhalt und Gestaltungswillen Vorreiter sein. Mut schafft die Basis, um Veränderungen aktiv zu gestalten, Chancen sichtbar zu machen und die Zukunft im ländlichen Raum positiv zu prägen.

2. Tirol steht heuer im Mittelpunkt der Jahreskonferenz. Wie kam es dazu und was macht die Region besonders spannend?

Es ist uns bei der Wahl unserer Austragungsorte immer wichtig, an die Basis zu gehen und Projekte und Regionen vor den Vorhang zu holen. Nachdem die letzte Konferenz im Osten (Mistelbach) stattgefunden hat, sind wir nun bewusst in den Westen gegangen. Tirol wurde als Gastgeber Region gewählt, weil hier viele zentrale Zukunftsthemen des ländlichen Raums sichtbar werden: vom Umgang mit dem Klimawandel über nachhaltigen Tourismus in Verbindung mit Naturschutz bis hin zur Frage, wie traditionelle Landwirtschaft innovativ interpretiert werden kann. 

Tirol zeigt eindrucksvoll, wie Regionen mit starken kulturellen Wurzeln gleichzeitig mutig neue Wege gehen – sei es in der Energieversorgung, in der Landwirtschaft oder in der Zusammenarbeit über Grenzen hinweg. Besonders spannend ist auch die grenzüberschreitende Perspektive: Tirol liegt im Herzen der Alpen und steht in engem Austausch mit den Nachbarregionen. Diese Lage macht es zu einem idealen Ort, um europäische Zusammenarbeit im ländlichen Raum konkret erlebbar zu machen. Tirol ist zum Beispiel das einzige Bundesland, das eine Fördermöglichkeit über CLLD (Community-Led Local Development) ermöglicht – auch das ist sehr mutig und innovativ. 

3. Was erwartet die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor Ort?

Die Teilnehmenden können sich auf zwei Tage voller Inspiration, Austausch und gelebtem Mut freuen. In Tirol greifen wir das Jahresthema #MUTSCHAFFTZUKUNFT auf und zeigen, wie Mut im ländlichen Raum ganz konkret wirkt – durch innovative Projekte, neue Partnerschaften und mutige Stimmen aus unterschiedlichen Bereichen.

Es erwartet sie ein vielfältiges Programm: spannende Keynotes, Exkursionen zu Projekten vor Ort und natürlich viel Raum für Vernetzung. Besonders wichtig ist uns, dass die Menschen Impulse für ihre eigenen Regionen mitnehmen. So wird die Jahreskonferenz zu einem Ort, an dem Mut ansteckend wirkt und Zukunft greifbar wird.

4. Welche besonderen Chancen oder auch Herausforderungen sehen Sie für ländliche Regionen wie zum Beispiel Rotholz und Steinberg am Rofan, die beiden Orte der Konferenz, wenn es darum geht, mit Zuversicht und Weitsicht in die Zukunft zu blicken?

Rotholz und Steinberg am Rofan stehen stellvertretend für viele ländliche Regionen: Sie sind reich an Natur, Kultur und Gemeinschaftssinn – das sind enorme Chancen, wenn es darum geht, Zukunft mit Zuversicht zu gestalten. Gerade kleinere Orte können mit Kreativität, Vernetzung und mutigen Ideen sehr schnell sichtbare Veränderungen bewirken und Vorbilder für andere Regionen werden.

Die Herausforderung liegt darin, den Spagat zwischen Bewahrung und Erneuerung zu schaffen: Wie gelingt es, die einzigartige Identität zu bewahren und gleichzeitig neue Wege in Bereichen wie Klimaschutz, Digitalisierung, Mobilität oder Daseinsvorsorge einzuschlagen? Hier braucht es Weitsicht, damit Innovation nicht als Bruch, sondern als Weiterentwicklung erlebt wird. Wenn dieser Weg gelingt, entstehen Zukunftsräume, die nicht nur lebenswert sind, sondern auch Strahlkraft über die eigene Region hinaus entwickeln.

5. Oft sind es nicht nur Erfolge, sondern auch Umwege, die weiterbringen. Welche Rolle spielen Lernprozesse, Fehlerkultur und der konstruktive Umgang mit Rückschlägen in der ländlichen Entwicklung?

In der ländlichen Entwicklung sind Lernprozesse genauso wichtig wie sichtbare Erfolge. Denn Innovation entsteht selten geradlinig – oft braucht es Mut, etwas auszuprobieren, Erfahrungen zu sammeln und auch mit Rückschlägen umzugehen. Entscheidend ist, dass wir eine Kultur fördern, in der Fehler nicht als Scheitern gelten, sondern als wertvolle Schritte auf dem Weg zu besseren Lösungen.

Gerade im ländlichen Raum, wo Ressourcen oft begrenzter sind, braucht es diesen konstruktiven Umgang mit Herausforderungen. Wenn wir aus Umwegen lernen, gemeinsam reflektieren und uns gegenseitig unterstützen, dann entsteht nicht nur Resilienz, sondern auch die Zuversicht, dass Veränderung machbar ist. So wird jeder Schritt – ob Erfolg oder Umweg – Teil eines nachhaltigen Entwicklungsprozesses.

6. Mut braucht auch Unterstützung. Welche Faktoren erleben Sie aktuell als hilfreich, damit Menschen und Projekte trotz Unsicherheiten ihre Ideen verwirklichen können?

Mut wächst dort, wo Menschen spüren, dass sie nicht alleine sind. Hilfreich sind vor allem funktionierende Netzwerke, die den Austausch und die Zusammenarbeit fördern. Ebenso wichtig sind Fördermöglichkeiten, die Ideen finanzierbar machen, und politische Rahmenbedingungen, die Innovation zulassen.

Aber auch durch Anerkennung und Sichtbarkeit werden mutige Projekte unterstützt: Wenn engagierte Menschen erleben, dass ihr Einsatz wahrgenommen und wertgeschätzt wird, dann bestärkt sie das, ihre Ideen auch in unsicheren Zeiten weiterzuverfolgen. So verbinden sich Mut und Unterstützung zu einer Kraft, die den ländlichen Raum voranbringt.

7. Die Konferenz steht heuer auch unter dem Zeichen von „30 Jahre Österreich in der EU“. Wie hat sich aus Ihrer Sicht der Handlungsspielraum für mutige Projekte in den letzten drei Jahrzehnten verändert – und was nehmen wir daraus für die Zukunft mit?

In den vergangenen 30 Jahren hat die EU-Mitgliedschaft Österreichs den Handlungsspielraum für mutige Projekte im ländlichen Raum enorm erweitert. Mit Programmen wie LEADER oder CLLD wurden Strukturen geschaffen, die es ermöglichen, dass Menschen vor Ort ihre Ideen entwickeln und mit europäischer Unterstützung umsetzen können. Auch im agrarischen Bereich war der EU-Beitritt ein Meilenstein: Mit Programmen wie dem ÖPUL wurde ein starker Anreiz geschaffen, Landwirtschaft nachhaltig zu gestalten, Umweltleistungen sichtbar zu machen und innovative Wege in der Bewirtschaftung zu gehen.

Aus kleinen Pilotprojekten sind so vielfach Vorzeige Initiativen geworden – sei es in der Regionalentwicklung oder in der Landwirtschaft –, die weit über die eigene Region hinaus wirken. 

Für die Zukunft nehmen wir mit: Mutige Projekte brauchen weiterhin einen klaren Rahmen, Verlässlichkeit in der Förderung – und gleichzeitig Freiräume für Innovation. Die europäische Ebene bleibt dabei eine wichtige Partner:in, denn sie eröffnet Perspektiven und stärkt das Vertrauen, dass regionale Ideen Teil einer gemeinsamen europäischen Zukunft sind.

Interview: Netzwerk Zukunftsraum Land/ Stephanie Topf

innovate! zukunftsdialog: Jetzt noch bis 14. September bewerben!

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Das Netzwerk Zukunftsraum Land übernimmt für bis zu fünf Projekte die Eintrittskosten für den „innovate! zukunftsdialog“ – Deutschlands führende Agrar- und Food-Gründerkonferenz am 04. Dezember in Osnabrück (DE). Es erwartet Sie ein Tag voller Inspirationen, Kontakte, frischer Ideen und Sichtbarkeit für Ihr Projekt!

innovate! zukunftsdialog: 

Sie möchten Ihre Ergebnisse aus dem Bereich Farm & Food sichtbarer machen und suchen nach frischen Impulsen, spannenden Kontakten und neuen Wegen, Ihre Innovationen in die Praxis zu bringen?
Das Netzwerk Zukunftsraum Land ermöglicht bis zu fünf Projekten die Teilnahme am „innovate! zukunftsdialog“ – Deutschlands führender Gründerkonferenz für die Agrar- und Ernährungswirtschaft. Es können die Eintrittskosten für maximal zwei Personen pro Projekt übernommen werden.

Termin: 4. Dezember 2025
Ort: Osnabrück, Deutschland

 

EU GAP-Netzwerk Seminar „Vorführungen in landwirtschaftlichen Betrieben für Peer-to-Peer-Lernen und Innovation“

Innovation
Klimaschutz
Lebensmittelversorgung
Natürliche Ressourcen
Beim EU-GAP-Seminar am 17. und 18. Juni 2025 in Mestre (Italien) standen Demonstrationsbetriebe als Instrumente zur Förderung des Peer-to-Peer-Lernen und Innovation in der Landwirtschaft im Fokus. 

Innovative Landwirtschaft erleben: Seminar des EU-GAP-Netzwerks in Italien

157 Fachleute aus 27 Ländern diskutierten praxisnahe Ansätze zur Wissensvermittlung und besuchten innovative Betriebe vor Ort. Aus Österreich waren Elena-Teodora Miron von der AKIS-Kooperationsstelle sowie Celina Lutter aus dem Team der Innovation Broker dabei, um sich über den gezielten Einsatz von Demonstrationsbetrieben als Instrument des Wissensaustauschs in der Landwirtschaft auszutauschen.

Ziel der Veranstaltung war es, das Konzept von „on-farm demonstrations“ – also Vorführungen direkt am Betrieb – als Schlüssel zum Peer-to-Peer-Lernen zu vermitteln. Neben strategischen Diskussionen zur besseren Sichtbarkeit und Herausforderungen von „on-farm demonstration“. 

Betrieben wurden innovative Ansätze zur Wissensvermittlung vorgestellt: Von Virtual-Reality-Anwendungen über Mentor:innen – Programme bis hin zur Verbindung von Landwirtschaft und Tourismus.

Ein besonderes Highlight bildeten die Betriebsbesuche, bei denen die Teilnehmenden, in Gruppen aufgeteilt, praktische Einblicke in jeweils zwei innovative Betriebe erhielten.

Eindrücke aus der Praxis 

  • Vallevecchia pilot experimental farm
    Vallevecchia bietet Landwirtinnen und Landwirten, Technikerinnen und Technikern sowie Forschenden, die sich auf die Themen Nachhaltigkeit und natürliche Ressourcen  konzentrieren unter dem Motto „open farm – open protocol“ Versuchsanlagen an. Die Besonderheit daran ist, dass alle Versuche gemeinsam mit ihren Ergebnissen für alle offen zur Verfügung stehen.
    Im Fokus stehen Themen wie Wasser- und Ressourcenmanagement, konservierende Landwirtschaft, Präzisionslandwirtschaft sowie Natur- und Artenschutz.
    Die Demonstrationen erfolgen im Peer-to-Peer-Ansatz: Kleine Gruppen diskutieren gezielt direkt vor Ort bei den Versuchsanlagen, wobei der Austausch auch nach der Veranstaltung online fortgeführt wird.
    Die Teilnehmenden des Seminars erhielten unter anderem Einblicke in das Thema Bodenverdichtung und Einsicht in ein Projekt zur automatisierten Bienenerkennung.

  • Società Agricola La Fagiana
    Der zweite besuchte Betrieb ist ein familiengeführter Reisbetrieb in Eraclea (Venetien) mit Fokus auf nachhaltigen Anbau und hochwertiger Verarbeitung von Risotto-Reissorten.
    Hier wurde der gesamte Produktionsprozess vom Feld bis zur Verpackung nachvollziehbar gemacht – unter anderem durch Videoaufnahmen in einem immersiven Raum, die die Ernte eindrucksvoll erlebbar machten.

Neben den fachlichen Impulsen bot das Seminar auch viele Gelegenheiten zum internationalen Austausch. Innerhalb der Gruppenarbeiten am zweiten Seminartag wurden so europaweit Erfahrungen und Best-Practice-Beispiele diskutiert.

Das Seminar zeigte eindrucksvoll, wie wertvoll der direkte Austausch zwischen Landwirtinnen und Landwirten und den Innovationsakteur:innen sein kann. Des Weiteren durften die Teilnehmenden lernen wie „on-farm demonstrations“ durchgeführt werden und wie diese dazu beitragen, die Landwirtschaft in Europa nachhaltig und zukunftsfähig weiterzuentwickeln.
Die Erkenntnisse des Seminars werden in die zukünftigen Arbeiten der AKIS- Vernetzungsstelle sowie des Netzwerk Zukunftsraum Land fließen.

Das war LINC 2025!

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Wenn sich aus 24 Staaten Europas über 300 Menschen mit einer Affinität zu LEADER an einem Ort treffen, um Erfahrungen auszutauschen, Kontakte zu knüpfen und innovative Projektideen zu verbreiten, dann ist klar, dass die Zeit von LINC (LEADER Inspired Network Community) wieder gekommen ist. 

LINC wird jedes Jahr in einem anderen EU-Mitgliedsstaat ausgetragen. Dieses Jahr war Österreich Gastgeber, genauer gesagt die LEADER-Regionen Landeck gemeinsam mit Imst, Außerfern, Vorderland Walgau Bludenz, Regio-V, Engadin und Vinschgau . 

Haupt Austragungsort war St. Anton am Arlberg, wo von 01. bis 03. Juli ein dichtes Programm organisiert und moderiert wurde, um die Bedeutung von LEADER als europäische Entwicklungsmethode und die Potenziale transnationaler Kooperation zu zeigen.

LEADER in unterschiedlichen Regionen, innerhalb Österreichs und in Nachbarstaaten, war auch bei den 12 Exkursionsgruppen zentrales Thema. Diese Exkursionen stellten innovative, inspirierende und gesellschaftlich wertvolle Projekte in Tirol, Vorarlberg, Südtirol und Graubünden vor, die einen anregenden Austausch zwischen den Vertreterinnen und Vertretern der teilnehmenden LAGs und anderer LEADER-bezogenen Organisationen ermöglicht haben. Kreative Einrichtungen wie das Wilderness-Aufnahmestudio in Nassereith, Pionier:innen der barrierearmen Hotellerie im Hotel Weißseespitze, innovative Projekte der Ortskernstärkung in Prutz, oder Projekte zur Wahrung der kulturellen Identität wie das Fasnachtshaus in Imst – die vorgestellten Projekte waren thematisch so breit gestreut wie die Anknüpfungspunkte von LEADER. Stetssind sie mit innovativen Ideen, regionalem Mehrwert und lokalen Bedarfen verbunden.

Ein zentraler Punkt der Konferenz war, ganz im Sinne der internationalen Kooperation, der Cooperation Corner. Hier hatten LAG-Mitglieder die Möglichkeit, eigene Projektideen zu entwerfen und potentielle Partner-LAGs zu finden. Interessierte LAGs können auch über eine eigene Plattform spannende Kooperationsangebote finden oder eigene Projektideen vorstellen.

Bei der LINC 2026 in Lettland werden sich wieder zahlreiche mit LEADER verbundene Akteurinnen und Akteure aus ganz Europa treffen und über ihre Erfahrungen, innovativen Ideen und Kooperationen zur Gestaltung europäischer ländlicher Entwicklung diskutieren.

Projektdatenbank: Einträge zur Periode 14-22 nur mehr bis Ende September 2025 möglich!

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Noch bis 30. September 2025 gibt es die Möglichkeit, Projekte aus der Periode LE 14 – 22 über die Projektdatenbank von Netzwerk Zukunftsraum Land sichtbar zu machen! Diese Deadline gilt auch für Aktualisierungen bestehender Projekte. 

Im Anschluss werden bis Jahresende alle Projekte in die neue Netzwerk – Projektdatenbank übertragen.

Netzwerk Zukunftsraum Land arbeitet außerdem bereits gemeinsam mit der AMA daran, für die aktuelle Periode eine direkte Verknüpfung zwischen digitaler Förderplattform (DFP) und Projektdatenbank herzustellen. Bis dahin gibt es für das Eintragen von Projekten der aktuellen Periode eine Zwischenlösung über dieses Formular.

Podcast Tipp: ÖPUL – nachhaltige Landwirtschaft seit 30 Jahren

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Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums des Österreichischen Agrarumweltprogramms ÖPUL hat sich Andreas Steinwidder, HBLFA Raumberg-Gumpenstein, mit dem ehemaligen Abteilungsleiter der Agrarumwelt-Abteilung im BMLUK, Lukas Weber-Hajszan, maßgeblicher Gestalter des ÖPUL, unterhalten. In der aktuellen Folge des Podcasts „Agrar Science – Wissen kompakt” blicken sie auf drei Jahrzehnte Agrarumweltpolitik zurück und geben einen Ausblick auf die Zukunft der nachhaltigen Landwirtschaft in Österreich.

So berichtet Weber-Hajszan: Es hat natürlich vorher [Anm.: vor dem Jahr 1995] in Österreich auch schon Agrar-Umweltprogramme im weiteren Sinn gegeben. Ich erinnere mich an sehr kleine, überschaubare Bioförderung, Fruchtfolgeförderung oder die sogenannten Agrarökologieprojekte von regionaler Relevanz. Also auch damals waren diese Titel nicht immer ganz einfach. Aber es ist auf viel größere Beine gestellt worden und zusammengefasst worden, um eben auch den Beitritt und die damit verbundenen Senkungen der Erzeugerpreise abzufedern. […]

Andreas Steinwidder:
Sind die hellgrünen Maßnahmen mehr oder weniger geworden über die Jahre?

Lukas Weber Hajszan:
Tendenziell und in Summe gesehen ist das ÖPUL dunkelgrüner geworden. Nicht immer zur Begeisterung aller Landwirte und Landwirtinnen, aber ich glaube, in Summe sehr überlegt und auf Evaluierungen basierend. Was es zum Beispiel nicht mehr gibt, ist der extensive Getreidebau. Das war so rückblickend auch gesehen eine klassische Anpassungsmaßnahme, um eben den Getreidebauern, die bestimmte Sorten noch verwendet haben, unterstützen zu können. […]

[Zur Datenerfassung gab es] Formulare mit Durchschlägen – das waren drei bunte Durchschläge, da hat man durchgedrückt auf mehrere Papiere, um sich die Kopie zu sparen, weil es auch keinen Kopierer gegeben hat. Es hat sehr komplizierte Formulare gegeben: Flächenbogen, Flächennutzung und sicherheitshalber Summenblätter, weil das mit der Erfassung nicht so funktioniert hat. Das war ganz anders als heute, wo man online einsteigt, dann mit dem Handy bestätigt und mit Papier, wenn man will, und kann nichts mehr zu tun hat.

Andreas Steinwidder:
Wie schätzt du Österreich im europäischen Konzert diesbezüglich ein? Sind wir hier Vorreiter in der ökologischen Landwirtschaft gewesen und auch immer noch? Auch was die Teilnahme an diesen Umweltprogrammen ausmacht.

Lukas Weber Hajszan:
Wir haben sicher eine gewisse Vorreiterrolle. Wobei uns hier die natürlichen Gegebenheiten und die Betriebsstrukturen sicher geholfen haben. Wir haben nicht nur intensive Gunstlagen, sondern auch extensivere natürliche Gegebenheiten. Tendenziell kleinere oder mittelgroße Betriebe und wenige ganz große Betriebe. Das hat sicher am Anfang unterstützt, dass wir so eine breite Akzeptanz und ein so großes Programm bekommen haben. Ich würde schon sagen, dass wir Vorreiter sind, insbesondere im Bereich Naturschutz. Da ist mir immer wichtig zu sagen. Das ÖPUL ist das größte Vertragsnaturschutzprogramm Österreichs. Wir haben fast schon 100.000 Hektar Vertragsnaturschutz über das ÖPUL. Das heißt, hier hat ein Agrarprogramm eine sehr wichtige Rolle für den Naturschutz. […]

Andreas Steinwidder:
Wenn man jetzt die weitere Entwicklung des ÖPULs anschauen – im Groben – vom Beginn bis zum Stand heute? Was würdest du sagen: Welche Veränderungen haben sich für dich am deutlichsten gezeigt, ergeben, wurden umgesetzt. Inhaltlich. Nicht methodisch.

Lukas Weber Hajszan:
Also jetzt nicht technisch methodisch sondern von der ganzen Rahmenvorgaben. Es sind viel, viel mehr Verordnungen relevant. Es gibt die Notwendigkeit von sogenannten SWOT-Analysen durchzuführen, also Stärken, Schwächen, Chancen, Risiken. Bei der Entwicklung eines neuen Programms. Und damit muss jede Maßnahme einen Bezug zu diesen Analysen habe. Das war ‘95 nicht so. Jetzt muss das Ganze eingebettet sein in eine Gesamtstrategie. Es muss auf Evaluierungsergebnisse Bezug genommen werden. Auf diese Stärken-Schwächen Analyse, auf andere Strategien. Es gibt eigene Verordnungen für die technische Umsetzung – die INVEKOS-Verordnung. Also es ist von den Rahmenbedingungen aufwendiger eine Maßnahme überhaupt zu konzipieren und zu begründen. Was in gewisser Weise gut ist, weil es ja wissenschaftlich fundiert sein soll und auch Erfolge haben soll, was man hier konzipiert. Ich persönlich bin jedoch der Meinung, dass man da ein bisschen schon über das Ziel hinausgeschossen hat. […]

Andreas Steinwidder:
Welche positiven Effekte können wir nachweisen? 30 Jahre ÖPUL in Österreich, neben dem Erhalt unserer doch noch klein strukturierten Landwirtschaft, neben der landwirtschaftlichen Vielfalt, die wir haben. Also wir sind sehr vielfältig aufgestellt und das ist sehr wertvoll, würde ich sagen. Was würdest du so als größte Erfolge herausschälen?

Lukas Weber Hajszan:
Ich glaube, dass ein großer Erfolg ist, dass das Bewusstsein für umweltgerechte Landwirtschaft, sowohl im Bereich Boden als auch im Bereich Grundwasser und Biodiversität, gewachsen ist. Und dass es immer mehr Bauern und Bäuerinnen gibt, die sich mit diesen Umweltthemen beschäftigen und auch untereinander das Wissen weitergeben. Das ist, glaube ich, sehr, sehr wichtig und funktioniert in der Regel besser, wie wenn ein Verwaltungsbeamter oder ein Wissenschaftler kommt und den Bauern erklärt, worum es geht. Wenn sie untereinander, basierend auf Erfahrungen, das Weitergeben, das ist, glaube ich, eine große Weiterentwicklung. Auch die Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Umwelt oder Naturschutz ist, glaube ich, durch das ÖPUL, oder nicht zuletzt durch das ÖPUL, besser geworden. Und auch im Vergleich zu anderen Mitgliedstaaten sehr gut. […] und wir haben auch, wenn es zugegebenermaßen jetzt ein bisschen ein Bremsen des Zuwachses gibt, noch immer sehr viele Biobetriebe. Es sind, wenn man so will, sind wir Bio-Vorreiter in Europa, in der EU, mit unserem Bioanteil. Das ist sicher auch teilweise mit dem Agrar-Umweltprogramm erklärbar. […]

Das gesamte Gespräch im Rahmen des Podcasts findet sich hier: Folge 122 – „ÖPUL: Nachhaltige Landwirtschaft seit 30 Jahren 

30 Jahre EU Mitgliedschaft Österreichs – LEADER

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Mit dem EU-Beitritt 1995 begann für Österreich nicht nur eine neue agrarpolitische Ära, sondern auch eine beispielhafte Geschichte regionaler Entwicklung: LEADER wurde zum Impulsgeber für partizipative, kreative und nachhaltige Prozesse im ländlichen Raum. Dieter Holzer, Obmann des Vereinsvorstandes der LEADER Region Südliches Waldviertel – Nibelungengau, begleitet diesen Weg seit vielen Jahren. Wir haben mit ihm über 30 Jahre Österreich in der EU, die Bedeutung von Zusammenarbeit – und über Mut und Zukunftsfähigkeit ländlicher Räume anhand von LEADER gesprochen.

Herr Holzer, Sie begleiten die LEADER-Region Südliches Waldviertel – Nibelungengau seit vielen Jahren. Was war für Sie der prägendste Wandel durch den EU-Beitritt – hat sich das Selbstverständnis der Region dadurch langfristig verändert?

Die Öffnung der Grenzen, die gemeinsame Währung, die Chancen für die Wirtschaft und die Zusammenarbeit von Menschen aus ganz Europa sind für mich entscheidende Ergebnisse des EU-Beitritts. Die Bevölkerung unserer Region betrachtet sich als Teil (als Mittelpunkt) von Europa und nutzt die Vorteile und Chancen, die sich daraus ergeben. Europa wird auch als Watschenmann (symbolisch) benutzt, um sich abzureagieren. Kritik an nicht oder schlecht funktionierenden Teilen des Systems mit Verbesserungsvorschlägen halte ich für notwendig. 

LEADER setzt auf Beteiligung, Eigenverantwortung und Innovation. Welche dieser Prinzipien waren im Südlichen Waldviertel – Nibelungengau besonders wirksam?

Beteiligung ist ein wichtiger Faktor. Durch das Bottom-Up-Prinzip des LEADER-Programms erstellt die Bevölkerung der Region die Strategie mit den Zielen für jeweils sieben Jahre selbst. Durch ihre Vertreterinnen und Vertreter in der LEADER-Aktionsgruppe (LAG) und des Projektauswahlgremium (PAG) werden die Projekte und der Umfang der Unterstützung festgelegt. Durch die Mitwirkung vieler Menschen wird die positive Botschaft der Europäischen Union weiter verbreitet.

Woran machen Sie den Erfolg von LEADER in Ihrer Region konkret fest?

Wir konnten in unserer Region über 500 Projekte mit Tatkraft, Ideen, Wissen und Fördermitteln unterstützen. Viele davon existieren nur, weil es das LEADER-Programm zur Entwicklung unserer ländlichen Region gab und gibt. Rund 20 Millionen Euro haben seit 2002 Investitionen in Höhe von 60 Millionen Euro ausgelöst. Etwa 120 Arbeitsplätze wurden geschaffen oder gesichert.

Der GAP-Strategieplan hebt Themen wie Klimaanpassung, Vitalisierung von Ortskernen und regionale Wertschöpfung hervor. Wie adressiert die Region Südliches Waldviertel – Nibelungengau diese Herausforderungen – und welche Rolle spielt LEADER dabei konkret?

Das Projekt „Klimafit im Alter“ wird derzeit in der KLAR!-Region Waldviertler Kernland mit unserer Unterstützung durchgeführt. Im Frühjahr 2025 wurde ein Hybridladen „Die Dorfgreißlerei“ eröffnet, die nach langer Zeit den Bewohnerinnen und Bewohnern dieser Gemeinde wieder eine Einkaufsmöglichkeit bietet. Die „Dorfladenbox“  und ein „Dorfoffice“ sind weitere aktuelle Beispiele zur Belebung der Ortskerne und Erhöhung der Wertschöpfung.

Der GAP-Strategieplan 2023–2027 gibt der regionalen Entwicklung neue Impulse. Wo sehen Sie heute konkrete Chancen – und welche strukturellen Hürden gilt es aus LEADER-Sicht zu überwinden?

Vor einigen Jahren hat eine Studie der BOKU den „Lebenswert“ unserer Region anhand von Zahlen, Daten und Fakten mit einigen städtischen Regionen verglichen – das sehr positive Ergebnis hat mich nachhaltig beeindruckt und in vielen meiner Ansichten bestätigt. Konkrete Chancen sehe ich, wenn Innovation als „Neuschöpfung“ zugelassen und nicht nur gesprochen und geschrieben wird. 

LEADER lebt von Austausch und Lernen – regional wie europäisch. Welche Bedeutung hat Kooperation in Ihrer Region? Und was geben Sie anderen Regionen dazu mit auf den Weg?

Wir leben Zusammenarbeit in der Region, in Niederösterreich, in Österreich und in ganz Europa. Bei „LEADER-NÖ“ arbeiten alle Regionen unseres Bundeslandes zusammen. Unser Geschäftsführer Thomas Heindl ist Obmann dieser Vereinigung. Im LEADER-Forum Österreich waren wir im Juni 2025 bei der Jahrestagung in Schladming aktiv. Bei LINC2025 in St. Anton erfolgte der Austausch auf internationaler Ebene. Lernen und Austausch führten uns bei Tagungen, Konferenzen und Exkursionen bis nach Georgien. 

2025 steht bei uns im Netzwerk unter dem Motto #MutSchafftZukunft. Wann war Mut im Südlichen Waldviertel & Nibelungengau entscheidend – etwa in der Zusammenarbeit, in politischen Prozessen oder im Umgang mit Widerständen?

Mut ist fast ständig notwendig, um Hindernisse des Alltags, Hürden des Systems und die Paradigmen in den Köpfen zu überwinden. Dazu gehört ein gewisses Maß an Beharrlichkeit (um nicht Sturheit zu sagen), Freiheit im Kopf, Kreativität und visionäres Denken. 

Welche mutigen Entscheidungen braucht es heute, um LEADER als wirksames Instrument für Transformation, Innovation und regionale Resilienz zu sichern?

Meines Erachtens brauchen wir nur drei Ebenen: Die LEADER-Organisation vor Ort zur Unterstützung der Projektant:innen; AMA zum Einreichen der Projekte und Auszahlung der Fördermittel; ein Prüfgremium. Das spart enorm viel Zeit und Geld. Gerne bin ich bereit, meine Erfahrungen näher auszuführen. 

Wenn Sie auf Ihre Jahre mit LEADER in der Region Südliches Waldviertel – Nibelungengau zurückblicken: welche Aufgabe bleibt für die kommenden Jahre zentral?

Die Stärkung des Botton-Up-Prinzip bringt die Europäische Union direkt in die Häuser. Wenn die Menschen verstehen, dass sie selbst die „Europäische Union“ sind, wird sich die Gemeinschaft weiter entwickeln. 

Interview: Netzwerk Zukunftsraum Land/ Michael Fischer, Matthias Neumeister, Stephanie Topf

Dürfen wir vorstellen? Die Farmfluencer! – Leni vom Bichlhof

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In jedem Jahr behandeln wir als Netzwerk Zukunftsraum Land ein Schwerpunktthema der Vernetzungsarbeit, 2025 ist es das Thema #MutSchafftZukunft. Mut bedeutet, trotz Unsicherheiten den ersten Schritt zu wagen – denn in jedem mutigen Moment liegt die Chance, die Zukunft aktiv mitzugestalten!

Dürfen wir vorstellen? Die Farmfluencer!

Vor zwei Jahren hat der Verein Wirtschaften am Land das Projekt farmfluencer_at ins Leben gerufen. Farmfluencer sind junge Bäuerinnen und Bauern, die über soziale Medien Einblicke in die Landwirtschaft geben. 24 Farmfluencer aus ganz Österreich zeigen der Gesellschaft das echte Leben am Hof und erklären, was die österreichische Land- und Forstwirtschaft leistet. Mit authentischen und informativen Beiträgen erreichen sie tausende Menschen und bringen dabei nicht nur die schönen Seiten der Landwirtschaft näher, sondern beleuchten auch die Herausforderungen, mit denen sie tagtäglich konfrontiert sind. Gerade in einer Zeit, in der ein Großteil der Bevölkerung die Verbindung zur Landwirtschaft verloren haben, leisten die Farmfluencer wertvolle Aufklärungsarbeit. Zusammen mit der Jungen Landwirtschaft Österreich (JLW) möchten sie die Agrarkommunikation auf die nächste Stufe heben. Bei diesem gemeinsamen Projekt liegt ein besonderer Fokus auf den Themen Tierwohl, Kreislaufwirtschaft und der Reduzierung von Lebensmittelverschwendung. um das Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit zu schärfen und positive Veränderungen zu bewirken.

Wir haben mit Magdalena Esterhammer, bekannt als „Leni vom Bichlhof” über das Thema „Mut“ gesprochen.

Mut bedeutet, auch in unsicheren Zeiten nach vorne zu gehen. Was hat dich dazu bewogen, dich als Farmfluencerin digital zu zeigen und Einblicke in deinen landwirtschaftlichen Alltag zu geben? Wo liegen deine Schwerpunkte?

Wenn wir nicht selbst darüber reden, dann reden andere über uns. Es geht mir darum, die Realität und die Herausforderungen des Bauernlebens zu teilen – die guten wie auch die schwierigen Momente – und so ein besseres Verständnis für die Landwirtschaft zu schaffen. Eigentlich sind es die Alltagssituationen, über die wir öffentlich viel mehr reden sollen und über die wir Verständnis zu den Konsument:innen bekommen. Zeigen, erklären, Fragen beantworten, mitfühlen lassen. 

Farmfluencen habe ich begonnen, als meine Tochter noch kein Jahr war, es war Corona und es gab keine Veranstaltungen, ich kannte kaum jemanden in dem Bereich und war plötzlich Bäuerin. Der Weg über Social Media ermöglichte mir, mich dennoch auszutauschen. Ich habe wahnsinnig viel schon von anderen gelernt mit Zuschauen und Nachfragen. Mittlerweile darf ich für manche mit meiner Ehrlichkeit ein Vorbild sein. 

Ich zeige die Berglandwirtschaft, wir haben keinen Traktor, aber viele Spezialgeräte, die kaum jemand kennt. Im Sommer ist mein Schwerpunkt draußen – Weiden herrichten, Tiere rauslassen und jeden Tag 2x kontrollieren. Sobald die Kühe von der Alm heimkommen, bin ich überwiegend im Stall, abends melke ich fast immer. Wie sagt mein Mann oft – du hast das Feingefühl fürs Vieh, deshalb habe ich das Gesundheitsmanagement am Handy und bin soweit es sich zeitlich ausgeht beim Kalben dabei.  

In Zeiten des Klimawandels, wirtschaftlicher Herausforderungen und gesellschaftlicher Veränderungen braucht es innovative Ansätze. Welche mutigen Entscheidungen hast du in deinem Betrieb getroffen, um zukunftsfähig zu bleiben?

Wir haben uns eingestanden, dass wir von der Landwirtschaft nicht voll leben können, deshalb bin ich nach den Kindern immer recht zeitnah wieder stundenweise zurück in den Job. Auf der Basis haben wir aufgebaut – der Betrieb muss zu bewirtschaften sein, auch wenn die Bäuerin arbeiten geht. 

Wir haben zuallererst in Technik investiert. Motormäher gekauft und die dazugehörigen Anbaugeräte. Nur so können wir die steilsten Flächen halbwegs kraftsparend mähen. Es bringt mir ein moderner Stall hier oben nichts, wenn ich mein Grundfutter nicht selbst erzeugen kann. Dazu kam die Digitalisierung: ein Gesundheitsmanagementsystem für die Herde, Kameras, intelligente Lichtschalter, W-Lan im Stall. Im nächsten Schritt möchten wir in Richtung energieautark gehen und Schritt für Schritt dann auch die Zeit verkürzen, in der die Kühe im Winter im Stall sind. Wir haben nicht viel Platz hier oben und jeder Bauschritt ist mit immensen Kosten verbunden, aber langsam soll es Richtung Freilauf gehen. 

Mittlerweile ist auch der Naturschutz ein Standbein des Betriebes. Wir haben unsere Bewirtschaftung komplett umgeschmissen, das mosaikförmige Arbeiten ausgebaut. Einfache Flächen mähen wir öfter, komplizierte und aufwendige weniger oft. Das ist eine Win-Win Situation für Mensch und Natur. 

Veränderungen sind oft mit Unsicherheiten verbunden und manchmal läuft nicht alles nach Plan. Gab es in deinem Berufsalltag Momente des „Scheiterns“ beziehungsweise des Wieder-Aufstehens – und was/ hast du daraus für dich (und deinen Betrieb) gelernt?

Die gab es, wir hätten eigentlich heuer gebaut, aber besonders im Bereich der Übergabe zwischen den Generationen ist es nicht  immer so einfach. Für mich habe ich dabei herausgefunden, ohne Kühe kann ich nicht und die müssen irgendwie bleiben, besonders die Grauen. Da steckt einfach zu viel Liebe drinnen. 

Was gibt dir persönlich Kraft und Zuversicht, trotz der vielen Herausforderungen, mit Leidenschaft und Innovationsgeist in die Zukunft der Landwirtschaft zu blicken?

Die nächste Generation, ich will ihnen zeigen, da steckt mehr dahinter und besonders wenn ich aktiv einen Beitrag in den Bereichen Umwelt, Klima oder Nachhaltigkeit leisten will, muss ich selbst etwas tun. 

Man merkt, wie viel man selbst damit bewegen kann und wie schön es ist, mit den Händen zu arbeiten. Zu sehen, welche Früchte es trägt. 

Ganz wichtig sind für mich die Berge, hier oben habe ich früher schon immer Kraft geschöpft und das ist mein persönlicher Luxus – jeden Tag oben wohnen zu dürfen. Früher habe ich aufgeblickt, heute schaue ich runter und bin dem Himmel ein wenig näher. Die Ruhe hier oben über dem Tal, die vermeintliche Abgeschiedenheit – eigentlich sind es nur wenige Minuten hinunter in eines der tourismusstärksten Täler Österreichs – die Bewegung draußen, das brauche ich zum glücklich Sein. 

Mut ist ansteckend und Vorbilder können viel bewirken. Was würdest du anderen jungen Menschen raten, die sich für die Landwirtschaft interessieren, aber vielleicht Angst vor Unsicherheiten und Herausforderungen in diesem Beruf haben?

Das Leben so kommen lassen, wie es kommt. Tief in meinem Inneren habe ich mir immer gewünscht, wieder mit Tieren zu arbeiten und draußen zu sein. Das Leben hat mich auf Umwege geführt, ich hätte mir nie vorstellen können, als „Studierte“ wieder auf einem Hof zu leben. Es ist wichtig, sich darauf einzulassen und zu überlegen, wie es zu einem passen könnte. Ganz wichtig finde ich, man muss nicht wie die Generation davor leben, man darf moderne Wege gehen. Die Techniken, von denen man denkt, man braucht sie, auf den Hof holen, sich interessieren – ich finde die Landwirtschaft lebt von den Menschen, die außerhalb Eindrücke gesammelt haben und sie einbringen. Es belebt.  

Gibt es Momente, in denen du spürst, dass es als Frau in der Landwirtschaft besonderen Mut braucht? Wenn ja, wie gehst du damit um?

Die Momente gibt es immer wieder, sie kommen in verschiedenen Dimensionen vor. Manchmal brauche ich besonderen Mut, damit ich mich mit dem Motormäher wieder in den steilen Hängen zu fahren traue. An anderen Tagen ist es der Mut, Feminismus auf den Hof zu bringen. Ich bin nicht die kochende und backende Bäuerin, obwohl ich das manchmal sehr gerne mache und auch ziemlich gut kann. Wir teilen uns in der Partnerschaft vieles auf, nutzen externe Kinderbetreuung und je nachdem, was am Hof und in den Jobs ansteht, organisieren wir uns. Das ist nicht selbstverständlich, als Frau so zu leben, besonders nicht in der Landwirtschaft, das bekomme ich immer wieder zu spüren. 

Was bedeutet „Mut“ für dich persönlich? 

Sobald ich an das Wort denke, fällt mir der Satz ein, „mit Mut fangen die schönsten Geschichten an“. Hätte ich damals nicht „ja“ gesagt, wäre ich heute nicht hier. 

Eines mag ich noch mitgeben, es braucht viel Mut, sich als Frau zu erheben und die eigene Meinung zu sagen. Sich einzubringen und mitzureden, ist nicht selbstverständlich, aber genau das muss es werden. 

Magdalena Esterhammer im Interview mit Netzwerk Zukunftsraum Land/ Stephanie Topf

Regionen gestalten, Orte verstehen

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Mut zur Gestaltung entsteht dort, wo Menschen mit ihrem Umfeld verbunden sind. Die Jahreskonferenz 2025 des Netzwerks Zukunftsraum Land steht unter dem Motto „Mut schafft Zukunft“ – und fragt: Wie können wir die Kraft von Regionen nutzen, um Wandel und Innovation zu gestalten? Ein zentraler Schlüssel dafür ist der „place-based-Ansatz“, der  berücksichtigt, dass Räume (Gemeinden, Regionen) unterschiedlich in Herausforderungen wie auch Lösungs Potenzialen sind. LEADER/CLLD – Community-Led Local Development – ist das strukturgebende Prinzip dahinter, in Form einer von einer Gemeinschaft getragenen Entwicklung, die sich gemeinsam definierten Entwicklungszielen verschrieben hat. Tirol verfolgt diesen Ansatz sehr konsequent – auch jenseits dera Gemeinsamen Agrarpolitik, respektive ländlichen Entwicklung.
Wir haben mit Christian Stampfer, Leiter der Abteilung Landesentwicklung des Landes Tirol, über CLLD, die Region als Raum des gemeinsamen Gestaltens und über „Partnerschaften zwischen den Ebenen“ gesprochen. 

Herr Stampfer, der Begriff „place-based“ steht heute für eine Entwicklungskultur, die von den Besonderheiten eines konkreten Raumausschnitts ausgeht, seien es Entwicklungsnotwendigkeiten oder auch Lösungspotenziale. Diesem Prinzip folgen wir als Netzwerk auch bei  unserer Jahreskonferenz, weil es uns eine Region, einen Ort, das Lokale im jeweiligen Kontext besser verstehen lässt. Welche Rolle spielt dieses Denken in Ihrer täglichen Arbeit?

Die Regional- und Landesentwicklung lebt von ihrer Vielfalt sowohl in Bezug auf die handelnden Personen als auch den jeweiligen Voraussetzungen und Chancen, die es in den Regionen gibt. Wir versuchen diese Vielfalt bestmöglich zu unterstützen und zu fördern. Zielsetzung ist es, dass Regionen auf ihren Stärken aufbauen und diese konsequent weiterentwickeln können. Es braucht aber dafür auch ein einheitliches Strukturmodell auf der Basis von LEADER, damit der Mehrwert auch auf Landes- und Bundesebene erkannt wird.

Nun sind wir mit unserer Jahreskonferenz 2025 zu Gast in der Region Schwaz in Tirol. Was bedeutet „place based“ gerade hier? Was sind die zentralen Herausforderungen/ was die Potenziale? 

Der Bezirk Schwaz ist ein sehr dynamischer Bezirk mit einer breiten Wirtschaftsstruktur, sowohl was Industrie, Gewerbe und Handwerk als auch den Tourismus betrifft. Bildung, Innovation, Gesundheit, Landwirtschaft und Kultur sind weitere Treiber:innen der regionalen Entwicklung. Die große Dynamik im Bezirk bedingt auch verstärkte Herausforderungen im Bereich der nachhaltigen Mobilität und der Anreise der Gäste, der Dekarbonisierung als Wachstumschance für die Region, die Stärkung der Region im Bereich der Lebensqualität und der Daseinsvorsorge. Das Regionalmanagement Schwaz konzentriert im Zuge der Umsetzung auf diese Herausforderungen und Potenziale.  Dekarbonisierung und Klimaschutz werden in enger Kooperation mit der Klima- und Energiemodellregion vor Ort umgesetzt. Bezirksweit wurden als Umsetzung Plattform eine Mobilitätskoordinationstelle und eine zentrale Koordinationsstelle für Kultur eingerichtet. Im Ausbildungsbereich wird ein Schwerpunkt auf Landwirtschaft (Schulprojekte mit der LLA Rotholz), dem MINT-Bereich und der Pflege gelegt.

Wie kann ein Ort wie Rotholz – mit seiner Landwirtschaftlichen Lehranstalt (LLA), seiner Lage im Inntal, seiner Bildungsfunktion – zum Resonanzraum für ländliche Zukunftsfragen werden?

Bildung ist grundsätzlich die Basis für die zielgerichtete Lösung der Zukunftsfragen sowohl im städtischen als auch im ländlichen Raum. In der LLA Rotholz erhalten junge Menschen eine fundierte praktische und theoretische Ausbildung. Durch Vermittlung von Wissen und Innovation trägt die LLA Rotholz dazu bei, dass nachhaltige landwirtschaftliche Praktiken etabliert werden, die Wirtschaftlichkeit gestärkt und die Lebensqualität auf dem Land verbessert wird. Die Lehranstalt ist ein Ort, an dem Zukunftsfragen aktiv gestaltet und positive Impulse für alle ländlichen Regionen in Tirol gesetzt werden.

Tirol ist bekannt dafür, LEADER als zentrale Methode für Regionalentwicklung anzuwenden und vieles darauf aufzubauen. Wie kam es dazu? 

Bis 2006 gab es in Tirol zwei Modelle der Regionalentwicklung – klassische Regionalmanagements und LEADER-Regionen. Die LEADER-Methode mit dem bottom-up Ansatz, der Entscheidungsverantwortung auf lokaler Ebene, dem klaren strategischen Fokus, der breiten regionalen Beteiligung, der Vernetzung sowie dem integrierten und kooperativen Ansatz bildet die Basis dafür, dass Regionen wirklich eigenständig ihre Entwicklungspotentiale nutzen können. Regionalentwicklung kann aus unserer Sicht nicht von oben verordnet werden. Deshalb haben wir uns für den LEADER-Ansatz als einziges Modell entschieden. In Tirol verbinden wir diesen Gedanken des bottom-up Ansatzes von LEADER mit unseren strategischen Überlegungen auf Landesebene. 

Inwiefern ist es mit LEADER/CLLD in Tirol möglich, „integriert“ – also verbindend zwischen Landwirtschaft, Wirtschaft und Tourismus, Klimaschutz, Mobilität oder Daseinsvorsorge zu arbeiten?

Auf regionaler Ebene gibt es diese vermeintlich klar abgegrenzten „Silos“ nicht. LEADER-Projekte sprechen im Regelfall immer mehrere Bereiche an. Auf regionaler Ebene versuchen die LEADER Regionen die Themen daher ganzheitlich zu denken. Ein Beispiel ist das Leerstandsmanagement – eine klassische Frage der Daseinsvorsorge und der Lebensqualität im ländlichen Raum – mit Querbezug zur Wirtschaft  und dem Tourismus, dem Klimaschutz, der Landwirtschaft und der nachhaltigen Mobilität.  Reduktion von Leerstand schafft attraktive Ortskerne mit hoher Aufenthaltsqualität, kurze Wege und damit die Voraussetzung von nachhaltiger Mobilität sowie die Verringerung der Bodenversiegelung und damit den Schutz von hochwertigen landwirtschaftlichen Böden. 

Das Land Tirol hat sich mit der Klima- und Nachhaltigkeitsstrategie ehrgeizige Ziele gesetzt. Die Zusammenarbeit zwischen Land und Regionen hat dabei einen wichtigen Stellenwert. Können Sie dies etwas näher erklären?

Klimaschutz und Klimawandelanpassung sind sehr zentrale Elemente einer zukunftsorientierten Regionalentwicklung. Zur Umsetzung der Tiroler Nachhaltigkeits- und Klimastrategie, der lokalen Entwicklungsstrategien sowie des Europäischen Green Deal ist eine enge Kooperation zwischen dem Land Tirol und den Tiroler Regionalmanagements entscheidend. Die erfolgt im Zuge von themarischen Umsetzungspartnerschaften in den Bereichen Mobilität, Tourismus, Energiewende & Klimaschutz, Klimawandelanpassung, Kreislaufwirtschaft & Bioökonomie, Innovation, Freiwilligenpartnerschaft  sowie  Leerstandsmanagement zur Stärkung von Stadt- und Ortskernen. Mit Bündelung der Kräfte soll es gelingen, die erforderliche Transformation in Wirtschaft und Gesellschaft gemeinsam und breit abgestimmt voranzutreiben.

Wie gelingt es, aus regionalen Projekten für das gesamte Land zu lernen – also Erkenntnisse aus Regionen in größere Entwicklungsprozesse einzubinden? Welche Bedeutung haben die Regionen als „Transformationsmotoren“ dabei?

Ja, das gelingt. In den Regionen wird die Umsetzung vor Ort gestaltet und somit auch Innovation dem Praxistest unterzogen. Gelingt es dabei den Regionen ihre Umsetzung mit übergeordneten Konzepten und strategischen Überlegungen zu verbinden, dann wird die Basis für die Implementierung der regionalen Erfahrungen  für größere Entwicklungsprozesse gelegt. Vertikale Governance und Kooperation auf Augenhöhe zwischen den Regionen und den übergeordneten Ebenen ist dabei ein zentrales Element. Wichtig ist, dass der Mehrwert und Nutzen für alle erkennbar ist. Das heißt, sowohl die Regionen, als auch das Land müssen sich aktiv einbringen und gemeinsame Ziele verfolgen. Dies erfolgt in Tirol im Rahmen der Umsetzungspartnerschaft zwischen dem Land Tirol und den Regionen auf Basis eines strukturierten Prozesses. Jüngstes Beispiel ist die flächendeckende Ausrollung der MINT-Initiative – eine Kooperation der Bildungsdirektion Tirol mit den Tiroler Regionalmanagements auf Basis eines LEADER-Pilotprojekts in Landeck.

Unser Netzwerk- Jahresmotto lautet „Mut schafft Zukunft“. Wo sehen Sie derzeit den größten Mut in der Regionalentwicklung?

Eine zentrale Aufgabe der Regionalentwicklung ist es, Herausforderungen anzupacken, Veränderungen anzunehmen und innovative Ideen umzusetzen. Mut ist die Grundlage für Fortschritt in Form einer nachhaltigen Entwicklung sowie die Basis für die Entfaltung der Potentiale in einer Region. Mutig ist die Regionalentwicklung dann, wenn sie als Motor des Veränderungsprozesses agiert und den Schritt wagt, alte Gewohnheiten, eingefahrene Strukturen oder bekannte Wege zu verlassen. Dabei müssen oft auch Widerstände überwunden und Rückschläge in Kauf genommen werden. Es ist eine wichtige Voraussetzung, die notwendige Transformation und erforderliche Verhaltensänderungen in der Gesellschaft erfolgreich zu gestalten. Die Regionalentwicklung hat dabei als regionale Plattform eine zentrale Rolle bei der maßgeschneiderten Umsetzung für die jeweilige Region. 

Was braucht es darüber hinaus politisch und kulturell, damit Regionen mutige Wege gehen können – und vielleicht auch mit dem einen oder anderen Vorhaben scheitern dürfen?

Wir haben ein gut etabliertes Governance-System und schon sehr viel  erreicht in Bezug auf breite Beteiligung und Einbindung aller relevanten Akteure. Zentrale Herausforderung bleibt es aber, die Umsetzung einfacher, effizienter und wirksamer zu machen. Es braucht politisch und kulturell den Mut, den Regionen solche Rahmenbedingungen zu geben, dass der Großteil ihrer Energie in die Umsetzung von Projekten fließen kann. Derzeit dominiert leider sehr oft der Verwaltungsaufwand und eine Scheu vor Risiko. EU-Kommissar a.D. Franz Fischler hat schon 1997 gemeint, dass LEADER die Rolle einer „Experimentierwerkstätte für den ländlichen Raum“ übernehmen soll – somit können auch implizit einzelne innovative Vorhaben scheitern. Neue Wegen zu versuchen ist die Basis für eine zukunftsfähige Regionalentwicklung und damit für die Stärkung der Regionen. Dieser Anspruch kann leider nur zum Teil erfüllt werden – hier gilt es  auf allen Ebenen die entsprechenden Rahmenbedingungen zu schaffen. 

Interview: Netzwerk Zukunftsraum Land/ Michael Fischer, Stephanie Topf

Einladung zum bundesweiten EIP-Netzwerktreffen in Hamburg (DE)

Innovation
Klimaschutz
Lebensmittelversorgung
Natürliche Ressourcen

Dem Klimawandel mit Innovationen begegnen – Bundesweites EIP-Netzwerktreffen 5.-6. November 2025, Hamburg 

Wie kann die Landwirtschaft dem Klimawandel begegnen – und dabei innovativ, nachhaltig und wettbewerbsfähig bleiben? Antworten gibt es bereits zahlreiche: Agri-Photovoltaik, Agroforst, Paludikultur, Nutzung von Digitalisierung und Robotik, Diversifizierung der Betriebe für mehr Klimaresilienz. Dennoch bleiben viele Fragen: Was bringen Innovationen in den Alltag? Wo braucht es neue Allianzen, wo fehlt es noch an Erkenntnissen? Und was treibt landwirtschaftliche Betriebe heute wirklich um?

Genau darüber wollen wir gemeinsam sprechen. Im Mittelpunkt stehen dabei inspirierende Persönlichkeiten und ihre Innovationen aus unterschiedlichen EIP-Projekten. Ein besonderes Highlight bei dieser Veranstaltung wird der Innovationsmarkt, der Raum für Austausch, Vernetzung und Mitgestaltung bietet. Hier können sich Projekte und Initiativen, auch außerhalb von EIP-Agri, präsentieren und neue Partnerschaften anstoßen. Ergänzt wird das Programm durch Kurz-Pitches aus dem Netzwerk, bei denen innovative praxisnahe Ansätze in kompakter Form vorgestellt werden. In Workshops werden Methoden zum Verständnis und zur Umsetzung von Innovationsprozessen vermittelt. Es wird ein Blick auf die Rolle der Wirtschaft und von Start-ups in EIP-Projekten geworfen. Außerdem wird die Vermittlung und Übertragung von Erkenntnissen aus EIP-Agri speziell im Klimabereich diskutiert.
Aktive und Ehemalige aus dem EIP-Agri-Netzwerk sowie alle Interessierten aus Praxis, Forschung und Beratung sind herzlich eingeladen.

Bei Rückfragen wenden Sie sich gerne an Leonie Göbel:
Dr. Leonie Göbel
0228 68 45 39 98
leonie.goebel@ble.de

Seminar EU GAP-Netzwerk: Umsetzung der GAP heute und in Zukunft

Klimaschutz
Lebensqualität
Natürliche Ressourcen

Vor dem Hintergrund der ersten Ergebnisse der Umsetzung der GAP-Strategiepläne bietet dieses Seminar die Möglichkeit, die Fortschritte in der Mitte des GAP-Zeitraums 2023-2027 zu bewerten und zukünftige Wege mitzugestalten, die sicherstellen, dass die Politik wirksam, inklusiv und zukunftsorientiert bleibt.

Die Teilnehmer:innen werden eine Reihe von Themen erörtern, darunter Umwelt- und Klimazahlungen, Anpassung an den Klimawandel, Wettbewerbsfähigkeit, Beratungs- und Wissensinstrumente, Digitalisierung sowie die Prozesse und Akteure, die an der Gestaltung und Umsetzung des GAP-Strategieplans beteiligt sind.

Diese ganztägige Veranstaltung konzentriert sich auf praktische Erfahrungen, Herausforderungen bei der Umsetzung und konkrete Verbesserungsmöglichkeiten und fördert den Dialog zwischen verschiedenen Interessenträger:innen, um darüber nachzudenken, was funktioniert und was verbessert werden muss, um die GAP-Ziele zu erreichen.